Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Ohne Zuschuss stirbt das Eishockey
24.05.2005 | 21:55 Uhr von
Heute im Stadtrat wird die CDU-Fraktion Geld für die Eishallenbetreibung beantragen. Die SZ sprach mit Bernhard Waldau.

Haben die Ereignisse der letzten Tage, die Spendenaktion der Füchse oder der Protestmarsch der Fans am Montag dazu geführt, dass die CDU-Fraktion jetzt einen Zuschuss für die Betreibung der Eissporthalle fordert?

Nein, das hat etwas damit zu tun, dass der Betreibervertrag heute auf der Tagesordnung steht und wir einen Beschluss nur fassen können, wenn die Finanzierung geklärt ist. Aus unserer Sicht ist es aussichtslos, einen Betreiber mit einem Zuschussbetrag Null zu finden. Ohne Zuschuss stirbt das Eishockey in Weißwasser. Das haben wir übrigens schon immer so gesagt. Deshalb werden wir über einen angemessenen finanziellen Beitrag der Stadt reden müssen.

Nach den Worten des Oberbürgermeisters ist die Stadt aber in solch einer finanziellen Lage, dass sie sich das nicht mehr leisten kann!

Ich bin jetzt seit 15 Jahren Stadtrat in Weißwasser und es waren immer schwerwiegende Entscheidungen, wenn es um die finanzielle Unterstützung des Eishockeys ging. Wir als CDU haben in unserem Wahlprogramm stehen, dass wir den Eishockeysport in Weißwasser erhalten wollen. Für uns ist das eine freiwillige Pflichtaufgabe, weil Eishockey ein Alleinstellungsmerkmal oder auch das Aushängeschild der Stadt ist und darüber hinaus, weil uns der Nachwuchs am Herzen liegt. Es geht um die Identifikation der Bürger mit ihrer Stadt. Ohne Eishockey bleibt da nicht mehr viel.

Der Oberbürgermeister sagt, er würde das Geld lieber dort einsetzen, wo der Effekt größer ist.

Ich weiß auch, Investitionen sind ganz wichtig. Mit einem Euro Eigenmitteln kann ich manchmal sechs weitere an Fördermitteln dazu bekommen. Aber auch Kultur und Sport darf man nicht vernachlässigen. Lebensqualität habe ich nicht nur durch gute Straßen.

Und trotzdem – wenn kein Geld da ist?

Unbestritten ist, dass man den Zuschuss für die Eishallenbetreibung senken muss, aber in Jahresscheiben und Schritt für Schritt. Bei anderen Privatisierungen läuft das ja auch so. Und übrigens, Fördermittel wurden auch in die Eishalle gesteckt und es droht eine Rückzahlung, wenn sie nicht weiter betrieben wird.

Gemunkelt wird über 150 000 Euro, die ihre Fraktion beantragen wird.

Das wäre eine Summe, über die man sprechen könnte. Wir haben mit potenziellen Sponsoren für die Betreibung der Eishalle gesprochen, die sich vorstellen können, mit einem Beitrag die Lücke zu den Gesamtkosten schließen zu helfen. Aber immer unter einer Bedingung: Die Stadt muss mit im Boot sein.

Nun sind die Mehrheitsverhältnisse im Stadtrat so, dass die CDU-Stimmen allein für eine Mehrheit bei weitem nicht reichen. Haben sie schon mit anderen Stadträten gesprochen?

Ja, am Rande der Protestdemonstration zum Beispiel. Ich glaube, niemand könnte den Bürgern der Stadt wirklich erklären, wenn man dem Eishockey keine Chance mehr gibt und es sterben lässt. In vielen Einzelgesprächen habe ich gehört, dass man dafür ist, Eishockey in Weißwasser zu erhalten. Lippenbekenntnisse aber reichen jetzt nicht. Ein Abbau des Zuschusses von 460 000 Euro auf Null geht nicht. Ein Sockelbetrag muss bleiben, der Jahr für Jahr etwas abgeschmolzen werden kann.

Und wenn das nicht gelingt?

Ein Bruch, ein Aussetzen für ein Jahr zum Beispiel, würde das unwiderrufliche Ende des Eishockeys in Weißwasser bedeuten. Ich bin optimistisch, dass wir gemeinsam mit dem neuen Vorstand der Lausitzer Füchse neue, intelligente Wege finden, das Eishockey auch langfristig in unserer Stadt zu erhalten.

Gespräch: Frank Thümmler

Quelle: Sächsische Zeitung Lokalteil WSW vom 25.05.05
588 mal gelesen
 
1 | Mozart | 24.05.2005 @ 22:16
Bitte auch den Worten Taten folgen lassen! Ciao Mozart!
2 | maikäfer | 24.05.2005 @ 23:37
Hoffentlich ist das nicht nur der Anfang vom Bundeswahlkampf.
3 | hutsche | 25.05.2005 @ 07:35
@2 so sprach der Herr Waldau auch schon vor Wochen, und ich weiß er will das auch so- also nichts Wahlkampf, sondern eine Mehrheit im Stadtrat muß her.
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