Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Bully in letzter Minute
13.06.2005 | 23:12 Uhr von
Oberbürgermeister Rauh hatte zu einem Sondierungsgespräch über die Finanzierung der Eishalle eingeladen. Morgen entscheiden die Stadträte.
Ein Bully in der letzten Minute ist oftmals die letzte Chance, über Sieg oder Niederlage eines Eishockeyspieles zu entscheiden. Die Chance liegt in der Eroberung der schwarzen Scheibe und einem schnellen Angriff.

Um in der Eishockeysprache zu bleiben, es läuft die 60. Minute, um eine Entscheidung für den Erhalt des Eishockeysportes in Weißwasser herbeizuführen. Es geht um die Beteiligung der Stadt an der Betreibung der Eishalle.

Mit am Tisch saß am Sonntagabend im Rathaus von Weißwasser auch der sächsische Wirtschaftsminister Thomas Jurk. Der Minister hatte sich ebenso wie der Landrat zur Vermittlung in dem verfahrenen Streit zwischen der Stadt und dem Eishockeyverein als Vermittler angeboten.

Sonderregelung ist möglich

Thomas Jurk begrüßte den konsequenten Konsolidierungskurs der Stadt Weißwasser, um auch im kommenden Jahr einen ausgeglichenen Haushalt vorweisen zu können. Aus diesem Grund zog sich die Stadt auch aus der Finanzierung der Eishalle zurück. Zum anderen fürchtet die Stadt, den Zuschuss des Landes von 750 000 Euro zum Tag der Sachsen zu verlieren, der an einem ausgeglichenen Haushalt gekoppelt ist.

Hier setzte Minister Jurk an und berichtete von Gesprächen, die er im Vorfeld mit dem Innenminister, dem Landrat und dem Regierungspräsidium geführt hatte. Sein Fazit: „Eine Sonderregelung ist möglich, wenn Weißwasser auch weiterhin auf Konsolidierungskurs bleibt.“

Im Klartext heißt das, die Stadt könnte sich mit 150 000 Euro an der Betreibung der Eishalle für die kommende Bundesligaspielzeit beteiligen, ohne Gefahr, zugesagte Fördermittel zu verlieren.

Auch Landrat Bernd Lange machte deutlich, dass sich der Kreis als Aufsichtsbehörde von Weißwasser, einer einvernehmlichen Lösung nicht verschließen wird. „Es geht nicht um eine Aufweichung der Konsolidierung, aber ich bin überzeugt, bei gutem Willen ist das schwierige Problem zu lösen.“

Heute Treffen Lange-Rauh

Der Landrat forderte aber auf, alle Zahlen auf den Tisch zu legen. Über die Kosten der Eishallenbetreibung kursieren mehrere Angaben von 300 000 bis 450 000 Euro. Gemeinsam mit Hartwig Rauh will er heute noch einmal die Situation erörtern. Im Ergebnis soll ein fundiertes Zahlenwerk stehen, auf dessen Basis die Stadträte von Weißwasser morgen ihre Entscheidung treffen können.

Oberbürgermeister Rauh mahnte den Sparwillen der Vereinsführung an. So könnten beim Service in der Eishalle mehr ehrenamtliche Kräfte eingesetzt werden. Die se Forderung wiesen Rene Reinert, Chef der Eishockey-Füchse und Hauptsponsor Bernd Nadebor zurück. Die Schankrechte zum Beispiel sind zwischen der Stadt und den Betreibern vertraglich geregelt.

Der Stadtrat, der morgen letztendlich über eine Beteiligung zu entscheiden hat, ist in der Beurteilung der Situation zerrissen. Während CDU-Fraktionschef Bernhard Waldau von seiner Position nicht abweicht und für eine Beteiligung der Stadt ohne Wenn und Aber eintritt, gibt es in der starken PDS-Fraktion auch Überlegungen, das Nein zu einem Zuschuss festzuschreiben. Die morgige Entscheidung hat auch für die Eishockeymannschaft aus Niesky Konsequenzen. Vereinschef Bernd Funke: „Wo sollen wir trainieren, wenn es die Eishalle nicht mehr gibt?“

Es läuft die 60. Spielminute.


Von Jahr zu Jahr?
Wie schnell doch Träume verfliegen. Vor ein paar Monaten noch wurde in Weißwasser über den Zuschnitt einer Sportarena debattiert, die zwischen 5 000 und 6 000 Zuschauer fassen sollte. Heute, und vor allem morgen geht es um nicht mehr und nicht weniger als das nackte Überleben des Eishockeysports.

Es wäre den Kindern und Jugendlichen im Verein, den Profis, den zahlreichen Fans und der Region zu wünschen, dass es im September den Anpfiff zur neuen Bundesligasaison gibt.

Doch dann darf das Aufatmen nur von kurzer Dauer sein. In den nächsten Monaten muss eine Strategie entwickelt werden, wie es dauerhaft weiter geht mit der über 70jährigen Tradition des Eishockeys in Weißwasser und dem Landkreis. Sollte sich in einem Jahr das gegenwärtige Schauspiel wiederholen, dann wäre das wohl das endgültige Aus der Blau-Gelben.
(Wolfgang Nagorske)

Quelle: Sächsische Zeitung Lokalteil WSW vom 14.06.05
895 mal gelesen
 
1 | Mozart | 13.06.2005 @ 23:14
Mir kommt das Kotzen... Wie sagte OB Rauh unter Zeugen zu Frau Gründel nach ihrer Brandrede bei der Demo? "Hast du gut gemacht!" Ciao Mozart!
2 | Paule | 13.06.2005 @ 23:48
Meiner Meinung nach hilft da nur eins... der Mann muss weg! Als Bürgermeister ist er für eine eishockeyverrückte Stadt wie WSW schon seit langem nicht mehr tragbar!
3 | Schinzi | 14.06.2005 @ 05:48
erzwingt Neuwahlen und sägt Ihn ab...
4 | Drahtknecht | 14.06.2005 @ 07:14
Wer sind eigentlich diese "Stadtväter" von denen da immer gesprochen wird. Wenn sie ihren Namen recht zu kommen lassen wollen, müssen sie doch auch mit dem Eissport gross geworden sein. Aber sicherlich ist das nur so ein Kosename.
5 | kojoti | 14.06.2005 @ 09:00
Ich mach mir für den Rest der Woche ne Schachtel Baldrian auf. *rumreich*
6 | lehm | 14.06.2005 @ 09:21
Wann wird man denn morgen etwas erfahren wie es ausgegangen ist?
7 | kojoti | 14.06.2005 @ 09:26
Ich denke mal im Verlauf des späteren Mittwochabend.
8 | eis-fuchsi | 14.06.2005 @ 10:23
und wenn die Leute da morgen gegen des Eishockey entscheiden, marschiere ich zu denen und bau deren Rathaus mit eigenen Händen , Stein für Stein, ab!! Freizeit genug hätte ich ja dann *seufz*
9 | Silvio67 | 14.06.2005 @ 10:50
Gestern war doch Sitzung des Wirtschafts und Finanzausschusses und der Ältestenrat sollte tagen, und sich mit dem Zuschuss beschäftigen. Weiß denn jemand was da raus gekommen ist.
10 | June | 14.06.2005 @ 11:56
wenn das Eishockey gekillt wird nur mal der Hinweis, dass hier in BZ zuletzt paar Tiefgaragen brannten... zufällig an sozialen Brennpunkten.
11 | Thorben | 14.06.2005 @ 15:39
Also morgen ist um 16 Uhr Stadtratsitzung aber leider nur zum Teil öffentlich glaub ich!
12 | Cameleon | 14.06.2005 @ 15:58
Gibt es denn Möglichkeiten diesen Bürgermeister durch das Volk abzuwählen, sollte der Eissport morgen sterben?
13 | Stefan-ESW | 14.06.2005 @ 18:41
Der Rauh macht eh nur ne Amtsperiode und dann ist er weg vom Fenster und in der Zeit,hat er viel kaputt gemacht... Wer den gewählt hat,sollte gesteinigt werden....tz
14 | June | 15.06.2005 @ 13:17
naja, iss wie in der grossen politik: am ende hat die keiner der gefragten gewählt... zu 10) noch die anmerkung, dass ich solche reaktionen natürlich nich gutheisse!
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