Dirk Rohrbach ist Profi und auch Vereinsfunktionär bei den Lausitzer Füchsen
Er ist einer der Leistungsträger bei den Lausitzer Füchsen. In der abgelaufenen Spielzeit erzielte Dirk Rohrbach 25 Tore für den Tabellensiebten der 2. Liga. Seit Mittwoch ist der Außenstürmer zumindest übergangsweise auch Vereinspräsident des ES Weißwasser und sorgt damit für ein Novum im deutschen Eishockeysport. Denn Rohrbach kämpft nicht nur um den Klassenerhalt mit den Profis, sondern auch für den Erhalt der Nachwuchsabteilung im Traditionsverein.
«Ich bin in Weißwasser aufgewachsen und hänge an diesem Verein. Deshalb ist es für mich selbstverständlich, dass ich in der Notsituation aushelfe» , sagt der 32-Jährige. Rohrbach und der bisherige Vize-Präsident Klaus Riehle haben die Leitung kommissarisch von Ludwig Thomaschk übernommen, der am Mittwoch auf der Mitgliederversammlung wegen der Probleme beim geplanten Hallenneubau überraschend von seinem Amt zurückgetreten war (die RUNDSCHAU berichtete). Bis Sommer, so ist es zwischen dem neuen Führungsduo vereinbart, soll Dirk Rohrbach den Hut als Präsident aufhaben. Anschließend wird Klaus Riehle einspringen, damit sich der Stürmer seinem eigentlichen Job widmen kann: Der Vorbereitung auf die neue Saison in der 2. Liga. Denn: «Noch sehe ich mich in erster Linie als Spieler und nicht als Funktionär» , betont Rohrbach. Allerdings engagiert er sich schon jetzt nach Kräften für den Eissport in Weißwasser. Seit anderthalb Jahren gehört der Profi dem Vorstand des Gesamtvereins an und widmet sich in dieser Funktion insbesondere dem Nachwuchs. Rohrbach fährt zum Beispiel durch Schulen, um die Lern- und Trainingszeiten der jüngsten Puck jäger zu koordinieren.
Daneben hat sich die neue Führungsspitze im Fuchsbau auf die Fahnen geschrieben, endlich die Spannungen zwischen dem Gesamtverein und der ausgegliederten Profi- Spielbetriebs-GmbH abzubauen. Diese Spannungen wurden auch während der jüngsten Mitgliederversammlung deutlich. Die Diskussionen entzündeten sich unter anderem an der Finanzierung des Gehalts von Vadim Kulabuchov. Angeblich sollte der routinierte Stürmer von beiden Seiten anteilig finanziert werden. Über die genauen Modalitäten dieser Regelung gibt es jedoch höchst unterschiedliche Ansichten. «Es müssen alle an einem Strang ziehen, damit der Eissport wieder in ein sicheres Fahrwasser gelangt» , wirbt Klaus Riehle, der am Gymnasium in Weißwasser als Lehrer tätig ist, für einen Neuanfang.
Neben den Verhandlungen mit der Stadt über das künftige Betreiberkonzept für den Eissport-Komplex (siehe Hintergrund auf dieser Seite) soll trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes die Entschuldung des Vereins konsequent fortgesetzt werden. Derzeit schiebt der ESW einen Schuldenberg von rund einer Million Euro vor sich her. Bei der Stadt stottern die Füchse monatlich eine Rate von 1000 Euro ab. «Wir wollen mit dieser Geste unseren guten Willen demonstrieren» , meint Rohrbach. Doch auch er weiß, dass ohne ein tragfähiges Entschuldungskonzept, an dem neben der Stadt auch die Banken mitwirken, der ESW vor einer ungewissen Zukunft steht.
Da neben Ex-Präsident Ludwig Thomaschk am Mittwoch auch Schatzmeister An dreas Marx sein Amt niederlegte, sollen in den nächsten Wochen zwei neue Vorstandsmitglieder kooptiert werden. Klaus Riehle wünscht sich vor allem mehr Kontinuität: «Wir werden uns bei der Suche Zeit lassen. Denn die neuen Leute müssen voll zu den Herausforderungen stehen, die in der nächsten Zeit auf uns warten.»
HintergrundVerlängerung der Lizenzierungsfrist
Wegen der Probleme mit dem neuen Betreiberkonzept für den Eissport-Komplex haben die Lausitzer Füchse beim Deutschen Eishockeybund (DEB) eine Verlängerung der Lizenzierungsfrist beantragt. Normalerweise müssen die kompletten Unterlagen bis zum 15. Mai vorgelegt werden. Füchse- Geschäftsführer René Reinert: «Der DEB hat uns bereits Entgegenkommen signalisiert. Es ist besser, das neue Betreiberkonzept mit der Stadt jetzt richtig abzustimmen, als einen weiteren Schnellschuss zu machen.»
Die Betreibung der Eishalle soll ab 1. Juni auf den Verein übergehen. Die Stadt als Eigentümer will sich wegen der leeren kommunalen Kassen aus der Betreibung zurückziehen. Sie hat bisher jährlich rund 400 000 Euro zugeschossen. Dieser Zuschuss soll komplett gestrichen werden.
Gestern gab es erneute Gespräche. Dabei wurde vereinbart, dass die Füchse der Stadt bis Anfang Mai ein neues Betreiberkonzept vorlegen. Am 25. Mai könnte dann der Stadtrat von Weißwasser darüber entscheiden.
(Frank Noack)
Er ist einer der Leistungsträger bei den Lausitzer Füchsen. In der abgelaufenen Spielzeit erzielte Dirk Rohrbach 25 Tore für den Tabellensiebten der 2. Liga. Seit Mittwoch ist der Außenstürmer zumindest übergangsweise auch Vereinspräsident des ES Weißwasser und sorgt damit für ein Novum im deutschen Eishockeysport. Denn Rohrbach kämpft nicht nur um den Klassenerhalt mit den Profis, sondern auch für den Erhalt der Nachwuchsabteilung im Traditionsverein.
«Ich bin in Weißwasser aufgewachsen und hänge an diesem Verein. Deshalb ist es für mich selbstverständlich, dass ich in der Notsituation aushelfe» , sagt der 32-Jährige. Rohrbach und der bisherige Vize-Präsident Klaus Riehle haben die Leitung kommissarisch von Ludwig Thomaschk übernommen, der am Mittwoch auf der Mitgliederversammlung wegen der Probleme beim geplanten Hallenneubau überraschend von seinem Amt zurückgetreten war (die RUNDSCHAU berichtete). Bis Sommer, so ist es zwischen dem neuen Führungsduo vereinbart, soll Dirk Rohrbach den Hut als Präsident aufhaben. Anschließend wird Klaus Riehle einspringen, damit sich der Stürmer seinem eigentlichen Job widmen kann: Der Vorbereitung auf die neue Saison in der 2. Liga. Denn: «Noch sehe ich mich in erster Linie als Spieler und nicht als Funktionär» , betont Rohrbach.
Allerdings engagiert er sich schon jetzt nach Kräften für den Eissport in Weißwasser. Seit anderthalb Jahren gehört der Profi dem Vorstand des Gesamtvereins an und widmet sich in dieser Funktion insbesondere dem Nachwuchs. Rohrbach fährt zum Beispiel durch Schulen, um die Lern- und Trainingszeiten der jüngsten Puck jäger zu koordinieren.
Daneben hat sich die neue Führungsspitze im Fuchsbau auf die Fahnen geschrieben, endlich die Spannungen zwischen dem Gesamtverein und der ausgegliederten Profi- Spielbetriebs-GmbH abzubauen. Diese Spannungen wurden auch während der jüngsten Mitgliederversammlung deutlich. Die Diskussionen entzündeten sich unter anderem an der Finanzierung des Gehalts von Vadim Kulabuchov. Angeblich sollte der routinierte Stürmer von beiden Seiten anteilig finanziert werden. Über die genauen Modalitäten dieser Regelung gibt es jedoch höchst unterschiedliche Ansichten. «Es müssen alle an einem Strang ziehen, damit der Eissport wieder in ein sicheres Fahrwasser gelangt» , wirbt Klaus Riehle, der am Gymnasium in Weißwasser als Lehrer tätig ist, für einen Neuanfang.
Neben den Verhandlungen mit der Stadt über das künftige Betreiberkonzept für den Eissport-Komplex (siehe Hintergrund auf dieser Seite) soll trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes die Entschuldung des Vereins konsequent fortgesetzt werden. Derzeit schiebt der ESW einen Schuldenberg von rund einer Million Euro vor sich her. Bei der Stadt stottern die Füchse monatlich eine Rate von 1000 Euro ab. «Wir wollen mit dieser Geste unseren guten Willen demonstrieren» , meint Rohrbach. Doch auch er weiß, dass ohne ein tragfähiges Entschuldungskonzept, an dem neben der Stadt auch die Banken mitwirken, der ESW vor einer ungewissen Zukunft steht.
Da neben Ex-Präsident Ludwig Thomaschk am Mittwoch auch Schatzmeister An dreas Marx sein Amt niederlegte, sollen in den nächsten Wochen zwei neue Vorstandsmitglieder kooptiert werden. Klaus Riehle wünscht sich vor allem mehr Kontinuität: «Wir werden uns bei der Suche Zeit lassen. Denn die neuen Leute müssen voll zu den Herausforderungen stehen, die in der nächsten Zeit auf uns warten.»
Hintergrund Verlängerung der Lizenzierungsfrist
Wegen der Probleme mit dem neuen Betreiberkonzept für den Eissport-Komplex haben die Lausitzer Füchse beim Deutschen Eishockeybund (DEB) eine Verlängerung der Lizenzierungsfrist beantragt. Normalerweise müssen die kompletten Unterlagen bis zum 15. Mai vorgelegt werden. Füchse- Geschäftsführer René Reinert: «Der DEB hat uns bereits Entgegenkommen signalisiert. Es ist besser, das neue Betreiberkonzept mit der Stadt jetzt richtig abzustimmen, als einen weiteren Schnellschuss zu machen.»
Die Betreibung der Eishalle soll ab 1. Juni auf den Verein übergehen. Die Stadt als Eigentümer will sich wegen der leeren kommunalen Kassen aus der Betreibung zurückziehen. Sie hat bisher jährlich rund 400 000 Euro zugeschossen. Dieser Zuschuss soll komplett gestrichen werden.
Gestern gab es erneute Gespräche. Dabei wurde vereinbart, dass die Füchse der Stadt bis Anfang Mai ein neues Betreiberkonzept vorlegen. Am 25. Mai könnte dann der Stadtrat von Weißwasser darüber entscheiden.
(Frank Noack)
Quelle: Lausitzer Rundschau vom 22.04.05