Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Thomaschk: «Ich bitte sie, mir zu verzeihen»
21.04.2005 | 06:17 Uhr von
ESW-Präsident legt überraschend sein Amt nieder
Es sollte eigentlich eine ganz normale Mitgliederversammlung mit den üblichen Rechenschaftsberichten werden.
Statt dessen erlebten gestern Abend die Mitglieder des ES Weißwasser einen Paukenschlag im Fuchsbau: Denn Vereinspräsident Ludwig Thomaschk stellte völlig überraschend sein Amt zur Verfügung, obwohl er im vergangenen Jahr bis 2008 gewählt wurde. Hintergrund für seinen Rückzug sind offenbar Differenzen zwischen ihm und den Gesellschaftern der Profi-Spielbetriebs-GmbH bezüglich des geplanten Hallenneubaus in Weißwasser. «Ich habe mich zu wenig mit den Gesellschaftern abgestimmt. In der geplanten Form ist das Hallenprojekt gescheitert. Dafür übernehme ich die volle Verantwortung. Deshalb lege ich mein Amt nieder» , erklärte Thomaschk um 18.10 Uhr. «Ich bitte sie, mir zu verzeihen und wünsche dem Eissport in Weißwasser alles Gute. Er ist die einzige Chance für diese Region.» Dann übergab er die Versammlungsleitung an seinen Vizepräsidenten Klaus Riehle, der gemeinsam mit dem Stürmer des Profiteams, Dirk Rohrbach, interimsmäßig die Amtsgeschäfte führen wird.
Thomaschk selbst verfolgte den Fortgang der Veranstaltung mit versteinerter Miene. Insider im Fuchsbau berichteten schon seit längerem, dass auch das Verhältnis des ehemaligen CDU-Abgeordneten im sächsischen Landtag zu den Kommunalpolitikern in Weißwasser zerrüttet sein soll. ESW- Schatzmeister Andreas Marx gab im Anschluss ebenfalls seinen Rücktritt aus dem fünfköpfigen Vorstand «aus privaten Gründen» bekannt.
Der Duisburger Bauunternehmer Walter Hellmich will in Weißwasser eine neue Multifunktionsarena mit 5500 Plätzen errichten. Die rund 18 Millionen teure Halle soll ab 2007 in Betrieb gehen. Der Kontakt zu Hellmich wurde maßgeblich durch Thomaschk geknüpft. Der zurückgetretene Präsident räumte auf Nachfrage ein, dass sowohl er als auch Füchse-Manager Klaus Dietze bereits einen Kooperationsvertrag mit der Unternehmensgruppe Hellmich unterzeichnet haben. Auf den Internetseiten des Vereins wird deshalb heftig darüber spekuliert, ob diese Unterschrift auch für Dietze möglicherweise Konsequenzen hat. Eine offizielle Bestätigung dafür gab es allerdings nicht.
Zuletzt gerieten die Verhandlungen über den Hallenneubau wegen des Kompetenzgerangels im Fuchsbau jedoch ins Stocken. Ursprünglich sollte kurz nach Ostern das Betreiberkonzept mit der Stadt abgestimmt werden. «Ich brauche für ein solches Großprojekt die Rückendeckung aller handelnden Personen in Weißwasser. Nur unter dieser Voraussetzung stehe ich für die Realisierung zur Verfügung» , sagte Hellmich gestern der RUNDSCHAU. Gleichzeitig signalisierte der Unternehmer, der auch die Arena AufSchalke errichtete und für den Umbau der neuen MSV-Arena in Duisburg verantwortlich zeichnete, aber weiter Gesprächsbereitschaft. Für kommende Woche sind erneute Verhandlungen geplant – ab sofort allerdings ohne Ludwig Thomaschk.
(Frank Noack)

Quelle: Lausitzer Rundschau
938 mal gelesen
 
1 | Norman | 21.04.2005 @ 08:28
O-Ton:"...und wünsche dem Eissport in Weißwasser alles Gute. Er ist die einzige Chance für diese Region..." in diesem Sinne. WEISSWASSER, NUTZT EURE CHANCE!!!
2 | Klaus | 21.04.2005 @ 09:02
Das war doch zu erwarten. Thomaschk zum Präsidenten zu machen war der größte Witz überhaupt. Er "dachte" doch ernsthaft eine große Nummer zu sein. Schuld an seinem Desaster sind aber die, die ihn auf die jeweiligen Sessel gehoben haben.
3 | Norman | 21.04.2005 @ 09:16
Über "Schuld" und "nicht Schuld" kann ich nichts sagen, ich kann nur nicht verstehen wieso nicht die Stadt der Verein die GmbH alle in die Hände klatschen (und dann in die Hände Spucken um anzupacken) und sich freuen das man eine RIESEN³ Chance bekommt einen Hallenneubau durchzuführen. Klar ist das mit einem Risiko behaftet, aber ich brauche deswegen keine "Angst" zu haben. Mut zum (kalkuliertem) Risiko und es kann ein ...
4 | Norman | 21.04.2005 @ 09:17
...realistischer Erfolg für alle Beteiligten sein. Ludwig Thomaschk, auf wiedersehen, alles Gute.... und weiter geht's!
5 | Aigars44 | 21.04.2005 @ 09:24
ja, jetzt heisst es alle kräfte GEMEINSAM mobilisieren!
6 | Klaus | 21.04.2005 @ 09:24
Mut zum (kalkuliertem) Risiko??? Wie soll denn die Kalkulation aussehen? Was bedeutet denn die "im Raum schwebende" Unterschrift von Dr. Dietze für die GmbH? Es gibt noch eine Menge zu klären. Ich glaube man sieht erst die Spitze des Eisbergs.
7 | Norman | 21.04.2005 @ 10:03
4,5 Mio. sind zu kalukulieren, zu Planen, zu finanzieren... da liegt das Risiko. Von einer "im Raum schwebenden" Unterschrift seitens der GmbH wird doch nur spekuliert und ich sage "nichts genaues, weiss man nicht".
8 | Klaus | 21.04.2005 @ 10:08
Vor wenigen Tagen hörte ich von dieser(n) Unterschrift(en) und konnte es nicht glauben. Nun das:"Der zurückgetretene Präsident räumte auf Nachfrage ein, dass sowohl er als auch Füchse-Manager Klaus Dietze bereits einen Kooperationsvertrag mit der Unternehmensgruppe Hellmich unterzeichnet haben." Zumindest das wird Thomaschk noch gerafft haben. Oder?
9 | Klaus | 21.04.2005 @ 10:10
Wie schwerwiegend diese Vertragsunterzeichnung sein könnte, sagt dieser Ausspruch: "Ich bitte sie, mir zu verzeihen"
10 | Norman | 21.04.2005 @ 10:49
...wenn das so stimmt, kann man nur hoffen das Hellmich nicht abgeschreckt worden ist... Das wäre so gut wie unverzeilich.
11 | gizmo | 21.04.2005 @ 12:57
Die Ratten verlassen das Sinkende Schiff.Ich hoffe nur das da noch so einige vom Verein gehen .Jetzt ist zeit für einen Neuanfang. Ciao gizmo
12 | Mozart | 21.04.2005 @ 13:10
"Nur Könige können begnadigen"
13 | Klaus | 21.04.2005 @ 14:12
Hallo gizmo, als Ratten würde ich jene Leute nun wirklich nicht bezeichnen. Unbestritten ist von Dietze und Co. auch positives geleistet worden. Dass der Hallenbau zu schweren Turbulenzen führt, war mir von Anfang an klar. Der Hinweis auf das sinkende Schiff wirkt viel schwerer. Selbst wenn die Verantwortlichen von Bord gehen, bleibt die Frage wie angeschlagen das "Schiff" ESW wirklich ist.
14 | cat | 21.04.2005 @ 18:56
@gizmo, wer soll das sein, der das angebliche sinkende Schiff noch verlassen soll? Aber nur Namen des Vereins nennen und nicht von der GmbH, denn das ist ein anderes Rost, das noch geschüttelt werden muß. Also keine Augenwischerei.
15 | zochi | 22.04.2005 @ 00:49
Hallo,sehe es nicht ganz so verbissen. Eine Unterschrift unter einen sogenannten Koop.-Vertrag,ist noch lange nicht so schwerwiegend, wie eine Unterschrift unter einen Darlehensvertrag oder den Bauvertrag!!! Das ist kein Grund das Handtuch zu werfen.Aber eins is klar,ohne Einigkeit zwischen E.V.,Gmbh,Stadt und Gesellschaftern ist dieses Projekt zum Scheitern Verurteilt. NUR GEMEINSAM GIBT ES EINE ZUKUNFT_KÄMPFEN &SIEGEN !!!!
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