Statt eines eigenen Berichtes werden wir euch heute einfach nur die Pressekommentare zur Demo anbieten. Aus diesen Publikationen kann man sich dann seine eigenen Schlüsse ziehen, wer sich wie positioniert hat...
"Hallenstreit" kann Lizenz kosten
Weißwasser. "Rauhe" Zeiten in Eishockey-Weißwasser: Der Oberbürgermeister der Lausitzer Eishockeyhochburg, Hartwig Rauh, hat unmissverständlich verkündet: "Wir haben keinen Cent mehr, um die Betreibung des Eissportkomplexes zu unterstützen." Der kommunale Zuschuss für die Eishalle soll von 460000 Euro auf Null zurückgefahren werden. "Alle Einsparmöglichkeiten eingerechnet, sind dennoch mindestens 300.000 Euro nötig, um den Komplex zu betreiben. Diese Summe kann der Eissport in Weißwasser allein nicht stemmen", hat Füchse-Geschäftsführer René Reinert ausgerechnet. Die Stadt will die (ihr lästige) Halle in private Trägerschaft durch EHC und ESW überführen - wenn ein schlüssiges Betreiberkonzept ohne kommunale Zuschüsse vorliegt. Und an diesem Punkt scheiden sich die Geister. Die Gefahr ist groß, dass die EHC- Profiabteilung bis 30. Juni keine Spielstätte für die neue Saison nachweisen kann. Das würde zum Lizenzentzug und endgültigen Aus des Eishockeystandortes Weißwasser führen.
Die Zeit wird knapp. Jetzt proben die Fans auf den Aufstand. Vor dem Rathaus der Glasmacherstadt fand gestern Abend eine große Demonstration statt, 600 Füchse-Anhänger nahmen teil. Organisations-Chef Sascha Hache: "Wir wollen damit signalisieren, dass der Eissport überregionale Bedeutung hat. Vielleicht ist dadurch der Niederschlesische Oberlausitzkreis zu größerer Unterstützung zu bewegen." Morgen tagt der Stadtrat in Weißwasser, die "Eishallenfrage" soll dabei erörtert werden. Ob die Demonstration die Stadtväter und OB Rauh - der übrigens gestern selbst im Demonstrationszug mitlief - die Entscheidungsfindung "erleichtert" hat, bleibt abzuwarten. "Es geht aber auch darum, sich als breite Masse zu präsentieren, die hinter dem Eissport steht", erklärt EHC-Geschäftsführer René Reinert.
Bibliothek oder Bietigheim
Weißwasser. 500 Fans demonstrierten für den Eissport. Weißwasseraner Entscheidungsträger sind uneins über die Zukunft.
Ihr sei die Bibliothek oder der Tierpark wichtiger als der Eissport, erklärte die PDS-Fraktionsvorsitzende im Weißwasseraner Stadtrat Karin Gründel gestern Abend bei der Abschlusskundgebung der Fan-Demo zum Erhalt des Eishockeys in Weißwasser.
Gellende Pfiffe
Sie erntete gellende Pfiffe und einige unsachliche Bemerkungen ihres Nachredners, des EHC-Pressesprechers Andreas Friebel, der diese Meinungsäußerung mit „unsachlich“ und „tiefer geht's nicht“ analysierte. Ansonsten blieb die Veranstaltung recht sachlich. Nach Ende des Demonstrationszuges, an dem sich außer etwa 500 Eishockeyfans auch Weißwassers OB Hartwig Rau beteiligt hatte, war dieser auch der erste, der bei der Kundgebung das Wort ergriff.
OB blieb bei seiner Auffassung
Mit lächelnder Miene machte er zum wiederholten Mal deutlich, dass die Stadt aufgrund der mehr als angespannten Haushaltssituation nicht in der Lage sei, den Eissport weiterhin zu unterstützen.
Zwar wurde er nicht so deutlich wie bei seinem Stammtisch am Sonntag, wo er Hobby-Eishockey-Spieler aufforderte, sich nach einer Alternativsportart umzuschauen, aber aus seinen Ausführungen wurde deutlich, dass er nicht die allergrößten Überlebenschancen für den Eissport in Weißwasser sieht.
Man müsse weiter nach Möglichkeiten suchen, die ganze Sache zu finanzieren, man müsse mit dem neuen ESW-Vorstand zusammenarbeiten – seine Ausführungen hatten doch mehr oder weniger phrasenhaften Charakter. Die letzte Konsequenz wurde von seinen Zuhörern vermisst.
Konkreter wurde da die sächsische Sozialministerin Helma Orosz. Sie berichtete von einem konkreten Angebot des Landrats Bernd Lange an den Oberbürgermeister. Danach könne der Landkreis als Kommunalaufsicht für die Stadt den Haushalt noch einmal unter die Lupe nehmen. Eventuell ließen sich die finanziellen Fesseln doch noch etwas lockern.
Ebenso war man sich einig, dass es noch etwas Potenzial beziehungsweise Nachholbedarf seitens des OB geben müsse, was die Akquiese neuer Sponsoren aus Wirtschaft und Politik anbelangt.
Unterstützung findet der Eissport ohne Wenn und Aber bei der Weißwasseraner CDU. Deren Fraktionschef Bernhard Waldau sagte bei der Kundgebung: „Unsere Partei steht ohne Wenn und Aber hinter dem Eissport und wird auch für eine weitere Betreibung der Eishalle durch die Stadt stimmen.“
Das Zittern geht weiter
Nicht ganz so eindeutig und pro Eissport äußerte sich Knut Olbrich von der SPD beziehungsweise René Schirrock von der Liste „Wir für hier“. Eissport-Geschäftsführer René Reinert und seine Mitstreiter müssen also weiter zittern. Die Frage, ob es in Weißwasser in der nächsten Saison in der 2. Liga wieder gegen Spitzenmannschaften wie Bietigheim geht, konnte auch gestern Abend nicht beantwortet werden.
Das Zittern geht weiter. Den Beteuerungen von Oberbürgermeister Hartwig Rauh, er sei doch auch ein Eishockey-Anhänger, wollte keiner auf dem Marktplatz so richtig folgen.
(Michael Schlick)
Botschaft und Glaube
Er sei Eishockey-Anhänger und wolle mitarbeiten, den Eissport in Weißwasser zu retten, sagt Weißwassers Oberbürgermeister Hartwig Rauh. Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube - so steht es schon bei Goethe geschrieben.
Und so geht es den meisten Eishockey-Anhängern, die den Worten des eloquenten Kommunalpolitikers gestern Abend auf dem Weißwasseraner Marktplatz lauschen durften. Allein schon die Tatsache, dass Rauh an der Eishockey-Rettungs-Kundgebung teilnahm, wirkte schon unglaubwürdig.
Das ist ähnlich, als ob US-Präsident George Bush bei einer Anti-Irak-Kriegsdemo mitgelaufen wäre. Dem Weißwasseraner OB nimmt man nicht den letzten Einsatz für die Rettung des Eissports in Weißwasser ab. Stereotyp und gebetsmühlenartig erzählt er, dass kein Geld da sei, die Stadt pleite sei, und, und, und.
Eine Idee, wie es denn doch weitergehen könnte, hat das Stadtoberhaupt scheinbar nicht. Dass man Vereinen in weitaus schwierigeren wirtschaftlichen Situationen effektiv und auch verantwortungsbewusst helfen kann, hat das Umfeld von Energie Cottbus bewiesen. Dem Traditionsclub stand das Wasser weitaus mehr am Hals als dem Eissport in Weißwasser. Aber in Cottbus haben Politik und Wirtschaft an einem Strang gezogen. Aber davon scheint man in Weißwasser weit weg. Neben den Vereinsverantwortlichen ist eigentlich der Oberbürgermeister als Krisenmanager gefragt. (Michael Schlick)
500 Fans gegen einen Oberbürgermeister
Füchse-Anhänger demonstrieren für Erhalt des Eissports in Weißwasser / Rauh: «Es ist kein Geld da»
Oberbürgermeister Hartwig Rauh beteiligt sich zwar am Demonstrationszug gegen seine eigene Politik, will aber weiterhin sämtliche Zuschüsse für die Lausitzer Füchse streichen und gerät dabei politisch immer mehr unter Druck: Eishockey-Weißwasser steht einen Tag vor der Weg weisenden Beratung des Stadtrates am morgigen Mittwoch vor einer Zerreißprobe.
Rund 500 Demonstrantenmarschierten gestern vom Weißwasseraner Eisstadion zum Rathaus. Fans, Sympathisanten und Angehörige des Eissports kämpfen um den Erhalt der Sportart in der sächsischen Stadt. Morgen findet die entscheidende Sitzung des Stadtrates statt, in der über eine finanzielle Unterstützung des Eissports abgestimmt werden soll.
Mit ihrem blau-gelben Demonstrationszug quer durch die Stadt haben gestern Abend rund 500 Fans für den Erhalt des Eissports in Weißwasser gekämpft. Sie forderten dabei insbesondere das Stadtoberhaupt auf, die finanzielle Unterstützung für die Füchse nicht wie angekündigt zu streichen. «Andere Kommunen haben trotz leerer Kassen auch Mittel und Wege gefunden» , erklärte Sascha Hache unter dem Beifall der anderen Fans.
Unterstützung bekamen die Füchse-Anhänger von der sächsischen Sozialministerin Helma Orosz, die Rauh an seine soziale Verantwortung und die Vorbildwirkung der Stadt erinnerte. «Es gibt viele private Unternehmen, die sich seit Jahren für den Eissport engagieren. Dies darf jedoch nicht dazu führen, dass sich die Stadt völlig zurückzieht» , sagte die ehemalige Oberbürgermeisterin an die Adresse ihres Nachfolgers. Sie äußerte sich erstaunt darüber, dass Rauh das Hilfsangebot seitens des Landkreises über mögliche haushaltsrechtliche Zugeständnisse nicht genutzt habe. Orosz: «Meines Wissens nach gibt es bisher keine Anfrage an die Kommunalaufsicht.»
Rauh warb dagegen nochmals um Verständnis für seine kompromisslose Haltung. Es gäbe keine Alternative, als den Zuschuss von 460 000 Euro auf null zurückzufahren. «Wir haben keinen Spielraum. Es ist kein Geld da, auch wenn uns das Herz blutet» , betonte er. Der Oberbürgermeister stellte zudem unter den Pfiffen der Menge klar: «Wer glaubt, dass mehr Geld in den Kassen ist, je mehr Leute hier auf dem Platz demonstrieren, der liegt falsch.»
Weil die Stadt sich außerstande sieht, den Eissport-Komplex weiter zu betreiben, muss der Verein die Bewirtschaftung ab Sommer selbst übernehmen. Ohne Hilfe der Kommune sei dies aber nicht machbar, versicherte Füchse-Geschäftsführer René Reinert: «Wir wollen einfach eine faire Chance für den Neuanfang. Und den Zuschuss von 460 000 Euro auf null zurückzufahren, ist keine faire Chance.» (Frank Noack)
Demo vor Rathaus: Fast 400 Eissport-Anhänger auf Marktplatz
Fast 400 Menschen haben am Abend in Weißwasser für den Erhalt des Eissportstandortes demonstriert. Unterstützung erhielten sie von Sachsens Sozialministerin und Ex-Oberbürgermeister von Weißwasser, Helma Orosz. Sie forderte: Die Stadtverwaltung dürfe sich nicht aus ihrer Verantwortung für den Eissport ziehen. "Weißwasser ohne Eissport ist wie Paris ohne Eifelturm", so Orosz, die selbst einmal Oberbürgermeisterin von Weißwasser war.
Weißwassers OB Hartwig Rauh bezeichnete den Auftritt von Frau Orosz als äußerst unglücklich. Sie komme mit Rezepten daher, die sie damals als Oberbürgermeisterin selbst ausgenutzt habe, die aber für die Stadt nicht von Vorteil gewesen seien:
Über die Zukunft des Eishockeysports in Weißwasser entscheidet am Mittwoch der Stadtrat. In einer Ratssitzung soll die künftige Finanzierung der Lausitzer Füchse festgelegt werden.
OBM: Kein Geld von der Stadt
Oberbürgermeister Hartwig Rauh hatte bereits verlauten lassen, dass die Stadt sämtliche Zuschüsse für den Zweitligisten streichen wird. Bisher hat die Kommune den Verein mit 460.000 Euro unterstützt und damit u.a. die Eissport-Halle betrieben. "Wir haben keinen Spielraum. Es ist kein Geld da", begründete Rauh den drastischen Sparkurs.
Sollte der Stadtrat die finanzielle "Null-Variante" absegnen, droht den traditionsreichen und zuletzt sportlich erfolgreichen "Füchsen" das Aus. "Wir sollen den Eissport-Komplex ab Sommer allein bewirtschaften, das geht aber nicht ohne die Hilfe der Stadt", sagte Geschäftsführer René Reinert. In der "Lausitzer Rundschau" fordert er "eine faire Chance" und ergänzte: "Die Unterstützung von 460.000 Euro auf Null zu fahren, ist keine faire Chance."
Fans demonstrieren OBM
Gegen die geplanten Sparmaßnahmen demonstrierten am Montagabend gut 1.000 Anhänger. Unterstützung bekamen die "Füchse"-Fans von der ehemaligen Bürgermeisterin der Stadt, Helma Orosz. Die jetzige Sozialministerin wies daraufhin, dass sich die Stadt trotz leerer Kassen nicht aus der Verantwortung ziehen dürfe. OBM Rauh ließen diese Worte und auch die zahlreichen Demonstranten scheinbar kalt. "Wer glaubt, dass mehr Geld in den Kassen ist, je mehr Leute hier auf dem Platz demonstrieren, der liegt falsch", verkündete er unter Pfiffen der Menge.
Wann nimmt man diesem OB die Verantwortung weg. Frau Orosz hat sich für ihre Stadt und ihr Aushängeschild eingesetzt und setzt sich noch ein. Sie hat mit Kreativität und Einsatz einiges auf die Beine gestellt. Der jetzige OB hat weder Visionen noch Einsatz. So wie er die Stadt führt, kann das auch ein Buchhalter und dessen Gehalt ist bedeutend geringer.
2 | hutsche | 24.05.2005 @ 21:05
@1 wo Du Recht haste Recht!!!!!
3 | HeavensDJ | 25.05.2005 @ 01:02
alle machen sich da oben sorgen um unsere satdt....
ist eishockey nichtmehr, wars das auch mit weißwasser... dann hat bald halbendorf mehr einwohner, die haben nämlich nen see mit dem se werben können! wer soll uns da noch raus holen.....
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Weißwasser. "Rauhe" Zeiten in Eishockey-Weißwasser: Der Oberbürgermeister der Lausitzer Eishockeyhochburg, Hartwig Rauh, hat unmissverständlich verkündet: "Wir haben keinen Cent mehr, um die Betreibung des Eissportkomplexes zu unterstützen." Der kommunale Zuschuss für die Eishalle soll von 460000 Euro auf Null zurückgefahren werden. "Alle Einsparmöglichkeiten eingerechnet, sind dennoch mindestens 300.000 Euro nötig, um den Komplex zu betreiben. Diese Summe kann der Eissport in Weißwasser allein nicht stemmen", hat Füchse-Geschäftsführer René Reinert ausgerechnet. Die Stadt will die (ihr lästige) Halle in private Trägerschaft durch EHC und ESW überführen - wenn ein schlüssiges Betreiberkonzept ohne kommunale Zuschüsse vorliegt. Und an diesem Punkt scheiden sich die Geister. Die Gefahr ist groß, dass die EHC- Profiabteilung bis 30. Juni keine Spielstätte für die neue Saison nachweisen kann. Das würde zum Lizenzentzug und endgültigen Aus des Eishockeystandortes Weißwasser führen.
Die Zeit wird knapp. Jetzt proben die Fans auf den Aufstand. Vor dem Rathaus der Glasmacherstadt fand gestern Abend eine große Demonstration statt, 600 Füchse-Anhänger nahmen teil. Organisations-Chef Sascha Hache: "Wir wollen damit signalisieren, dass der Eissport überregionale Bedeutung hat. Vielleicht ist dadurch der Niederschlesische Oberlausitzkreis zu größerer Unterstützung zu bewegen." Morgen tagt der Stadtrat in Weißwasser, die "Eishallenfrage" soll dabei erörtert werden. Ob die Demonstration die Stadtväter und OB Rauh - der übrigens gestern selbst im Demonstrationszug mitlief - die Entscheidungsfindung "erleichtert" hat, bleibt abzuwarten. "Es geht aber auch darum, sich als breite Masse zu präsentieren, die hinter dem Eissport steht", erklärt EHC-Geschäftsführer René Reinert.
Quelle: Dresdner Neueste Nachrichten vom 24.05.05
Weißwasser. 500 Fans demonstrierten für den Eissport. Weißwasseraner Entscheidungsträger sind uneins über die Zukunft.
Ihr sei die Bibliothek oder der Tierpark wichtiger als der Eissport, erklärte die PDS-Fraktionsvorsitzende im Weißwasseraner Stadtrat Karin Gründel gestern Abend bei der Abschlusskundgebung der Fan-Demo zum Erhalt des Eishockeys in Weißwasser.
Gellende Pfiffe
Sie erntete gellende Pfiffe und einige unsachliche Bemerkungen ihres Nachredners, des EHC-Pressesprechers Andreas Friebel, der diese Meinungsäußerung mit „unsachlich“ und „tiefer geht's nicht“ analysierte. Ansonsten blieb die Veranstaltung recht sachlich. Nach Ende des Demonstrationszuges, an dem sich außer etwa 500 Eishockeyfans auch Weißwassers OB Hartwig Rau beteiligt hatte, war dieser auch der erste, der bei der Kundgebung das Wort ergriff.
OB blieb bei seiner Auffassung
Mit lächelnder Miene machte er zum wiederholten Mal deutlich, dass die Stadt aufgrund der mehr als angespannten Haushaltssituation nicht in der Lage sei, den Eissport weiterhin zu unterstützen.
Zwar wurde er nicht so deutlich wie bei seinem Stammtisch am Sonntag, wo er Hobby-Eishockey-Spieler aufforderte, sich nach einer Alternativsportart umzuschauen, aber aus seinen Ausführungen wurde deutlich, dass er nicht die allergrößten Überlebenschancen für den Eissport in Weißwasser sieht.
Man müsse weiter nach Möglichkeiten suchen, die ganze Sache zu finanzieren, man müsse mit dem neuen ESW-Vorstand zusammenarbeiten – seine Ausführungen hatten doch mehr oder weniger phrasenhaften Charakter. Die letzte Konsequenz wurde von seinen Zuhörern vermisst.
Konkreter wurde da die sächsische Sozialministerin Helma Orosz. Sie berichtete von einem konkreten Angebot des Landrats Bernd Lange an den Oberbürgermeister. Danach könne der Landkreis als Kommunalaufsicht für die Stadt den Haushalt noch einmal unter die Lupe nehmen. Eventuell ließen sich die finanziellen Fesseln doch noch etwas lockern.
Ebenso war man sich einig, dass es noch etwas Potenzial beziehungsweise Nachholbedarf seitens des OB geben müsse, was die Akquiese neuer Sponsoren aus Wirtschaft und Politik anbelangt.
Unterstützung findet der Eissport ohne Wenn und Aber bei der Weißwasseraner CDU. Deren Fraktionschef Bernhard Waldau sagte bei der Kundgebung: „Unsere Partei steht ohne Wenn und Aber hinter dem Eissport und wird auch für eine weitere Betreibung der Eishalle durch die Stadt stimmen.“
Das Zittern geht weiter
Nicht ganz so eindeutig und pro Eissport äußerte sich Knut Olbrich von der SPD beziehungsweise René Schirrock von der Liste „Wir für hier“. Eissport-Geschäftsführer René Reinert und seine Mitstreiter müssen also weiter zittern. Die Frage, ob es in Weißwasser in der nächsten Saison in der 2. Liga wieder gegen Spitzenmannschaften wie Bietigheim geht, konnte auch gestern Abend nicht beantwortet werden.
Das Zittern geht weiter. Den Beteuerungen von Oberbürgermeister Hartwig Rauh, er sei doch auch ein Eishockey-Anhänger, wollte keiner auf dem Marktplatz so richtig folgen.
(Michael Schlick)
Botschaft und Glaube
Er sei Eishockey-Anhänger und wolle mitarbeiten, den Eissport in Weißwasser zu retten, sagt Weißwassers Oberbürgermeister Hartwig Rauh. Die Botschaft hör ich wohl, allein mir fehlt der Glaube - so steht es schon bei Goethe geschrieben.
Und so geht es den meisten Eishockey-Anhängern, die den Worten des eloquenten Kommunalpolitikers gestern Abend auf dem Weißwasseraner Marktplatz lauschen durften. Allein schon die Tatsache, dass Rauh an der Eishockey-Rettungs-Kundgebung teilnahm, wirkte schon unglaubwürdig.
Das ist ähnlich, als ob US-Präsident George Bush bei einer Anti-Irak-Kriegsdemo mitgelaufen wäre. Dem Weißwasseraner OB nimmt man nicht den letzten Einsatz für die Rettung des Eissports in Weißwasser ab. Stereotyp und gebetsmühlenartig erzählt er, dass kein Geld da sei, die Stadt pleite sei, und, und, und.
Eine Idee, wie es denn doch weitergehen könnte, hat das Stadtoberhaupt scheinbar nicht. Dass man Vereinen in weitaus schwierigeren wirtschaftlichen Situationen effektiv und auch verantwortungsbewusst helfen kann, hat das Umfeld von Energie Cottbus bewiesen. Dem Traditionsclub stand das Wasser weitaus mehr am Hals als dem Eissport in Weißwasser. Aber in Cottbus haben Politik und Wirtschaft an einem Strang gezogen. Aber davon scheint man in Weißwasser weit weg. Neben den Vereinsverantwortlichen ist eigentlich der Oberbürgermeister als Krisenmanager gefragt. (Michael Schlick)
Quelle: Sächsische Zeitung Lokalteil WSW vom 24.05.05
Füchse-Anhänger demonstrieren für Erhalt des Eissports in Weißwasser / Rauh: «Es ist kein Geld da»
Oberbürgermeister Hartwig Rauh beteiligt sich zwar am Demonstrationszug gegen seine eigene Politik, will aber weiterhin sämtliche Zuschüsse für die Lausitzer Füchse streichen und gerät dabei politisch immer mehr unter Druck: Eishockey-Weißwasser steht einen Tag vor der Weg weisenden Beratung des Stadtrates am morgigen Mittwoch vor einer Zerreißprobe.
Rund 500 Demonstrantenmarschierten gestern vom Weißwasseraner Eisstadion zum Rathaus. Fans, Sympathisanten und Angehörige des Eissports kämpfen um den Erhalt der Sportart in der sächsischen Stadt. Morgen findet die entscheidende Sitzung des Stadtrates statt, in der über eine finanzielle Unterstützung des Eissports abgestimmt werden soll.
Mit ihrem blau-gelben Demonstrationszug quer durch die Stadt haben gestern Abend rund 500 Fans für den Erhalt des Eissports in Weißwasser gekämpft. Sie forderten dabei insbesondere das Stadtoberhaupt auf, die finanzielle Unterstützung für die Füchse nicht wie angekündigt zu streichen. «Andere Kommunen haben trotz leerer Kassen auch Mittel und Wege gefunden» , erklärte Sascha Hache unter dem Beifall der anderen Fans.
Unterstützung bekamen die Füchse-Anhänger von der sächsischen Sozialministerin Helma Orosz, die Rauh an seine soziale Verantwortung und die Vorbildwirkung der Stadt erinnerte. «Es gibt viele private Unternehmen, die sich seit Jahren für den Eissport engagieren. Dies darf jedoch nicht dazu führen, dass sich die Stadt völlig zurückzieht» , sagte die ehemalige Oberbürgermeisterin an die Adresse ihres Nachfolgers. Sie äußerte sich erstaunt darüber, dass Rauh das Hilfsangebot seitens des Landkreises über mögliche haushaltsrechtliche Zugeständnisse nicht genutzt habe. Orosz: «Meines Wissens nach gibt es bisher keine Anfrage an die Kommunalaufsicht.»
Rauh warb dagegen nochmals um Verständnis für seine kompromisslose Haltung. Es gäbe keine Alternative, als den Zuschuss von 460 000 Euro auf null zurückzufahren. «Wir haben keinen Spielraum. Es ist kein Geld da, auch wenn uns das Herz blutet» , betonte er. Der Oberbürgermeister stellte zudem unter den Pfiffen der Menge klar: «Wer glaubt, dass mehr Geld in den Kassen ist, je mehr Leute hier auf dem Platz demonstrieren, der liegt falsch.»
Weil die Stadt sich außerstande sieht, den Eissport-Komplex weiter zu betreiben, muss der Verein die Bewirtschaftung ab Sommer selbst übernehmen. Ohne Hilfe der Kommune sei dies aber nicht machbar, versicherte Füchse-Geschäftsführer René Reinert: «Wir wollen einfach eine faire Chance für den Neuanfang. Und den Zuschuss von 460 000 Euro auf null zurückzufahren, ist keine faire Chance.» (Frank Noack)
Quelle: Lausitzer Rundschau vom 24.05.05
Fast 400 Menschen haben am Abend in Weißwasser für den Erhalt des Eissportstandortes demonstriert. Unterstützung erhielten sie von Sachsens Sozialministerin und Ex-Oberbürgermeister von Weißwasser, Helma Orosz. Sie forderte: Die Stadtverwaltung dürfe sich nicht aus ihrer Verantwortung für den Eissport ziehen. "Weißwasser ohne Eissport ist wie Paris ohne Eifelturm", so Orosz, die selbst einmal Oberbürgermeisterin von Weißwasser war.
Weißwassers OB Hartwig Rauh bezeichnete den Auftritt von Frau Orosz als äußerst unglücklich. Sie komme mit Rezepten daher, die sie damals als Oberbürgermeisterin selbst ausgenutzt habe, die aber für die Stadt nicht von Vorteil gewesen seien:
Helma Orosz und Hartwig Rauh auf Radio Lausitz 107,6
Quelle: Radio Lausitz 107,6
Über die Zukunft des Eishockeysports in Weißwasser entscheidet am Mittwoch der Stadtrat. In einer Ratssitzung soll die künftige Finanzierung der Lausitzer Füchse festgelegt werden.
OBM: Kein Geld von der Stadt
Oberbürgermeister Hartwig Rauh hatte bereits verlauten lassen, dass die Stadt sämtliche Zuschüsse für den Zweitligisten streichen wird. Bisher hat die Kommune den Verein mit 460.000 Euro unterstützt und damit u.a. die Eissport-Halle betrieben. "Wir haben keinen Spielraum. Es ist kein Geld da", begründete Rauh den drastischen Sparkurs.
Sollte der Stadtrat die finanzielle "Null-Variante" absegnen, droht den traditionsreichen und zuletzt sportlich erfolgreichen "Füchsen" das Aus. "Wir sollen den Eissport-Komplex ab Sommer allein bewirtschaften, das geht aber nicht ohne die Hilfe der Stadt", sagte Geschäftsführer René Reinert. In der "Lausitzer Rundschau" fordert er "eine faire Chance" und ergänzte: "Die Unterstützung von 460.000 Euro auf Null zu fahren, ist keine faire Chance."
Fans demonstrieren OBM
Gegen die geplanten Sparmaßnahmen demonstrierten am Montagabend gut 1.000 Anhänger. Unterstützung bekamen die "Füchse"-Fans von der ehemaligen Bürgermeisterin der Stadt, Helma Orosz. Die jetzige Sozialministerin wies daraufhin, dass sich die Stadt trotz leerer Kassen nicht aus der Verantwortung ziehen dürfe. OBM Rauh ließen diese Worte und auch die zahlreichen Demonstranten scheinbar kalt. "Wer glaubt, dass mehr Geld in den Kassen ist, je mehr Leute hier auf dem Platz demonstrieren, der liegt falsch", verkündete er unter Pfiffen der Menge.
Quelle: www.mdr.de