Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Singen und siegen
08.03.2005 | 16:52 Uhr von
Die Lausitzer Füchse proben bereits für die Play-off-Party am Freitag
Es ist natürlich nur ein Gerücht, dass die Heimatstadt der Lausitzer Füchse demnächst in Weißwasserakis umbenannt wird und Manager Klaus Dietze die griechische Staatsbürgerschaft beantragen möchte. Gleichwohl fehlt dem Aufsteiger lediglich noch ein einziger Sieg, um sein Versprechen einzulösen, das im Sommer von so manchem Experten belächelt wurde.
«Wir wollen die Griechen der 2. Liga werden» , hatte Manager Klaus Dietze damals in Anlehnung an den völlig überraschenden Titelgewinn der griechischen Nationalmannschaft bei der Fußball-Europameisterschaft verkündet. Nach dem Sechs-Punkte-Wochenende mit dem 3:2-Auswärtssieg in Regensburg und dem beeindruckenden 7:1 zu Hause gegen den Tabellenzweiten EV Duisburg belegen die Füchse nun zwei Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde den siebten Platz. Mit einem Heimerfolg am Freitag gegen Schlusslicht ESV Kaufbeuren wäre Weißwasser endgültig in die Play-off-Runde eingezogen – und würde damit für «griechische Verhältnisse» in der 2. Liga sorgen. Immerhin hatte auch das Fachmagazin «Eishockey-NEWS» in seiner Saisonvorschau dem Liga- Neuling nur den 14. und damit letzten Tabellenplatz prognostiziert.
Kein Wunder, dass blau-weiße Landesfarben aus Griechenland jetzt bei den Füchsen immer mehr zum Kultobjekt werden. Am Freitag nahm die Mannschaft um Kapitän Mattias Wikström eine griechische Nationalflagge als Glücksbringer mit zum Auswärtsspiel nach Regensburg. Am Sonntag vor der Heimpartie gegen Duisburg wurde die Flagge dann zu Sirtaki-Klängen in die Halle getragen. Pressesprecher Andreas Friebel empfahl Trainer Horymir Sekera außerdem, schon mal vorsorglich eine Flasche Ouzo kalt zu stellen, um am Freitag nach getaner Arbeit mit dem griechischen Nationalgetränk anstoßen zu können.

Dank an die Fans
Manager Klaus Dietze müsste den Griechen-Kult im Fuchsbau eigentlich mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehen. Lachend, weil der Einzug in die Play-offs den größten Erfolg seit Jahren darstellen würde. Weinend, weil die Abstiegsrunde in finanzieller Hinsicht möglicherweise reizvoller wäre als die Play-offs. Denn in der Abstiegsrunde darf jede der beteiligten Mannschaften mit den Einnahmen von fünf Heimspielen kalkulieren. Im Play-off-Viertelfinale (Modus «best of seven» ) könnte dagegen schon nach zwei Heimspielen die Saison beendet sein. Dietze hat sich jedoch ganz klar für das lachende Auge entschieden. «Wenn wir nach einer so tollen Saison am Ende doch noch den achten Platz verpassen sollten, wäre das eine riesige Enttäuschung für unsere Fans. Sie haben einfach das Happyend verdient» , betonte Dietze. «Außerdem wäre es ein Imageverlust gegenüber unseren Sponsoren, denen wir für ihre Unterstützung gern die Play-offs als Gegenleistung bringen möchten.» Auch aus sportlichen Gründen ist dem Manager der vorzeitige Klassenerhalt natürlich lieber als der Überlebenskampf in der Abstiegsrunde. «Woher wissen wir denn, ob wir die Playdowns überstehen» , fragt er mit Blick auf die Tatsache, dass es in der Abstiegsrunde bekanntlich wieder bei null losgeht, weil alle in der Hauptrunde erkämpften Punkte gestrichen werden.

Kapitän als Entertainer
Entsprechend ausgelassen fiel am Sonntag nach dem 7:1 gegen Duisburg die Freude über den großen Schritt in Richtung Play-off-Runde aus. Die Füchse probten nach Spielschluss mit ihren Fans schon einmal für Freitag, wenn auch noch die letzten Zweifel am vorzeitigen Klassenerhalt beseitigt werden sollen. Kapitän Mattias Wikström schlüpfte dabei wieder einmal in die Rolle des Entertainers. Der Stürmer aus Schweden würzte den griechischen Freudentaumel mit einem Volkslied aus seiner Heimat, das er per Mikrofon durch die Eishalle schmetterte. «Ich bin so ja glücklich. Am Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag, Sonntag. Ich bin so glücklich» , lautete seine frei gewählte deutsche Übersetzung. Der Jubel von den Rängen für sein künstlerisches Nachspiel bewies: Wikströms Verse sind eine durchaus treffende Beschreibung des derzeitigen Gemütszustandes von Spielern, Verantwortlichen und Fans im Fuchsbau.

Zur Sache Kartenvorverkauf
Wegen der sich abzeichnenden hohe Karten-Nachfrage für das letzte Vorrundenheimspiel der Lausitzer Füchse gegen den ESV Kaufbeuren (Freitag, 19.30 Uhr), sollten Füchse-Fans den Vorverkauf nutzen. Insgesamt gibt es in der Lausitz 20 Vorverkaufsstellen. Die genaue Liste ist im Internet einzusehen unter:
# www.eissport-weisswasser.de
Vorbestellungen auch unter:
# Tel. 0 35 76 / 2 87 10.

Quelle: Lausitzer Rundschau vom 08.03.05
725 mal gelesen
 
1 | Mozart | 08.03.2005 @ 16:53
Schöner Bericht, nur die Flagge hat NICHT die Mannschaft als Glücksbringer mitgenommen... ;-) Ciao Mozart!
2 | Frank | 08.03.2005 @ 17:48
"...schon mal vorsorglich eine Flasche Ouzo kalt zu stellen". Ist das nicht ein bissl wenig für uns alle?! Ich glaub, da komm ich nicht! *grins*
3 | gremlin | 08.03.2005 @ 18:01
Die Regensburger schein die Niederlage immer noch nicht verkraftet zu haben,also wenn wir in den Play Off´s auf die treffen brennt der Hafen!
4 | Odin | 08.03.2005 @ 19:00
Macht niemals die Rechnung ohne den Wirt! Es schallte nicht selten beim Stande von 3:0 nach dem 2/3 (+/-) Sieg, Sieg durch die Hallen und dann.....? Die alten Weisheiten und Sprichwörter sind nicht am Stammtisch entstanden. Sie haben tatsächlich eine Bewantnis.
5 | FuchsFranzi | 09.03.2005 @ 10:59
diesen Bericht habe ich erst gestern in der Rundschau lesen können, als ich ihm zug da die zeitung liegen sah, mit wiki drauf, bin ich sofort hingerannt um sie zu lesen *fg* Super Bericht...! Und ich hab noch nich mal ne Karte :S.
6 | turbotox | 09.03.2005 @ 11:34
Play Off's oder Abstiegsrunde, als Manager kann man ja so denken, aber aussprechen würde ich es nicht..... "Keiner ist so verrückt, daß er nicht noch einen Verrückteren findet, der ihn versteht!"
7 | elFranzo | 09.03.2005 @ 11:43
Was bringen uns 1000 Zuschauer pro Spiel in der Abstiegsrunde?Wenn wir in den PO´s wahrscheinlich Zahlen über dem aktuellen Schnitt haben werden?Ok die Begeisterung ist diese Saison groß, wäre sogar möglich das in der Abstiegsrunde an die 1600 kommen aber ich seh uns in den PO´s nicht chancenlos. Zwei sehr gut besuchte Heimspiele, wo möglich noch ein drittes oder viertes. Nebenbei noch die schon erwähnte Planungssicherheit.
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