Ursachenforschung nach vierter Pleite / Geschäftsführer Reinert gegen Trainer-Diskussion
Die Mannschaft ist ratlos, der Trainer übt Selbstkritik und die Fans sind entweder stinksauer oder bleiben lieber ganz zu Hause: Die Lausitzer Füchse stehen schon in der Anfangsphase der neuen Zweitliga-Saison unter Druck. Vier Niederlagen in Folge haben den Glanz der starken Vorbereitung verblassen lassen. Stattdessen herrscht Krisenstimmung. Deshalb appelliert Füchse-Chef René Reinert an das Zusammengehörigkeitsgefühl: «Wir sitzen alle in einem Boot. Mannschaft, Trainer und auch ich brauchen sportlichen sowie wirtschaftlichen Erfolg.» Ein Sponsor warb am Rande der Heimpartie gegen den ESV Kaufbeuren (2:5) für seine bevorstehende Hausmesse. Auf den bunten Prospekten, die im VIP-Zelt der Eishalle auslagen, offerierte er Schnellkochtöpfe zu ganz besonders günstigen Preisen. Arbeiten mit hohem Druck also – was jeder Hausfrau dank der richtigen Hilfsmittel gelingt, wird im Fuchsbau zunehmend zum Problem. Weißwasser liegt auf dem vorletzten Tabellenplatz, die angestrebte Play-off-Runde dürfte mit den jüngsten Leistungen leider nur ein Wunschtraum bleiben.
Zumal die Suche nach dem Erfolgsrezept schwierig ist. Denn der derzeitige Einbruch kommt für alle Beteiligten angesichts der starken Vorbereitung mit acht Siegen in elf Partien völlig überraschend. «Wir müssen in Ruhe die Situation analysieren. Es bringt nichts, jetzt auf die Mannschaft draufzuhauen. Sie hat schließlich bereits bewiesen, dass sie attraktives Eishockey spielen kann» , sagt Geschäftsführer René Reinert.
Die Ursachenforschung läuft ohnehin auf vollen Touren, aber die Ergebnisse fehlen bislang. Eine Stunde lang diskutierten am Samstag die Mannschaft und Trainer Horymir Sekera auf einer kurzfristig einberufenen Krisensitzung in der Kabine über die anhaltende Talfahrt. Nicht einmal 24 Stunden später gab es die peinliche Heimniederlage gegen Kaufbeuren. „Wir sind alle etwas ratlos. Mit jeder Niederlage wird natürlich die Blockade im Kopf größer“, befürchtet Stürmer Markus Kempf.
Zu wenig Torerfolge
Dabei scheint das Problem klar: Hinten machen die Füchse zu viele Fehler, vorn schießen sie trotz namhafter Verstärkung zu wenig Tore. Gegen Kauf beuren beispielsweise sprangen bei 57 Schüssen nur zwei Tore heraus. In vier Spielen gelangen erst magere sechs Treffer. Nicht klar ist: Was sind die Ursachen dafür«
Dazu kommen unglückliche Personalentscheidungen. Gegen Kaufbeuren brachte Trainer Sekera im ersten Drittel die vierte Reihe, als die Partie mit dem 0:3 schon vorentschieden schien. Als seine Mannschaft sich auf 2:3 herangekämpft hatte, ließ er die Youngster wieder auf der Bank schmoren, weil er ihnen nicht zutraute, das hohe Tempo der anderen Reihen dauerhaft mithalten zu können. Zudem ging sein Experiment mit Pavel Vait schief. Der Verteidiger wurde von Sekera von der dritten in die zweite Reihe hochversetzt, lieferte gegen Kaufbeuren jedoch eine ganz schwache Leistung ab. Die Folge: Vait wurde zum Auswechselspieler degradiert und von Stürmer Lars Müller ersetzt. „Ich muss auf die Leistung der Mannschaft reagieren. Vielleicht habe ich heute schlecht reagiert“, übte Sekera anschließend Selbstkritik. Gleichzeitig stellte er jedoch klar: „Es gibt sicher verschiedene Meinung zu diesen Personalien. Aber ich bin als Trainer zuständig für die Mannschaft.“
Die Fans legen derzeit vor allem an den Trainer eine sehr kritische Elle an. In den Internetforen formiert sich der anonyme Widerstand. Er kulminiert in der Frage: «Wie lange noch, Miro»» Als möglicher Nachfolger wird der Name Todd Gill gehandelt. Der ehemalige NHL-Profi trug bereits als Spieler das Füchse-Trikot. «Absoluter Quatsch» , kommentiert Geschäftsführer René Reinert diese Gerüchte. Er habe seit eineinhalb Jahren keinen Kontakt mehr mit Gill gehabt. Außerdem sei es «nach vier Spielen zu früh für eine Trainerdiskussion» , so Reinert.
Passend zum sportlichen Einbruch machen Mutmaßungen über angebliche wirtschaftliche Probleme die Runde. Auf RUNDSCHAU-Nachfrage dementierte Reinert jedoch mit Nachdruck, dass dies eine Ursache für die Niederlagenserie sei. Er bestätigte zwar, dass die Mannschaft nun doch keine Prämien für das Erreichen der Play-offs in der vergangenen Saison erhält. Diesen Verzicht haben man allerdings bereits während der Vertragsverhandlungen im Sommer vereinbart. «Und die Gehaltszahlung für August ist pünktlich erfolgt» , versichert Reinert.
Zu wenig Zuschauer
Trotzdem sind die Füchse mehr denn je zum Erfolg verdammt. Denn er ist die Basis für das wirtschaftliche Überleben. Nur noch 1315 Zuschauer wollten das Heimspiel gegen Kaufbeuren sehen – ein alarmierendes Signal. Beim Auftakt gegen Wolfsburg kamen immerhin 1679 Fans. Heute gibt es übrigens das nächste Treffen zwischen Mannschaft und Vereinsführung. Die Ursachenforschung geht also weiter, damit am nächsten Wochenende endlich der Erfolg nach Weißwasser zurückkommt. Andernfalls dürfte der Druck im Fuchsbau noch größer werden. Er wäre dann selbst für den modernsten Schnellkochtopf nur noch schwer zu kontrollieren.
...wo sind wir hingekommen,wenn sich die LR schon im füchseforum zu news und gerüchten informiert. dafür gibt es ne pressekonferenz, bzw.hat die LR ein so schlechtes verhältnis zum verein bzw.gmbh um einen eigenen pressetermin zu erhalten !!!
2 | SvenSchimanski | 27.09.2005 @ 09:16
es geht um die meinung der fans welche natürlich in den internet foren diskutieren und nicht auf einer pressekonferenz....
3 | Zwiebl | 27.09.2005 @ 09:37
"brachte Trainer Sekera im ersten Drittel die vierte Reihe, als die Partie mit dem 0:3 schon vorentschieden schien. Als seine Mannschaft sich auf 2:3 herangekämpft hatte, ließ er die Youngster wieder auf der Bank, WEIL ER IHNEN DAS TEMPO DER ANDEREN NICHT ZUTRAUTE."
Ich lach mich schlapp. Als wenn ein Mücke, Leyva, Koalick und auch ein OSTWALD nicht mal für ne halbe Minute das Eis hoch und runter rennen könnten. Die können das sicher schneller als manch anderer.
Miro tut mir echt Leid!!!
4 | drummer | 27.09.2005 @ 09:56
@Zwiebl
Vielleicht hat ein Trainer manchmal Gründe, für das was er tut ? Aber das wird ja Sekera mittlerweile (in teilweise unfairer Manier) abgesprochen, ohne das man selbst wirklich qualifiziert wäre, über Spielsysteme im Eishockey, Leistungs- u. Trainingsstand der Spieler etc. so vehement zu diskutieren.
5 | Zwiebl | 27.09.2005 @ 10:20
@drummer
Mag ja vielleicht so sein. Nur daran zu glauben, daß sich so viele Trainer (die sich freuen, auf eine 4. Reihe zurückgreifen zu dürfen/können) irren, aber Sekera sen. nicht; fällt mir jedenfalls sehr sehr schwer. Das würde bedeuten, daß es ein super genialer Schachzug wäre; ohne 4. Reihe zu spielen.*ironie
Für mich jedenfalls ist das nicht nachvollziehbar. Ich glaube auch, daß man dafür nicht EishockeySpielsysteme studieren muß.
6 | Arni | 27.09.2005 @ 10:30
Sekera hat für die Jugend nun mal nichts übrig,wer das jetzt immer noch nicht begriffen hat,wird es nie tun.Sekera meint mit Tempo nicht das rauf oder runterfahren übers Eis,sondern die Geschwindigkeit beim Spielaufbau.Das die jungen das noch nicht so können wie ne Routinierte Top Reihe ist klar,andererseits können sie es auch nicht lernen wenn sie nicht spielen.Und das es keine Trainerdiskussion gibt,war sowas von klar,es hat in den letzten Jahren NIE ein Wort in richtung Trainer gegeben..
7 | Arni | 27.09.2005 @ 10:33
es wurde immer alles vom Trainer weg genommen.Nach so nem Start muss ich auch den Trainer öffentlich mal ein paar Worte erzählen,ohne zu übertreiben versteht sich.Aber nein,in WSW laufen die Uhren anders.Und wenn Stundenlange Diskussionen über das wieso,weshalb,warum nichts mehr bringen.Dann ist da halt nur noch der Trainer der übrig bleibt um die Mannschaft wieder neu zu Motivieren oder eventuelle Ausreden weg nehmen zu können.
8 | drummer | 27.09.2005 @ 11:27
@zwiebl Nur mal ein Beispiel: Die 1. Reihe war letztes Jahr unbestritten eine der Topreihen der Liga. Die haben Sek. sen. System offensichtlich voll umgesetzt und offenbar auch kein Problem mit dem Trainer. In den letzten Spielen schwächeln die. Ist das jetzt eine Führungsschwäche des Trainers, ein zu kompliziertes Spielsystem oder fehlen Junioren in der Reihe?
9 | Zwiebl | 27.09.2005 @ 11:30
Eine 4. Reihe brauch keinen Spielaufbau praktizieren. Sie soll einfach nur kämpfen, laufen, den Puck halten oder wenigstens vom Tor fernhalten. Kein Mensch verlangt, daß sie Spiele direkt entscheidet.
Wenn man sich den Luxus einer 4. Reihe leisten kann, dann läßt man diese auch spielen. Ansonsten ist sie Einsparungspotenzial.
Und ein Mücke, Koalick und Leyva sind keine Jugend mehr. Andere Vereine würden solche Spieler mit Kußhand nehmen.
10 | Zwiebl | 27.09.2005 @ 11:58
@drummer
Das ist ein ganz anderes Thema. Dazu habe ich mich hier gar nicht geäußert.
Sicherlich war die erste Reihe eine Topreihe. Aber wie lange hat sie es durchgehalten?? Mitte letzter Saison ging es bergab und unsere Füchse mußten um die Playoffs bangen. Warum?? Vielleicht keine Kraft mehr? Oder sie wurden nicht mehr unterschätzt (wie zu Beginn). Die Gegner haben sich drauf eingestellt?
Egal: Hier ging es mir um die Argumente Sekera sen. um die 4. Reihe (siehe Beitrag 3).
11 | drummer | 27.09.2005 @ 12:06
@ Zwiebl; Dann sollte man nicht spekulieren. Frage doch mal beim Verein/Trainer an (dafür gibts im Forum einen Link). Ob die darauf antworten, weiß ich allerdings nicht.
12 | Zwiebl | 27.09.2005 @ 12:39
@drummer
Was habe ich denn spekuliert? Ich habe doch lediglich meinen Unmut und Unverständnis zum Nichteinsatz der Bankdrücker geäußert. Warum soll ich beim Verein nachfragen? Der Trainer hat sich doch dazu geäußert. Nur empfinde ich das eben als ein echt schwaches Argument.
Und das habe ich hier geschrieben.
Das man mit dem Einsatz der 4. Reihe nicht gleich jedes Spiel gewinnt, habe ich auch nicht behauptet. Aber hat es Sekera mal probiert??? Jein! Vorbereitung: ja - Saison: nein. Schade!!
13 | Senator | 27.09.2005 @ 13:02
Eine vierte Reihe letztes Jahr hätte auch die erste Reihe entlastet. Um ein Haar hätten wir die Play Offs verpasst, weil alle platt waren. Die Play Downs wären mit dieser Truppe dann sehr schwer geworden. Jetzt hat man die Jungs, also sollten sie spielen !!!
14 | Axel Schweiss | 27.09.2005 @ 13:58
Außerdem sei es «nach vier Spielen zu früh für eine Trainerdiskussion» , so Reinert.
Das Thema hatten wir ja schon.Hatte eigentlich gedacht das da was von der Seite RR passiert.Wie lange will er warten?Bis Dezember?Und dann kommt wieder das Geheule das die Fans dran schuld sind weil sie nicht ins Stadion gekommen sind.Mir wird hier immer schlechter.Jetzt werden schon Durchhalteparolen ausgegeben.Tschau Axel.
15 | Zwiebl | 27.09.2005 @ 14:12
@Senator
endlich mal jemand, der genau liest, was andere schreiben.
Danke dir.
16 | drummer | 28.09.2005 @ 09:42
eine unerfahrene (4.) Reihe kann unter Umständen in wichtigen Spielen nicht nur keine Tore schießen, sondern auch einige kassieren...
17 | Blaufuchs 999 | 28.09.2005 @ 09:52
hallo drummer wer hat denn die tore zum jetziegen zeitpunkt kassiert?????
18 | drummer | 28.09.2005 @ 10:33
...wir redeten vom letzten Jahr ... und den Schlussfolgerungen daraus
19 | Zwiebl | 28.09.2005 @ 10:35
@drummer
"enerfahrene 4. Reihe"???? Na ich weiß ja nicht. Wir haben eine der bestbesetzten 4.Reihe. Eigentlich könnte man ja sogar von Verschwendung reden. Normalerweise müßte ein Mücke und ein Koalick mindestens als Stammspieler in der 3. Reihe spielen. Ostwald weiß auch wie Eishockey gespielt wird und Leyva hat auch schon Profiligaerfahrung. Außerdem soll ja die 4. Reihe nicht gegen die Topreihen der Gegner auflaufen. Das kann sich ja nun jeder selbst denken. Und Tore kassiert jede Reihe mal.
20 | Senator | 28.09.2005 @ 10:50
ganz sachlich: Der Trainer sprach mal vom Problem 4 Sturmreihen/ 3 Verteidigerreihen. Ist das eines aus Euer Sicht ?
21 | Iceman | 28.09.2005 @ 17:25
Ich denk ma mit 4 Reihen macht man mehr Druck als mit 3 Reihen und man spart mehr Kraft! Also soll er doch mal mit 4 Reihen soielen lassen, hat er doch in der Vorbereitung auch machen lassen! Schlimmer kanns ja auch nicht werden!
22 | Thorben | 28.09.2005 @ 17:50
Ganz genau so ist es Iceman: Was soll denn noch schlimmer werden? Soll doch Sekera die vier Reihen "rocken" lassen, da wird man sehen wie es auf die andere Manschaften wirkt! In diesem Sinne: Zeigt es uns Jungs!Bis zum Heimspiel - wie immer!
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Die Mannschaft ist ratlos, der Trainer übt Selbstkritik und die Fans sind entweder stinksauer oder bleiben lieber ganz zu Hause: Die Lausitzer Füchse stehen schon in der Anfangsphase der neuen Zweitliga-Saison unter Druck. Vier Niederlagen in Folge haben den Glanz der starken Vorbereitung verblassen lassen. Stattdessen herrscht Krisenstimmung. Deshalb appelliert Füchse-Chef René Reinert an das Zusammengehörigkeitsgefühl: «Wir sitzen alle in einem Boot. Mannschaft, Trainer und auch ich brauchen sportlichen sowie wirtschaftlichen Erfolg.»
Ein Sponsor warb am Rande der Heimpartie gegen den ESV Kaufbeuren (2:5) für seine bevorstehende Hausmesse. Auf den bunten Prospekten, die im VIP-Zelt der Eishalle auslagen, offerierte er Schnellkochtöpfe zu ganz besonders günstigen Preisen. Arbeiten mit hohem Druck also – was jeder Hausfrau dank der richtigen Hilfsmittel gelingt, wird im Fuchsbau zunehmend zum Problem. Weißwasser liegt auf dem vorletzten Tabellenplatz, die angestrebte Play-off-Runde dürfte mit den jüngsten Leistungen leider nur ein Wunschtraum bleiben.
Zumal die Suche nach dem Erfolgsrezept schwierig ist. Denn der derzeitige Einbruch kommt für alle Beteiligten angesichts der starken Vorbereitung mit acht Siegen in elf Partien völlig überraschend. «Wir müssen in Ruhe die Situation analysieren. Es bringt nichts, jetzt auf die Mannschaft draufzuhauen. Sie hat schließlich bereits bewiesen, dass sie attraktives Eishockey spielen kann» , sagt Geschäftsführer René Reinert.
Die Ursachenforschung läuft ohnehin auf vollen Touren, aber die Ergebnisse fehlen bislang. Eine Stunde lang diskutierten am Samstag die Mannschaft und Trainer Horymir Sekera auf einer kurzfristig einberufenen Krisensitzung in der Kabine über die anhaltende Talfahrt. Nicht einmal 24 Stunden später gab es die peinliche Heimniederlage gegen Kaufbeuren. „Wir sind alle etwas ratlos. Mit jeder Niederlage wird natürlich die Blockade im Kopf größer“, befürchtet Stürmer Markus Kempf.
Zu wenig Torerfolge
Dabei scheint das Problem klar: Hinten machen die Füchse zu viele Fehler, vorn schießen sie trotz namhafter Verstärkung zu wenig Tore. Gegen Kauf beuren beispielsweise sprangen bei 57 Schüssen nur zwei Tore heraus. In vier Spielen gelangen erst magere sechs Treffer. Nicht klar ist: Was sind die Ursachen dafür«
Dazu kommen unglückliche Personalentscheidungen. Gegen Kaufbeuren brachte Trainer Sekera im ersten Drittel die vierte Reihe, als die Partie mit dem 0:3 schon vorentschieden schien. Als seine Mannschaft sich auf 2:3 herangekämpft hatte, ließ er die Youngster wieder auf der Bank schmoren, weil er ihnen nicht zutraute, das hohe Tempo der anderen Reihen dauerhaft mithalten zu können. Zudem ging sein Experiment mit Pavel Vait schief. Der Verteidiger wurde von Sekera von der dritten in die zweite Reihe hochversetzt, lieferte gegen Kaufbeuren jedoch eine ganz schwache Leistung ab. Die Folge: Vait wurde zum Auswechselspieler degradiert und von Stürmer Lars Müller ersetzt. „Ich muss auf die Leistung der Mannschaft reagieren. Vielleicht habe ich heute schlecht reagiert“, übte Sekera anschließend Selbstkritik. Gleichzeitig stellte er jedoch klar: „Es gibt sicher verschiedene Meinung zu diesen Personalien. Aber ich bin als Trainer zuständig für die Mannschaft.“
Die Fans legen derzeit vor allem an den Trainer eine sehr kritische Elle an. In den Internetforen formiert sich der anonyme Widerstand. Er kulminiert in der Frage: «Wie lange noch, Miro»» Als möglicher Nachfolger wird der Name Todd Gill gehandelt. Der ehemalige NHL-Profi trug bereits als Spieler das Füchse-Trikot. «Absoluter Quatsch» , kommentiert Geschäftsführer René Reinert diese Gerüchte. Er habe seit eineinhalb Jahren keinen Kontakt mehr mit Gill gehabt. Außerdem sei es «nach vier Spielen zu früh für eine Trainerdiskussion» , so Reinert.
Passend zum sportlichen Einbruch machen Mutmaßungen über angebliche wirtschaftliche Probleme die Runde. Auf RUNDSCHAU-Nachfrage dementierte Reinert jedoch mit Nachdruck, dass dies eine Ursache für die Niederlagenserie sei. Er bestätigte zwar, dass die Mannschaft nun doch keine Prämien für das Erreichen der Play-offs in der vergangenen Saison erhält. Diesen Verzicht haben man allerdings bereits während der Vertragsverhandlungen im Sommer vereinbart. «Und die Gehaltszahlung für August ist pünktlich erfolgt» , versichert Reinert.
Zu wenig Zuschauer
Trotzdem sind die Füchse mehr denn je zum Erfolg verdammt. Denn er ist die Basis für das wirtschaftliche Überleben. Nur noch 1315 Zuschauer wollten das Heimspiel gegen Kaufbeuren sehen – ein alarmierendes Signal. Beim Auftakt gegen Wolfsburg kamen immerhin 1679 Fans. Heute gibt es übrigens das nächste Treffen zwischen Mannschaft und Vereinsführung. Die Ursachenforschung geht also weiter, damit am nächsten Wochenende endlich der Erfolg nach Weißwasser zurückkommt. Andernfalls dürfte der Druck im Fuchsbau noch größer werden. Er wäre dann selbst für den modernsten Schnellkochtopf nur noch schwer zu kontrollieren.
VON FRANK NOACK
Quelle: Lausitzer Rundschau vom 27.09.2005