Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Arbeitsentwurf vom 20.4.2004
19.04.2004 | 22:45 Uhr von
Bei den Lausitzer Eishockeyfüchsen laufen die Personalplanungen für die neue Oberligasaison auf Hochtouren. Gestern (Montag) trafen sich die Gesellschafter der Spielbetriebs-GmbH, um den finanziellen Rahmen für die Verpflichtung weiterer neuer Spieler abzustecken. Dabei sollen nach Dorian Anneck (DNN berichtete) weitere Hochkaräter in die Lausitz gelockt werden. Wie Manager Dr. Klaus Dietze am Wochenende am Rande eines Fantreffens mitteilte, werden die Namen weiterer Neuzugänge noch in dieser Woche bekannt gegeben. Derweil soll Jörg Wartenberg seinen Vertrag bei den Weißwasseranern verlängert haben. Eine offizielle Bestätigung steht allerdings noch aus. Ungeachtet der bisher Optimismus verbreitenden Personalplanungen gibt es in Eishockey-Weißwasser jedoch einige Krisenherde, die das Unternehmen „Aufstieg in die 2. Bundesliga“ gefährden könnten. Krisenherd Nr. 1: Die „doppelte Geschäftsführung“!
Nach dem Herzinfarkt von Dr. Dietze Ende letzten Jahres bekam Unternehmer Rene´ Reinert das Ruder in der GmbH übertragen. Mit diversen Aktionen für die Fans und der Verpflichtung von Todd Gill sammelte Reinert bei den EHC-Anhängern reichlich Sympathiepunkte. Nach der Genesung und Rückkehr von Dr. Dietze folgten Kompetenzstreitigkeiten und Meinungsverschiedenheiten über den Fortgang der Geschäfte. „Wir haben uns ausgesprochen und keine Probleme mehr.“, erklärte Oberfuchs Dietze. Die Konstellation für die Lausitzer ist dabei ausgesprochen günstig: Mit „Geldbeschaffer“ und Finanzspezialist Dietze sowie dem risiko- und entscheidungsfreudigen Reinert, der sich zudem der Traditionspflege massiv verpflichtet fühlt, könnte sich die „Doppelspitze“ optimal ergänzen. Dazu im Hintergrund die Gesellschafter Bernd Nadebor und Wolfgang Stiehler als „Kontrolleure“. Fraglich ist nur, ob der „Burgfrieden“ zwischen Dietze und Reinert hält!

Krisenherd Nr. 2: Der Stammverein ES Weißwasser!
Der ESW ist mit knapp 1 Mio. Euro hoch verschuldet. Ein Sanierungskonzept fehlt. Dazu kommt das Theater um die neue Satzung, die auf der Mitgliederversammlung am 24. März verabschiedet wurde, jedoch beim Amtsgericht noch nicht eingetragen ist. Deshalb unterblieb auch die Wahl eines neuen Vorsitzenden. Der Politiker Ludwig Thommaschk, der 2003 auf einer von Manipulationsvorwürfen erschütterten Mitgliederversammlung als Vorsitzender gewählt worden war, machte bei der letzten Versammlung eine schlechte Figur und ist zurzeit hinsichtlich einer neuen Kandidatur unentschlossen.

Krisenherd Nr. 3: Der Füchse-Nachwuchs!
Das Regionalligateam der Jungfüchse wurde vor Jahresfrist aufgelöst. Nach vereinsinternen Querelen um die Ausschreibung von Trainerstellen war ein Großteil der Cracks nach Niesky gewechselt. Lediglich in der Sachsenliga, die kein Sprungbrett in den Profibereich sein kann, wirkten die ESW- Junioren noch mit. Der Wiederaufbau einer Regionalligamannschaft unter der Leitung des umstrittenen Coaches Rainer Mann scheint eher unsicher. Unklar bleibt die Ligenzugehörigkeit. Ein Quereinstieg zurück in die Regionalliga ist zweifelhaft. Zudem ist das Jugendteam des ESW, das in der DNL (Deutsche Nachwuchsliga) spielt, zum zweiten Mal in Folge sportlich abgestiegen. Ein Nachrücken am Grünen Tisch, wie letztes Jahr, ist diesmal unwahrscheinlich. Der Weißwasseraner Talentequell ist am Versiegen.

Krisenherd Nr. 4: Die sportliche Leitung der Profis!
Trainer Horymir Sekera ist nach zweimal verpasstem Saisonziel auch in EHC- Vorstandskreisen nicht mehr unumstritten. Ihm wird u.a. vorgeworfen, durch zu häufige Umstellungen in der Mannschaft die Ausprägung von Spielautomatismen nicht gefördert zu haben. Der Coach selbst beklagt das Fehlen sach- und fachkundiger Ansprechpartner. Einen Sportlichen Leiter gibt es in Weißwasser ebenso wenig wie einen Cheftrainer. Sollte sich zu Beginn der neuen Saison mit einem absehbar stärkeren Team als zuletzt nicht sofort Erfolg einstellen, könnte der Trainer schnell schwer unter Druck geraten.

Krisenherd Nr. 5: Das Verhältnis zur Stadt Weißwasser!
Der Streit um die Miete für die Eishalle ist nach wie vor nicht ausgestanden. Der EHC hat für die letzte Saison nur einen Teil der geforderten Miete gezahlt und pocht darauf, endlich die Ausschankrechte übertragen zu bekommen. Der Zoff um die Hallenmiete belastet auch das Verhältnis der Lausitzer Füchse zu den Stadtwerken Weißwasser, einem der EHC-Sponsoren. Krisengespräche folgen!

Angesichts der vielen Krisenherde ist in der Lausitz ein „heißer Sommer“ zu erwarten. Sollten die „Löschversuche“ scheitern, könnte schnell ein Flächenbrand ausbrechen. Für Spannung sorgen deshalb nicht nur die Personalplanungen.
1551 mal gelesen
 
1 | exilfuchs | 19.04.2004 @ 22:59
besser kann man es nicht ausdrücken
2 | Mozart | 20.04.2004 @ 09:33
Kompliment, ganz großes Kino! Sollten sich alle Verantwortlichen diesen Artikel ausdrucken und auf A3 vergrössern und sich jeden Tag durchlesen... Ciao MozarT!
3 | Natascha | 20.04.2004 @ 09:57
Guter Gedanke, Mozart, aber würde sich was ändern? Der große Teil der oben beschriebenen Fakten sind schon lange bekannt. Immer wenn jemand was ändern wollte, war der Widerstand aus den eigenen Reihen zu groß...
4 | Thorben | 20.04.2004 @ 12:47
Bestens ausgedrückt. Wenn das einen Flächenbrand gibt, dann kann auch ganz schnell Schluß sein mit dem Hockey in unserer Stadt.
5 | Bure | 20.04.2004 @ 13:12
das sind immer die selben themen aber keiner macht den ersten schritt..und das wird auch so bleiben aber ein bißchen hoffnug habe ich noch weil mit reinert der richtige mann am werk ist...
6 | berti | 20.04.2004 @ 13:23
gut das das mal allen klar gemacht wird! von allen themen hat man hier u da mal was gehört und kennt eigentlich die probleme.. aber wenn man das alles aufm haufen sieht..oje!!! vielleicht bewirkts ja ein "in-sich-gehen" der verantwortlichen. grad was nr.2 u nr.5 betrifft, die ich als die am übelsten stinkenden leichen im keller ansehe!
7 | MikeMussina | 20.04.2004 @ 16:18
Klingt alles eher nach Armutszeugnis.
8 | gizmo | 20.04.2004 @ 17:18
Zu Punkt Nr. 5 Die Stadt soll froh sein es es noch Eishockey in WSW gibt sonnst könten die gleich mit den Bagger über WSW rollen und nach Kohle suchen .Ohne den ESW ist Weisswasser TOD . Ciao gizmo
9 | Senator | 21.04.2004 @ 11:09
@gizmo:Ohne den ESW ist WSW tod? Wenn auch wohl nicht so gemeint, ist das aber richtig. Denn der "EHC" kann ohne die Talente vom Nachwuch nicht klarkommen, und die Fans ohne heimische Spieler ja wohl auch kaum.
10 | turbotox | 21.04.2004 @ 12:12
Bla, bla, bla.... Und was ändert sich? NICHTS, immer weiter bergab.
11 | elarenal | 23.04.2004 @ 12:17
Sollten diese Woche nicht weitere Verpflichtungen bekanntgegeben werden.?? Ruhe sanft im Fuchsbau oder wie ??
12 | Aigars44 | 23.04.2004 @ 12:39
dachte ich eigentlich auch diese woche ma noch was OFFIZIELLES rauskommt!!!
13 | fuechsefan | 24.04.2004 @ 15:12
war auch so gesagt worden!ich warte auch schon und kann es kaum erwarten!!!
14 | Jörg | 24.04.2004 @ 15:49
Man hat sich bisher mit der Bekanntgabe weiterer Vertragsabschlüsse zurückgehalten, weil erst nochmals das "Geld" gezählt werden sollte und zudem Verhandlungen mit der Stadt und den Stadtwerken laufen, wo das leidige Hallenthema endlich vom Tisch soll. Da wäre das Vermelden möglicher "hochrrangiger Aufstiegshelfer" eher kontraproduktiv... *ggg*
15 | Andi | 27.04.2004 @ 18:09
Tja, Neuzugänge kann man nur vermelden wenn auch ein Vertrag unterschrieben ist. Vielleicht hat man sich in WSW Hoffnung gemacht, das es recht schnell mit den Vertragsabschlüssen geht und deshalb Neuigkeiten angekündigt. Aber ich denke aus dem Fall Inman haben die Verantwortlichen gelernt und geben jetzt nur Neuverpflichtungen bekannt, die auch wirklich zu uns kommen.
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