Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Füchse: Regensburg handelt «populistisch»
09.03.2005 | 07:02 Uhr von
Weißwasser weist Vorwürfe des Gegners zurück
Wer hat wen provoziert« Ist ein Stockschlag eine vorsätzliche Körperverletzung» Mit diesen Fragen wird sich in den nächsten Tagen der Kontrollausschuss des Deutschen Eishockeybundes (DEB) befassen.
Seine Aufgabe: Er muss die Vorkommnisse während der Auswärtspartie der Lausitzer Füchse beim EV Regensburg am vergangenen Freitag aufarbeiten. Die Gastgeber haben sich per Fax an den Kontrollausschuss gewandt und eine Sperre gegen Füchse-Verteidiger Sean Gagnon gefordert. In Weißwasser sieht man den Untersuchungen gelassen entgegen. Füchse-Manager Klaus Dietze warf dem Kontrahenten in einer Stellungnahme an den DEB «populistische Gründe» vor, «um von der Heimniederlage der Regens burger abzulenken» .
Auslöser der Diskussionen war ein Stockschlag von Gagnon gegen den Regens burger Mark Woolf, der sich dabei den Finger brach. «Nach Ansicht der TV-Bilder sind wir zu der Überzeugung gekommen, dass es sich hierbei um vorsätzliche Körperverletzung handelt» , sagte EVR-Geschäftsführer Markus Schrör. Gagnon, habe seinen Schläger «wie eine Axt benutzt» . Das könne nicht hingenommen werden. «Zumal Herr Gagnon ja schon einschlägig in Erscheinung getreten ist» , meinte Schrör mit Blick auf die insgesamt 199 Strafminuten des Kanadiers. Füchse-Manager Dietze wies dagegen den Vorwurf des Verletzungsvorsatzes als «bösartige Unterstellung» zurück.

«Grob unsportlich»
Entgegen der ursprünglichen Ankündigung hat Regensburg keine Sperren gegen Martin Sekera und Sebastian Elwing beantragt. «Wir haben dem Kontrollausschuss ihre groben Unsportlichkeiten aber zur Kenntnis gegeben, weil wir der Meinung sind, dass sie in den Gesamtzusammenhang des Spiels gehören» , erklärte EVR-Geschäftsführer Schrör. Sekera, der während des Spiels ausgepfiffen und laut Dietze als «Tschechen-Sau» beschimpft wurde, soll sich mit obszönen Gesten revanchiert haben.
Noch mehr erhitzte der Fall Elwing die Gemüter. Der Füchse-Torhüter habe nach Darstellung der Regens burger bei der Ehrung zum besten Spieler zwei Kinder auf dem Eis beleidigt. Sowohl Geschäftsführer Schrör ( «Wie krank muss man sein, um so etwas zu tun? Er sollte professionelle Hilfe in Anspruch nehmen» ) als auch Trainer Erich Kühnhackl ( «Mir fehlen die Worte» ) erhoben in der Regensburger Lokalpresse schwere Vorwürfe gegen den Torhüter, obwohl sie nach eigenem Bekunden nicht selbst Ohrenzeugen waren.
Elwing weist den Vorwurf zurück. Er sei zwar zum fraglichen Zeitpunkt sehr erregt gewesen, weil ihm der Regens burger Shawn Heaphy nach Spielschluss einen Stockstich in den Genitalbereich versetzt habe. «Aber die Kinder, die ich beleidigt haben soll, habe ich in der Aufregung gar nicht wahrgenommen. Es gab lediglich einige böse Worte mit dem Regensburger Torhüter, anschließend bin ich vom Eis gefahren» , so Elwing. Für diesen Vorfall, so Manager Dietze in der Stellungnahme an den DEB, gäbe es Zeugen.

Aufgeladene Atmosphäre
Zusätzliche Brisanz erfährt der Konflikt dadurch, dass beide Teams in dem am Dienstag beginnenden Play-off-Viertelfinale aufeinander treffen könnten. Dann droht erneut eine aufgeladene Stimmung in der Donau- Arena, wo das Team aus Weißwasser nach dem Spiel am Freitag bespuckt und mit Bierbechern beworfen wurde. Nach der Partie musste ein privater Sicherheitsdienst die Gesundheit der Spieler beim Weg zum Bus schützen.
Dass bis zum Play-off-Start eine Entscheidung des Kontrollausschusses vorliegt, ist laut DEB-Ligenleiter Helmut Bauer indes unwahrscheinlich. «Der Kontrollausschuss muss alle Beteiligten anhören, um sich ein Bild machen zu können» , erklärte Bauer. Danach falle die Entscheidung, ob der Kontrollausschuss eine Strafe gegen Gagnon beim Einzelrichter beantragen werde. «Sollte ernsthaft eine Bestrafung in Erwägung gezogen werden, stellen wir den Antrag auf eine mündliche Verhandlung» , teilte Füchse-Manager Dietze dem DEB mit.
(Frank Noack)


Quelle: Lausitzer Rundschau vom 09.03.05
635 mal gelesen
 
1 | elFranzo | 09.03.2005 @ 07:41
"Nach der Partie musste ein privater Sicherheitsdienst die Gesundheit der Spieler beim Weg zum Bus schützen." - Hähäähähä??? Da hab ich aber keinen gesehen. War wie bei jedem anderen Auswärtsspiel auch. Nur Füchsefans am Bus und irgendwo stand mal ein Heimfan. Wo war der Sicherheitsdienst und vor wen mussten sie unsere Spieler beschützen? Man kann es auch übertreiben ...
2 | kojoti | 09.03.2005 @ 09:15
Ein paar Ordner standen wohl im/am Gang zur Kabine vom Eis aus gesehen. Aber hinten am Bus konnte ich auch keinen Ornder erkennen, es sei denn, die von Arnold haben sich mal eben schnell ein Füchse-Trikot übergeworfen. Aber bei dem Blödsinn den Erich erzählt, können wir auch ein bischen übertreiben. Ich finde es langsam nur noch witzig und hoffe trotzdem dass die Herren bei der ESBG ein bisgen nach Plan handeln.
3 | Odin | 09.03.2005 @ 20:44
Macht entlich Schluß mit dem Unsinn! Geliebter Verein, bitte stellt euch nicht auf die selbe nidriege Stufe wie unsere neuen Freunde aus Bayern. Nehmt euch das mit der dichterischen Freiheit nicht allzusehr zu Herzen!
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