Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Neuer Trainer, neue Reihen, und neue Hoffnung
05.10.2005 | 09:11 Uhr von DavidH.
Gestern um 11.08 Uhr verkündeten die Lausitzer Füchse die erwartete Personalie: Chefcoach Horymir Sekera wurde beim Tabellenletzten der 2. Eishockey-Bundesliga beurlaubt. Neuer Hoffnungsträger ist der Weißwasseraner Ex-Profi Torsten Hanusch, der als Interimstrainer die Mannschaft auf die Wochenend-Spiele vorbereitet. Parallel dazu sind die Füchse auf der Suche nach einem neuen Chefcoach.
Die Gesellschafter der Spielbetriebs-GmbH zogen mit der Beurlaubung die Konsequenzen aus der Talfahrt der vergangenen Wochen. Nach sechs Niederlagen rutschte der Traditionsverein auf den letzten Tabellenplatz ab. «Trotz der intensiven Ursachenforschung gab es am vergangenen Wochenende wieder zwei Niederlagen. Deshalb mussten wir diesen Schritt jetzt gehen» , erklärte Füchse-Geschäftsführer René Reinert und nahm gleichzeitig die Mannschaft in die Pflicht: «Wir hoffen, dass die Spieler dadurch den entscheidenden Impuls bekommen.» Hier die Chronologie der Ereignisse im Fuchsbau.

Vormittag: Um 9.30 Uhr teilt Geschäftsführer Reinert der Mannschaft die Beurlaubung des Trainers mit. Die Entscheidung fiel bereits am Abend zuvor in einem letzten Krisengespräch zwischen Reinert und Sekera (die RUNDSCHAU berichtete). Danach steht im VIP-Raum ein Videostudium auf dem Programm. Bei der DEL-Partie Iserlohn Roosters gegen Eisbären Berlin (9:6) gibt es Anschauungsunterricht für die schwächelnde Offensive.
Zeitgleich räumt Horymir Sekera sein Trainerzimmer aus. «Ich bin Arbeitnehmer und muss die Entscheidung akzeptieren» , betont der 56-Jährige. Sekera sagt aber auch: «Ich hätte mir zugetraut, die Mannschaft wieder aus dem Loch herauszuführen. Das letzte Wochenende war ein Schritt in die richtige Richtung.» Jetzt will er einige Tage in die Heimat nach Tschechien fahren und abschalten. Sein Vertrag in Weißwasser läuft bis zum Saisonende.

Mittag: Das erste Training unter Torsten Hanusch (38) ist mehr ein Abtasten auf dem Eis und dient dem gegenseitigen Kennenlernen. Hilfreich ist dabei, dass der frühere Verteidiger beispielsweise mit Jörg Pohling und Dirk Rohrbach zusammengespielt hat. Viel Zeit bleibt nicht. Am Freitag geht es zu Hause gegen die Landshut Cannibals, am Sonntag wartet der Tabellenzweite Eisbären Regensburg. «Torsten hat schon einige Erfahrungen als Trainer der Jungfüchse sammeln können. Ich denke, dass er die Mannschaft durch diese schwere Woche führen kann» , meint Reinert. Derzeit ist Hanusch jedoch nur als Interimscoach vorgesehen. Reinert: «Wir arbeiten an einer langfristigen Trainer-Lösung.»

Abend: Bei der ersten scharfen Übungseinheit wird die neue Zusammensetzung der Reihen deutlich. Die Profis dürfen dabei ihre Wünsche äußern, Stärken sowie Schwächen analysieren. «Ich werde mich vor allem mit den Kapitänen abstimmen und intensive Gespräche führen» , umreißt Hanusch die Basis der Zusammenarbeit. Ab sofort bilden Martin Sekera, Richard Rochefort und Lars Müller die Topreihe. Außerdem spielen Morgan Warren, Mattias Wikström und Michael Kreitl zusammen. Den dritten Sturm bilden Dirk Rohrbach, Markus Kempf und Jörg Pohling. Als vierte Reihe sollen die Youngster auflaufen. Die Verteidigungen bleiben weitgehend bestehen. Lediglich André Koalick rückt an die Stelle von Pavel Vait.

Zur Sache Die Sekera-Bilanz
Saison 2002/03: Horymir Sekera wird im Herbst Nachfolger von Anton Weißgerber. In der Relegation verlieren die Füchse gegen Kaufbeuren und steigen in die Oberliga ab.
Saison 2003/04: Der sportliche Aufstieg wird verfehlt. Die Füchse scheitern im Halbfinale gegen Essen. Durch das finanzielle Aus in Bad Nauheim rücken sie trotzdem in die 2. Liga.
Saison 2004/05: Die Füchse überraschen als Aufsteiger die 2. Liga. Zwischenzeitlich sind sie sogar Tabellenführer. Mit Platz acht gelingt der Einzug in die Play-off-Runde und damit der vorzeitige Klassenerhalt.
Saison 2005/06: Nach sechs Niederlagen in sechs Spielen wird Horymir Sekera als Trainer beurlaubt.

Quelle: Lausitzer Rundschau vom 05.10.05
752 mal gelesen
 
1 | keeper | 05.10.2005 @ 10:16
Die ersten Umstellungen von Otto hören sich doch vielversprechend an. Vor allem hat er erkannt, dass Vait nach seiner langen Verletzung keine Sicherheit bringt.
2 | Odin | 05.10.2005 @ 12:23
Boh eh Otto legt ja los wie zu alten Spielerzeiten. Hoffentlich gibts bei Ungehorsam auch gleich die Eine oder Andere "Ordungsschelle" !
3 | Fuchs | 05.10.2005 @ 15:21
die umstellungen hören sich gut an hoffentlich bringts auch was
4 | gizmo | 05.10.2005 @ 16:29
Rohre in der 3.Reihe :-) gute entscheidung und das mit Vait auch weiter so.
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