Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Der 9. Spieltag bringt den 2. Punkt .......
15.10.2005 | 16:57 Uhr von
1653 Zuschauer waren gestern zum so genannten „Kellerduell“ in den Fuchsbau gekommen. Was sie sahen war ein torreiches Spiel – mit Spannung bis zum (bitteren) Ende: die Hausherren unterlagen dem EHC München mit 5:6 n.P. (2:2,1:3,2:0,0:1).
Im Tor der Füchse bekam Ronny Glaser gestern den Vorzug vor Sebastian Elwing, im Tor der Bayern stand Leonhard Wild. Es fehlten Andre Koalick (Hand) und Jörg Pohling (Rippenprellung). Sein Comeback hingegen gab Benjamin Wildgruber.
Engagiert starteten die Blau-Gelben in die Partie gegen den vermeintlich schlagbaren Gegner. Doch auch die Bayern steckten nicht auf, schließlich wollten sie ihrerseits ihr bis dato mageres Punktekonto aufbessern.
Die erste Strafe ging in der 5. min gegen die Bayern nach einer Schwalbe von Schadewaldt. Daryl Andrews hatte im Powerplay die beste Einschussmöglichkeit und machte in der 6. min das 1:0. Ganze vierunddreißig Sekunden das ganze rumgedreht, Wikström auf der Bank und der Ausgleich für München durch Jann, das Ding hätte Glaser verhindern können. Drei Minuten später – Wartenberg brummt eine Strafe wegen Haken ab – nutzten die Münchener erneut ihre Überzahl und gehen durch Zeller in Führung. Keine Schuld trifft dabei den Füchse-Goalie, denn der Schuss kam von der blauen Linie und wurde abgefälscht. Die kommenden zehn Spielminuten schenken sich beide Teams nichts, wobei die Füchse mit dem Druck der Bayern zunehmenden ihre Schwierigkeiten hatten. Chancen wurden beidseitig vertan, beide Goalies wurden mehrfach geprüft. In der 17. min dann endlich die Erlösung für die Füchse. Auf Vorlage von Wikström konnte Martin Sekera im Nachschuss den Ausgleich erzielen. Mit dem Stand von 2:2 ging es dann auch in die Pause. Im zweiten Drittel zogen die Füchse das Tempo an und kamen nach 11 gespielten Sekunden durch Wikström zum 3:2, dem der schnelle Ausgleich durch Burmann (22.) folgte. Auch bei diesem Gegentreffer war eine leichte Unsicherheit bei Glaser zu erkennen. Nach einigen Strafen gegen beide Teams verloren die Füchse zunehmend den Faden im Spiel. Die Bayern agieren nicht zwingend besser, nur schneller und schnörkelloser. Das brachte ihnen durch einen Doppelschlag von Florian Zeller (34. und 38.min) die scheinbar sichere Führung. Die Füchse agierten in der zweiten Hälfte des ersten Drittels stark unkonzentriert, vergaben ihre wenigen Chancen und vertändelten den Puck leichtfertig, wuselten wie ein Hühnerhaufen übers Eis und standen sich dabei selbst noch im Weg. Die frustrierten Fans machten ihrem Unmut mit gellenden Pfiffen Luft oder hielten eisern durch und feuerten ihr Team weiter an.

In der zweiten Drittelpause setzte der neue Coach ein Zeichen, nahm den unsicher wirkenden Glaser aus dem Tor und ersetzte ihn durch Elwing. Auch Kreitl und Vait saßen auf der Bank, dafür bekam Benjamin Wildgruber seine erste Eiszeit und konnte sich dabei sehr positiv in Szene setzten. Diese Umstellung brachte die gewünschte Motivation unter den Füchsen, dennoch dauerte es eine Viertelstunde bis Lars Müller den Anschlusstreffer für sein Team erzielte. Hoffnung keimte unter den Fans noch mal auf. Caroll setzte alles auf eine Karte und nahm Elwing zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Da waren noch 56 Sekunden zu spielen. Und seine Taktik ging auf, Mats Lindmark erzielte den Ausgleich und sicherte seinem Team damit einen so wichtigen Punkt. Die Entscheidung musste dann wieder, nach einer torlosen Verlängerung, im Penaltyschiessen fallen. Der Ausgang ist bekannt. Die Münchener Schützen hatten schnell erkannt, wie Elwing zu überlisten war. Das Positive aus Sicht der Füchse war, dass diesmal drei Schützen (Sekera, Warren, Müller) verwandeln konnten, eine Seltenheit bei unseren Penaltys.
Zwei weitere positive Aspekte lassen sich aus diesem Spiel vielleicht noch heraus picken: Die Füchse haben einen 2-Tore Rückstand aufgeholt und damit gezeigt, dass in der Mannschaft vielleicht doch noch so etwas wie Teamgeist oder Moral steckt. Die jüngeren bzw. jungen Spieler im Team haben gestern besonders deutlich gezeigt, dass sie kämpfen können und wollen.

Vielleicht gelingt es Fred Caroll in kürzester Zeit auf diesen positiven Aspekten aufzubauen. Der sportliche Erfolg wird mit Sicherheit erst wiederkommen, wenn aus unserer Mannschaft wieder ein Team geworden ist. Team in dem Sinne, dass alle an einem Strang ziehen und die Grüppchenbildung in der Mannschaft ein Ende hat. Dazu sollten die Verantwortlichen mit allen Spielern sprechen, loben was lobenswert ist, Ursachenforschung da betreiben wo es nicht läuft und gemeinsam nach Lösungen suchen. Wer nicht gewillt ist den Karren wieder aus dem Dreck zu ziehen, der braucht vielleicht ne Denkpause?

Einen Traumstart hat der neue Coach der Füchse, Fred Caroll, mit Sicherheit nicht erwischt, aber während des gestrigen Spiels hatte er nach eigener Aussage genügend Gelegenheit die Schwachstellen im Team zu erkennen. Viel Handlungsspielraum bleibt ihm bis zur Partie in Bad Tölz am Sonntag natürlich nicht.

Dass sich die Begeisterung bei den meisten Fans gestern irgendwie in Grenzen hielt, ist nachvollziehbar. Und das viele unbequeme Fragen bei den Fans aufkommen ist auch verständlich. Hoffen wir, dass das, was GmbH, Verein, Sponsoren, Fans und andere Gönner des schnellen Sports im Sommer in Weißwasser geleistet haben, nun nicht wegen mangelnden sportlichen Erfolg wie ein Kartenhaus in sich zusammenfällt. Der Füchse-Fan ist ein belastbares Wesen, aber die Fanliebe hat indes bei Vielen ihre Schmerzgrenze erreicht. Aber noch ist etwas Hoffnung auf Besserung da…


770 mal gelesen
 
1 | Puck | 16.10.2005 @ 03:43
Dann alst uns heute die nächsten sammeln
2 | HeavensDJ | 16.10.2005 @ 15:27
lob an den texter, ist wirklich gut geschrieben!
3 | kojoti | 16.10.2005 @ 17:38
thx
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