Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Presseschau: Sächsische Zeitung vom 30.12.04
30.12.2004 | 10:09 Uhr von
Mit neuer Halle sind Lausitzer Träume erlaubt

Wenn Ihnen vor einem Jahr jemand gesagt hätte, dass sie heute Manager eines Zweitbundesligisten sind, der auf einem Playoff-Platz steht, hätten Sie geantwortet,

dass das nicht gerade wahrscheinlich ist. Wir hatten damals sportlich in der Oberliga einige Schwierigkeiten. Aber im Sport ist eben vieles möglich. Jedenfalls können wir erstmals in den über fünf Jahren, in denen ich in Weißwasser bin, zu Weihnachten durchatmen, sowohl aus sportlicher als auch wirtschaftlicher Sicht. Und das ist eine Leistung, auf die wir stolz sein können. Andererseits haben wir sportlich ja auch noch nichts erreicht, sind aus der Oberliga erst am grünen Tisch wegen unserer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit aufgestiegen und auch der Playoff-Platz ist keineswegs sicher.

Der Druck ist also noch da?

Natürlich. Elf Punkte Vorsprung auf einen Nicht-Playoff-Platz sind zwar viel, aber auch schnell verspielt. Ich bin aber optimistisch, weil die Struktur in unserer Mannschaft so gut ist wie noch nie, seitdem ich im Amt bin. Der Teamgeist, die Chemie untereinander, die Mischung der Ausländer in der Mannschaft und die Hackordnung stimmen. Wir haben Persönlichkeiten nicht nur in der starken ersten Reihe. Und die jungen Spieler aus Weißwasser spielen auch in der zweiten Liga eine gute Rolle.

Die Fans honorieren den Erfolg, indem sie die Spiele besuchen. Liegen Sie über dem geplanten Schnitt?

Wir liegen drüber und wissen, dass das stark vom sportlichen Erfolg abhängt. Schließlich wollen die Leute nicht als Looser aus der Halle gehen. Und wir wissen zu schätzen, dass sie kommen. Jede Woche eine Karte, da kommt schnell eine ganze Menge Geld zusammen. Aber wir sehen auch das Potenzial, wenn alles in der Halle und um sie herum stimmt, von der Versorgung bis zu den Parkplätzen. Die unter den Fans anfangs umstrittenen Sitzplätze sind heute übrigens die ersten, die weg sind.

Zum Thema Halle, deren Betrieb ja auf wackligen Füßen steht.

Immerhin reden wir jetzt gemeinsam mit der Stadt drüber, suchen nach Lösungen. Mein Gefühl ist, dass viele Weißwasseraner und auch Stadträte verstanden haben, dass man auf Eishockey in der Stadt so leicht nicht verzichten kann. Aber wir wissen, dass da noch viele Hürden zu überwinden sind.

Wo steht Eishockey in Weißwasser zum Jahreswechsel 2005?

Jeder möchte sich natürlich verbessern, ist nie zufrieden mit dem, wo er gerade steht. Wir wollen sportlich einen weiteren Schritt nach vorn machen, wobei wirtschaftliche Stabilität oberste Priorität hat. Und auch mit dem Neubau einer Halle wollen wir weiter voran kommen. Wenn uns das gelingt, darf man auch träumen. Etwa davon, dass man mittelfristig, in drei-vier Jahren vielleicht, den Aufstieg in die Deutsche Eishockey-Liga anpeilen könnte, als Aushänge-Schild für Ostsachsen.

Gespräch: Frank Thümmler

Quelle: Sächsische Zeitung
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