Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Presseschau: Lausitzer Rundschau vom 18.10.05
18.10.2005 | 01:20 Uhr von
Fred Carroll: Das Team ist mental und körperlich nicht fit
Die erschreckende Bestandsaufnahme des neuen Füchse-Trainers

Seit einer Woche arbeitet Fred Carroll als Trainer der Lausitzer Füchse in Weißwasser. Den erhofften Aufschwung konnte der 42-Jährige noch nicht bringen. Am vergangenen Wochenende setzte das in zehn Spielen weiter sieglose Schlusslicht der 2. Bundesliga seine Talfahrt fort. Carrolls erste Bestandsaufnahme fällt erschreckend aus: «Das Team ist mental und körperlich nicht fit.» Deshalb wird es bereits in dieser Woche erste Konsequenzen für die Profis geben.

Trotz der beiden Niederlagen am Wochenende gegen den EHC München (5:6 im Penaltyschießen) und bei den Tölzer Löwen (2:5) gewährte Fred Carroll der Mannschaft gestern einen freien Tag. Doch es könnte die Ruhe vor dem Sturm sein. Denn trotz des freien Tages bastelte der neue Coach seit Mittag in der Eishalle am Rettungsplan. Am Abend stand dann ein Krisengespräch mit Geschäftsführer René Reinert auf dem Programm. Im RUNDSCHAU-Gespräch analysiert Carroll die gegenwärtige Misere und spricht über . . .
. . . den Einbruch im letzten Drittel am Sonntag in Bad Tölz, als die Füchse fünf Gegentreffer kassierten:
«Zwei Drittel lang haben wir sehr gut gegengehalten. Aber nach 40 Minuten war der Akku plötzlich leer. Das darf zum jetzigen Saisonzeitpunkt nicht passieren. Dieser Einbruch hat mir gezeigt, dass die Mannschaft mental und körperlich nicht fit ist. Deshalb müssen wir vor allem im Ausdauerbereich hart arbeiten. Wir wollen einen Fitnesstrainer engagieren, der das Training leitet. Damit habe ich in Neuwied gute Erfahrungen gemacht.»
. . . personelle Konsequenzen:
«Vor den ersten beiden Spielen hatte ich nur drei Tage Zeit, um mit der Mannschaft zu arbeiten. Das ist sehr wenig. Deshalb habe ich mich weitgehend an der alten Zusammensetzung der Reihen orientiert. Aber es hat nicht viel gebracht. Also wird in dieser Woche neu gemischt. Ohne Konsequenzen geht es nicht.»
. . . das Klima in der Mannschaft:
«Ich werde in den nächsten Tagen weitere Einzelgespräche führen, um zu erfahren, wo die Probleme liegen. Denn dass es Probleme gibt, ist offenkundig. Dabei erwarte ich Offenheit von den Spielern. Sie müssen die Karten auf den Tisch legen. Wenn Sie nur das sagen, was der Trainer ihrer Meinung nach hören will, dann kommen wir nicht weiter.»
. . . die Verantwortung der Spieler:
«Alle müssen so schnell wie möglich begreifen, worum es geht: um die Existenz des Eishockeys in Weißwasser. Viele Menschen haben hier im Sommer hart dafür gekämpft. Nun stehen die Spieler in der Pflicht, dies endlich mit mit ihren Leistungen fortzusetzen. Vielleicht müsste sich der eine oder andere Spieler mal zu den Fans auf die Tribüne stellen, um den Ernst der Lage zu begreifen.»
. . . den kompletten Neuanfang:
«In einigen Köpfen steckt noch die gute Leistung in der vergangenen Saison drin. Das ist jedoch Vergangenheit. Wir müssen uns die Erfolge hart erarbeiten. Das geht nicht im Selbstlauf. Aber ich glaube an diese Mannschaft. Sie hat Potenzial. Mattias Wikström, Martin Sekera, Morgan Warren und Richard Rochefort – das sind hervorragende Stürmer. Wir werden alles dafür tun, dass dieses Potenzial wieder abgerufen werden kann.»

Zur Person Zweitliga-Premiere
Fred Carroll wurde in Bell Island (Neufundland) geboren. Der 42 Jahre alte Deutsch-Kanadier ist verheiratet (Ehefrau Stephanie) und hat einen Sohn (Reid Connor/zwei Jahre).
Weißwasser ist sein erster Trainerjob in der 2. Liga. Zuletzt war Carroll zwei Jahre beim SC Mittelrhein- Neuwied in der Oberliga unter Vertrag und führte den Verein in die Play-offs. Davor arbeitete er relativ glücklos beim ERC Selb.
Als Profi spielte er seit 1986 in Deutschland unter anderem für Bad Nauheim, Wolfsburg, Braunschweig und als Spielertrainer in Leipzig.

Quelle: Lausitzer Rundschau vom 18.10.2005
902 mal gelesen
 
1 | Frank | 18.10.2005 @ 01:36
Auch wenn ich die erste Antwort nicht so ganz nachvollziehen kann wünsche ich dem Trainer das Näschen und den Mut, die richtigen Entscheidungen zu treffen.
2 | kojoti | 18.10.2005 @ 11:24
Saubere Bilanz. Aber die Ursachenforschung ist der wichtigste Bestandteil bei der Fehlerbeseitigung.
3 | esw-fan | 18.10.2005 @ 13:52
Alles schon mal gehört!
4 | Heidi | 18.10.2005 @ 14:44
Zu der Passage Verantwortung der Spieler: Das wäre doch eine Idee: In jedem Block einen Spieler, dann werden Sie sehen was auf dem Eis los ist.
5 | Fuchs | 18.10.2005 @ 16:06
das team is nicht fit? aber wenn das team nach 40 minuten einbricht warum haben wir dann am freitag 2 Tore in den letzten 3 Minuten geschossen
6 | Jörg | 18.10.2005 @ 17:00
Der eine sagt: "Das Team ist körperlich nicht fit."--- Der andere sagt: "Misserfolg macht die Beine schwer." Wer hat recht????????
7 | Nol-Paule | 18.10.2005 @ 20:28
und vor 6 wochen war das team so fit wie noch nie zu diesem zeitpunkt
8 | Udo | 19.10.2005 @ 00:55
Mhm, wirklich alles schon mal gehört!!! Z.B. etwas wabbeliger (sprich ungenauer) von RR bei Fanstammtisch, noch dazu meinte er damals, dass die Ursachenforschung abgeschlossen sei :-( Wie meint er das mit "In einigen Köpfen steckt noch die gute Leistung in der vergangenen Saison"??? Das sollte sich nach den letzten 10 Spielen eigentlich langsam mal gelegt haben, oder ...
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