Nach der sechsten Niederlage in Folge am Sonntag mit dem 1:2 gegen die Wölfe Freiburg spitzen sich die Ereignisse bei den Lausitzer Füchsen in Weißwasser weiter zu. Gestern Abend gab es ein kurzfristig anberaumtes Krisengespräch zwischen Geschäftsführer René Reinert und Trainer Horymir Sekera in der Eishalle. Nach RUNDSCHAU-Informationen stehen die an das Tabellen-Ende der 2. Liga abgestürzten Füchse und der 56 Jahre alte Coach aus Tschechien kurz vor der Trennung. Heute will der Verein eine Entscheidung bekanntgeben.
«Die sportliche Bilanz ist mit nur einem Punkt aus sechs Spielen eine Katastrophe. Deshalb haben wir die Pflicht, alle Möglichkeiten in Erwägung zu ziehen, wie wir den Erfolg zurückholen können» , sagte Reinert auf Nachfrage der RUNDSCHAU. Und dazu gehöre auch die Position des Trainer. Vor einer Woche hatte der Füchse-Geschäftsführer sich noch ausdrücklich vor Sekera gestellt. Doch die beiden Niederlagen am zurückliegenden Wochenende haben die Krise im Fuchsbau dramatisch verschärft. Über das Ergebnis des gestrigen Krisengesprächs wurde von beiden Seiten Stillschweigen vereinbart. «Wir möchten noch eine Nacht darüber schlafen» , sagte Reinert gestern Abend.
Unter den jüngsten Misserfolgen der vergangenen Wochen hat offenbar auch das Klima zwischen Mannschaft und Trainer gelitten. Im Anschluss an die Niederlage am Sonntag gegen Freiburg hatte Sekera ein Straftraining für den gestrigen Tag angesetzt, obwohl die Mannschaft am Wochenanfang normalerweise frei hat. Nach Intervention einiger Profis setzte er dieses Straftraining allerdings kurze Zeit später wieder ab.
Dabei zeigte die Leistungskurve zuletzt leicht nach oben. Nur das entscheidende Erfolgserlebnis fehlte den Füchsen. Auch gegen Freiburg zeigte sich schnell, dass die Verunsicherung sehr tief sitzt. Horymir Sekera ließ erneut Kapitän Mattias Wikström in die zweite Reihe abwandern, ersetzte ihn wie schon am Freitag beim 2:3 in Bietigheim durch Lars Müller. Entscheidende Akzente konnte diese Zweckgemeinschaft nicht setzen, die anderen Formationen auch nicht. «Ich weiß auch nicht, weshalb wir das Tor nicht treffen» , rätselte Sekera über die Ursachen der schwarzen Serie.
Das Unheil nahm diesmal zwar spät seinen Lauf, aber dann mit geballter Kraft. In Überzahl ließen die Füchse Mitte des zweiten Abschnitts einen Freiburger Konter zu. Die Scheibe kam an der Drittellinie zu Tim Smith. Der zögerte nicht lange und zog knallhart ab. Torwart Ronny Glaser, er erhielt abermals den Vorzug vor Sebastian Elwing, konnte das Streitobjekt nur noch aus den Maschen holen (27.). Sekunden vor der zweiten Pausensirene musste Glaser das zweite Mal hinter sich greifen. Erneut war es Tim Smith, der ihn düpierte. Verteidiger Robert Bartlick saß da in der Kühlbox.
Zwischenzeitlich herrschte im Hallenrunde gespenstische Ruhe. Trainer Sekera probierte indessen weiter, ließ Mattias Wikström zurück in die Reihe mit Dirk Rohrbach und Martin Sekera. Zudem bekam jetzt auch die Youngster-Reihe mit Elia Ostwald, Marcel Leyva und André Mücke die Gelegenheit zur Bewährung. Geholfen haben diese Maßnahmen wenig. Morgan Warren konnte kurz vor Ultimo lediglich noch Ergebniskosmetik betreiben. Anschließend machten die Fans mit «Sekera-raus» -Rufen ihrem Unmut massiv Luft.
1 | lehm | 04.10.2005 @ 11:30
Wo gibts denn das: "Nach Intervention einiger Profis setzte er dieses Straftraining allerdings kurze Zeit später wieder ab. "?
Damit hat er sämtliche Autorität verloren, die Entlassung die Konsequenz.
2 | SEFI | 04.10.2005 @ 12:17
Auch bei Spielern sollten ein paar Abmahnungen fällig sein.
3 | Arni | 04.10.2005 @ 12:20
Damit wollte er doch nur von seiner hoffnungslosen Situation ablenken.Mich überrascht das nicht.
4 | Klaus | 04.10.2005 @ 15:01
Na jetzt wird`s wohl aufwärts gehen. Herr Reinert war heute Nachmittag bei arte zu sehen wie er einen Rhetorikkurs besuchte. Jetzt wird er wohl die passenden Worte finden. ;-))
5 | ulrike | 04.10.2005 @ 18:01
Ich bin ebenfalls der Meinung, dass bei einigen Spielern ebenfalls eine Abmahnung fällig ist. Das Drehen des Trainerkarussels wie im Fußball kann jedoch nicht die Lösung sein. Vielleicht besinnt man sich wieder einmal auf den trotzigen Kampfgeist, den man bei "Dynamo WSW" früher gegen "Dynamo Berlin" an den Tag legte. Ich denke genügend Vorbilder findet man noch in der ehemaligen Eishockey-Hochburg. Also klotzt ran Jungs!
6 | mat | 04.10.2005 @ 18:16
Hoffentlich wars die richtige Entscheidung. Aber es kann ja nur Aufwärts mit unserem Verein gehen. Trotztdem sollte man Herrn Sekera mit Respekt und Dank zumindest für die letzte Saison entgegnen.
7 | ulrike | 04.10.2005 @ 18:30
Ganz meine Meinung! Sollten aber wirklich einige Spieler bewusst schlechte Leistungen gezeigt haben, dann kann man nur sagen, dass das für die vielen Leute, die in den letzten Monaten hart für den Erhalt des Eishockey-Standortes Weißwasser gekämpft haben, ein Schlag ins Gesicht war. Die Dame von der PDS und den Herrn Bürgermeister allerdings wirds freuen.
8 | mat | 04.10.2005 @ 19:23
Zum Thema absichtlich schlechte Leistung abliefern kann ich nur aus meiner eigenen Erfahrung als Sportler sagen das selbst wenn im Team nicht gerade Super Stimmung herrscht man doch immer sein bestes für das Team gibt. Was gibt es denn schöneres als Siege mit Fans und Kollegen zu feiern. Und das Pfiffe von den Fans zur Verunsicherung dienen hat man ja am SO wieder gesehn. Deshalb müssen wir das Team auch mehr unterstützen. Gerade wenn es mal so beschissen läuft jetzt.
9 | mat | 04.10.2005 @ 19:24
Sorry! ...wie jetzt.
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«Die sportliche Bilanz ist mit nur einem Punkt aus sechs Spielen eine Katastrophe. Deshalb haben wir die Pflicht, alle Möglichkeiten in Erwägung zu ziehen, wie wir den Erfolg zurückholen können» , sagte Reinert auf Nachfrage der RUNDSCHAU. Und dazu gehöre auch die Position des Trainer. Vor einer Woche hatte der Füchse-Geschäftsführer sich noch ausdrücklich vor Sekera gestellt. Doch die beiden Niederlagen am zurückliegenden Wochenende haben die Krise im Fuchsbau dramatisch verschärft. Über das Ergebnis des gestrigen Krisengesprächs wurde von beiden Seiten Stillschweigen vereinbart. «Wir möchten noch eine Nacht darüber schlafen» , sagte Reinert gestern Abend.
Unter den jüngsten Misserfolgen der vergangenen Wochen hat offenbar auch das Klima zwischen Mannschaft und Trainer gelitten. Im Anschluss an die Niederlage am Sonntag gegen Freiburg hatte Sekera ein Straftraining für den gestrigen Tag angesetzt, obwohl die Mannschaft am Wochenanfang normalerweise frei hat. Nach Intervention einiger Profis setzte er dieses Straftraining allerdings kurze Zeit später wieder ab.
Dabei zeigte die Leistungskurve zuletzt leicht nach oben. Nur das entscheidende Erfolgserlebnis fehlte den Füchsen. Auch gegen Freiburg zeigte sich schnell, dass die Verunsicherung sehr tief sitzt. Horymir Sekera ließ erneut Kapitän Mattias Wikström in die zweite Reihe abwandern, ersetzte ihn wie schon am Freitag beim 2:3 in Bietigheim durch Lars Müller. Entscheidende Akzente konnte diese Zweckgemeinschaft nicht setzen, die anderen Formationen auch nicht. «Ich weiß auch nicht, weshalb wir das Tor nicht treffen» , rätselte Sekera über die Ursachen der schwarzen Serie.
Das Unheil nahm diesmal zwar spät seinen Lauf, aber dann mit geballter Kraft. In Überzahl ließen die Füchse Mitte des zweiten Abschnitts einen Freiburger Konter zu. Die Scheibe kam an der Drittellinie zu Tim Smith. Der zögerte nicht lange und zog knallhart ab. Torwart Ronny Glaser, er erhielt abermals den Vorzug vor Sebastian Elwing, konnte das Streitobjekt nur noch aus den Maschen holen (27.). Sekunden vor der zweiten Pausensirene musste Glaser das zweite Mal hinter sich greifen. Erneut war es Tim Smith, der ihn düpierte. Verteidiger Robert Bartlick saß da in der Kühlbox.
Zwischenzeitlich herrschte im Hallenrunde gespenstische Ruhe. Trainer Sekera probierte indessen weiter, ließ Mattias Wikström zurück in die Reihe mit Dirk Rohrbach und Martin Sekera. Zudem bekam jetzt auch die Youngster-Reihe mit Elia Ostwald, Marcel Leyva und André Mücke die Gelegenheit zur Bewährung. Geholfen haben diese Maßnahmen wenig. Morgan Warren konnte kurz vor Ultimo lediglich noch Ergebniskosmetik betreiben. Anschließend machten die Fans mit «Sekera-raus» -Rufen ihrem Unmut massiv Luft.