Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Der Fuchsbau als Großbaustelle
28.04.2005 | 11:15 Uhr von
Geschäftsführer Reinert träumt von der DEL – zunächst muss er aber das Überleben sichern. René Reinert hat eine kühne Vision. Er hat aber auch viele Probleme zu lösen. „Perspektivisch ist es unser Ziel, im oberen Drittel der 2. Liga mitzuspielen. Mit den entsprechenden Voraussetzungen wäre der Aufstieg in die DEL natürlich ein schöner Traum“, betont der neue Alleingeschäftsführer der Lausitzer Füchse. Im Moment gleicht der Fuchsbau in Weißwasser allerdings noch einer Großbaustelle. Denn nach dem Rücktritt des langjährigen Managers Klaus Dietze am Dienstag (die RUNDSCHAU berichtete) muss der Logistik -Unternehmer erst einmal das blanke Überleben des Traditionsvereins absichern. Reinert weiß, dass ihn viel Arbeit erwartet: „Die Kuh ist noch längst nicht vom Eis. Im Gegenteil, sie ist mit drei Beinen eingebrochen.“ Hier die wichtigsten Probleme der Füchse. Der Etat: Trotz des sportlichen Erfolges steht in wirtschaftlicher Hinsicht hinter der vergangenen Spielzeit noch ein dickes Minus. Die Lücke macht nach Angaben von Geschäftsführer Reinert eine „sechsstellige Summe mit einer eins davor“ aus. Sie entstand in erster Linie durch den Ausfall des insolventen Sekundärrohstoff-Verwertungszentrums Schwarze Pumpe als Großsponsor. In den nächsten Tagen will Reinert einige Vorschläge machen, wie diese Lücke geschlossen werden kann. Auch eine öffentliche Spendenaktion schließt er nicht aus. „Wir müssen diese Lücke mit aller Macht ausgleichen. Und nach Möglichkeit nicht durch einen Vorgriff auf die neue Saison.“

Der Kader: Mit Lars Müller (Schweinfurt) gibt es erst einen Neuzugang. Immerhin bleibt die erste Angriffsreihe mit Mattias Wikström, Martin Sekera und Dirk Rohrbach in Weißwasser. Ebenfalls ihre Verträge verlängert haben Ronny Glaser, Robert Bartlick, Markus Kempf, Jörg Pohling und Marcel Leyva. Pavel Vait erhielt zunächst einen befristeten Vertrag bis 30. November. Mündliche Zusagen gibt es von Sebastian Elwing, André Mücke und Mats Lindmark. Dazu verstärken die Nachwuchsspieler Marco Noack, Ilia Oswald und Oliver Werlich den Profikader. Vertragsangebote der Füchse vorliegen haben Jörg Wartenberg, Michael Kreitl und André Koalick. Sie müssen sich bis Samstag entscheiden. Bei Benjamin Thiede lief die Frist bereits am 15. April ab. Als einziger Abgang steht bislang Marcel Linke fest. Der Verteidiger wechselt zu den Dresdner Eislöwen. Pu blikumsliebling Sean Gagnon hat bisher kein Angebot für die neue Spielzeit erhalten. Der Kanadier würde nach eigenem Bekunden allerdings gern weiter in Weißwasser spielen.

Das Betreiberkonzept: Im Moment steht der Eissport in Weißwasser ohne Spielstätte da. Denn für den Hallenkomplex gibt es nach wie vor kein Be treiberkonzept. Da sich die Stadt als Eigentümer wegen ihrer Finanzknappheit aus der Bewirtschaftung zurückziehen will, muss der Eissport die Betreibung übernehmen. Bisher konnten sich beide Seiten nicht auf ein Konzept einigen. Die Verhandlungen für die Füchse wurden in Eigenregie durch den zurückgetretenen Präsidenten Ludwig Thomaschk geführt. Inzwischen hat sich auch die Profi-Spielbetriebs-GmbH eingeschaltet. Sie muss vor allem einen Weg finden, wie der bisherige Anteil der Stadt aufgebracht wird. Die Kommune hatte jährlich rund 400 000 Euro zugeschossen und damit den Nachwuchs als Hauptnutzer der Eishalle unterstützt. Doch die Zeit drängt. Normalerweise müssen die Lizenzunterlagen für die 2. Liga inklusive der Spielstätte bis 15. Mai bei der Eishockey-Spielbetriebsgesellschaft (ESBG) eingereicht werden. Immerhin haben die Füchse die mündliche Zusage durch die ESBG, dass diese Frist bis Ende Juni verlängert wird.

Der Neubau: Das Projekt einer Multifunktionsarena für 18 Millionen Euro scheint zumindest in der ursprünglich geplanten Form geplatzt. Die Gespräche mit dem Bauunternehmer Walter Hellmich aus Dinslaken ruhen. „Ein Neubau macht nur Sinn, wenn wir Großsponsoren gewinnen, die sich zehn oder 15 Jahre lang für die Betreibung engagieren“, sagt Füchse-Geschäftsführer Reinert und signalisiert damit auch einen Kurswechsel. Denn bislang stand in Weißwasser stets der Bau der Arena und nicht die spätere Betreibung im Mittelpunkt. Reinert hält diese Vorgehensweise für falsch: „Einen solchen Bau realisieren können viele Firmen. Mindestens genauso wichtig ist jedoch, dass die Betreibung langfristig abgesichert ist.“


VON FRANK NOACK
Quelle: Lausitzer Rundschau
931 mal gelesen
 
1 | Kasatonov | 28.04.2005 @ 13:50
also so viel ich weiss, war schon 1. April. "DEL" - haette nicht gedacht, dass das Wort hier jemand noch mal in den Mund nimmt , wenn es um Zukunftsvisionen fuer den ESW geht. DEL in einem Dorf wie es Weisswasser bald wieder sein wird. Kein Geld zum Betreiben der aktuellen Halle, ein Minus im Etat, aber nach einem Betreiber fuer die tolle, neue und halbleere Halle suchen. Das is doch ein Witz. Klar gibt es in der Region einen richtig potenten Sponsor, aber...
2 | Kasatonov | 28.04.2005 @ 13:53
...nach den Eskapaden der letzten beiden Spielzeiten schreckt mal den eher ab.
3 | netti2207 | 28.04.2005 @ 14:29
Hoffe nur es gibt überhaupt eine nächste Saison für WSW. Mündliche Zusage durch die ESBG - na ich weiß ja nicht... mach mir langsam echt Sorgen!!!
4 | Stadtfuchs | 28.04.2005 @ 22:21
Naja, mit dem Gedanken der DEL-Teilnahme werden uns wir nie ernsthaft beschäftigen müssen. Dazu wird es sportlich nie reichen (Playoffs sind ehrgeiziges Ziel genug) u. finanziell ist das blanke Utopie. Die Halle muß in einem angemessenen Rahmen Thema bleiben. Keine neue Halle - dann wird der ESW nachhaltig den Eisport verlieren. Die alte Büchse wird so oder so langfristig die Kosten einer neuen Halle aufgefressen haben ...
5 | pillepalle | 29.04.2005 @ 08:05
Die DEL plant sowieso bald das es keinen Auf-oder Absteiger mehr gibt dann hat sich das Thema DEL für uns erledigt
6 | Senator | 29.04.2005 @ 13:01
Abseits des Themas "WSW - DEL": im deutschen Eisockey gibt es keine Plánung oder Kontsanz. So ist es auch mit Regeln oder Ligenstärken ..usw
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