In der Play-off-Runde setzen auch die Lausitzer Füchse auf psychologische Spielchen und merkwürdige Marotten
Für die Narren ist der Karneval die fünfte Jahreszeit. Für die Eishockeyprofis sind die Play-off-Spiele die schönsten Wochen der Saison. Hier wird entschieden, ob die Arbeit einer ganzen Spielzeit erfolgreich war oder nicht. Kein Wunder, dass angesichts dieser hohen Bedeutung auch bei den Lausitzer Füchsen in Weißwasser psychologische Spielchen und merkwürdige Marotten im Moment wieder Hochkonjunktur haben. Erlaubt ist alles, was das eigene Selbstvertrauen stärkt und den Gegner verunsichert. Denn nie ist die psychologische Komponente größer als in den Play-offs. Innerhalb weniger Tage treffen die Mannschaften mehrmals aufeinander - am Ende wird so eine Serie oft zur reinen Nervensache. Deshalb präsentieren sich die Füchse derzeit nicht nur auf dem Eis, sondern auch beim Bartwuchs als Einheit. "Wer rasiert, der verliert", lautet das abergläubische Motto von Kapitän Torsten Hanusch und seinen Mitspielern. Erst im Falle des Ausscheidens, so das ungeschriebene Gesetz, wird dem Wildwuchs ein Ende gesetzt. Viertelfinal-Gegner Schweinfurt ging übrigens den entgegengesetzten Weg und griff kollektiv zur Schere. Viele Migthy Dogs gingen mit fast kahlem Schädel in die Partien gegen die Füchse. Das Ergebnis ist bekannt: Am Ende setzten sich der Weißwasseraner Bart gegen die Schweinfurter Glatze durch.
Es ist Ehrensache, dass die Kinnstoppeln jetzt mindestens bis zum ersten Halbfinale am Freitag in Essen munter weitersprießen dürfen. Selbst Trainer Horymir Sekera, ein Eishockey-Lehrer im gesetzten Alter von 55 Jahren, hat sich inzwischen seinen Spielern angeschlossen. Zwar nur mit einem akkuraten Kinnbewuchs, aber immerhin. "Ich hätte nichts dagegen, dass ich demnächst vielleicht wie Rübezahl aussehe", sagt der Tscheche mit Blick auf die Sagengestalt in seiner Heimat. "Dann wären wir in den Play-offs sehr weit gekommen."
Doch Sekera ist Fachmann genug, um zu wissen, dass merkwürdige Marotten allein nicht genügen. In der Play-off-Runde ist er mehr denn je auch als Psychologe gefragt. So wurde Sekera vor dem Viertelfinale nicht müde, bei allen möglichen Gelegenheiten an die guten Vorrundenergebnisse der Füchse gegen Schweinfurt ("Die Migty Dogs sind unser Wunschgegner") zu erinnern. Ein geschickter Schachzug, der seine Wirkung weder beim eigenen Team noch beim Gegner verfehlte. Spätestens nach dem Auswärtssieg am Freitag sprach die psychologische Komponente für die Füchse, während der Kontrahent zunehmend nervöser wurde.
Zudem beißt so mancher jetzt in der entscheidenden Saisonphase noch etwas fester auf die Zähne als sonst. Vorbildliches Beispiel: Torsten Hanusch. Der 36-jährige Verteidiger stellte sich trotz einer schmerzhaften Innenbanddehnung und dem warnenden Zeigefinger der Mediziner zur Verfügung. "In einem normalen Spiel hätte ich sicher pausiert", betont der 36-Jährige. "Aber jetzt sind schließlich Play-offs."
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Für die Narren ist der Karneval die fünfte Jahreszeit. Für die Eishockeyprofis sind die Play-off-Spiele die schönsten Wochen der Saison. Hier wird entschieden, ob die Arbeit einer ganzen Spielzeit erfolgreich war oder nicht. Kein Wunder, dass angesichts dieser hohen Bedeutung auch bei den Lausitzer Füchsen in Weißwasser psychologische Spielchen und merkwürdige Marotten im Moment wieder Hochkonjunktur haben. Erlaubt ist alles, was das eigene Selbstvertrauen stärkt und den Gegner verunsichert. Denn nie ist die psychologische Komponente größer als in den Play-offs. Innerhalb weniger Tage treffen die Mannschaften mehrmals aufeinander - am Ende wird so eine Serie oft zur reinen Nervensache. Deshalb präsentieren sich die Füchse derzeit nicht nur auf dem Eis, sondern auch beim Bartwuchs als Einheit. "Wer rasiert, der verliert", lautet das abergläubische Motto von Kapitän Torsten Hanusch und seinen Mitspielern. Erst im Falle des Ausscheidens, so das ungeschriebene Gesetz, wird dem Wildwuchs ein Ende gesetzt. Viertelfinal-Gegner Schweinfurt ging übrigens den entgegengesetzten Weg und griff kollektiv zur Schere. Viele Migthy Dogs gingen mit fast kahlem Schädel in die Partien gegen die Füchse. Das Ergebnis ist bekannt: Am Ende setzten sich der Weißwasseraner Bart gegen die Schweinfurter Glatze durch.
Es ist Ehrensache, dass die Kinnstoppeln jetzt mindestens bis zum ersten Halbfinale am Freitag in Essen munter weitersprießen dürfen. Selbst Trainer Horymir Sekera, ein Eishockey-Lehrer im gesetzten Alter von 55 Jahren, hat sich inzwischen seinen Spielern angeschlossen. Zwar nur mit einem akkuraten Kinnbewuchs, aber immerhin. "Ich hätte nichts dagegen, dass ich demnächst vielleicht wie Rübezahl aussehe", sagt der Tscheche mit Blick auf die Sagengestalt in seiner Heimat. "Dann wären wir in den Play-offs sehr weit gekommen."
Doch Sekera ist Fachmann genug, um zu wissen, dass merkwürdige Marotten allein nicht genügen. In der Play-off-Runde ist er mehr denn je auch als Psychologe gefragt. So wurde Sekera vor dem Viertelfinale nicht müde, bei allen möglichen Gelegenheiten an die guten Vorrundenergebnisse der Füchse gegen Schweinfurt ("Die Migty Dogs sind unser Wunschgegner") zu erinnern. Ein geschickter Schachzug, der seine Wirkung weder beim eigenen Team noch beim Gegner verfehlte. Spätestens nach dem Auswärtssieg am Freitag sprach die psychologische Komponente für die Füchse, während der Kontrahent zunehmend nervöser wurde.
Zudem beißt so mancher jetzt in der entscheidenden Saisonphase noch etwas fester auf die Zähne als sonst. Vorbildliches Beispiel: Torsten Hanusch. Der 36-jährige Verteidiger stellte sich trotz einer schmerzhaften Innenbanddehnung und dem warnenden Zeigefinger der Mediziner zur Verfügung. "In einem normalen Spiel hätte ich sicher pausiert", betont der 36-Jährige. "Aber jetzt sind schließlich Play-offs."