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05.06.2003 | 22:26 Uhr Auf dem Braunsteich ging es damals los |
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Zu den legendären Eishockeyspielern aus Weißwasser zählt ohne Zweifel Herbert Tschätsch. Der heute in Bad Muskau beheimatete Spieler, der einst als Stürmer erfolgreich über das Eis fegte, feierte dieser Tage seinen 75. Geburtstag. Als Knirps von der Osramstraße wurde Herbert Tschätsch schon frühzeitig mit dem Eishockeyspiel konfrontiert. Der Grund waren hart gesottene Eishockeymänner, die in der gleichen Straße wohnten und zur damals erfolgreichen Weißwasseraner Mannschaft gehörten. Zu jedem Spiel pilgerte auch Herbert Tschätsch an den Braunsteich. „Hier fing auch meine sportliche Karriere an. Fasziniert schaute ich Martin Schulz, Gerhard Röhler, Fritz Dutschke, Siegfried Rohrbach und Helmut Bertko zu“, erinnert sich der Bad-Muskauer an die damalige Zeit zurück. Begeistert jubelte er den Männern im blau-roten Dress zu. Sie waren seine Vorbilder. Ihnen nachzueifern war sein sehnlichster Wunsch. Infiziert durch den „Bazillus“, trainierte er eifrig. Auch Eiseinbrüche, die eine heftige Grippe und Laufverbot seiner Eltern zur Folge hatten, konnten Tschätsch nicht von seinem Ehrgeiz abhalten. Bereits als 13-jähriger Jüngster wurde er in die schlesische Schülerauswahl aufgenommen. „Mit der Teilnahme an der Vorrunde zur Deutschen Meisterschaft in Wien hatte ich mein erstes großes Erlebnis“, erinnert sich der einstige Kufenflitzer zurück. Weniger schön war sein Einberufungsbefehl zum Reichsarbeitsdienst. Mitte Januar 1945 bestritt Tschätsch sein vorerst letztes Spiel auf dem Braunsteich. Nach Kriegsende ging der ehrgeizige junge Mann aber seiner Leidenschaft, dem Eishockeysport, weiter nach. An einem frostigen Wintertag versammelte er sich zusammen mit Gleichgesinnten am Braunsteich. Dort gab man den Auftakt zum Neubeginn. Die Weißwasseraner trainierten sehr hart. Erfolg um Erfolg wurde errungen. „Der Bau eines Eisstadions wurde dringend erforderlich. Er wurde bald zur Angelegenheit für ganz Weißwasser“, so Tschätsch. Alle packten mit an. Neben dem Jahnteich entstand das erste Eisstadion. Seitdem gaben sich hier viele Mannschaften aus dem In- und Ausland ein Stelldichein. Aber nicht nur im eigenen Land, sondern auch weit über die Grenzen hinaus wurden Herbert Tschätsch und seine Mitstreiter bald bekannt. So kam es in den fünfziger Jahren zu den ersten Begegnungen mit westdeutschen Spitzenvereinen. „Die ersten internationalen Erfahrungen sammelten wir dann im polnischen Nachbarland“, so Tschätsch. Die Cracks von einst spielten danach auch gegen schwedische Topvereine, gegen die Stars aus der Sowjetunion, der CSSR, gegen renommierte Klubmannschaften Finnlands, Norwegens, Italiens und weiterer Eishockeyländer. Eine Tatsache, von der die heutigen „Lausitzer Füchse“ nur träumen können. „Überall, wo wir auftraten, eroberten wir uns durch Bescheidenheit, eine faire Spielweise und unser Leistungsvermögen die ungeteilten Sympathien unzähliger Besucher“, freut sich Tschätsch, der später als Sportlehrer arbeitete, rückblickend. Während andere Cracks sich ausschließlich dem Eishockeysport widmeten, blieb der Bad-Muskauer weiterhin dem Lehrerberuf treu. „Das war eine sehr anstrengende Zeit, schließlich pendelte ich immer von der Arbeit zum Training und zu den Spielen.“ Die Belastung wurde schließlich zu groß. In den Jahren 1954 und 1955 arbeitete Tschätsch als Trainer an der DHfK in Leipzig und verdiente im Anschluss als Trainer bei der SG Frankenhausen seine Brötchen. Große Verdienste erwarb er sich auch beim Aufbau der damaligen ASG Weißwasser oder bei der Gründung der Sektion Eishockey von Motor Bad Muskau. In den Jahren danach war er im Schuldienst in Krauschwitz und Bad Muskau tätig. Die wenigsten Leser werden sicherlich wissen, dass es noch eine zweite Sportart gab, die Herbert Tschätsch in seiner aktiven Zeit leidenschaftlich betrieb. „Ich hatte mit der Leichtathletik meine Liebe zum Stabhochsprung entdeckt“, so der Parkstädter. Hier belegte er bei zahlreichen Meisterschaften und zentralen Spartakiaden vordere Plätze. Heute erinnert sich der Vater zweier Söhne, der im Bad-Muskauer Eigenheim mit Lebensgefährtin Waltraut Jensch zusammen lebt, gern an seine sportliche Karriere. Seine Leidenschaft sind heute jedoch viele Reisen ins In- und Ausland. Auch als Mitglied des Gablenzer Hundesportvereins ist er seit vielen Jahren aktiv. Wenn es ihn aber einmal packt, dann steigt der heute 75-Jährige auch ab und zu in seine Inlinskater und dreht in Bad Muskau seine Runden. Quelle: Sächsische Zeitung |
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