Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Fans feiern trotz vierter Klatsche
23.03.2005 | 09:30 Uhr von
Die Vorzeichen für einen Sieg der Lausitzer Füchse im vermeintlich letzten Heimspiel der Saison standen eigentlich gut: Manager Klaus Dietze hatte auf die Frage, ob man denn wirklich noch einmal nach Duisburg fahren wolle, geantwortet: „Ich schaue ja auf jeden Euro, aber die Kosten für dieses Auswärtsspiel sind es mir auf alle Fälle wert. Und wer weiß, vielleicht können wir die Duisburger ja doch noch ein wenig ärgern.“ Und aus Gästesicht wäre es ja sicher auch schöner, das Viertelfinale vor eigenem Publikum zu beenden, mit der Einnahme aus einem Heimspiel mehr. Das Risiko, dass die komplette Serie gegen die bisher chancenlosen Lausitzer noch einmal kippen könnte, schien ja außerdem sehr gering…

Aber anders als gedacht kamen eher die Duisburger motiviert aus den Kabinen. Ronny Glaser im Tor der Lausitzer Füchse musste nach nur 27 Sekunden zweimal gegen Leo Stefan retten. Die Gäste wirkten auch in der Folgezeit stärker, allerdings ohne den letzten Biss vor dem Tor. Für das 0:1 sollte sich dann der Weißwasseraner Verteidiger Jörg Wartenberg einen Assist-Punkt gutschreiben lassen. Er vertändelte die Scheibe, Patrick Reimer schnappte sie sich und ließ Ronny Glaser keine Chance. Als wenige Minuten später das 0:2 fiel, dachten alle an eine Klatsche für die Lausitzer wie in den vorangegangenen Playoff-Partien. Aber die Füchse zeigten endlich Charakter. Dorian Anneck erzielte mit einem Handgelenkschuss nach Gagnon-Vorlage noch vor der Drittelsirene den Anschlusstreffer.

Das zweite Drittel begannen die Füchse so, wie es sich für ein Playoff-Spiel gehört: Mit viel Druck, Laufbereitschaft und Zweikampfstärke. Völlig verdient gelang Michael Kreitl, erneut auf Vorlage von Sean Gagnon, der Treffer zum 2:2-Ausgleich. Danach überstanden die Gastgeber schadlos eine ganze Reihe von Minuten in Unterzahl. Ausgerechnet dann, als sie eigene Überzahl hatten, unterlief dem bis dahin nur positiv aufgefallenen Gagnon ein folgenschwerer Fehler an der blauen Linie. Erneut schnappte sich Patrick Reimer die Scheibe und überwand ohne Probleme Ronny Glaser. Die Füchse zeigten sich nicht geschockt, kämpften verbissen aber erfolglos bis zur Drittelsirene um den Ausgleich.

War am Ende des Mitteldrittels noch Hoffnung, zerstörten die Gäste diese gleich in den ersten Minuten des Schlussdrittels durch mehrere schön herausgespielte Tore gnadenlos. Aber auch als allen im Fuchsbau klar war, dass dies die letzten Minuten der Saison für die Lausitzer Füchse waren, feierten sie ihre Mannschaft weiter für eine tolle Saison, während auf dem Eis bis zum Schlusspfiff nicht mehr viel passierte. Auch nach dem Schlusspfiff ging die Riesenfete weiter, die Füchse-Fans sangen bis zur Heiserkeit. Am Sonnabend soll auf der Reinert-Ranch eine zünftige Saison-Abschlussfete steigen.

Derweil dachte Manager Klaus Dietze (nach einer öffentlichen Kampfansage auf dem Eis für das neue Spieljahr) am Rande der Bande schon wieder an die neue Saison. Mit Lars Müller hatte gestern ein aus Weißwasseraner stammender Spieler (zuletzt in Schweinfurth) unterschrieben. Und die ersten Gespräche im jetzigen Kader sind auch bereits geführt. „Natürlich wollen wir die erste Reihe und solche Leistungsträger wie Michael Kreitl halten“, so Klaus Dietze.
(Michael Schlick & Frank Thümmler)

Trainerstimmen:
Horymir Sekera (Lausitzer Füchse): Ich habe heute sehr viele individuelle Fehler meiner Mannschaft gesehen. So hatten wir gegen Duisburg keine Chance. Trotzdem bin ich glücklich, dass wir unser Ziel Klassenerhalt so schnell erreicht haben. Duisburg hat gute Chancen, in die DEL aufzusteigen. Dafür drücke ich ihnen die Daumen.

Dieter Hegen (Duisburger Füchse): Erst einmal vielen Dank für die Gastfreundschaft hier in Weißwasser, die wir seit gestern genossen haben. Kompliment an Weißwasser, das dieses mal das Spiel zwei Drittel lang offen gehalten hat. Das Ergebnis war am Ende sicher etwas zu hoch.

Stimmen:
Michael Schlick (SZ-Berichterstatter): Insgesamt war die Saison zufriedenstellend. Der Klassenerhalt ist ein großer Erfolg. Allerdings wirkte das Ende etwas lustlos. Dabei sind doch gerade die Playoffs etwas ganz Besonderes. Um mit den Worten des Managers Klaus Dietze zu sprechen: Bis zum Erreichen der Playoffs hatte das ganze ja griechische Züge, aber dann haben die Füchse so gespielt wie die Deutschen bei der Europameisterschaft.

Dr. Klaus Dietze (Geschäftführer der Lausitzer Füchse): Ich wäre gern noch einmal nach Duisburg gefahren und hätte den Favoriten noch einmal geärgert. Man muss aber anerkennen, dass die Duisburger einfach besser und ausgeglichener besetzt waren als wir, erst recht nach der Verpflichtung der DEL-Spieler mit Förderlizenz, mit denen eine komplette Reihe gebildet werden konnte. Wir sind glücklich darüber, das Saisonziel Klassenerhalt so zeitig geschafft zu haben. Wie schwer die Playdowns geworden werden, kann man jetzt an Crimmitschau ablesen (derzeit Letzter – d. Red.), auch wenn man berücksichtigt, dass eine ganze Reihe Spieler verletzt sind. In Richtung Duisburg will ich nur sagen: Sie sollen sich lieber hoch in die DEL machen, denn nächstes Jahr machen wir es ihnen nicht mehr so leicht.

Ludwig Thomaschk (Präsident des ES Weißwasser): Mit der Saison kann man sehr zufrieden sein. Unsere Füchse haben sich gut geschlagen. Eigentlich hatte ich gehofft, dass das heute nicht das letzte Spiel war. Künftig ist für mich ganz wichtig, dass wir die Bedingungen schaffen, um auch langfristig Sport auf diesem Niveau bieten zu können. Wegen der neuen Halle gibt es viel versprechende Gespräche. Ich bin optimistisch, dass wir das packen, es müssen nur alle an einem Strang ziehen.

Peter Pelk (Kampfschule in Weißwasser und bei jedem Füchse-Spiel dabei): Man kann den Füchsen nur für eine super Saison gratulieren. Niemand hatte damit gerechnet, dass sie in die Playoffs kommen würden. Schließlich wurden sie von allen Seiten als Abstiegskandidat Nummer eins gehandelt. Dass sie jetzt in den Playoffs gegen Duisburg keine Chance hatten, sollte die Freude über die gute Saison nicht trüben. Duisburg war einfach sportlich besser, hat mit vier starken, ausgeglichen besetzten Reihen spielerische Überlegenheit demonstriert.

Quelle: SZ Lokalteil Weisswasser vom 23.03.05
577 mal gelesen
 
1 | Jörg | 23.03.2005 @ 16:27
Eine zufriedenstellende Saison wäre es für mich gewesen, wenn wir in der Abstiegsrunde ohne größere Not den Klassenerhalt perfekt gemacht hätten. Mit Platz 7 aber war es eine sehr gute Saison, die beste seit langen Jahren. Frage mich manchmal, mit welchem Anspruch manche Leute an ihre Sache gehen...
2 | KreJu | 23.03.2005 @ 22:35
das zeigt mir mal wieder warum ich die berichte und kommentare von herrn schlick nur noch sehr selten lese.
3 | elFranzo | 23.03.2005 @ 23:10
Find den Artikel sehr gut. Ich finds nämlich scheiße das die Füchse MEINEN Traum eines Aufstiegs nicht verwirklicht haben. Deswegen ist auch die ganze Saison scheiße und am besten wir schmeißen alle Spieler raus und holen die Duisbuger Füchse nach WSW. Kann janicht angehen das man sich so sang und klanglos aus den Playoffs verabschiedet. PS alles Scheiße! PPS das ist mein voller Ernst PPPS Wer Ironie findet oder sarkastische Tendenzen entdeckt darf sie behalten :-D
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