Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Coach Carroll lässt die Füchse tanzen
19.10.2005 | 13:50 Uhr von
Weißwasser will mit neuem Training aus der Krise.
Dumpfe Bässe dröhnen durch den Raum mit den großflächigen Spiegeln an der Wand. Über den Köpfen flackern Spots in grellen Farben. Sebastian Elwing trägt diesmal nicht seine schwere Torwart-Ausrüstung am Körper, sondern ein verschwitztes T-Shirt. Verteidiger Mats Lindmark versucht, sich auch ohne den gewohnten Eishockey-Schläger in der Hand rhythmisch zu bewegen. "Und eins, und zwei, und drei", feuert Fitnesstrainerin Sandra Kaiser die Gruppe an. Statt auf dem Eis trainierten die Lausitzer Füchse gestern erstmals geschlossen im Fitnessstudio Bodystyle in Weißwasser. Mit Tae Boe, einer Mischung aus Boxen, Selbstverteidigung und heißer Musik, will der neue Coach Fred Carroll die von ihm festgestellten konditionellen Defizite beheben und das Tabellenschlusslicht der 2. Liga aus der Krise führen. "Im letzten Drittel am Sonntag in Bad Tölz sind wir komplett eingebrochen. Da stand plötzlich eine andere Mannschaft auf dem Eis. Die Jungs waren nach der guten Anfangsphase nicht wiederzuerkennen, sie waren einfach platt", betont Carroll Zum Laktattest nach Cottbus

Und dagegen will er konsequent ankämpfen. Für den Deutsch-Kanadier spielt die Fitness eine zentrale Rolle. Und das werden in den nächsten Wochen die Profis zu spüren bekommen. Morgen fahren sie ins Sportzentrum nach Cottbus zum Laktattest mit anschließender sportmedizinischer Untersuchung – eine solche Maßnahme gab es noch nie im Fuchsbau. "Wer als Hochleistungssportler nicht topfit ist, der kann einpacken", lautet Carrolls Leitspruch.

Ursprünglich wollte der neue Coach die ganze Mannschaft auf so genannte Spinning-Räder setzen. So wie er es schon bei seiner Arbeit mit dem SC Mittelrhein-Neuwied getan hat. "Versteckte Belastung" nennt Carroll diese Art des spaßbetonten Konditionstrainings. Der Spinning-Plan scheiterte jedoch an den örtlichen Gegebenheiten in Weißwasser. Es ließen sich einfach nicht genügend Räder auftreiben.

Zackige Kommandos

Beim Tae Boe benötigt Fitnesstrainerin Sandra Kaiser nur die Musik aus den Lautsprechern an der Wand und einige zackige Kommandos, um die Profis ins Schwitzen zu bringen. "Es werden alle Muskelgruppen beansprucht und vor allem die Kraftausdauer trainiert", erläutert die 29-Jährige den Profis. Einmal wöchentlich werden die Füchse künftig diese spezielle Art des Aerobics unter ihrer Anleitung absolvieren. Sowohl mit den Händen als auch mit den Füßen werden dabei imaginäre Gegner bearbeitet. Dazu kommen Dehnungs- und Kräftigungsübungen für die Muskulatur.

Nach 45 Minuten sind die Spiegel komplett beschlagen. Die Luft riecht nach Schweiß. "Es war ein guter Anfang", sagt Verteidiger Benjamin Wildgruber am Ende ersten Übungseinheit. Torhüter Sebastian Elwing baut auf die psychologische Komponente: "Es ist gut, dass wir neue Wege gehen. Wir müssen alles versuchen, um auch auf dem Eis den Neuanfang zu schaffen." Denn zumindest im Tae Boe werden die Füchse dem nächsten Gegner Straubing am Freitag überlegen sein.


VON FRANK NOACK
Quelle: Lausitzer Rundschau
811 mal gelesen
 
1 | Hoywoyfux | 19.10.2005 @ 19:04
Es muß doch wie ein Lachnummer klingen, wenn man unseren Profis vor Saisonbeginn eine bessere Kondition als im Vorjahr bescheinigte und 2 Monate danach bei den alten Männern die Luft raus ist. Und wenn nach 45 Min Leistungssportler sich kaputt sind, krieg ich Krämpfe. Bis vor kurzem war ich selber noch im Kampfsport aktiv. Tae Bo ist ein alter Hut, das haben wir vor 6 Jahren (nebenbei / "grins") gemacht. In der Freizeit! Und wenn Leute, die damit ihr Geld verdienen, hier fast zusammen
2 | Hoywoyfux | 19.10.2005 @ 19:09
klappen, wie Mozart gerüchteweise preisgab, dann schwindet mein Ansehen vor diesen "Stars" ernorm. Da muß ja wohl jeder aktiver Freizeitjogger um die 40 fitter sein, als die Herren mit den Kufentöppen. Echt - Füchse - das ist peinlich !!! Bleibt dennoch zu hoffen, dass es wenigstens im Kopf Wirkung zeigt. Ansonsten wird wohl auch in Zukunft ein jedes "außer Haus gehen" in WSW zur Peinlichkeit. Mann, reißt Euch zusammenn!!!!!!!
3 | Hoywoyfux | 19.10.2005 @ 19:28
Wie gut, dass es ein Archiv gibt. Danke HP-maker! Wer mal etwas über den Fitness/Mentalzustand unserer Boys lesen will, darf ruhig in den Artikeln v. 07.08.05 (Sekera-interview/ erste Frage reicht) sowie den v. 12.08.05 (Füchse Akku leer, Kopf voll) nachlesen. Da kommt man sich ziemlich verar..... t vor.
4 | Jörg | 19.10.2005 @ 20:29
@1 bis 3:Vergiss bei Deiner Pauschalschelte nicht,dass gerade der konditionelle Zustand ein Spiegelbild des Sommertrainings ist.Da war jeder Spieler auf sich allein gestellt...
5 | Hoywoyfux | 19.10.2005 @ 21:59
Pauschalschelte ??? Zitiat Fred Carroll : " d i e M a n n s c h a f t ist körperlich nicht fit" --- also wenn dies selbst der Trainer so sieht, kann meine Aussage ja wohl nicht pauschal sein. Ich bin nur derzeit sehr ungehalten, wenn ich vermittelt bekomme, dass Profis/Leistungssportler zum Saisonbeginn Freizeitsportlern hinterherhecheln. Ich kann mich nur wiederholen, das ist megapeinlich!
6 | Arethusa | 19.10.2005 @ 22:35
Das beste an diesem Bericht finde ich das sie einen Laktattest machen. Die sollten dann auch wirklich das ergebnis veröffentlichen.
7 | Frank | 19.10.2005 @ 22:42
@5 Woher weißt du, welche Übungen die Spieler absolviert haben und wie lange? Und die wievielte Trainingseinheit es an diesem Tag war. Ich wiederhole mich: ich habe nicht den Eindruck, dass die Mannschaft nicht körperlich fit ist, sondern einige Spieler, und da...siehe Jörgs Bemerkung. Das gilt auch für das Tölz-Spiel.
8 | Blaufuchs 999 | 20.10.2005 @ 11:42
Ich muß 1 rechtgeben PROFIS sind für ihre körperliche Fitnes im Sommer selbst Verantwortlich in den zwei Wochen Saison Vorbereitung kann man keine Leistungssportler aufbauen , das hilft eben nur dieSpielpraxis wieder zum laufen zubringen ( das Kantakki ist eben kein Fitnisstudio )
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