Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
2100 Fans erleben bewegende Momente im Fuchsbau
18.08.2005 | 00:37 Uhr von
Die eigentliche Top-Meldung des Tages ging im Jubel der dem Spiel der Lausitzer Füchse gegen das DEL-Team der Kölner Haie erwartungsfroh und lautstark entgegenfiebernden etwa 2100 Fans unter: "Der ESW ist entschuldet", erklärte der amtierende Vorstandsvorsitzende des Stammvereins der Weißwasseraner Eishockeycracks, Klaus Riehle, vor der Partie des EHC gegen den KEC, die den Abschluss der Spendenaktion "Wir sind ein Team - gemeinsam für den Eissport in Weißwasser", bildete (Erlös ca. 120 000 Euro!). Da zeigte sich einmal mehr: Eishockey-Weißwasser ist immer für bewegende Meldungen und Momente gut.

Denn eigentlich war der ESW wirtschaftlich längst tot. Etwas 950 000 Euro Verbindlichkeiten, überwiegend in der ersten Hälft der 90er Jahre begründet, schwebten wie ein Damoklesschwert über dem Lausitzer Puckjägermekka. "Nach montelangen Verhandlungen verzichten die Gläubiger etwa auf die Hälfte ihrer Forderungen. Die restlichen 505 000 Euro begleichen die Hauptsponsoren des Vereins", erläuterte Riehle das "Wunder". Einziger Haken: Die Profis müssen dafür bis 2012 jährlich auf 110 000 Euro bereits vertraglich fixierten Sponsorengelder verzichten. "Es war klar, dass die Rettung des ESW irgendwo auch wehtun würde. Aber ohne konsolidierten Stammverein kann man auch bei den Profis nicht vernünfig wirtschaften", war EHC-Geschäftsführer René Reinert dennoch sichtlich erleichtert.

Aus Anlass des Benefizspiels hatte sich auch die altehrwürdige Weißwasseraner Freiluftarena noch mal herausgeputzt. Bewegend war es, als sich alte Lausitzer Haudegen wie Klaus Hirche, Siegfried und Rainer Mann oder Wolfgang Fischer in ihren "Tempel" bewegten und mit der blau-gelben Anhängerschar in Erinnerungen an Partien vor mehr als 12 500 Zuschauern schwelgten. Bewegend der Einmarsch der "Helden von heute", als Stadionsprecher Andreas Friebel zu Klängen aus dem Filme "Armageddon" die 73-jährige Historie des Weißwasseraner Eishockeys vortrug.

Ganz anders bewegte das Match gegen die Haie, die nach 40 Sekunden und dem ersten Füchse-Fehler gnadenlos zubissen, dann aber von Marin Sekera und Stefan Mann Treffer einstecken mussten. Klar bewegte die "Rückkehr der verlorenen Söhne". Denn neben Torschütze Mann (bester Akteur des Abends) trugen auch Michael Bresagk und Sebastian Klenner (jetzt beide Frankfurt Lions) das EHC-Dress. Die Drei hatten wie Mirko Lüdemann das Eishockeyspielen in Weißwasser erlernt. Ganz bewegend war die 30. Spielminute. Da nämlich der 132-fache Nationalspieler Lüdemann, seit Jahren in Diensten des KEC) für den Rest der Partie die Farben und verteidigte für die Füchse. Zu diesem Zeitpunkt stand es bereits 2:2, wobei es bis zur Schlusssirene blieb.

Emotional war es auch, als Kölns Coach Hans Zach das "Eishockeyfest" und die Leistung in den höchsten Tönen lobte und mutmaßte: "Ab heute steht sicher nicht mehr nur ganz Köln hinter den Haien, sondern auch ganz Weißwasser." Und dann war da noch die Szene, als die Übergabe der Benefizjerseys an jene Personen erfolgte, die die Dresse ersteigert hatten. Sichtlich gerührt übergab Michael Bresagk sein verschwitztes Shirt an seine Mutter. Bewegend - und eben typisch Weißwasser.

Quelle: Dresdner Neueste Nachrichten vom 18.08.2005
821 mal gelesen
 
1 | Mola | 18.08.2005 @ 06:47
man kann einfach nur sagen klasse. Ich hoffe das der Verein nie wieder in so eine Lage kommt um ein Spiel und eine Spendenaktion für den eigenen Verein veranstalten zu müssen. Ich hoffe das jetzt auf einer soliden Wirtschaft heraus geplant wird.
2 | Löweralph | 18.08.2005 @ 07:57
Kann nur eins sagen KLASSE was ihr auf die Beine gestellt habt!!Fand es als nicht Weisswasserraner einfach toll mal in dem Alten Eisstadion zu stehen!!Fanartikel,Organisation und Spielpräsentation alles Super!!Da braucht einem vor der neuen Saison nicht bange sein!!
3 | Frank | 18.08.2005 @ 09:27
Schöner Bericht, wie so oft in der "DNN". Allerdings hoff ich, dass die vielen Fehler nicht in der Printausgabe auftauchen. Was ist denn da passiert?
4 | angel185 | 18.08.2005 @ 13:47
Großes Kompliment, das Rahmenprogramm, das Spiel und die Stimmung im Fuchsbau einfach nur KLASSE!!! Das macht richtig Lust auf die neue Saison...
5 | Heidi | 18.08.2005 @ 13:55
Kann auch nur sagen KLASSE. Ich fand es gut, dass M. Bresagks Mutter sein Trikot ersteigert hat und bekommen hat. Mich würde nur interessieren, o er das vorher wusste...
6 | lehm | 18.08.2005 @ 14:24
Klasse Abend. Ich wollt gar nicht mehr heim..Alle Spieler von Köln und auch von uns waren super drauf. Hat echt Spaß gemacht. Was auch in Erinnerung blieb beim Einlauf: "Und das ist die Mannschaft die für Großes sorgen soll." @5 Ich glaube nicht, so überrascht wie er geguckt hat und paarmal mitm kopf geschüttelt hat..
7 | TomSGD | 18.08.2005 @ 15:31
Mal von den Rechtschreibfehlern abgesehen (*g*), wünschte ich mir solch emotionale Berichterstattung in der regionalen Presse von WSW. Von daher: Sebastian Matthieu für Joachim Langner!!! ;-) In jedem Fall ein klasse Artikel zu einem tollen Abend - am traditionsreichsten Eishockeystandort Ostdeutschlands...
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