Nach dem 2:0 gegen Schweden hofft Ronny Arendt aus Weißwasser auf ein WM-Ticket
Für die meisten Profis war es eine ganz normale Testpartie, für Ronny Arendt dagegen eine überaus gelungene Rückkehr in die Heimat. Denn der Ex-Weißwasseraner hatte nach dem sensationellen 2:0-Erfolg der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft gegen den siebenfachen Weltmeister Schweden in Riesa gleich mehrfach Grund zur Freude. Nun hofft der 24-jährige Stürmer auf die Erfüllung seines Traumes: Sein großes Ziel ist die Weltmeisterschaft in Österreich (30. April bis 15. Mai).
n Badelatschen und kurzen Hosen stand der in Bad Muskau geborene Stürmer nach Spielschluss vor der Umkleidekabine und nahm die Glückwünsche aus Weißwasser entgegen. Sie wurden von den Füchse-Profis Stephan Kuhlee und André Mücke überbracht. «Ich bin froh, wieder im Kader der Nationalmannschaft zu sein. Und dann ein Sieg gegen Schweden, noch dazu fast Zuhause – das ist eine tolle Sache» , freute sich Arendt. Heimvorteil in der Erdgas-Arena hatte der Lausitzer in jedem Fall. Auf den Rängen trugen viele Fans das Trikot der Lausitzer Füchse, im Kampfgericht saßen mit Margitta und Joachim Riehle zwei bewährte Kräfte aus Weißwasser, Nachwuchs-Koordinator Jürgen Hanke zeichnete für die Statistik verantwortlich. Pierre Pfarsky, Mannschaftsleiter des Füchse-Profiteams, sorgte als Fahrer der Eismaschine für eine gut präparierte Erdgas-Arena.
Ronny Arendt spielte bis 2001 in Weißwasser. Danach zog er aus, um ein Nationalspieler zu werden. In Riesa bestritt er seine achte Partie im Trikot der Auswahl des deutschen Eishockeybundes (DEB). Dabei muss der Stürmer von den Augsburger Panthern mit einer ungewohnten Rolle klar kommen. Denn normalerweise spielt Arendt auf dem Flügel. Für die Nationalmannschaft hat ihn Bundestrainer Greg Poss zum Center umfunktioniert. «Gegen Schweden habe ich diese Position zum ersten Mal gespielt. Das war eine große Herausforderung» , erklärte Arendt. In der vierten Angriffsreihe soll er die Außenstürmer Andreas Morczinietz sowie abwechselnd Christian Hommel und Patrick Reimer führen und muss ungewohnt viel Defensivarbeit verrichten. Denn normalerweise liegen seine Stärken im Spiel nach vorn. Arendt gilt als schneller Schlittschuhläufer mit einem ausgeprägten Zug zum Tor. In der angelaufenen Spielzeit erzielte er in 49 Partien für Augsburg insgesamt 13 Tore und gab 18 Vorlagen. Arendt war mit dieser Ausbeute fünftbester Scorer der Panther.
Sein Ziel, Nationalspieler zu werden, hat der Ex-Weißwasseraner erreicht. Nun will er mehr. Deshalb hat Arendt seinen Vertrag in Augsburg nicht verlängert, sondern bei den Mannheimer Adlern unterschrieben. Seine Überlegung: «Mannheim ist ein Spitzenteam in Deutschland. Dort stehe ich hoffentlich noch mehr im Blickpunkt und kann mich für die Nationalmannschaft empfehlen.»
Zumal der Konkurrenzkampf auf dem Weg zur Weltmeisterschaft in Österreich knallhart ist. Nur ein Teil jener Profis, die am Donnerstag den ersten Sieg über Schweden seit 13 Jahren feierten, darf zu den Titelkämpfen im Nachbarland reisen. Denn mit Berlin, Ingolstadt, Mannheim und Frankfurt spielen die vier besten Mannschaften in Deutschland noch in den Play-off-Halbfinals. Ihre Nationalspieler werden erst anschließend zum Kader stoßen. «Der Konkurrenzkampf ist riesengroß. Ich werde mein Bestes geben. Ob es am Ende reichen wird, muss ich abwarten» , gibt sich Arendt zurückhaltend.
In jedem Fall hat das aktuelle Team mit dem Sensationssieg gegen die «Tre Kroners» wichtige Pluspunkte in diesem Konkurrenzkampf gesammelt. «Jeder Spieler bekommt eine faire Chance» , hat Bundestrainer Poss seinen Schützlingen versprochen. Von dieser Aussicht offenbar beflügelt, lieferten die Gastgeber dem haushohen Favoriten einen bravourösen Kampf. Der frühe Treffer durch Tomas Martinec (9.) sorgte für zusätzliches Selbstvertrauen. In der 37. Minute erzwang dann Sebastian Furchner mit dem zweiten Treffer die Entscheidung. «Dieser Erfolg erleichtert natürlich die Arbeit in der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft. Die Mannschaft hat mit ihrer Leistung bewiesen, dass wir auf dem richtigen Weg sind» , freute sich DEB-Generalsekretär Franz Reindl. Auf Wunsch von Poss hatten die Veranstalter in der Erdgas-Arena eine vier Meter kürzere und schmalere Eisfläche installieren lassen als sonst in Europa üblich. „Damit wollte ich das körperliche Durchsetzungsvermögen meiner Spieler testen. Diesen Test haben sie bestanden“, sagte Poss.
Ronny Arendt hat die Lobeshymnen zur Kenntnis genommen. Ausruhen auf dem Lorbeer will er sich nicht. Bereits heute um 14.45 Uhr stehen sich Deutschland und Schweden in Riesa wieder gegenüber. Dann geht der Kampf um die WM-Tickets weiter – mit dem erneuten Heimvorteil für den Stürmer aus der Lausitz.
(Frank Noack)
Für die meisten Profis war es eine ganz normale Testpartie, für Ronny Arendt dagegen eine überaus gelungene Rückkehr in die Heimat. Denn der Ex-Weißwasseraner hatte nach dem sensationellen 2:0-Erfolg der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft gegen den siebenfachen Weltmeister Schweden in Riesa gleich mehrfach Grund zur Freude. Nun hofft der 24-jährige Stürmer auf die Erfüllung seines Traumes: Sein großes Ziel ist die Weltmeisterschaft in Österreich (30. April bis 15. Mai).
n Badelatschen und kurzen Hosen stand der in Bad Muskau geborene Stürmer nach Spielschluss vor der Umkleidekabine und nahm die Glückwünsche aus Weißwasser entgegen. Sie wurden von den Füchse-Profis Stephan Kuhlee und André Mücke überbracht. «Ich bin froh, wieder im Kader der Nationalmannschaft zu sein. Und dann ein Sieg gegen Schweden, noch dazu fast Zuhause – das ist eine tolle Sache» , freute sich Arendt.
Heimvorteil in der Erdgas-Arena hatte der Lausitzer in jedem Fall. Auf den Rängen trugen viele Fans das Trikot der Lausitzer Füchse, im Kampfgericht saßen mit Margitta und Joachim Riehle zwei bewährte Kräfte aus Weißwasser, Nachwuchs-Koordinator Jürgen Hanke zeichnete für die Statistik verantwortlich. Pierre Pfarsky, Mannschaftsleiter des Füchse-Profiteams, sorgte als Fahrer der Eismaschine für eine gut präparierte Erdgas-Arena.
Ronny Arendt spielte bis 2001 in Weißwasser. Danach zog er aus, um ein Nationalspieler zu werden. In Riesa bestritt er seine achte Partie im Trikot der Auswahl des deutschen Eishockeybundes (DEB). Dabei muss der Stürmer von den Augsburger Panthern mit einer ungewohnten Rolle klar kommen. Denn normalerweise spielt Arendt auf dem Flügel. Für die Nationalmannschaft hat ihn Bundestrainer Greg Poss zum Center umfunktioniert. «Gegen Schweden habe ich diese Position zum ersten Mal gespielt. Das war eine große Herausforderung» , erklärte Arendt. In der vierten Angriffsreihe soll er die Außenstürmer Andreas Morczinietz sowie abwechselnd Christian Hommel und Patrick Reimer führen und muss ungewohnt viel Defensivarbeit verrichten. Denn normalerweise liegen seine Stärken im Spiel nach vorn. Arendt gilt als schneller Schlittschuhläufer mit einem ausgeprägten Zug zum Tor. In der angelaufenen Spielzeit erzielte er in 49 Partien für Augsburg insgesamt 13 Tore und gab 18 Vorlagen. Arendt war mit dieser Ausbeute fünftbester Scorer der Panther.
Sein Ziel, Nationalspieler zu werden, hat der Ex-Weißwasseraner erreicht. Nun will er mehr. Deshalb hat Arendt seinen Vertrag in Augsburg nicht verlängert, sondern bei den Mannheimer Adlern unterschrieben. Seine Überlegung: «Mannheim ist ein Spitzenteam in Deutschland. Dort stehe ich hoffentlich noch mehr im Blickpunkt und kann mich für die Nationalmannschaft empfehlen.»
Zumal der Konkurrenzkampf auf dem Weg zur Weltmeisterschaft in Österreich knallhart ist. Nur ein Teil jener Profis, die am Donnerstag den ersten Sieg über Schweden seit 13 Jahren feierten, darf zu den Titelkämpfen im Nachbarland reisen. Denn mit Berlin, Ingolstadt, Mannheim und Frankfurt spielen die vier besten Mannschaften in Deutschland noch in den Play-off-Halbfinals. Ihre Nationalspieler werden erst anschließend zum Kader stoßen. «Der Konkurrenzkampf ist riesengroß. Ich werde mein Bestes geben. Ob es am Ende reichen wird, muss ich abwarten» , gibt sich Arendt zurückhaltend.
In jedem Fall hat das aktuelle Team mit dem Sensationssieg gegen die «Tre Kroners» wichtige Pluspunkte in diesem Konkurrenzkampf gesammelt. «Jeder Spieler bekommt eine faire Chance» , hat Bundestrainer Poss seinen Schützlingen versprochen. Von dieser Aussicht offenbar beflügelt, lieferten die Gastgeber dem haushohen Favoriten einen bravourösen Kampf. Der frühe Treffer durch Tomas Martinec (9.) sorgte für zusätzliches Selbstvertrauen. In der 37. Minute erzwang dann Sebastian Furchner mit dem zweiten Treffer die Entscheidung. «Dieser Erfolg erleichtert natürlich die Arbeit in der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft. Die Mannschaft hat mit ihrer Leistung bewiesen, dass wir auf dem richtigen Weg sind» , freute sich DEB-Generalsekretär Franz Reindl. Auf Wunsch von Poss hatten die Veranstalter in der Erdgas-Arena eine vier Meter kürzere und schmalere Eisfläche installieren lassen als sonst in Europa üblich. „Damit wollte ich das körperliche Durchsetzungsvermögen meiner Spieler testen. Diesen Test haben sie bestanden“, sagte Poss.
Ronny Arendt hat die Lobeshymnen zur Kenntnis genommen. Ausruhen auf dem Lorbeer will er sich nicht. Bereits heute um 14.45 Uhr stehen sich Deutschland und Schweden in Riesa wieder gegenüber. Dann geht der Kampf um die WM-Tickets weiter – mit dem erneuten Heimvorteil für den Stürmer aus der Lausitz.
(Frank Noack)
Quelle: Lausitzer Rundschauvom 09.04.05