Deutsches Junioreneishockey im Aufwind?
Die U18 hat im Frühjahr 2005 den Klassenerhalt geschafft und im direkten Vergleich die Rivalen aus der Schweiz in den Keller geschickt. Die U20 hat im Juli die Schweizer ebenfalls besiegt. Beide Erfolge waren verdient und ohne Wenn und Aber. Eine Bestätigung dieser Erfolge ist nun die Aufgabe des Jahrgangs 88. Nach meinen ersten Eindrücken aus der vergangenen Saison habe ich erwartet, dass die Schweiz wieder die Nase vorne haben wird. Diese Erwartung wurde im Sommer-Trainingscamp in Davos nicht bestätigt. Deutschland hat im U18-Vergleich alle drei Testspiele gewonnen, war spielerisch gleichwertig und physisch klar überlegen. Ist der Deutsche Jahrgang 88 besser als derjenige der Schweiz? Nein, dies kann ich so nicht unterschreiben, denn bei den Schweizern haben drei wichtige Stürmer gefehlt. Trotz diesen Vorbehalten haben mich die Deutschen überzeugt. Sie stellen eine physisch starke Mannschaft mit langen Hebeln. Hinzu kamen solide Torhüterleistungen. Defizite stelle ich im Bereich „Handskills“ fest. Es gibt auch bei diesem Jahrgang nur wenige Deutsche Spieler, die mit schnellen und weichen Händen Überraschungsmomente kreieren können.
Ein Bestehen gegen die Schweizer sagt aber noch nichts aus im Weltklassevergleich. Als NHL-Scout war es meine Aufgabe, Spieler mit Potenzial für den NHL-Draft ausfindig zu machen. Ja, es gibt wohl den einen oder anderen der den Sprung auf die so genannte „Watch-List“ schafft. Draft-Potenzial bedeutet aber noch nicht NHL-Potenzial und NHL-Potenzial bedeutet noch nicht NHL-Stammspieler… Der Weg in die NHL ist sehr lang und sehr beschwerlich und die Ausgangslage – der Talentlevel – muss aussergewöhnlich sein.
Welche Spieler haben bereits jetzt den Weg in mein Notizbuch gefunden?
Marcel MÜLLER überzeugt durch sein effizientes, kraftvolles und gut gleitendes Skating. Auch sein Handgelenkschuss hat mich überzeugt. Der Riese Elia OSTWALD deckt die Scheibe gut ab und hat dank seinen langen Hebeln sehr gute Möglichkeiten im „Poke-Checking“. Andererseits muss er noch an seinen „Handskills“ arbeiten und vor allem noch an Beinkraft zulegen. Seine Beschleunigung aus dem Stand ist noch unbefriedigend und trotz seiner beachtlichen Körpermasse lässt er sich noch allzu leicht „von den Beinen holen“. Trotzdem: Ostwald ist ein gutes Talent, „big guys take longer to develop“. Thorsten ANKERT ist ein physisch starker und zuverlässiger Verteidiger mit solidem Skating und gutem Allroundspiel. Er hat Stärken entlang der Bande und ist in 1:1-Situationen kaum zu überspielen. Im Offensivbereich trifft er noch nicht immer die optimalen Entscheidungen. Maximilian BRANDL ist ein guter Schlittschuhläufer mit beeindruckender Beschleunigung vom zweiten in den dritten Gang. Er hat auch Talent im Umgang mit Stock und Puck und erinnert mich in seinem Stil etwas an Felix SCHÜTZ, dem vielleicht besten Deutschen Talent für den 2006-NHL-Draft. Brandl hat aber körperliche Defizite und dies wird seine Effizienz in internationalen Wettbewerben limitieren. Auch Constantin BRAUN ist ein Spieler der zusätzliche Aufmerksamkeit verdient. Seine Schüsse aus dem Handgelenk sind nicht von schlechten Eltern. Felix THOMAS ist als Verteidiger für die NHL zu klein. Trotzdem hat er sich in mein Herz gespielt. Er ist smart, talentiert und kreativ. Die eingesetzten Torhüter haben ebenfalls überzeugt und verdienen weitere Beobachtungen.
Alles in allem dürfen wir ein verbessertes Niveau im Deutschen Junioreneishockey feststellen. Dies ist aber noch nicht mehr als ein Trend, der sich auf die Jahrgänge 87 und bedingt jetzt auch 88 bezieht. Eine stabile Verbesserung ist (noch) nicht in Sicht und selbst bei diesen zwei guten Jahrgängen ist die Lücke zur Weltspitze ziemlich groß, denn die Schweiz gehört nicht zur Weltspitze.
Die U18 hat im Frühjahr 2005 den Klassenerhalt geschafft und im direkten Vergleich die Rivalen aus der Schweiz in den Keller geschickt. Die U20 hat im Juli die Schweizer ebenfalls besiegt. Beide Erfolge waren verdient und ohne Wenn und Aber. Eine Bestätigung dieser Erfolge ist nun die Aufgabe des Jahrgangs 88. Nach meinen ersten Eindrücken aus der vergangenen Saison habe ich erwartet, dass die Schweiz wieder die Nase vorne haben wird. Diese Erwartung wurde im Sommer-Trainingscamp in Davos nicht bestätigt. Deutschland hat im U18-Vergleich alle drei Testspiele gewonnen, war spielerisch gleichwertig und physisch klar überlegen. Ist der Deutsche Jahrgang 88 besser als derjenige der Schweiz? Nein, dies kann ich so nicht unterschreiben, denn bei den Schweizern haben drei wichtige Stürmer gefehlt. Trotz diesen Vorbehalten haben mich die Deutschen überzeugt. Sie stellen eine physisch starke Mannschaft mit langen Hebeln. Hinzu kamen solide Torhüterleistungen. Defizite stelle ich im Bereich „Handskills“ fest. Es gibt auch bei diesem Jahrgang nur wenige Deutsche Spieler, die mit schnellen und weichen Händen Überraschungsmomente kreieren können.
Ein Bestehen gegen die Schweizer sagt aber noch nichts aus im Weltklassevergleich. Als NHL-Scout war es meine Aufgabe, Spieler mit Potenzial für den NHL-Draft ausfindig zu machen. Ja, es gibt wohl den einen oder anderen der den Sprung auf die so genannte „Watch-List“ schafft. Draft-Potenzial bedeutet aber noch nicht NHL-Potenzial und NHL-Potenzial bedeutet noch nicht NHL-Stammspieler… Der Weg in die NHL ist sehr lang und sehr beschwerlich und die Ausgangslage – der Talentlevel – muss aussergewöhnlich sein.
Welche Spieler haben bereits jetzt den Weg in mein Notizbuch gefunden?
Marcel MÜLLER überzeugt durch sein effizientes, kraftvolles und gut gleitendes Skating. Auch sein Handgelenkschuss hat mich überzeugt. Der Riese Elia OSTWALD deckt die Scheibe gut ab und hat dank seinen langen Hebeln sehr gute Möglichkeiten im „Poke-Checking“. Andererseits muss er noch an seinen „Handskills“ arbeiten und vor allem noch an Beinkraft zulegen. Seine Beschleunigung aus dem Stand ist noch unbefriedigend und trotz seiner beachtlichen Körpermasse lässt er sich noch allzu leicht „von den Beinen holen“. Trotzdem: Ostwald ist ein gutes Talent, „big guys take longer to develop“. Thorsten ANKERT ist ein physisch starker und zuverlässiger Verteidiger mit solidem Skating und gutem Allroundspiel. Er hat Stärken entlang der Bande und ist in 1:1-Situationen kaum zu überspielen. Im Offensivbereich trifft er noch nicht immer die optimalen Entscheidungen. Maximilian BRANDL ist ein guter Schlittschuhläufer mit beeindruckender Beschleunigung vom zweiten in den dritten Gang. Er hat auch Talent im Umgang mit Stock und Puck und erinnert mich in seinem Stil etwas an Felix SCHÜTZ, dem vielleicht besten Deutschen Talent für den 2006-NHL-Draft. Brandl hat aber körperliche Defizite und dies wird seine Effizienz in internationalen Wettbewerben limitieren. Auch Constantin BRAUN ist ein Spieler der zusätzliche Aufmerksamkeit verdient. Seine Schüsse aus dem Handgelenk sind nicht von schlechten Eltern. Felix THOMAS ist als Verteidiger für die NHL zu klein. Trotzdem hat er sich in mein Herz gespielt. Er ist smart, talentiert und kreativ. Die eingesetzten Torhüter haben ebenfalls überzeugt und verdienen weitere Beobachtungen.
Alles in allem dürfen wir ein verbessertes Niveau im Deutschen Junioreneishockey feststellen. Dies ist aber noch nicht mehr als ein Trend, der sich auf die Jahrgänge 87 und bedingt jetzt auch 88 bezieht. Eine stabile Verbesserung ist (noch) nicht in Sicht und selbst bei diesen zwei guten Jahrgängen ist die Lücke zur Weltspitze ziemlich groß, denn die Schweiz gehört nicht zur Weltspitze.
Zürich, 1. August 2005 / Thomas Roost
Quelle: www.hockeyweb.de