200 Treffer und ein blaues Auge Trotz Jubiläum muss Vadim Kulabuchov um den Stammplatz kämpfen
Neuneinhalb Jahre nach dem ersten Spiel für die Lausitzer Füchse erlebte Routinier Vadim Kulabuchov den vielleicht emotionalsten Augenblick seiner langen Karriere in Weißwasser. Beim 4:1-Heimsieg am Sonntag gegen die Wölfe Freiburg erzielte der Ukrainer sein 200. Tor im blau-gelben Trikot der Füchse. Nach Spielende feierten ihn die Fans minutenlang mit «Vadim, Vadim» -Sprechchören.
«Diese Begeisterung ist Wahnsinn. 200 Tore für eine Mannschaft zu erzielen, ist eine große Ehre für jeden Stürmer. Außerdem haben wir gewonnen. Deshalb bin ich sehr glücklich» , erklärte Kulabuchov. Seit September 1995 geht der 35-jährigen Stürmer für die Füchse auf Tore jagd, die lediglich für kurze Zeit wegen eines Gastspiels in Bayreuth unterbrochen war. Angefangen hat übrigens alles mit einem blauen Auge. Dieses Veilchen brachte Kulabuchov mit, als er von Slavia Prag zum Probetraining nach Weißwasser kam. «Meine neuen Mitspieler fanden das damals ziemlich lustig. Sie haben herzlich gelacht, als ich zum ersten Mal die Kabine betrat» , erinnert er sich. Mit rund 25 Toren pro Saison hat sich Kulabuchov längst den Respekt von Mitspielern und Gegnern erkämpft. In der laufenden Saison hatte er – der im Sommer eigentlich schon aussortiert werden sollte – dagegen nur selten Grund zum Jubeln und musste hart um seinen Stammplatz kämpfen. Denn lediglich sieben Treffer sind für einen Torjäger wie Kulabuchov eine bescheidene Ausbeute. Trainer Horymir Sekera kritisierte zudem seine Schwächen in der Defensive. Die Folge war eine Negativspirale. Kulabuchov bekam entweder gar keine Eiszeit oder durfte allenfalls in der dritten Reihe ran, die bekanntermaßen zuvorderst für das Tore verhindern zuständig ist. «Vadim hat inzwischen begriffen, dass man in der 2. Liga nicht nur nach vorn laufen kann. Er hat gegen Freiburg eine gute Leistung gezeigt und ein wichtiges Tor erzielt. Ich freue mich für ihn» , lobte Horymir Sekera.
Job als Nachwuchstrainer möglich
Wie rigoros der Füchse-Coach durchgreift, wenn einzelne Profis das von ihm vorgegebene Konzept nicht umsetzen, bewies er am Sonntag einmal mehr im Fall von Dorian Anneck. Der aus Essen gekommene Kanadier musste fast das ganze erste Drittel auf der Bank schmoren, weil er zwei Tage zuvor beim 3:4 beim ESV Kaufbeuren seine defensiven Aufgabe nicht nach den Vorstellungen von Sekera erfüllt hatte.
Kulabuchov mag derweil den Vorwurf der vermeintlichen Defensivschwäche nicht kommentieren, sondern die Antwort lieber mit vielen Toren auf dem Eis geben. Seinen Jubiläumstreffer am Sonntag empfand er deshalb als eine Art Befreiung. «Tore sind das Doping für einen Stürmer. Ohne Tore macht die Arbeit nur halb so viel Spaß» , betonte der Ukrainer, der gemeinsam mit seiner Familie in der Lausitz längst heimisch geworden ist und hier auch gern seine Karriere ausklingen lassen würde. Sehnsüchtig wartet Kulabuchov seit Monaten auf den deutschen Pass, da er dann nicht mehr unter das Ausländerkontingent fallen und seine eigenen Chancen somit verbessern würde.
Für die Zeit nach dem Karriere-Ende kann sich der Stürmer einen Job als Nachwuchstrainer vorstellen. Seit zwei Jahren sammelt er als Übungsleiter der Weißwasseraner Bambinis erste Eindrücke in diesem Metier. Kulabuchov: «Diese Arbeit macht mir viel Spaß. Ich finde es zudem wichtig, dass wir Profis den Kindern als Vorbilder zur Verfügung stehen und ihnen unsere Erfahrungen weitergeben.» Kein Wunder, dass der Routinier beim gestrigen Bambini-Training wieder viel zu erzählen hatte. Zum Beispiel, mit welchem typischen Kulabuchov-Trick er den gegnerischen Torhüter bei seinem Jubiläumstor verladen hat.
kein schlechter artikel, das "bittere" ist nur, das das bild über dem artikel nicht vadim, sondern dennis cardona zeigte.
da möchte sich die lr mal anstrengen, ist nämlich nicht das erste mal passiert.
2 | gremlin | 02.02.2005 @ 16:31
Super Artikel!!
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Trotz Jubiläum muss Vadim Kulabuchov um den Stammplatz kämpfen
Neuneinhalb Jahre nach dem ersten Spiel für die Lausitzer Füchse erlebte Routinier Vadim Kulabuchov den vielleicht emotionalsten Augenblick seiner langen Karriere in Weißwasser. Beim 4:1-Heimsieg am Sonntag gegen die Wölfe Freiburg erzielte der Ukrainer sein 200. Tor im blau-gelben Trikot der Füchse. Nach Spielende feierten ihn die Fans minutenlang mit «Vadim, Vadim» -Sprechchören.
«Diese Begeisterung ist Wahnsinn. 200 Tore für eine Mannschaft zu erzielen, ist eine große Ehre für jeden Stürmer. Außerdem haben wir gewonnen. Deshalb bin ich sehr glücklich» , erklärte Kulabuchov. Seit September 1995 geht der 35-jährigen Stürmer für die Füchse auf Tore jagd, die lediglich für kurze Zeit wegen eines Gastspiels in Bayreuth unterbrochen war. Angefangen hat übrigens alles mit einem blauen Auge. Dieses Veilchen brachte Kulabuchov mit, als er von Slavia Prag zum Probetraining nach Weißwasser kam. «Meine neuen Mitspieler fanden das damals ziemlich lustig. Sie haben herzlich gelacht, als ich zum ersten Mal die Kabine betrat» , erinnert er sich.
Mit rund 25 Toren pro Saison hat sich Kulabuchov längst den Respekt von Mitspielern und Gegnern erkämpft. In der laufenden Saison hatte er – der im Sommer eigentlich schon aussortiert werden sollte – dagegen nur selten Grund zum Jubeln und musste hart um seinen Stammplatz kämpfen. Denn lediglich sieben Treffer sind für einen Torjäger wie Kulabuchov eine bescheidene Ausbeute. Trainer Horymir Sekera kritisierte zudem seine Schwächen in der Defensive. Die Folge war eine Negativspirale. Kulabuchov bekam entweder gar keine Eiszeit oder durfte allenfalls in der dritten Reihe ran, die bekanntermaßen zuvorderst für das Tore verhindern zuständig ist. «Vadim hat inzwischen begriffen, dass man in der 2. Liga nicht nur nach vorn laufen kann. Er hat gegen Freiburg eine gute Leistung gezeigt und ein wichtiges Tor erzielt. Ich freue mich für ihn» , lobte Horymir Sekera.
Job als Nachwuchstrainer möglich
Wie rigoros der Füchse-Coach durchgreift, wenn einzelne Profis das von ihm vorgegebene Konzept nicht umsetzen, bewies er am Sonntag einmal mehr im Fall von Dorian Anneck. Der aus Essen gekommene Kanadier musste fast das ganze erste Drittel auf der Bank schmoren, weil er zwei Tage zuvor beim 3:4 beim ESV Kaufbeuren seine defensiven Aufgabe nicht nach den Vorstellungen von Sekera erfüllt hatte.
Kulabuchov mag derweil den Vorwurf der vermeintlichen Defensivschwäche nicht kommentieren, sondern die Antwort lieber mit vielen Toren auf dem Eis geben. Seinen Jubiläumstreffer am Sonntag empfand er deshalb als eine Art Befreiung. «Tore sind das Doping für einen Stürmer. Ohne Tore macht die Arbeit nur halb so viel Spaß» , betonte der Ukrainer, der gemeinsam mit seiner Familie in der Lausitz längst heimisch geworden ist und hier auch gern seine Karriere ausklingen lassen würde. Sehnsüchtig wartet Kulabuchov seit Monaten auf den deutschen Pass, da er dann nicht mehr unter das Ausländerkontingent fallen und seine eigenen Chancen somit verbessern würde.
Für die Zeit nach dem Karriere-Ende kann sich der Stürmer einen Job als Nachwuchstrainer vorstellen. Seit zwei Jahren sammelt er als Übungsleiter der Weißwasseraner Bambinis erste Eindrücke in diesem Metier. Kulabuchov: «Diese Arbeit macht mir viel Spaß. Ich finde es zudem wichtig, dass wir Profis den Kindern als Vorbilder zur Verfügung stehen und ihnen unsere Erfahrungen weitergeben.» Kein Wunder, dass der Routinier beim gestrigen Bambini-Training wieder viel zu erzählen hatte. Zum Beispiel, mit welchem typischen Kulabuchov-Trick er den gegnerischen Torhüter bei seinem Jubiläumstor verladen hat.
VON FRANK NOACK
Quelle: Lausitzer Rundschau