Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Presseschau: Landshuter Zeitung vom 07.02.05
07.02.2005 | 08:05 Uhr von
Der Kapitän schießt den Vizemeister kurz vor Schluss zurück ins Rennen um die „Top Four"
Toupal erlöst Cannibals mit einem Hammer
Die Landshuter bezwingen Lausitzer mit 3:2 und ziehen mit den Füchsen sowie Freiburg gleich

Sollten die allzeit optimistischen LES-Verantwortlichen am Ende doch Recht behalten? Seit Sonntagabend befinden sich die Landshut Cannibals in der 2. Eishockey-Bundesliga wieder mittendrin im Rennen um die „Top Four". Der Vizemeister setzte sich nämlich gegen den direkten Rivalen Lausitzer Füchse knapp, aber insgesamt verdient mit 3:2 (0:0, 2:1, 1:1) durch. Zwar bleiben die Dreihelmenstädter vorerst auf Rang sieben, sind nun aber bereits punktgleich mit dem Fünften EHC Freiburg. Der Rückstand auf den Tabellenvierten Schwenningen beträgt noch fünf Zähler. Dementsprechend zufrieden war Kannibalen-Coach Bernie Englbrecht mit seiner Truppe: „Gerade für die Moral war‘s wichtig, dass das 3:2 noch gefallen ist und wir ein Sechs-Punkte-Wochenende hingelegt haben. Erfreulich ist zudem, dass wir nun den direkten Vergleich mit Weißwasser gewonnen haben. Ob das was bringt, werden wir erst am Saisonende wissen."
Bei aller Freude vergaß der Trainer aber nicht, dass bei den Hausherren durchaus Schwächen erkennbar waren: „Wir haben zwei dumme Gegentore kassiert", ärgerte sich Englbrecht. Sein Kollege Horymir Sekera haderte ebenfalls mit seiner Defensivabteilung: „Vor dem 3:2 hat einer beim Bully geschlafen. Dadurch haben wir noch den einen Punkt, den wir eingeplant hatten, verloren. Deshalb bin ich enttäuscht."
Unterm Strich geht das Ergebnis jedoch in Ordnung. Denn die Kannibalen hatten über weite Strecken mehr vom Spiel und erarbeiteten sich schon in den ersten Minuten beste Möglichkeiten. Bobby Brown, Markus Welz und Dominik Hammer zogen jedoch gegen Sebastian Elwing den Kürzeren. Einen Schuss von Felix Schütz lenkte der Füchse-Keeper nur mit viel Glück neben den Pfosten. Auf der anderen Seite bremste Goalie Jan Münster den durchgebrochenen Vadim Kulabuchov ebenfalls erst in letzter Sekunde. Insgesamt hatten die Hausherren freilich optische Vorteile. Allein der zählbare Erfolg ließ weiter auf sich warten: Eric Dylla beispielsweise blieb, nachdem er den Puck schön mitgenommen hatte, am herausstürzenden Sebastian Elwing hängen.
In der 25. Minute war‘s dann aber so weit: Zdislaw Zareba visierte im Powerplay zwar nur den Pfosten an, doch den Abpraller jagte Dominik Hammer zum längst fälligen 1:0 ins Netz. Die Freude im Lager der Hausherren währte allerdings nicht lange. Denn Dorian Anneck startete wenig später ein unwiderstehliches Solo, umkurvte die Landshuter Verteidiger wie Slalomstangen und schloss seine Klasseaktion stilgerecht mit einem trockenen Schuss unter die Latte ab (28.). Die Landshuter hatten aber umgehend die richte Antwort parat: Markus Welz setzte energisch nach, legte dann mustergültig für Dominik Hammer auf, und der vollstreckte sicher zum 2:1 (30.).
Kurz darauf verpassten es Markus Hundhammer und Thomas Schinko, aus Unsicherheiten in der Gästeabwehr Kapital zu schlagen. Mit unbändigem Einsatzwillen - stellvertretend sei Thomas Schinko genannt, der sich unerschrocken in einen mächtigen Schlagschuss warf und anschließend sogar noch mit viel Übersicht klärte - überstanden die Niederbayern ab der 35. Minute mehr als 90 Sekunden eine 3:5-Unterzahl unbeschadet. In dieser Phase hatte auch Jan Münster mehrfach Gelegenheit, sich auszuzeichnen.
Beim 2:2 machte der Torwart freilich keine gute Figur: Matthias Wikström gab Münster mit einem platzierten Schuss über die Fanghand das Nachsehen. Eine Teilschuld trifft zudem die Verteidiger, die den Schweden einfach zu spät attackierten. Auf Landshuter Seite sorgten vor allem die „jungen Wilden" um Felix Schütz für Wirbel, doch bei Elwing war stets Endstation. Jedenfalls bis zur 57. Minute: Da fasste sich Kamil Toupal von der blauen Linie ein Herz und hämmerte die Scheibe zum vielumjubelten 3:2 in den Kasten.
Diesen Vorsprung schaukelten die nun konsequent in der neutralen Zone angreifenden Kannibalen souverän über die Runden und dürfen sich ab sofort wieder berechtigte Hoffnungen auf einen Platz unter den besten vier Teams der Doppelrunde machen. Englbrecht hat endgültig Lunte gerochen und blickt voller Zuversicht nach vorne: „Gegen Weiden und Kaufbeuren peilen wir den nächsten Sixpack an."
Tore: 1:0 (25.) Hammer (Zareba/Welz), 1:1 (28.) Anneck (Gagnon/Bares), 2:1 (30.) Hammer (Welz/Toupal), 2:2 (46.) Wikström (Sekera), 3:2 (57.) Toupal (Geipel/Hundhammer). - Schiedsrichter: van Gameren. - Strafminuten: Landshut 6, Lausitz 10. - Zuschauer: 2667. -jv-

Quelle: Landshuter Zeitung vom 7. Februar 2005
747 mal gelesen
 
1 | bigMan | 07.02.2005 @ 10:12
Schön zu lesen, wenn eine gegnerische mannschaft mit respekt behandelt wird.
2 | Jörg | 07.02.2005 @ 12:08
Erbitte Aufklärung!Nach meinem Wissen zählt am Ende bei Punktgleicheit die Tordifferenz und nicht (mehr) der direkte Vergleich. Oder hat sich das wieder geändert?
3 | Mozart | 07.02.2005 @ 12:59
Zitat ESBG Durchführungsbestimmungen: 1.3.3 Punktgleichheit Es wird auf Art. 26 Ziff. 2 SpO hingewiesen Art.26 Ziff.2 SpO Fassung vom 06. Juli 2002, ordentliche Mitgliederversammlung Chemnitz: 2.Punktgleichheit Enthalten die Durchführungsbestimmungen keine besonderen Hinweise für die Platzierung bei Punktgleichheit von zwei oder mehr Mannschaften, wird wie folgt gewertet: 2.1 Bei zwei punktgleichen Mannschaften zählt der direkte Vergleich zuerst nach Punkten, dann nach Toren.
4 | Mozart | 07.02.2005 @ 13:00
Ist auch dabei kein Ergebnis zu erzielen, entscheidet das Torverhältnis aus allen Spielen (siehe Ziff. 2.3) 2.2 Bei drei und mehr punktgleichen Mannschaften werden die Ergebnisse dieser Mannschaften gegeneinander gewertet, indem von deren Spielen eine neue Tabelle erstellt wird. Es zählt zuerst das Punkt- und dann das Torverhältnis. Ist dann immer noch kein Ergebnis zu erzielen, entscheidet das Torverhältnis aus allen Spielen (siehe Ziff. 2.3).
5 | Mozart | 07.02.2005 @ 13:00
2.3 Das Torverhältnis zählt in folgender Reihenfolge: a) Subtraktionsmethode, b) nach den meist geschossenen Toren. Ciao Mozart!
6 | June | 07.02.2005 @ 13:06
und nun rechnet das mal einer bitte für uns, Freiburg und Landshut aus! *gg*
7 | Mozart | 07.02.2005 @ 14:46
1. LF 8 Spiele, 14 Punkte, 26:22 Tore 2. EHCF 7 Spiele, 11 Punkte, 23:21 Tore 3. LA 7 Spiele, 8 Punkte, 18:24 Tore Das Beste wär also ein Landshut-Sieg im letzten Spiel der 3 Teams... Ciao Mozart!
8 | Renegade | 07.02.2005 @ 14:57
...allerdings müssen dann auch alle 3 mannschaften am Ende punktgleich sein, ist doch relativ unwahrscheinlich...sollte das so sein, kann freiburg rechnerisch auch mit 1 tor gewinnen *gg*
9 | June | 07.02.2005 @ 15:23
wie dem auch sei, wenn wir die überdachte Treppe nextes WE schlagen sollten und gegen BiBi punkten, sind vwir durch!! *festleg*
10 | Renegade | 07.02.2005 @ 15:29
....zumindest fast....ich denk erst mit 80 punkten ist man durch
11 | Hoki | 07.02.2005 @ 17:53
76-78 Punkte dürften reichen , der 9. hat bisher 1,42 Punkte pro Spiel geholt, hochgerechnet auf die gesamte 52 Spiele wären das 74,2. Mit einer gewissen Abweichung dazugerechnet, wären wir mit 2-3 Siegen durch. Ich glaub so langsam dran.
12 | Jörg | 07.02.2005 @ 19:42
Danke, Mozart!Wenn's dann wirklich Ernst wird, wende ich mich nochmal an Dich. Hätte ich nämlich Ahnung von Mathe gehabt, hätte ich nicht Jura studieren müssen...
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