Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Als Deutscher weiter auf Torejagd?
17.02.2005 | 06:34 Uhr von
Es war die erste Sekunde der 57. Minute im letzten Drittel des Meisterschaftsspiels in der 2. Eishockeybundesliga zwischen den Lausitzer Füchsen und den Freiburger Wölfen. Weißwassers Nummer 27 war wenige Momente zuvor von der Strafbank gekommen, bekam den Puck mustergültig zugespielt, stürmte auf Freiburgs Goalie Bronsard zu, schoss und traf. Es stand 4:1 für die Hausherren, die Halle stand Kopf und bejubelte den Torschützen. Doch nicht das vierte Füchse-Tor des Abends wurde gefeiert: Nein, der Treffer zum Endstand war Vadim Kulabuchovs Tor Nummer 200 für die Füchse. Das ist eine einmalige Bilanz in Weißwasser, die von den Fans lautstark honoriert wurde. Nie zuvor hat ein Ausländer in Diensten der Füchse so häufig getroffen, ob noch einmal einer so häufig trifft, darf in der heutigen schnelllebigen Zeit mehr als bezweifelt werden.

Denn immerhin schon seit 1995 trägt der gebürtige Sibirier das Trikot der Lausitzer, unterbrochen durch ein knapp einjähriges Engagement in Bayreuth. So etwas nennt man Vereinstreue. Dabei sah es Ende der letzten Saison nicht danach aus, als könne Kulabuchov Tor Nummer 200 für Weißwasser erzielen.

Er stand schlicht und ergreifend auf dem Abstellgleis. Obwohl hinter Trainer-Filius Martin zweitbester Torschütze war der Russe dem gestrengen Trainer Horymir Sekera nicht mehr gut genug. Das Ende der Ära Kulabuchov in Weißwasser schien da. Doch der eishockeykundige EHC-Manager Dr. Klaus Dietze setzte sich für Kulabuchov ein, der Vertrag wurde noch einmal unter stark leistungsbezogenen Prämissen verlängert.

Doch lange schien es, als könne der Stürmer aus Russland überhaupt keine Leistung abrufen, so wenig Eiszeit bekam er vom Trainer. Warum, wird Sekeras Geheimnis bleiben. In Fankreisen wurde von einer Demontage des Stürmers gesprochen, vor allem als Kulabuchov als Auswechselspieler eine zehnminütige Bankstrafe für einen anderen Crack absitzen musste. Entwürdigend für einen Spieler vom Format eines Kulabuchov. Doch dieser, ganz Profi, schwieg, spielte und nutzte, wie gegen Freiburg, seine Chance. Nach diesem Spiel gabs dann von Sekera, oh Wunder, ein dickes Lob für Vadim, auch aufgrund dessen Defensivarbeit. Ob zwischen Trainer und Nummer 27 jetzt alles in Butter ist, weiß man nicht. Fakt ist, dass Kulabuchov nach hinten so viel arbeitet wie nie. Dafür trifft er vorne seltener.

Ob’s für die nächste Saison noch reicht, um eine Ausländerposition zu ergattern? Das spielt dann vielleicht gar keine Rolle mehr, denn in einer konzertierten Aktion arbeitet man derzeit an seiner Einbürgerung. Und mit einem deutschen Pass dürfte ein Stürmerjob bei den Lausitzern jederzeit ein Thema sein. Zumal sich Vadim samt Familie sowieso im Niederschlesischen niederlassen will. Am liebsten als Jugendtrainer. Der ES Weißwasser hat an dieser Option ebenfalls großes Interesse. Denn es kann keinem Nachwuchsspieler schaden, den ein oder anderen Kulabuchov-Trick vom Meister persönlich zu lernen.
(Michael Schlick)

Quelle: Sächsische Zeitung (17.02.05)
865 mal gelesen
 
1 | Mozart | 17.02.2005 @ 06:35
In der News sind 2 dicke Böcke drin. Wer sie findet, bekommt morgen ein Bier von mir... Ach so. Was muß man als Spieler eigentlich machen, um so einen Artikel zu bekommen??? Ciao Mozart!
2 | Thorben | 17.02.2005 @ 06:55
1. Würd sagen das wohl die Ukraine noch nicht so richtig zu Sibirien gehören? 2. Meinst evtl. den Kommentar "eishockeykundige" EHC-Manager? grins! Weiß sonst nicht. Allen anderen viel Spaß beim suchen!
3 | Ronny16 | 17.02.2005 @ 07:07
der stürmende Russe aus Sibirien
4 | rene72 | 17.02.2005 @ 07:23
schließe mich Nr. 3 an.
5 | nostra79 | 17.02.2005 @ 07:28
Er hat nicht 10 sondern nur 2 Minuten abgesessen.
6 | rene72 | 17.02.2005 @ 07:35
da steht auch nix von 10 min.
7 | Mozart | 17.02.2005 @ 07:47
Seine Geburtstadt Angarsk liegt in Sibirien, das war also richtig. Zur Zeit -28 Grad. *g* "Eishockeykundige Manager" ist richtig erkannt. Laut eigener Aussage vom Doc hat er keinen Plan, er würde mittlerweile aber erkennen können, ob´s gut oder schlecht läuft... *g* Und Vadim saß keine 10minütige Strafe ab. Die musste Wikki schon allein absitzen. Vadim saß "nur" 2 Minuten... Thorben und nostra79 müssen sich das Bier teilen. *g* Ciao Mozart!
8 | elFranzo | 17.02.2005 @ 13:27
Ich hoffe mal nicht das Vadim auf Krampf versucht eine Saison ranzuhängen. Sein Stern strahlt im Moment noch hell über dem Fuchsbau - glaub nicht das dass nach einer weiteren Saison noch der Fall ist :-|
9 | nostra79 | 17.02.2005 @ 15:23
@ rene72 "vor allem als Kulabuchov als Auswechselspieler eine zehnminütige Bankstrafe für einen anderen Crack absitzen musste" - wer lesen kann ist klar im vorteil
10 | Thorben | 17.02.2005 @ 19:36
@nostra79: Hol Dir das Bier bei Mozart ab, da ich morgen Kraftfahrer bin und das paßt dann net zusammen! Na denn Prost!
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