Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Sportliche Investitionen müssen Rendite bringen
15.09.2005 | 10:21 Uhr von DavidH.
Die Profis der Lausitzer Füchse um Kapitän Mattias Wikström stehen ab morgen gleich doppelt in der Pflicht. Erstens sollen sie auch in der kommenden Zweitliga-Saison den Klassenerhalt möglichst frühzeitig sichern. Zweitens ist es ihre Aufgabe, durch viele Siege sowie attraktives Eishockey noch mehr Fans und Sponsoren in den Fuchsbau zu holen. Die Investitionen in die sportliche Substanz müssen nun Rendite bringen.
«Wir haben die Mannschaft ganz bewusst verstärkt» , sagt Geschäftsführer René Reinert, der seit dem Abgang von Manager Klaus Dietze der alleinige starke Mann bei den Füchsen ist. «Nur wenn wir sportlichen Erfolg haben, können wir auch wirtschaftlich erfolgreich sein und Fans sowie Sponsoren dazu bewegen, zu uns zu kommen» , beschreibt Reinert seine Philosophie.
Und diese Philosophie hat der Logistik- Unternehmer im Sommer konsequent umgesetzt. Sämtliche Leistungsträger blieben in Weißwasser. Dazu kamen mit den Kanadiern Morgan Warren, Richard Rochefort und Daryl Andrews sowie Lars Müller, Lukas Slavetinsky und Benjamin Wildgruber sechs Neuzugänge, die allesamt über die Rolle von Ergänzungsspielern hinauskommen sollen.
Reinert macht keinen Hehl daraus, dass die Personalkosten im Vergleich zur vergangenen Saison angestiegen sind. «Mit Mittelmaß ist auf Dauer nichts zu bewegen» , verteidigt er seine Philosophie, obwohl die Spielbetriebs-GmbH nach wie vor nicht auf Rosen gebettet ist.
Die Füchse gehen mit einem Etat von 1,5 Millionen Euro in die neue Saison. Etwa die Hälfte der Gelder steuern die Großsponsoren Freiberger Brauhaus, Vattenfall, Veolia/Stadtwerke, Sachsenlotto und Spreegas bei. Die andere Hälfte kommt von kleinen und mittelständischen Unternehmen der Region. Das Budget bewegt sich damit auf ähnlichem Niveau wie in der vergangenen Spielzeit. Von diesen 1,5 Millionen sind laut Reinert derzeit 80 Prozent gedeckt – eine normale Quote im Eishockey zu einem so frühen Zeitpunkt der Saison.
Doch klar ist aber auch: Es müssen weitere Gelder her, um den Etat vollständig zu decken. Zumal die Füchse in der vergangenen Saison mit dem Sekundärrohstoff-Verwertungs-Zentrum (SVZ) Schwarze Pumpe einen wichtigen Geldgeber wegen Insolvenz verloren haben. SVZ wollte ursprünglich drei Jahre lang pro Saison rund 100 000 Euro beisteuern. Inzwischen gibt es zwar wieder Hoffnung, da SVZ kurz vor dem Verkauf an eine Schweizer Firmengruppe steht. Welche Folgen dies für die Sponsoring-Vereinbarung hat, ist aber noch nicht absehbar.
Auch durch die kürzlich vollzogene Entschuldung des Stammvereins ES Weißwasser fehlen dem Profiteam jährlich 100 000 Euro. Denn Bestandteil der Entschuldungsvereinbarung ist, dass Stadtwerke- Mehrheitseigentümer Veolia die zur Schuldentilgung vorgestreckte Summe mit den jährlichen Sponsorenleistungen verrechnet. Dazu gekommen sind in dieser Woche neuerliche Probleme mit dem städtischen Zuschuss für den Eissport in Höhe von 110 000 Euro, der aufgrund von kommunalrechtlichen Probleme möglicherweise nicht gezahlt werden kann.
Ohnehin steht der Eissport in Weißwasser wegen des neuen Betreiber- modells für den Hallenkomplexes vor einer schwierigen Saison. Die Betreibung ging aus der kommunalen Hand an den Stammverein über, da der Stadt die finanziellen Mittel fehlen. Nach den jüngsten Berechnungen kommen damit Kosten von rund 280 000 Euro auf den Verein zu. Ein Teil dieser Kosten wurde zwar durch die von Füchse-Geschäftsführer Reinert initiierte Benefizaktion «Wir sind ein Team – Gemeinsam für den Eissport in Weißwasser» eingespielt. Sie hat rund 100 000 Euro erbracht. Aber alle Beteiligten wissen ganz genau, dass diese Aktion im wahrsten Sinne des Wortes einmalig war. Auf Dauer gibt es zum sportlichen Erfolg keine Alternative. (Frank Noack)

Quelle: Lausitzer Rundschau vom 15.09.05
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