Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Arbeitsentwurf DNN-Artikel vom 24.02.04
23.02.2004 | 22:31 Uhr von
Irgendwie ist es ja immer alles eine Frage der Betrachtungsweise. Insofern konnten die Lausitzer Eishockeyfüchse am Wochenende den Vorsprung auf Tabellenplatz 9, der das Verpassen der Play- offs bedeuten würde, um einen Zähler (auf vier) vergrößern. Vergrößert hat sich allerdings auch der Rückstand auf Tabellenplatz 4 - nämlich von drei auf fünf Zähler - der Heimrecht im Play- off- Viertelfinale bedeuten würde und das erklärte Saisonziel der Weißwasseraner ist. Mit nur zwei Treffern am Wochenende in den regulären 120 Minuten Spielzeit erreichte man immerhin auch zwei Punkte. Jedoch wird diese "Art" Effektivität den Lausitzern auf ihrem angestrebten Weg zurück in Liga 2 kaum dienlich sein. Deshalb bedeuteten das 2:1 nach
Penaltyschießen gegen Dresden und das 1:3 in München eher einen Rückschritt. Zumal auch der zuletzt erkennbare spielerische Aufwärtstrend diesmal keine Fortsetzung fand.

Schon gegen den Erzrivalen aus Elbflorenz lag die zweite Saisonniederlage in normaler Spielzeit im Bereich des Möglichen. Zumindest im ersten Drittel offenbarte die EHC- Defensive erhebliche Lücken. Nur der schlechten Chancenverwertung der Eislöwen hatten es die Weißwasseraner zu verdanken, dass sie im Spiel blieben. Klar zu Tage traten in beiden Wochenendspielen die Probleme im Spielaufbau. Mit Martin Sekera fehlte der Denker und Lenker der Füchse an allen Ecken und Enden. Und mit Sekeras Ausfall funktionierte der erste Sturm nur selten so, wie das für erfolgreiche EHC- Spiele notwendig ist. Weil zudem mit Vait und Bystryantsev zwei Abwehrhaudegen mit dem Auge für einen guten Pass nicht mit von der Partie waren, fehlte zwischen Defensive und Angriff die nötige Bindung. Trotzdem war am Sonntag beim EHC München mehr drin. Denn nach der frühen Führung durch Sascha Engel und mit einem sehr gut aufgelegten Iiro Itämies im Tor hatten die Lausitzer reichlich Chancen, die Führung auszubauen. Erst mit dem Ausgleich der Bayern nach 29 Minuten kam ein Riss ins Füchse- Spiel, der nicht mehr gekittet werden konnte, weil sich kein Akteur zum "Häuptling" aufschwang. Vielleicht steht ja im Weißwasseraner Eishockeyfuchsbau ein Generationswechsel unmittelbar bevor. Ein Indiz dafür könnte das Penaltyschießen gegen die Dresdner Eislöwen sein. Statt der "üblichen" Schützen wie Schmidt oder Kulabuchov ließ Coach Sekera da mit Bartell, Kuhlee oder Mücke Eigengewächse ran, die mit zum Teil erstaunlicher Abgeklärtheit (Bartell, Mücke) trafen oder nur sehr unglücklich (Kuhlee) scheiterten. Gerade die Cracks aus der 2. Reihe werden zum Saisonfinale mehr denn je gefordert. Können sie dem Druck standhalten und mehr Verantwortung (als in München) übernehmen, dann darf mit dem EHC im Aufstiegsrennen weiter gerechnet werden. Sollte die Last aber weiter auf den Schultern weniger Routiniers ruhen, dann sind die Weißwasseraner zu leicht ausrechenbar. (jur)
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