Der Füchse-Torhüter über die Krise in Weißwasser
Zehn Spiele, zehn Niederlagen – die Lausitzer Füchse sind trotz des kürzlichen Trainerwechsels weiterhin Tabellenletzter der 2. Liga. Im RUNDSCHAU-Interview spricht Torhüter Sebastian Elwing über die Krise in Weißwasser und die Bedeutung des Eissports für die Region.
Sebastian Elwing, macht es derzeit Spaß, im Tor der Lausitzer Füchse zu stehen?
Eishockey macht immer Spaß. Wer keinen Spaß an seinem Beruf hat, ist fehl am Platze.
Inwieweit beeinträchtigen zehn Niederlagen in Folge diesen Spaß am Eishockey?
Sicher, wenn du gewinnst, ist vieles leichter. Wenn du verlierst, geht es im Training ernster zu auf dem Eis. Sachen, die sonst selbst im Schlaf funktionieren, wollen plötzlich einfach nicht mehr gehen. Das ist ein Teufelskreis, auch für uns Torhüter. Pucks, die wir normalerweise halten, gehen jetzt eben manchmal rein.
Mit 39 Gegentreffern sind die Füchse die Schießbude der 2. Liga. Muss man da als Torhüter auch mal ausrasten und seinen Vorderleuten die Meinung sagen, so wie Sie es beim 2:5 in Bad Tölz getan haben?
Ausrasten ist nicht der richtige Ausdruck. Die Kritik an einem Mitspieler darf nie persönlich verletzend sein. Aber man muss schon mal laut werden dürfen. Wenn der Puls bei 180 ist und du zehn Spiele in Folge verlierst, setzt das natürlich Emotionen frei. Ich denke, das ist normal und auch notwendig.
Ihre Ehefrau kommt aus Weißwasser, die Stadt ist für Sie zur Heimat geworden. Wie gehen Sie persönlich mit der Talfahrt der Füchse um?
Sie tut mir unheimlich weh, weil sehr viel mehr dranhängt, als nur wir Profis. Eishockey ist wichtig für die Region und für die Menschen hier. Denn eigentlich wollen wir ihnen positive Ablenkung vom Alltag bieten. Ich spüre, dass die gegenwärtige Situation alle sehr belastet. Wenn ich durch die Stadt fahre, gucken mich die Menschen anders an als sonst.
Wie kommt man raus aus der Misere?
Wir als Mannschaft müssen alles dafür geben, dass wir endlich wieder ein Spiel gewinnen. Jeder einzelne Spieler muss hart um den Erfolg kämpfen.
War dies zuletzt nicht der Fall?
Ich kann nur mich selbst beurteilen und weiß, dass ich immer alles gegeben habe. Aber auch ich habe Fehler gemacht, klar.
Zielstellung des Vereins war ein Play-off-Platz. Ist er angesichts von zwölf Punkten Rückstand auf Rang acht überhaupt noch realistisch?
Ich persönlich habe nie von einem Play-off-Platz geredet. Und im Moment sowieso nicht. Wer ganz unten steht, sollte nicht von den Play-offs reden. Wir müssen uns Schritt für Schritt verbessern, damit es endlich wieder aufwärts geht.
Der neue Trainer Fred Carroll hat kritisiert, dass die Mannschaft nicht fit sei. Teilen Sie seine Auffassung?
Das muss jeder Spieler vor sich selbst verantworten. Ich weiß, dass ich im Sommer so hart gearbeitet habe wie in jedem Jahr. Ich fühle mich absolut fit. Aber der Trainer kann die gesamte Mannschaft besser beurteilen als ich. Grundsätzlich glaube ich, dass der Trainerwechsel einen Schub geben wird. Fred Carroll versucht uns zu vermitteln, dass wir härter Eishockey spielen und über den Kampf zum Erfolg kommen müssen. Auch seine neuen Fitnessübungen sind ein kleiner Baustein.
Was gibt Ihnen außerdem Zuversicht, dass am Wochenende der erste Saisonsieg gelingt?
Jedes Spiel ist eine neue Chance. Jeder Spieler muss sich klarmachen, dass er eine wichtige Rolle für die Mannschaft spielt. Es ist wie ein Puzzle: Nur wenn alle Teile zusammenpassen, dann gibt es ein schönes Gesamtbild. Und dann werden wir auch endlich wieder mal drei Punkte holen.
vielleicht sollte man mal anfangen auf die play offs zu gucken! es ist wie beim bowlen, wenn du die kugel wirfst und nach unten schaust wo die kugel auf kommt versemmelst du das teil! schaust du aber auf die pins und zielst da in die mitte sieht der wurf schon anders aus! es ist klar das man verliert wenn man davon ausgeht das der kampf grad so für den Klassenerhalt reicht! viel glück mit der einstellung! Cya
2 | Stadtfuchs | 20.10.2005 @ 18:07
@HeavensDJ ... Was heißt hier anfangen? Das wurde seit dem ersten Spieltag gemacht - es wird wohl eher Zeit, damit aufzuhören. Das Ziel ist der erste Sieg und dann folgt alles andere.
3 | drummer | 21.10.2005 @ 09:57
Was Elle da gesagt hat klingt logisch und richtig...aber man kann mit gutem Willen für jede Meinung eine Gegenmeinung finden (@1) In dieser verflixten Situation ist der erste Sieg ein viel größeres und schwereres Ziel als z.B. PO´s. Wenn´s so einfach wäre,lieber "HimmelsDiskJockey" sollten sich die Füxe einfach den Aufstieg in die DEL vornehmen... ;-)
4 | HeavensDJ | 21.10.2005 @ 15:08
lol @ 3 ;-) ich mein ja eigentlich auchnich das sie sich unbedingt die po s vornehmen sollen, sondern mehr das sie das ziel ruhig hoch stecken können aber erreichen müssen sies ja nich.... aber jetz wird nurnoch dahin geschaut wo man steht!!
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Zehn Spiele, zehn Niederlagen – die Lausitzer Füchse sind trotz des kürzlichen Trainerwechsels weiterhin Tabellenletzter der 2. Liga. Im RUNDSCHAU-Interview spricht Torhüter Sebastian Elwing über die Krise in Weißwasser und die Bedeutung des Eissports für die Region.
Sebastian Elwing, macht es derzeit Spaß, im Tor der Lausitzer Füchse zu stehen?
Eishockey macht immer Spaß. Wer keinen Spaß an seinem Beruf hat, ist fehl am Platze.
Inwieweit beeinträchtigen zehn Niederlagen in Folge diesen Spaß am Eishockey?
Sicher, wenn du gewinnst, ist vieles leichter. Wenn du verlierst, geht es im Training ernster zu auf dem Eis. Sachen, die sonst selbst im Schlaf funktionieren, wollen plötzlich einfach nicht mehr gehen. Das ist ein Teufelskreis, auch für uns Torhüter. Pucks, die wir normalerweise halten, gehen jetzt eben manchmal rein.
Mit 39 Gegentreffern sind die Füchse die Schießbude der 2. Liga. Muss man da als Torhüter auch mal ausrasten und seinen Vorderleuten die Meinung sagen, so wie Sie es beim 2:5 in Bad Tölz getan haben?
Ausrasten ist nicht der richtige Ausdruck. Die Kritik an einem Mitspieler darf nie persönlich verletzend sein. Aber man muss schon mal laut werden dürfen. Wenn der Puls bei 180 ist und du zehn Spiele in Folge verlierst, setzt das natürlich Emotionen frei. Ich denke, das ist normal und auch notwendig.
Ihre Ehefrau kommt aus Weißwasser, die Stadt ist für Sie zur Heimat geworden. Wie gehen Sie persönlich mit der Talfahrt der Füchse um?
Sie tut mir unheimlich weh, weil sehr viel mehr dranhängt, als nur wir Profis. Eishockey ist wichtig für die Region und für die Menschen hier. Denn eigentlich wollen wir ihnen positive Ablenkung vom Alltag bieten. Ich spüre, dass die gegenwärtige Situation alle sehr belastet. Wenn ich durch die Stadt fahre, gucken mich die Menschen anders an als sonst.
Wie kommt man raus aus der Misere?
Wir als Mannschaft müssen alles dafür geben, dass wir endlich wieder ein Spiel gewinnen. Jeder einzelne Spieler muss hart um den Erfolg kämpfen.
War dies zuletzt nicht der Fall?
Ich kann nur mich selbst beurteilen und weiß, dass ich immer alles gegeben habe. Aber auch ich habe Fehler gemacht, klar.
Zielstellung des Vereins war ein Play-off-Platz. Ist er angesichts von zwölf Punkten Rückstand auf Rang acht überhaupt noch realistisch?
Ich persönlich habe nie von einem Play-off-Platz geredet. Und im Moment sowieso nicht. Wer ganz unten steht, sollte nicht von den Play-offs reden. Wir müssen uns Schritt für Schritt verbessern, damit es endlich wieder aufwärts geht.
Der neue Trainer Fred Carroll hat kritisiert, dass die Mannschaft nicht fit sei. Teilen Sie seine Auffassung?
Das muss jeder Spieler vor sich selbst verantworten. Ich weiß, dass ich im Sommer so hart gearbeitet habe wie in jedem Jahr. Ich fühle mich absolut fit. Aber der Trainer kann die gesamte Mannschaft besser beurteilen als ich. Grundsätzlich glaube ich, dass der Trainerwechsel einen Schub geben wird. Fred Carroll versucht uns zu vermitteln, dass wir härter Eishockey spielen und über den Kampf zum Erfolg kommen müssen. Auch seine neuen Fitnessübungen sind ein kleiner Baustein.
Was gibt Ihnen außerdem Zuversicht, dass am Wochenende der erste Saisonsieg gelingt?
Jedes Spiel ist eine neue Chance. Jeder Spieler muss sich klarmachen, dass er eine wichtige Rolle für die Mannschaft spielt. Es ist wie ein Puzzle: Nur wenn alle Teile zusammenpassen, dann gibt es ein schönes Gesamtbild. Und dann werden wir auch endlich wieder mal drei Punkte holen.
Mit SEBASTIAN ELWING sprach Frank Noack
Quelle: Lausitzer Rundschau vom 20.10.2005