Obwohl Lars Müller in Weißwasser aufwuchs, spielt er erst jetzt als Profi für die Füchse
Die Heimkehr in die Lausitz hat sich Lars Müller ganz anders vorgestellt: In den ersten vier Spielen gab es vier Niederlagen für die Füchse und den 28-jährigen Stürmer. Immerhin konnte der gebürtige Weißwasseraner, der erstmals als Profi das Trikot seines Heimatvereins trägt, mit konstanten Leistungen überzeugen. Auch wenn er dafür ein gellendes Pfeifkonzert von den eigenen Fans zu hören bekam.
Denn manchmal können auch die Treuesten der Treuen ungerecht sein. Als Lars Müller am vergangenen Sonntag nach der 2:5-Heimschlappe gegen den ESV Kaufbeuren als «Spieler des Tages» ausgezeichnet wurde, machten die Füchse- Anhänger ihrem Unmut über die Leistung der Mannschaft lautstark Luft. Der Stürmer bekam den geballten Zorn zu spüren, obwohl er die Pfiffe am allerwenigsten verdient hatte. Wirklich verbittert ist er deswegen aber nicht. «Pfiffe sind zwar immer eine unschöne Sache. Aber ich war wegen der Niederlage sauer, enttäuscht und müde. Deshalb habe ich sie gar nicht so deutlich wahrgenommen» , betont Müller. Zumindest sein persönlicher Einstand bei der Premiere als Profi in Weißwasser verlief zufrieden stellend. Der routinierte Angreifer hat sich dank seiner ruhigen und sachlichen Art schnell zum Führungsspieler aufgeschwungen. So richtig freuen darüber kann sich Müller aber nicht. «Meine persönliche Leistung ist zweitrangig. Wir als Mannschaft konnten nicht überzeugen. Und das zählt nun mal.» Der Profi kennt die Situation, wenn eine Mannschaft trotz Vorschusslorbeer in den Startlöchern sitzen bleibt und nach Ursachen für den verpatzten Auftakt sucht. «In der zweiten DEL-Saison mit Iserlohn hatten wir ähnliche Probleme. Letztlich helfen nur Siege, um aus dieser Situation rauszukommen. Dann stellt sich auch das Selbstvertrauen wieder ein, das uns im Moment fehlt» , glaubt Müller.
In seiner Karriere hat der Weißwasseraner schon viele Höhen und Tiefen erlebt. Mit Iserlohn spielte er als Youngster in der höchsten deutschen Liga, bekam in den fünf Jahren beim jetzigen Bundestrainer Greg Poss aber nur wenig Einsatzzeiten in der vierten Reihe. «Ich habe in Iserlohn viel Eishockey-Theorie gelernt. Nur umsetzen konnte ich sie leider nicht» , blickt er zurück.
Anschließend wollte Müller eigentlich zu den Berlin Capitals und damit ein Stück näher in Richtung Heimat. Kurze Zeit nach der Vertragsunterzeichnung waren die Caps aber Pleite. Da die meisten Kader bereits besetzt waren, blieb nur die 4. Liga als Rettungsanker. In Timmendorf erhielt Müller bis zu 30 Minuten Eiszeit pro Spiel. Sportlich war es jedoch ein Rückschritt wegen des großen Leistungsgefälles in der viertklassigen Regionalliga und Siegen mit teilweise 30 Toren Unterschied. Anschließend zog er weiter nach Schweinfurt, wo er zum Kapitän und Publikumsliebling aufstieg.
Vor dem Schritt zurück in die Heimat hat sich der Stürmer lange gescheut. Auch deshalb zog der «bodenständige Typ» (Müller über Müller) quer durch die Republik. «Ich habe mich regelrecht gesträubt, in Weißwasser zu spielen» , gibt er zu. «Denn in der Heimat wird man nicht nur als Spieler, sondern auch als Person ständig beobachtet. Damit muss man umgehen können.»
Jetzt ist er im besten Eishockey-Alter doch zurückgekehrt in den Fuchsbau, wo er sämtliche Nachwuchsmannschaften durchlaufen hat. «Ich kann schließlich kein Urteil über eine Sache fällen, wenn ich sie nicht selbst ausprobiert habe» , erklärt der Familienvater, der mit Ehefrau Daniela sowie den Kindern Maximilian (drei Jahre) und Hannah (ein Jahr) in Groß Düben bei Weißwasser lebt. Hier ist er schnell wieder heimisch geworden. Was jetzt noch fehlt, ist das erste Erfolgserlebnis mit den Füchsen in der 2. Bundesliga.
Zur Sache Ab Mittwoch gibt es Eisbären-Karten
Die Eintrittskarten für das Pokalspiel am 25. Oktober gegen die Eisbären Berlin (19.30 Uhr) werden ab dem kommenden Mittwoch verkauft. Wegen der großen Nachfrage gibt es einen Sonderverkauf von 16 bis 18.30 Uhr am Eingang zum Eisstadion.
Im Vorverkauf können auch die bereits bestellten Karten abgeholt werden. Bislang liegen rund 2200 Vorbestellungen vor. Die Kartenpreise betragen zwischen sieben und 16 Euro.
Bereits ausverkauft sind die 450 Sitzplätze. Die Eishalle in Weißwasser hat eine Kapazität von 2750 Plätzen.
Lars Müller ist für mich der beste Fuchs der ersten Saisonspiele. Bleibt zu hoffen, dass sich sein kämpferischer Einsatz, seine spielerische Leistung und seine Konstanz schnell auf den Rest der Mannschaft übertragen. Und nicht zu vergessen: Er stellt sich auch nach Niederlagen den Fans!
2 | accomander | 29.09.2005 @ 18:19
genauso ist es
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Die Heimkehr in die Lausitz hat sich Lars Müller ganz anders vorgestellt: In den ersten vier Spielen gab es vier Niederlagen für die Füchse und den 28-jährigen Stürmer. Immerhin konnte der gebürtige Weißwasseraner, der erstmals als Profi das Trikot seines Heimatvereins trägt, mit konstanten Leistungen überzeugen. Auch wenn er dafür ein gellendes Pfeifkonzert von den eigenen Fans zu hören bekam.
Denn manchmal können auch die Treuesten der Treuen ungerecht sein. Als Lars Müller am vergangenen Sonntag nach der 2:5-Heimschlappe gegen den ESV Kaufbeuren als «Spieler des Tages» ausgezeichnet wurde, machten die Füchse- Anhänger ihrem Unmut über die Leistung der Mannschaft lautstark Luft. Der Stürmer bekam den geballten Zorn zu spüren, obwohl er die Pfiffe am allerwenigsten verdient hatte. Wirklich verbittert ist er deswegen aber nicht. «Pfiffe sind zwar immer eine unschöne Sache. Aber ich war wegen der Niederlage sauer, enttäuscht und müde. Deshalb habe ich sie gar nicht so deutlich wahrgenommen» , betont Müller.
Zumindest sein persönlicher Einstand bei der Premiere als Profi in Weißwasser verlief zufrieden stellend. Der routinierte Angreifer hat sich dank seiner ruhigen und sachlichen Art schnell zum Führungsspieler aufgeschwungen. So richtig freuen darüber kann sich Müller aber nicht. «Meine persönliche Leistung ist zweitrangig. Wir als Mannschaft konnten nicht überzeugen. Und das zählt nun mal.» Der Profi kennt die Situation, wenn eine Mannschaft trotz Vorschusslorbeer in den Startlöchern sitzen bleibt und nach Ursachen für den verpatzten Auftakt sucht. «In der zweiten DEL-Saison mit Iserlohn hatten wir ähnliche Probleme. Letztlich helfen nur Siege, um aus dieser Situation rauszukommen. Dann stellt sich auch das Selbstvertrauen wieder ein, das uns im Moment fehlt» , glaubt Müller.
In seiner Karriere hat der Weißwasseraner schon viele Höhen und Tiefen erlebt. Mit Iserlohn spielte er als Youngster in der höchsten deutschen Liga, bekam in den fünf Jahren beim jetzigen Bundestrainer Greg Poss aber nur wenig Einsatzzeiten in der vierten Reihe. «Ich habe in Iserlohn viel Eishockey-Theorie gelernt. Nur umsetzen konnte ich sie leider nicht» , blickt er zurück.
Anschließend wollte Müller eigentlich zu den Berlin Capitals und damit ein Stück näher in Richtung Heimat. Kurze Zeit nach der Vertragsunterzeichnung waren die Caps aber Pleite. Da die meisten Kader bereits besetzt waren, blieb nur die 4. Liga als Rettungsanker. In Timmendorf erhielt Müller bis zu 30 Minuten Eiszeit pro Spiel. Sportlich war es jedoch ein Rückschritt wegen des großen Leistungsgefälles in der viertklassigen Regionalliga und Siegen mit teilweise 30 Toren Unterschied. Anschließend zog er weiter nach Schweinfurt, wo er zum Kapitän und Publikumsliebling aufstieg.
Vor dem Schritt zurück in die Heimat hat sich der Stürmer lange gescheut. Auch deshalb zog der «bodenständige Typ» (Müller über Müller) quer durch die Republik. «Ich habe mich regelrecht gesträubt, in Weißwasser zu spielen» , gibt er zu. «Denn in der Heimat wird man nicht nur als Spieler, sondern auch als Person ständig beobachtet. Damit muss man umgehen können.»
Jetzt ist er im besten Eishockey-Alter doch zurückgekehrt in den Fuchsbau, wo er sämtliche Nachwuchsmannschaften durchlaufen hat. «Ich kann schließlich kein Urteil über eine Sache fällen, wenn ich sie nicht selbst ausprobiert habe» , erklärt der Familienvater, der mit Ehefrau Daniela sowie den Kindern Maximilian (drei Jahre) und Hannah (ein Jahr) in Groß Düben bei Weißwasser lebt. Hier ist er schnell wieder heimisch geworden. Was jetzt noch fehlt, ist das erste Erfolgserlebnis mit den Füchsen in der 2. Bundesliga.
Zur Sache Ab Mittwoch gibt es Eisbären-Karten
Die Eintrittskarten für das Pokalspiel am 25. Oktober gegen die Eisbären Berlin (19.30 Uhr) werden ab dem kommenden Mittwoch verkauft. Wegen der großen Nachfrage gibt es einen Sonderverkauf von 16 bis 18.30 Uhr am Eingang zum Eisstadion.
Im Vorverkauf können auch die bereits bestellten Karten abgeholt werden. Bislang liegen rund 2200 Vorbestellungen vor. Die Kartenpreise betragen zwischen sieben und 16 Euro.
Bereits ausverkauft sind die 450 Sitzplätze. Die Eishalle in Weißwasser hat eine Kapazität von 2750 Plätzen.
Quelle: Lausitzer Rundschau vom 29.09.2005