Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Tage der Entscheidung bei den Lausitzer Füchsen
17.02.2005 | 06:21 Uhr von
Zweitligist kämpft sportlich und wirtschaftlich um seine Zukunft
Die Lausitzer Füchse aus Weißwasser kämpfen in diesen Tagen um ihre Zukunft – in sportlicher und auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Morgen im Zweitliga-Heimspiel gegen die Tölzer Löwen (19.30 Uhr) und am Sonntag bei den Blue Devils Weiden (18.30 Uhr) sollen die Weichen in Richtung Play-off-Runde gestellt werden. Zudem hofft die Vereinsführung auf die Freigabe von fest eingeplanten Sponsorengeldern durch die Stadt Weißwasser, um nicht in eine finanzielle Schieflage zu geraten.
Nach einer bislang durchaus erfolgreichen Saison fehlen dem Aufsteiger laut der Rechnung von Trainer Horymir Sekera noch drei Siege in den verbleibenden acht Partien. Das Erreichen der Play-off-Runde wäre gleichbedeutend mit dem vorzeitigen Klassenerhalt.
Mindestens genau so spannend geht es derzeit hinter den Kulissen des Fuchsbaus zu. Denn seit Monaten schwelt eine Kontroverse zwischen der Kommune und der Vereinsführung. Es geht um die noch nicht erfolgte Auszahlung der restlichen 150 000 Euro an Sponsorengeldern zu Gunsten der Füchse. «Die Stadt nimmt mit ihrer Haltung in Kauf, dass sie den Eissport in eine bedrohliche Situation bringt» , beklagt Füchse-Geschäftsführer René Reinert auf RUNDSCHAU-Nachfrage. Sämtliche Schlichtungsversuche in der Vergangenheit sind gescheitert. Selbst Helma Orosz, sächsische Sozialministerin und Ex-Oberbürgermeisterin von Weißwasser, hat sich inzwischen eingeschaltet. Heute Abend wird sich der Ältestenrat des Stadtrates erneut mit der Angelegenheit befassen.
Die Grundlage für diese Sponsorengelder bildet der Verkauf der Stadtwerke Weißwasser an die Unternehmensgruppe Veolia. Im entsprechenden Vertragswerk ist festgeschrieben, dass als Sponsorenleistung jährlich 200 000 Euro an die Füchse-Spielbetriebs-GmbH fließen. Die Summe wird je zur Hälfte durch die Stadtwerke selbst und deren Mehrheitseigentümer Veolia aufgebracht.
In diesem Jahr wurden allerdings erst 50 000 Euro an die Füchse ausgereicht. Die restlichen 150 000 Euro hat die Stadt mit verschiedenen Bedingungen verknüpft. Die wichtigste Bedingung ist offenbar ein tragfähiges Betreiberkonzept für den Eissport-Komplex, der im nächsten Jahr aus der kommunalen in private Hand gegeben werden soll. «Wir als Stadt möchten schon gern wissen, wie es weitergeht. Insbesondere, wer der neue Betreiber wird» , erklärt Oberbürgermeister Hartwig Rauh, der Mitglied im Aufsichtsrat der Stadtwerke ist. Es seien noch wichtige Fragen offen. Zudem kritisierte Rauh, dass die Füchse-Verantwortlichen bei ihrem Etatansatz die kompletten Gelder bereits für den Jahresanfang eingeplant haben. «Das ist ein gewisses Risiko. Denn der Aufsichtsrat der Stadtwerke muss schließlich in jedem Jahr darüber entscheiden, wann und in welcher Höhe die Teilbeträge ausgezahlt werden.»
Die Verantwortlichen im Fuchsbau sehen die Sachlage anders. Nach Auffassung von Manager Klaus Dietze sei die Ausgabe der 200 000 Euro pro Jahr nicht an das Votum des Aufsichtsrates gebunden. «Es ist in dem Vertrag verbindlich festgelegt, dass uns dieses Geld zusteht. Außerdem besteht kein Zusammenhang zwischen dem Sponsoring von Veolia und der künftigen Hallenbetreibung» , meint Dietze.
Dennoch stehen die Füchse wegen der unterschiedlichen Auffassungen unter Druck. Zumal mit dem insolventen Sekundärrohstoff-Verwertungszentrum Schwarze Pumpe in dieser Saison ein weiterer Großsponsor ausgefallen ist. «Wir müssen jetzt möglichst schnell gemeinsam eine Lösung finden» , appelliert Dietze. «Andernfalls brauchen wir uns über künftige Betreiberkonzepte keine Gedanken mehr zu machen. Dann hat der Eissport keine Zukunft in Weißwasser.»

VON FRANK NOACK

Quelle: Lausitzer Rundschau (17.02.05)
808 mal gelesen
 
1 | Jörg | 17.02.2005 @ 07:55
Ich kenne zwei/drei Passagen aus dem Vertragswerk.Da gibt's nur eine Bedingung, unter der nicht gezahlt werden bräuchte:Wenn der EHC seine Bedeutung in der und für die Region verloren hat.Wenn man sich das ständige Theater mit der Stadt so vor Augen führt,kommen einem schon paar dumme Gedanken...
2 | gizmo | 17.02.2005 @ 09:03
Immer das Gleiche mit der Stadt .Es scheint mir so als will die Stadt nicht mehr das Eishockey gespielt wird .Ist schon ne schlimme sache wenn sie sich dauernt quer stellen.
3 | kojoti | 17.02.2005 @ 09:27
Also kurz und knapp. Wenn die Stadt nicht zahlt, haben wir ein dickes finanzielles Problem. Der WSW-OB wird mir immer sympathischer. Da steig ich nimmer durch. Erst schick Eishalle und wir wollen EH in WSW und dann wollen wir den Verein finanziell um die Ecke bringen. *Koppschüttel*
4 | eis-fuchsi | 17.02.2005 @ 11:46
na, irgendwas wird schon dran sein :-/ wünsch mir auch, daß die Stadt des Geld rausrückt..aber wieso macht sie es nich, wenn doch alles "sooo" super sein soll...irgendwas stimmt da nich
5 | Daniel|fff | 17.02.2005 @ 12:58
Und ich dachte nachdem das hickhack mit dem Sportkomplex und der Eishalle ein Ende hatte, dass die Stadt die Wichtigkeit des Eissports für die Stadt endlich begriffen hat aber de scheint ja nicht so. LEIDER. Ich hoffe das sich das Blatt noch zum positiven wendet. Und wir denn eine ruhige Sommerpause haben.
6 | kleiner | 17.02.2005 @ 19:16
Langsam habe ich die Nase voll!!! WEnn ich daran denke das der OP nach in Crimmitschau gezeigt hat das wir die Füchse mehr anfeuern sollen und dann sowas lese geht mir der Hut hoch!!! Will die Stadt das Weißwasser ein Dorf wird??? Wenn sie es schaffen das der ESW aus Weißwasser weg ist na dann gute Nacht!!! Dann können sie hier ganz zu machen!!! Dann wird das hier voll und ganz zum Renter Dörfchen!!! Daumen hoch Stadt Weißwasser !!!!
7 | Andi | 17.02.2005 @ 19:50
Man darf halt nicht vergessen woher der OB stammt. Dem ist doch egal was aus WSW wird, der will nur den "Dicken Max" markieren. Da ist einfach zu wenig Masse in dem Denkorgan.
8 | kojoti | 17.02.2005 @ 20:16
Das will mir nich in Kopp. Da könnte ich auswachsen.
9 | Drahtknecht | 17.02.2005 @ 20:45
Woher will die Stadt das Geld nehmen? Ist doch selber Pleite lol Ich sagte ja schon einmal, dass andere grössere Städte kein Eishockey haben, aber Hallen *g*
10 | kleiner | 17.02.2005 @ 20:50
Drahtknecht du bist echt voll witzig ha ha!!! Wenn dir das Eichockey nicht wichtig ist dann bleibe der Halle fern!!! Es gibt viele Leute dennen das Eishockey mehr wert ist als dir!!! Die haben nun mal ein Problem damit was hier ablaufen tut!!!
11 | Silvio67 | 17.02.2005 @ 21:17
@ Drahtknecht Kenne keine Stadt die nicht sagt, sie ist pleite. Auch wenn es Städte mit Eishallen ohne Eishockey gibt werden die Städte für die Unterhaltung mit aufkommen. Ich kenne keine Eishalle die ohne städtische Zuschüsse auskommt. Kaufbeuren z.B. da gehört die Halle dem Verein. Trotzdem hat der Stadtrat wieder einen Zuschuss von 250000 € für dieses Jahr zugesagt. Ich glaube nicht das man eine reine Eishalle kostendeckend ohne städtische Zuschüsse betreiben kann.
12 | rene72 | 18.02.2005 @ 00:19
Das ist einfach nur ein Profilneurotiker, der in seiner Region gnadenlos gescheitert ist und macht hier auf schlauen Wessi. Der soll dahingehen, wo er hergekommen ist. Aber da werden sie den Dunkeldrops vermutlich weggejagt haben, weil er so toll war.
13 | Brian | 18.02.2005 @ 10:45
Vielleicht ist es ja nur Kalkül. Ist der Esw Pleite beziehungsweise die GmbH dann braucht man auch nicht 500000 Euro für die Eishalle aufbringen. Rau rück die Kohle raus sonst sieh´st du hier wie ein Exempel statuiert wird am Tag der Sachsen. Das kannst du dann deinen Leuten drüben erzählen. Für dich als alten Architekten zählt doch eh bloß der Stadtabbau.Hier ist nur Hockey eine Macht
14 | Jörg | 18.02.2005 @ 14:46
Nicht die Stadt soll die 150 000 Euro zahlen, sondern die Stadtwerke. Die sind Vertragspartner. Der OB sitzt bei den Stadtwerken im Aufsichtsrat und ist eine jener Personen, die plötzlich die Auszahlung der vertraglich zugesicherten Summe an bestimmte Bedingungen (Bilanz vorlegen/ Betreiberkonzept) knüpft. Dafür gibt's aber im Vertrag keine Grundlage. Es riecht nach Willkür und Schikane!
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