Als der mögliche Investor Walter Hellmich sein Konzept in Weißwasser vorstellte, gab es von allen Seiten nur Zustimmung.
Zumindest einen Erfolg kann der Bauunternehmer Walter Hellmich aus Dinslaken in Nordrhein-Westfalen bereits verbuchen. Als er vor Stadträten, Sportfunktionären des Landkreises und führenden Vertretern des ES Weißwasser sein Konzept einer modernen Sportarena vorstellte, erntete er aus allen Lagern fast nur Zustimmung.
Das ist in Weißwasser durchaus nicht die Normalität, wenn es um den Bau einer neuen Sporthalle geht, in der hauptsächlich Eishockey gespielt werden soll. Hellmich ist es offenbar gelungen, in vielen Einzelgesprächen gegenseitige Vorbehalte abzubauen und alle Beteiligten die riesigen Chancen einer multifunktionalen Sportarena aufzuzeigen.
Wenn alle an einem Strang ziehen, so Hellmich, dann könnte die neue Arena zur Spielzeit 2007 fertig sein. Der Fahrplan dahin soll über die Gründung einer Projektgesellschaft führen, die sowohl die Finanzierung und den Bau der Arena managt und gleichzeitig die Interessen der Stadt, des Kreises und des Vereins wahrt.
Eine Hürde stellt zweifellos die komplizierte Finanzlage der Stadt Weißwasser dar. Die Stadt will sich in diesem Jahr von den Zuschüssen an den Betrieb der Eishalle verabschieden. Das sind immerhin rund 500 000 Euro. Eine Wirtschaftsprüfung zeigte jedoch Einsparpotenziale um die Hälfte der laufenden Kosten auf.
Bürgermeister Ronald Krause zeigte sich gesprächsbereit. In den Jahren nach der Wende hat die Stadt den Eissport mit insgesamt 13 Millionen Euro unterstützt. Aber, so Krause, eine Gesamtlösung muss auch die Entschuldung des Stammvereins einschließen. Er könne sich keine Null-Lösung bei den Gläubigern vorstellen.
Walter Hellmich kündigte auch in dieser Frage Gespräche an. „Wenn es um tragfähige Lösungen geht, muss Vertrauen aufgebaut werden.“ Das gilt auch für das Finanzierungsmodell, das in der Hauptsache von großen und mittleren Unternehmen getragen werden soll. Auch hier werden Gespräche geführt, die auf einem guten Weg sind, wie sich Walter Hellmich diplomatisch ausdrückte.
Wolfgang Stiehler, Chef von Kreba-Fisch und Sponsor der Füchse, bemängelte dann doch das fehlende Engagement des Weißwasseraner Oberbürgermeisters in Sachen Eishockey. „Weißwasser hat in Deutschland einen Namen durch seine Erfolge im Eishockey. Davon profitiert auch die Stadt. Da erwarte ich ganz einfach mehr Einsatz vom ersten Mann der Stadt.“ Stiehler meinte damit weniger finanzielle Leistungen der Stadt, sondern den Oberbürgermeister als „Anwalt“ für neue Sponsoren.
Der Geschäftsführer der Lausitzer Füchse Rene Reinert zeigte wenig Verständnis für die zögerliche Haltung des Vattenfall-Konzerns, der in der Region verankert ist und damit auch eine soziale Verantwortung trägt. Manager Klaus Dietze appellierte an das Wir-Gefühl. „Vom Großkonzern bis zum Fan, alle müssen sich verantwortlich fühlen für den Erhalt des Eishockeysports in Weißwasser.“
Vereinspräsident Ludwig Thomaschk kündigte weitere Gespräche zwischen Verein, Stadt und der Hellmich-Gruppe an. Sie sollen bereits in der kommenden Woche geführt werden.
Mehr als Eishockey
Bei dem geplanten Bau einer Sport-Arena in Weißwasser geht es um mehr, als nur um Eishockey. Wer den Eishockey-Sport erhalten will, der sorgt für eine wesentliche soziale Komponente in der Stadt und der Region.
Die alte Eishalle genügt nicht mehr den gewachsenen Ansprüchen und wird in der Unterhaltung von Jahr zu Jahr teurer. Eine neue Sporthalle ist nicht mehr und nicht weniger als die materielle Voraussetzung, um die Eishockey-Tradition weiter zu führen.
Über Wirtschaftsförderung wird viel geredet. Hier wäre sie gut aufgehoben. Eishockey ist der beste Werbeträger für die Stadt und den Landkreis. Da sollte sich auch der Oberbürgermeister klar zu den Farben Gelb und Blau bekennen. Es geht nicht um Geld allein, da sind ihm enge Grenzen gesetzt. Es geht um Werben bei Unternehmen und in der Politik. Es geht auch um ein Stück Zukunft und Lebensqualität seiner Stadt.
Mit dem Füchse-Schal im Stadion, das ist gut, aber bei weitem noch nicht gut genug.
(Wolfram Nagorske)
Nachtrag des HP-Teams:
Nach Anruf von René Reinert stellt sich die Sache aus seiner Sicht folgendermaßen dar:
René Reinert verwehrt sich auf entschiedenste gegen den Vorwurf, VATTENFALL angegriffen zu haben. Der Autor des SZ-Artikels hat das Zitat mit VATTENFALL aus dem Zusammenhang gerissen. René Reinert hatte in der entsprechenden Sitzung nur darauf hingewiesen, dass nur der Mittelstand allein, nicht mehr die Last tragen kann, um ein entsprechendes Hallenprojekt zu stützen. Um diese Halle mit einer starken Mannschaft zu füllen, braucht man auch entsprechende Grosssponsoren, wie z.B. VATTENFALL, die hier in der Region eher rar gesät sind. Vorher müssten aber noch Konzepte mit der Stadt abgesprochen werden, um gemeinsam mit VATTENFALL eine eventuelle Beteiligung abzusprechen. Diese Konzepte würden aber noch nicht stehen!
1 | Mozart | 23.03.2005 @ 09:49
Sehr guter Bericht, der aber wieder für böses Blut sorgen wird. Weiß nicht, ob VATTENFALL gern so eine Presse hat.
Und den letzten Satz sollte sich jemand zu Herzen nehmen...
Ciao Mozart!
2 | Kasatonov | 23.03.2005 @ 10:04
Der Artikel is wieder mal ne Frechheit schlechthin. Ich versteh das wieder als Angriff auf die Stadtverwaltung und "ihre Pflichten" fuer den Erhalt des Eishockeys. 13 Mio. Euro Unterstuetzung von Seiten der Stadt - was will der Verfasser dieses Berichtes noch? Ja ich weiss, noch mehr... Die Stadt hat aber auch noch andere Aufgaben!...und Verhandlungen mit hier namentlich in die Pflicht genommenen Unternehmen ist das Geschmiere auch nicht zutraeglich...
3 | Mozart | 23.03.2005 @ 10:10
Der Verfasser fordert mit keiner Silbe das nur Geld fließen soll. Zitat: "Es geht nicht um Geld allein, da sind ihm enge Grenzen gesetzt. Es geht um Werben bei Unternehmen und in der Politik."
Und Herr Nagorske beschreibt den Sachverhalt wie es ist, und lässt beide Seiten zu Wort kommen. Sehr, sehr unglücklich finde ich aber die Äusserung von René Reinert. "Man beißt nicht die Hand, die einen füttert"
Ciao Mozart!
4 | DerPate | 23.03.2005 @ 10:24
Der Satz von Herrn Reinert ist völlig aus dem Zusammenhang gerissen. So hat er das meines Erachtens nicht formuliert. Wenn zitieren, dann bitte den gesamten Inhalt. Schade Herr Nagorske, dieser Wirbel wäre nicht nötig gewesen!
5 | gizmo | 23.03.2005 @ 10:38
Super bericht .Und ich würde sagen das sich sogar einige fans bereit erklären würden etwas für das Neue Stadion zu Spenden weil sie wissen wieviel davon abhängt.Also ich würde auf jeden fall was spenden und wenn es NUR 10 € sind. Ciao gizmo
6 | Mozart | 23.03.2005 @ 10:40
Man könnte ja auch mal das Thema freiwillige Eigenleistungen ansprechen. Fan-Subbotnik zum Samstag...
Dürfte aber sicher ein versicherungstechnisches Problem werden.
Ciao Mozart!
7 | speedster | 23.03.2005 @ 10:44
In Weißwasser ist es nicht das Problem ob man den Eissport unterstützen möchte oder nicht - man kann es einfach nicht mehr. Wo kein Geld da ist, kann man auch keines verteilen. Die Zuschauerzahl gestern hat doch deutlich gezeigt, wie stark das Interesse der einheimischen Bevölkerung am Eishockey nachgelassen hat... Und die Leute die hier laut nach der Stadt schreien, sind doch allesamt nicht aus Weißwasser...
8 | Arni | 23.03.2005 @ 11:12
@7 Mitten in der Woche bekommst du nunmal keine 2500 Zuschauer zusammen.Das war so und es wird auch immer so bleiben.Es gibt Vereine die haben an Dienstagsspielen grad so 1000 Zuschauer,und die haben ein viel größeres Einzugsgebiet.Es soll ja auch in WSW Leute geben die Arbeiten gehen!.
9 | DavidH. | 23.03.2005 @ 11:20
Thema erstmal wieder offen. Bitte sachlich bleiben. Danke!
10 | Przepraszam | 23.03.2005 @ 11:51
Was der Kreba-Fischmann da losgelassen hat find ich traurig. Soll Rauh Sponsoren aus dem Ärmel schüttlen? Sorry aber ich kenne Rauh persönlich und kann sagen, er tut was in seiner Macht steht und noch mehr. Interessant war auch die Gesprächsrunde zw. Rauh und den Hobbyvereinen. Da hat er sich klar positioniert und auch keinen Hehl draus gemacht, das er erst nach seinem ersten Besuch im Fuchsbau Eishockeyfan geworden ist. Ehrlich eben...
11 | Kasatonov | 23.03.2005 @ 12:02
@3:...ich bezog das Schreien nach mehr nicht nur auf zusaertzliches bedrucktes Papier sondern auch auf persoenliches Engagement... Aber: Schau dir doch mal die Halle mittlerweile an: Von den oberen Raengen sieht man die Anzeigetafel schon nicht mehr vollstaendig, die Halle is ne Werbetafel der regionalen Unternehmen geworden. Es geht nicht mehr!! ...und wenn hier jemand mehr fordert, egal in welcher Form dann is das..., ...na ja, wir sollen sachlich bleiben.
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Zumindest einen Erfolg kann der Bauunternehmer Walter Hellmich aus Dinslaken in Nordrhein-Westfalen bereits verbuchen. Als er vor Stadträten, Sportfunktionären des Landkreises und führenden Vertretern des ES Weißwasser sein Konzept einer modernen Sportarena vorstellte, erntete er aus allen Lagern fast nur Zustimmung.
Das ist in Weißwasser durchaus nicht die Normalität, wenn es um den Bau einer neuen Sporthalle geht, in der hauptsächlich Eishockey gespielt werden soll. Hellmich ist es offenbar gelungen, in vielen Einzelgesprächen gegenseitige Vorbehalte abzubauen und alle Beteiligten die riesigen Chancen einer multifunktionalen Sportarena aufzuzeigen.
Wenn alle an einem Strang ziehen, so Hellmich, dann könnte die neue Arena zur Spielzeit 2007 fertig sein. Der Fahrplan dahin soll über die Gründung einer Projektgesellschaft führen, die sowohl die Finanzierung und den Bau der Arena managt und gleichzeitig die Interessen der Stadt, des Kreises und des Vereins wahrt.
Eine Hürde stellt zweifellos die komplizierte Finanzlage der Stadt Weißwasser dar. Die Stadt will sich in diesem Jahr von den Zuschüssen an den Betrieb der Eishalle verabschieden. Das sind immerhin rund 500 000 Euro. Eine Wirtschaftsprüfung zeigte jedoch Einsparpotenziale um die Hälfte der laufenden Kosten auf.
Bürgermeister Ronald Krause zeigte sich gesprächsbereit. In den Jahren nach der Wende hat die Stadt den Eissport mit insgesamt 13 Millionen Euro unterstützt. Aber, so Krause, eine Gesamtlösung muss auch die Entschuldung des Stammvereins einschließen. Er könne sich keine Null-Lösung bei den Gläubigern vorstellen.
Walter Hellmich kündigte auch in dieser Frage Gespräche an. „Wenn es um tragfähige Lösungen geht, muss Vertrauen aufgebaut werden.“ Das gilt auch für das Finanzierungsmodell, das in der Hauptsache von großen und mittleren Unternehmen getragen werden soll. Auch hier werden Gespräche geführt, die auf einem guten Weg sind, wie sich Walter Hellmich diplomatisch ausdrückte.
Wolfgang Stiehler, Chef von Kreba-Fisch und Sponsor der Füchse, bemängelte dann doch das fehlende Engagement des Weißwasseraner Oberbürgermeisters in Sachen Eishockey. „Weißwasser hat in Deutschland einen Namen durch seine Erfolge im Eishockey. Davon profitiert auch die Stadt. Da erwarte ich ganz einfach mehr Einsatz vom ersten Mann der Stadt.“ Stiehler meinte damit weniger finanzielle Leistungen der Stadt, sondern den Oberbürgermeister als „Anwalt“ für neue Sponsoren.
Der Geschäftsführer der Lausitzer Füchse Rene Reinert zeigte wenig Verständnis für die zögerliche Haltung des Vattenfall-Konzerns, der in der Region verankert ist und damit auch eine soziale Verantwortung trägt. Manager Klaus Dietze appellierte an das Wir-Gefühl. „Vom Großkonzern bis zum Fan, alle müssen sich verantwortlich fühlen für den Erhalt des Eishockeysports in Weißwasser.“
Vereinspräsident Ludwig Thomaschk kündigte weitere Gespräche zwischen Verein, Stadt und der Hellmich-Gruppe an. Sie sollen bereits in der kommenden Woche geführt werden.
Mehr als Eishockey
Bei dem geplanten Bau einer Sport-Arena in Weißwasser geht es um mehr, als nur um Eishockey. Wer den Eishockey-Sport erhalten will, der sorgt für eine wesentliche soziale Komponente in der Stadt und der Region.
Die alte Eishalle genügt nicht mehr den gewachsenen Ansprüchen und wird in der Unterhaltung von Jahr zu Jahr teurer. Eine neue Sporthalle ist nicht mehr und nicht weniger als die materielle Voraussetzung, um die Eishockey-Tradition weiter zu führen.
Über Wirtschaftsförderung wird viel geredet. Hier wäre sie gut aufgehoben. Eishockey ist der beste Werbeträger für die Stadt und den Landkreis. Da sollte sich auch der Oberbürgermeister klar zu den Farben Gelb und Blau bekennen. Es geht nicht um Geld allein, da sind ihm enge Grenzen gesetzt. Es geht um Werben bei Unternehmen und in der Politik. Es geht auch um ein Stück Zukunft und Lebensqualität seiner Stadt.
Mit dem Füchse-Schal im Stadion, das ist gut, aber bei weitem noch nicht gut genug.
(Wolfram Nagorske)
Quelle: SZ Lokalteil Weisswasser vom 23.03.05
Nachtrag des HP-Teams:
Nach Anruf von René Reinert stellt sich die Sache aus seiner Sicht folgendermaßen dar:
René Reinert verwehrt sich auf entschiedenste gegen den Vorwurf, VATTENFALL angegriffen zu haben. Der Autor des SZ-Artikels hat das Zitat mit VATTENFALL aus dem Zusammenhang gerissen. René Reinert hatte in der entsprechenden Sitzung nur darauf hingewiesen, dass nur der Mittelstand allein, nicht mehr die Last tragen kann, um ein entsprechendes Hallenprojekt zu stützen. Um diese Halle mit einer starken Mannschaft zu füllen, braucht man auch entsprechende Grosssponsoren, wie z.B. VATTENFALL, die hier in der Region eher rar gesät sind. Vorher müssten aber noch Konzepte mit der Stadt abgesprochen werden, um gemeinsam mit VATTENFALL eine eventuelle Beteiligung abzusprechen. Diese Konzepte würden aber noch nicht stehen!