Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Bemühte Harmonie beim Dietze-Abschied
27.04.2005 | 08:11 Uhr von
Scheidender Manager lobt seinen Nachfolger und attackiert die Stadt Weißwasser.
Um 16.22 Uhr überreichte gestern Manager Klaus Dietze symbolträchtig eine Anstecknadel der Lausitzer Füchse an seinen Nachfolger René Reinert. Nach sechs Jahren in Weißwasser gab der 61-jährige Leipziger seinen Abschied aus Weißwasser bekannt. Die Trennung zum 31. Juli sei in Abstimmung mit den Gesellschaftern der Spielbetriebs-GmbH erfolgt. Dietze machte sein zerrüttetes Verhältnis zur Stadtverwaltung für diesen Schritt verantwortlich. «Eine vernünftige Zusammenarbeit zwischen der Kommune und mir ist seit einiger Zeit nicht mehr möglich. Die Person Klaus Dietze hat sich offenbar zu einer Reizfigur entwickelt. Ich hoffe, dass sich diese Disharmonien durch den Führungswechsel ausräumen lassen» , erklärte Dietze.
Gleichzeitig erhob er schwere Vorwürfe gegen Oberbürgermeister Hartwig Rauh, der sich laut Dietze angeblich die Stadt auch ohne den Eissport vorstellen könne. «Ich finde es unmöglich, so etwas zu denken, es auszusprechen oder womöglich umsetzen zu wollen. Denn die Stadt und die gesamte Region brauchen den Eissport.»
Ansonsten war der scheidende Manager bei seiner Abschiedsrede sichtlich um Harmonie bemüht und dementierte, dass die zwischenzeitlichen Meinungsverschiedenheiten mit seinem Nachfolger für die Trennung verantwortlich seien. «Ich schätze René Reinert sehr, auch wenn wir aufgrund des Alters unterschiedliche Charaktere sind» , betonte er. Reinert dankte Dietze für das sechsjährige Engagement ( «Er hat es geschafft, den Eissport in einem schwierigen Umfeld am Leben zu erhalten» ). Gleichzeitig deutete der Logistik-Unternehmer aber auch an, dass sich die Zusammenarbeit zwischen ihm und Dietze ungeachtet des «gegenseitigen Respekts» mitunter schwierig gestaltet habe: «Trotz der manchmal lauten Worte hinter den Kulissen haben wir versucht, in der Öffentlichkeit eine gemeinsame Sprache zu sprechen.»
Ein weiterer Grund für die Trennung dürften die Probleme beim geplanten Hallenneubau sein. Dietze und der ebenfalls zurückgetretene Ex-Präsident des Gesamtvereins, Ludwig Thomaschk, hatten einen Vorvertrag mit dem Bauunternehmer Walter Hellmich aus Dinslaken abgeschlossen. Dieser Vertrag war nicht mit der Profi-Spielbetriebs-GmbH abgestimmt und verstößt nach Auffassung von Gesellschafter Wolfgang Stiehler gegen geltendes Recht. «Da der Bau überwiegend mit Fördermitteln finanziert werden soll, muss er europaweit ausgeschrieben werden» , meinte der Gesellschafter.
Der neue Manager René Reinert geht mit der Hypothek einer finanziellen Lücke im Etat für die zurückliegende Saison ins Rennen. Ein sechsstelliger Betrag müsse durch den Ausfall des insolventen Sekundärrohstoff-Verwertungszentrums Schwarze Pumpe noch aufgebracht werden. Immerhin konnte Reinert die ersten Vertragsverlängerungen vermelden, darunter die der Leistungsträger Mattias Wikström, Martin Sekera und Dirk Rohrbach.

Frank Noack
Quelle: Lausitzer Rundschau
511 mal gelesen
 
1 | Kasatonov | 27.04.2005 @ 12:07
Sollte es so sein, wie Gesellschafter Stiehler darstellt, ist das gelinde gesagt ein sehr sehr fetter Hund... In Bayern ist so was ja Praxis. Hallo Amigo. Jetzt bekommt die Aeusserung vom ehemaligen Praesidenten auch Farbe.Hut ab vor den Stadtvaetern, die offentsichtlich nicht in das Boot eingestiegen sind.
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