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Hockeyweb.de Bericht zum Tölz-Spiel
17.10.2005 | 00:51 Uhr von
Zaghaft angefangen, bärenstark aufgehört – Tölz schlägt Weisswasser

Axel Kammerer hat im Vorfeld der Partie mahnend den Finger gehoben. „Das wird unser schwerstes Heimspiel.“ Gegen den Tabellenletzten erwarten sogar die seit über zwei Jahren in Bescheidenheit lebenden Tölzer Eishockeyfans einen Erfolg. Dass die Füchse vielleicht gar nicht so schlecht wie ihr Tabellenplatz sind oder der jüngst vollzogene Trainerwechsel Motivationsressourcen freisetzen könnte, wird allerhöchstens als subsidiäre Randerscheinung wahrgenommen. Den heiß ersehnten Sieg schafften die Tölzer Buam dann auch. Allerdings war dafür eine nicht geringe Leistungssteigerung im Schlussabschnitt erforderlich, ehe das 5:2 (0:1,0:0,5:1) feststand. Vierzig Minuten war einzig das Bemühen zu erkennen, sämtliche Offensivbemühungen endeten bei der gut organisierten Defensive der Sachsen oder der eigenen Unzulänglichkeit wegen. Dann aber zeigten die Isarwinkler das Gesicht der letzten Heimspiele und überfuhren ihren Gegner, der gar nicht mehr wusste wie ihm geschah.

„Wir haben anfangs viel zu umständlich und langsam gespielt“, analysierte Axel Kammerer nach der Partie. Ein mildes Urteil, gleichten die Angriffsbemühungen der Buam doch mehr einem Mix aus Behäbigkeit und Ideenlosigkeit. Zwei frühe Powerplay-Situationen verstrichen ohne jede Gefahr. Allenfalls Halbchancen konnten verzeichnet werden. Die Gäste waren sichtlich auf eine sattelfeste Abwehr bedacht. Trotzdem gelang Morgan Warren bei einem der wenigen Vorstöße die Führung. Warren spielte in den vergangenen Spielzeiten in Bad Tölz. Sekera und Wikström hatten weitere gute Möglichkeiten, so dass die knappe Führung durchaus verdient war.

Abschnitt zwei bot eine ideale Gelegenheit für den berühmten Mantel des Schweigens. Kachur bot sich früh die Ausgleichschance. Er scheiterte aber an der Kelle von Füchse-Goalie Ellwing. In der Folgezeit waren beide Teams so torgefährlich wie das Schiedsrichtergespann. Tölz konnte einfach nicht, Weiswasser beschränkte sich auf das Verwalten des Vorsprungs.

Vor Wochenfrist gegen Essen deklarierte Axel Kammerer seine Maßnahme, John Kachur in die Paradereihe zu ziehen als Bauchentscheidung. An diesem tat er dies erneut. Auch die Wirkung war die gleiche. Hoads schneller Ausgleich war der Sache freilich äußerst dienlich. Der Mittelstürmer erzwang das Tor förmlich. Fortan spielten die Hausherren wie man es zuletzt von Ihnen gewohnt war. Bei den Sachsen schien indes der Glaube Punkte aus Bayern zu entführen wie weggewischt. Ein Doppelschlag ebnete den Tölzern schließlich den Weg zum Sieg. Binnen 17 Sekunden schossen Duane Harmer und Rod Stevens den entscheidenden Vorsprung heraus. John Kachur machte bei doppelter Überzahl alles klar. Das 4:2 – ebenfalls in Überzahl – durch den früheren Rosenheimer Markus Kempf kam zu spät, um die Tölzer noch einmal aus der Bahn zu werfen. Zudem schickte Sepp Kottmair alsbald ein empty net Goal hinterher.

Weisswassers neuer Trainer Fred Caroll sah den Tölzer Erfolg aufgrund des starken Drittels als verdient an. Nach wenigen Tagen seines Wirkens konnte er aber bereits signifikante Mängel bei der Fitness seiner Truppe feststellen. „Es reicht nicht wie am Freitag dreißig oder heut e vierzig Minuten mitzuhalten. Wir müssen das schleunigst hinbekommen, sonst sind die Play Off Plätze in weiter Ferne.

Axel Kammerer monierte indes, dass seine Mannschaft zwei Drittel lang quasi nie auf das Tor geschossen hat. „Trotzdem sind wir ruhig geblieben. Ich hatte ein sehr gutes Gefühl, dass wir das noch drehen. Wir konnten in den entscheidenden Momenten zulegen. Wir wollten die Punkte heute unbedingt. Man muss aber auch die Leistung des Gegners respektieren.“ (orab)

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