Weißwassers OB Rauh: «Stadt kann sich Eissport eigentlich nicht leisten» / Füchse kämpfen um Zuschuss
Die Lausitzer Füchse aus Weißwasser kämpfen sechs Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde um den Einzug in die Play-offs und damit den vorzeitigen Klassenerhalt in der 2. Bundesliga. Doch die nächste Saison wirft bereits ihre Schatten voraus. Mit der Freigabe der restlichen Sponsorengelder in Höhe von 150 000 Euro durch die Stadt Weißwasser hat sich zwar die finanzielle Lage des Eissports entspannt (die RUNDSCHAU berichtete), aber die Frage der künftigen Hallenbetreibung ist dadurch offenbar noch komplizierter geworden. Denn nach dem Willen von Oberbürgermeister Hartwig Rauh sollten diese Gelder eigentlich für die zu erwartenden Defizite bei der Hallenbetreibung zurückgehalten werden. «Diese Pläne sind damit geplatzt» , sagte Rauh gestern der RUNDSCHAU. Wegen der leeren kommunalen Kasse soll die Betreibung des Eissportkomplexes spätestens im Sommer in private Hände übergeben werden. Eine von den Füchsen kürzlich erstellte Wirtschaftlichkeitsberechnung hat ergeben, dass die Betreibung ohne kommunale Zuschüsse trotz umfangreicher Sparpläne nahezu unmöglich ist. Erwartet wird ein jährliches Defizit von 193 000 Euro. Laut Oberbürgermeister Rauh hat die Stadt bisher pro Jahr rund 300 000 Euro an Betriebskosten getragen.
Dies sei in Zukunft nicht mehr möglich. «Aus haushaltstechnischer Sicht hätten wir diesen Schritt schon viel eher gehen müssen. Denn eigentlich kann sich die Stadt den Eissport nicht leisten» , betont Rauh und verweist auf die Tatsache, dass in der Vergangenheit zu diesem Zweck stets Kredite aufgenommen werden mussten. Diese Praxis, so der Verwaltungs-Chef, sei in Zukunft nicht mehr möglich und auch nicht gewollt.
Weil stattdessen die restlichen Sponsorengelder in Höhe von 150 000 Euro für das Defizit bei der Hallenbetreibung verwendet werden sollten, hat hat Rauh in der vergangenen Woche bei der Abstimmung des erweiterten Ältestenrates des Weißwasseraner Stadtrates auch gegen deren Auszahlung gestimmt.
Die Mehrheit votierte indes dafür. Das Geld wird je zur Hälfte von den Stadtwerken Weißwasser und deren Mehrheitseigentümer, der Unternehmensgruppe Veolia, aufgebracht. Die über zehn Jahre laufende Sponsorvereinbarung wurde beim Verkauf der Stadtwerke an Veolia geschlossen. Gestern gab nun auch der Aufsichtsrat der Stadtwerke seine Zustimmung.
Obwohl die entsprechende Summe umgehend auf das Konto der Füchse überwiesen wurde, zeichnet sich die nächste Diskussionsrunde zwischen der Stadt und den Verantwortlichen im Fuchsbau bereits ab. Geschäftsführer René Reinert kündigte jedenfalls an, dass die Füchse weiter um den Zuschuss der Stadt für die Hallenbetreibung kämpfen wollen. «Für uns ist es nicht nachvollziehbar, dass sich die Stadt komplett zurückziehen möchte. Wir sind der Auffassung, dass der Eissport nach wie vor eine enorme Bedeutung für Weißwasser und die ganze Region besitzt» , meint Reinert.
Man könnt ja auch die Eintrittspreise um 3,50€ erhöhen, das wären bei 26Heimspielenx2000 Zuschauer x3,50€=182.000,00€ Mehreinnahmen, dann hätten man nur ein Defizit von 11.000,00€!!!
3 | elFranzo | 23.02.2005 @ 09:11
@SS
Milchmädchenrechnung :-/ Versteh die Aufregung der GmbH nicht. Ist doch seit Wochen bekannt das die Stadt sich komplett zurückzieht. Man hat also genug Zeit bis Sommer ein Konzept aufzustellen/Türklinken zuputzen. Kann die Stadt verstehen. Die haben ihr Vorhaben schon vor Wochen bekannt gegeben. Da stellt sich unser Verein mal wieder an wie ein bockiger Teenager an. Von den Eltern ein Auto haben wollen aber die Kosten bei den Alten bunkern :-/
4 | elFranzo | 23.02.2005 @ 09:17
ps wenn der Verein im Besitz des Stadions ist, ist man doch auch im Besitz der Ausschankrechte?! Hat man diese Zusatzeinnahmen schon kalkuliert?
5 | eis-fuchsi | 23.02.2005 @ 10:15
Und ist des denn so ein Problem bei einem Etat von 1,3Mio diese "läppigen" 193.000Euro einzukalkulieren?! Bleibt doch immer noch genug für ein starkes Team übrig!!
6 | turbotox | 23.02.2005 @ 11:04
Was den OB betrifft bitte nicht nur durch die Vereinsbrille schauen der ist für die gesamte Stadt zuständig! Die Herren im Verein und der GmbH sollen aufhören zu heulen! Erst wolln’se das Stadion und die Ausschankrechte haben, jetzt ist es so weit und es paßt wieder nicht. Hört auf zu jammern! Stellt ein vernünftiges Betreiberkonzept auf die Beine und zeigt was ihr kaufmännisch drauf habt....
7 | turbotox | 23.02.2005 @ 11:04
Und ein 1.Tip von Turbotox: Drastische Heizkostensenkung, wenn man sieht was da bei offenen Türen und Fenster im alten Hauptgebäude und GmbH- Hallenanbau verbraten wird das geht auf keine Kuhhaut.... Aber hat bis jetzt keine Sau interessiert, wurde ja bezahlt.... In diesem Sinne! „Sport Frei“
8 | Senator | 23.02.2005 @ 14:50
Bin hocherfreut, das hier nicht mitgejammert wird. Im Etat muss wirklich die Betreibung mit rein. Es gibt eben Kosten für das Benutzen des Stadions. Ein Fuhrunternehmen kann ja auch nicht die Kosten für den LKW auskalkulieren.
Fakt ist auch: es gibt Ausschankrechte und Mieteinnahmen, und auch dort noch Reserven.
9 | Silvio67 | 23.02.2005 @ 15:09
Scheinen ja hier alles Betriebswirte zu sein. Schaut euch mal in Deutschland um. Ich kenne nur das Beispiel Kaufbeuren. Dort gehört das Stadion dem Verein. Es gibt aber einen Zuschuss von 250000 € dieses Jahr. Ich kenne keine reine Eishalle in Deutschland die ohne Zuschüsse auskommt. 2. ist die Übertragung des Komplexes noch gar nicht erfolgt. Die Stadt kann nicht über Sponsorengelder des Vereins verfügen um städtische Kosten abzudecken, noch bezahlen wir Miete.
10 | Silvio67 | 23.02.2005 @ 15:19
Die Stadt sucht seit mehreren Jahren einen Betreiber, warum findet sie niemanden außer den Verein. Weil die Betreibung kostendeckend nicht möglich ist. Nehmt mal 200000 € aus dem Etat da wisst ihr wie die nächste Mannschaft aussieht und es wird gejammert warum wir so schlecht sind. Die Stadt will Mittelzentrum sein da hat sie auch Verpflichtungen. Ohne Zuschüsse der Stadt kann die Schwimmhalle auch dicht machen. Zum Schluss nur zur Erinnerung, der Doc ist Doktor der Betriebswirtschaft.
11 | kojoti | 23.02.2005 @ 15:25
@5 ich denke dass ist ein ganz dickes fettes problem. und wer sagt dass unser etat in der kommenden saison so hoch sein wird?
12 | turbotox | 23.02.2005 @ 15:44
9) Schön geschrieben deine Zeilen, nur hat niemand zum Ausdruck gebracht das die Übertragung schon erfolgt ist, nur das jetzt die Möglichkeit besteht (jetzt ist es so weit...)
Ja stimmt, Betriebswirt, stell dir lieber mal die Frage was die Herren wollen ? Eine (noch funktionierende) Halle für‘n Appel und ein Ei mit Ausschankrechten oben drauf und bezahlen soll‘s die eh schon verschuldete Stadt ? Aufwachen! Das Stadtsäckel ist leer !!!
13 | turbotox | 23.02.2005 @ 15:44
Jetzt heißt es unter marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten ein Konzept zu erstellen was ja glaub ich schon lange da sein sollte, oder irre ich mich? Eishockey zum Nulltarif wird’s sicher nicht geben....In diesem Sinne! „Sport Frei“
14 | turbotox | 23.02.2005 @ 15:54
9) Zum Thema Schwimmhalle nur noch so viel, Tierpark und Schwimmhalle dafür gibt’s noch was aus dem Stadtsäckel. Hängt aber mit den bekommenen Fördermittel zusammen. Sonnst darf man diese zurückzahlen.... und über‘s Jahnbad, Kino und Kulturhaus braucht man nichts mehr sagen, daß dürfte der letzte begriffen haben.... Also in diesem Sinne! „Sport Frei“
15 | Jörg | 23.02.2005 @ 16:06
Ich weiß nicht,inwieweit eine Stadt auch für gewisse soziale Belange zuständig ist und für die Infrastruktur Verantwortung hat... Kann das Gejammere um's leere Stadtsäckel nicht hören. Ohne Eissport wird's sicher nicht voller und die Stadt nicht attraktiver. Ohnehin ist es ein Fehler, die Wirkung des Profieishockeys allein auf die Betreiberkosten der Halle zurückzuführen.Aber der OB ist ja sicher Fachmanns genug,um die Auswirkungen nach dem Profieishockey abzusehen...
16 | Jörg | 23.02.2005 @ 16:08
...ansonsten wünsche ich uns allen schon viel Spaß mit der neuen Mannschaft,die dann 200.000 Euro weniger kosten darf! Sean- bye,bye...
17 | Silvio67 | 23.02.2005 @ 16:48
@turbotox
Wer hat denn zu verantworten das das Stadtsäckel leer ist. Eine Stadt hat soziale Verpflichtungen. Betreibe die Halle marktwirtschaftlich wenn 90% der Hallenzeiten durch den Nachwuchs und andere Vereine belegt sind die keine Miete zahlen. 1991 hat die Stadt hier geschriehen als es den Komplex für 1 Mark gab und hatte schon die $ Zeichen in den Augen um das Grundstück zu teilen und weiter zu verkaufen. Nur mit Mc Donalds hat man sich verpokert.
18 | turbotox | 23.02.2005 @ 17:19
Du scheinst lange nicht mehr in WSW gewesen zu sein, manche Schachfiguren wurden ausgewechselt. Und Vereine zahlen Hallenmiete, ich gehöre einen an. Und anstatt hier kluge Sprüche loszulassen sag ganz einfach wie du’s gerne hättest, der Finanzbürgermeister wartet auf deine klugen Ratschläge!
19 | Trommelphillip | 23.02.2005 @ 18:04
Ich denke, man sollte die Debatte trotzdem nicht überbewerten. ich sag euch: kommt zeit, kommt rat.
noch gibt es Einfallsreichtum im Osten, und jedes Problem ist lösbar.
bleibt optimistisch
20 | Mozart | 23.02.2005 @ 18:16
Bitte im Forum weiter diskutieren. Da gibt es einen gleichnamigen Thread mit nem Statement von Dr.Dietze.
Danke für euer Verständnis.
Die Kommentarfunktion für diese News wurde durch den Administrator deaktiviert! Bitte nutzen Sie das Forum für weitere Aussagen und Meinungen.
Die Lausitzer Füchse aus Weißwasser kämpfen sechs Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde um den Einzug in die Play-offs und damit den vorzeitigen Klassenerhalt in der 2. Bundesliga. Doch die nächste Saison wirft bereits ihre Schatten voraus. Mit der Freigabe der restlichen Sponsorengelder in Höhe von 150 000 Euro durch die Stadt Weißwasser hat sich zwar die finanzielle Lage des Eissports entspannt (die RUNDSCHAU berichtete), aber die Frage der künftigen Hallenbetreibung ist dadurch offenbar noch komplizierter geworden. Denn nach dem Willen von Oberbürgermeister Hartwig Rauh sollten diese Gelder eigentlich für die zu erwartenden Defizite bei der Hallenbetreibung zurückgehalten werden. «Diese Pläne sind damit geplatzt» , sagte Rauh gestern der RUNDSCHAU. Wegen der leeren kommunalen Kasse soll die Betreibung des Eissportkomplexes spätestens im Sommer in private Hände übergeben werden. Eine von den Füchsen kürzlich erstellte Wirtschaftlichkeitsberechnung hat ergeben, dass die Betreibung ohne kommunale Zuschüsse trotz umfangreicher Sparpläne nahezu unmöglich ist. Erwartet wird ein jährliches Defizit von 193 000 Euro. Laut Oberbürgermeister Rauh hat die Stadt bisher pro Jahr rund 300 000 Euro an Betriebskosten getragen.
Dies sei in Zukunft nicht mehr möglich. «Aus haushaltstechnischer Sicht hätten wir diesen Schritt schon viel eher gehen müssen. Denn eigentlich kann sich die Stadt den Eissport nicht leisten» , betont Rauh und verweist auf die Tatsache, dass in der Vergangenheit zu diesem Zweck stets Kredite aufgenommen werden mussten. Diese Praxis, so der Verwaltungs-Chef, sei in Zukunft nicht mehr möglich und auch nicht gewollt.
Weil stattdessen die restlichen Sponsorengelder in Höhe von 150 000 Euro für das Defizit bei der Hallenbetreibung verwendet werden sollten, hat hat Rauh in der vergangenen Woche bei der Abstimmung des erweiterten Ältestenrates des Weißwasseraner Stadtrates auch gegen deren Auszahlung gestimmt.
Die Mehrheit votierte indes dafür. Das Geld wird je zur Hälfte von den Stadtwerken Weißwasser und deren Mehrheitseigentümer, der Unternehmensgruppe Veolia, aufgebracht. Die über zehn Jahre laufende Sponsorvereinbarung wurde beim Verkauf der Stadtwerke an Veolia geschlossen. Gestern gab nun auch der Aufsichtsrat der Stadtwerke seine Zustimmung.
Obwohl die entsprechende Summe umgehend auf das Konto der Füchse überwiesen wurde, zeichnet sich die nächste Diskussionsrunde zwischen der Stadt und den Verantwortlichen im Fuchsbau bereits ab. Geschäftsführer René Reinert kündigte jedenfalls an, dass die Füchse weiter um den Zuschuss der Stadt für die Hallenbetreibung kämpfen wollen. «Für uns ist es nicht nachvollziehbar, dass sich die Stadt komplett zurückziehen möchte. Wir sind der Auffassung, dass der Eissport nach wie vor eine enorme Bedeutung für Weißwasser und die ganze Region besitzt» , meint Reinert.
Frank Noack
Quelle: Lausitzer Rundschau (www.lr-online.de)
Bitte nutzen Sie das Forum für weitere Aussagen und Meinungen.