Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Optimismus bei Ludwig Thomaschk
05.02.2005 | 13:38 Uhr von
ESW-Vorsitzender will Dienstag den Bundeskanzler über den Hallenneubau informieren
Wenn am Dienstag Bundeskanzler Gerhard Schröder nach Weißwasser kommt, dann gehört zu seinem Besuchsprogramm auch eine Visite im Eishockey-Fuchsbau. Dort wird er gegen 14.30 Uhr von den Cracks um den Vereinsvorsitzenden Ludwig Thomaschk erwartet. Natürlich wird Thomaschk dem Kanzler auch das Eishallen-Neubauprojekt vorstellen. „Wir haben inzwischen ein maßstabgetreues Holzmodell bauen lassen“, so der ESW-Chef. Allerdings erwartet er von Schröder für den Bau der Sportstätte weniger materielle als vielmehr ideelle Unterstützung. „Das Geld für unser ehrgeiziges Projekt müssen andere heranbesorgen. Mit Sachsens Wirtschaftsminister Thomas Jurk habe ich darüber schon gesprochen. Er wird im Rahmen seiner Möglichkeiten die Unterstützung organisieren“, fuhr der ehemalige CDU-Landtagsabgeordnete fort.
Dass er mit dem SPD-Minister Jurk, der in Weißkeißel wohnt, in der Sache auf einer Schiene fährt, findet Thomaschk nur natürlich: „Es geht schließlich um unsere Region und ihre Zukunft.“ Die Idee zum Bau einer neuen Eishalle ist nicht neu. Bereits vor Jahresfrist war der Duisburger Unternehmer Walter Hellmich in Weißwasser zu Gast. Vor der ESW-Führungsspitze äußerte er damals Vorstellungen darüber, wie in Weißwasser ein neuer Eistempel entstehen könnte. So richtig ernst nahmen damals die Fans seine Worte wohl nicht. Nunmehr hat Hellmich sein fertiges Projekt aus der Schublade gezogen.

Wie bekannt, soll die neue Halle genau dort entstehen, wo derzeit das einstige Freiluftstadion seines Abrisses harrt. „Wir haben uns bewusst für diesen Standort entschieden. Einmal besitzt er lange Traditionen. Zudem gibt es genügend Umland für die weiteren notwendigen Anlagen, die entstehen“, erläuterte Ludwig Thomaschk. Er meint damit vor allem den Bau eines Internats. Schließlich sollen sich auf dem künftigen Bandengeviert nicht nur die Füchse-Profis tummeln, sondern gleichermaßen der Kufen-Nachwuchs.

Hier haben sich die Weißwasseraner ein länderübergreifendes Projekt einfallen lassen. Für ein angestrebtes Nachwuchs-Leistungszentrum braucht man nämlich vor allem eins – genügend Kinder und Jugendliche. In der Heimatregion sind sie in der erforderlichen Zahl nicht mehr vorhanden. Thomaschk: „Was lag also näher, als über den bundesdeutschen Tellerrand hinaus nach Polen zu schauen?“ Und dort wurde der Eissport Weißwasser schon fündig. „Von Zielona Gora bis Zary, von Jelenia Gora bis Zagan werden wir das Gebiet durchforsten, um Talente nach Weißwasser zu holen“, sinnierte Thomaschk. Erst so kann ein Schuh aus der Vision werden. Und nicht nur Eishockeyspieler hat man dabei im Visier. Vorstellbar ist auch, dass Aktive anderer Sportarten wie Handball, Volleyball, Basketball und weiterer Disziplinen hier agieren.

Der Neubau ist nicht billig. So um die 18 Millionen Euro müssen schon her. Aber mit schlüssigen Vorstellungen, die auch der Realität standhalten, sei es durchaus machbar, unterstrich nicht nur der Vorsitzende. Mit dem Bekenntnis zum Standort altes Stadion wurden zugleich sämtliche Spekulationen gegenstandslos. Gemunkelt wurde in Fankreisen, dass die neue Spielstätte im Gewerbegebiet an der Süßmuthlinie bei Weißwasser gebaut würde.

Quelle: Sächsische Zeitung
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