Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Lausitz ein bisschen wie Schweden
22.10.2004 | 10:26 Uhr von DavidH.
Der Schwede Mattias Wikström ist in der Lausitz heimisch geworden. Nicht nur auf dem Eis. Auch die Abgeschiedenheit ist nach seinem Geschmack.

Jeder kleine Pilz wird laut gefeiert. Und eine Liste geführt. Wer findet die meisten? Lollo Wikström und ihre kleine Tochter Ebba lachen. Sie haben allen Grund dazu. Der Papa hängt hinterher. Einen kleinen Steinpilz und eine Rotkappe kann er vorweisen. Eine magere Bilanz nach einer halben Stunde Suche – gestern Nachmittag am Stadtrand von Weißwasser.
Mit dieser Art von Niederlage kann Mattias Wikström umgehen. Er genießt lieber das Familienglück. „Vor einigen Tagen sagte meine Frau zu mir, sie habe sich noch nie so wohl gefühlt wie hier“, erzählt der Schwede. Er ist viel rumgekommen als Eishockey-Profi in Deutschland. Grefrath, Peiting, Essen – beinahe alle Himmelsrichtungen auf der deutschen Eishockey-Landkarte hat er durch. Jetzt ist er im abgeschiedenen Osten. „Dass es hier nicht überlaufen ist, stört mich nicht. Ich bin kein Großstadtmensch. Ich genieße die Ruhe und Abgelegenheit. Die Menschen hier sind auch nett“, meint der Kapitän des Eishockey-Zweitligisten Lausitzer Füchse.

Heimisch geworden ist er in Weißwasser. Nicht nur privat. Sportlich läuft es unerwartet gut. Mit ihm als Führungsspieler rangieren die Sachsen auf einem Play-off-Platz. „Als Aufsteiger haben uns einige Gegner vielleicht nicht so ernst genommen. Ich denke, wenn jetzt die zweite Runde beginnt, wird es für uns schwerer“, schätzt Wikström ein. Keine drei Monate ist es her, als der Ex-Essener seine Zelte in der Oberlausitz aufschlug, doch die Diktion seines Trainers hat er schnell verinnerlicht. Wie Horymir Sekera verbreitet der Skandinavier keine Euphorie. „Wir haben gesehen, dass wir mithalten können. Aber wir sind noch am Anfang einer langen Saison“, betont der 31-Jährige. Auch letzte Woche stellte sich Mattias Wikström hinter seinen Coach. Als der Verein die Chance bekam, den NHL-Stürmer Ryan Johnson von den St. Louis Blues zu verpflichten, meldete Sekera Bedenken an. Der Kapitän pflichtete ihm bei: „Wir haben eine tolle Truppe, die Charakter hat. Da ist es schwierig einen so großen Namen einzubauen. Man kennt ihn ja als Typen gar nicht.“

Wäre Johnson gekommen, hätte Wikström aber auch damit keine Probleme gehabt. Die erste Sturmreihe mit ihm als Center sowie Martin Sekera und Dirk Rohrbach als Außenstürmer ist gesetzt. „Es macht Spaß in dieser Formation. Schnell, flüssig, variabel. Wir verstehen uns. In so einer intakten Reihe habe ich lange nicht gespielt“, erläutert „Wiki“. Gemessen an den 30 Scorerpunkten zählt diese Füchse-Reihe momentan zu den Besten der 2. Liga.

Das schwedische Glück in Weißwasser macht Mats Lindmark perfekt. Der Verteidiger wechselte vor der Saison von Landshut zu den Füchsen. „Mit Mats bin ich in Nordschweden aufgewachsen. Wir haben zusammen mit dem Eishockey begonnen“, erzählt Wikström. Er fühlt sich in der Lausitz nun fast wie zu Hause. Fast. Das Angeln vermisst er. Da gibt es in Schweden mehr Möglichkeiten. Zumindest in dieser Disziplin – da ist sich Mattias Wikström sicher – würde er seiner Frau und seiner Tochter einiges vormachen.
749 mal gelesen
 
1 | adlerauge | 22.10.2004 @ 12:35
Eigentlich sind es 45 Scorerpunkte der 1. Sturmreihe aber egal!
2 | Aigars44 | 22.10.2004 @ 13:08
schöner bericht...freut mich das es den schweden hier gefällt...sieht man ja auch an ihren leistungen!!!
3 | Brian | 22.10.2004 @ 21:04
Wickström hat doch nicht etwa die Rotkappe zum Essen Gagnon geschenkt . Das würde zumindest die Magenprobleme erklären. Könnte ja sein das da weiße Flecken auf der der Rotkappe waren.
4 | Keven1987 | 23.10.2004 @ 01:14
Lol brian hoffen wa mal lol finds aber schön das die es hier schön finden was die meisten jugendliche nicht finden aber ist egal :) so lang die sich wohl fühlen :) freut mich ds besonders :)
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