Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Keine Gans für die Füchse
25.10.2005 | 00:09 Uhr von
Krisensitzung der CDU-Politiker, der Füchse und des Vereins: Hat die Stadt Mitschuld an der finanziellen Not?
Den Füchsen drückt der Pelz. Und ihr Bau braucht eine Stütze – vor allem finanzieller Art. Die Geldsorgen des Eissports in Weißwasser sind nicht erst seit gestern ernst – aber nun stellen sich vor der Stadtratssitzung am Mittwoch die Christdemokraten vor Meister Reinecke und fordern Antworten und Geld.

„Das ist eine kalte Art, den Eissport kaputt zu machen“, sagt doppeldeutig Bernhard Waldau, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes. Gemeint ist vor allem Oberbürgermeister Hartwig Rauh (parteilos), der den Eissport in die private Vereinsverantwortung drängte. „Aber vereinbarte Zusagen der Stadt wurden nicht eingehalten“, so Waldau. Die bewilligten 110 000 Euro für den Fuchsbau fehlen schmerzlich. Ohne die seien Sponsorengelder und Spendenaktion umsonst.

Der zweite große Aufreger ist das Schankrecht im Stadion. Das hat der OB im Februar für die nächsten zehn Jahre an die alten und neuen Betreiber vergeben – die Fuchsfreunde sind mit den Konditionen unzufrieden, nehmen zu wenig ein. Außerdem seien sie bei den Verhandlungen außen vor gewesen.

Kein Geldtopf, nirgendwo

Nun mutmaßt die CDU, dass OB Rauh – der nicht als gönnerhafter Förderer des Eissports verschrieen ist – Stadträte und Fraktionen „hinters Licht“ geführt und mit „Halbwahrheiten gefüttert“ habe. Mit der Koppelung der 110 000 Euro an Haushaltssicherungskonzept und Nachtragshaushalt, müsse der Verein die schwierige Startphase nach der Übernahme alleine stemmen.

Doch OB Rauh will sich das nicht nachsagen lassen. „Das ist Blödsinn, weil wir das Schankrecht laut Vertrag verlängern mussten; und zwar vor der Übernahme des Eissports durch den Verein“, so Rauh. Die 110 000 Euro seien geldwerte Verrechnungen. Fernwärme, Personal oder Reparaturen würden damit dem Verein durch die Stadt erlassen. Das wäre die Vereinbarung.

Doch erst wenn das Haushaltssicherungskonzept der Stadt genehmigt ist – was bis Februar erledigt sein sollte, steht das Geld im Nachtragshaushalt zur Verfügung. „Bis dahin muss der Verein durchhalten, sonst tut es mir leid“, so Rauh.

Da jedoch die Einnahmen der Stadt schwinden und ihre Ausgaben steigen, scheint die fette Stadtgans für die Füchse zurzeit unerreichbar. Es bleibt die Hoffnung auf gewonnene Spiele und Sponsoren. (Wulf Stibenz)

Quelle: Sächsische Zeitung Lokalteil WSW vom 25.10.2005
796 mal gelesen
 
1 | goya | 25.10.2005 @ 00:43
Vielleicht sollte die CDU-Fraktion auch mal erklären, wo das Geld herkommen soll was sie immer einfordert. Nicht ohne Grund musste man doch ein Nachtragshaushalt beschließen und ein Haushaltssicherungskonzept vorlegen. Hat man etwa vergessen, welche Partei seit der Wende bis zur Wahl von Herrn Rauh als OB immer diesen Posten besetzt hatte und somit maßgeblich zur finanziellen Misere der Stadt beigetragen hat? Wer blockiert eigentlich gerade die Gelder? Der CDU-Landrat...
2 | Thorben | 25.10.2005 @ 07:02
Bin mir da nicht ganz sicher wehr hier wen blockiert. Wieviele Rechtsprozesse gehen in Dtl. "unter", weil die die Recht bekommen sollten, kein Geld zur Führung des Prozesses haben??!?!?!?!?!? Sehen wir also in die Zukunft und warten ab wie dieses Bsp. auch an einem Eishockeyclub dargestellt werden kann! Bis dann und Danke ..........!
3 | Matzl | 25.10.2005 @ 07:17
Wann wird dieser Hobby-Politiker Rauh endlich aus der Stadt getrieben?? Dieser arrogante Wessi hat noch nie was für Eishockey in WSW übrig gehabt und hat schon den Sarg bestellt:-(
4 | Silvio | 25.10.2005 @ 07:55
wie auch immer die Rechtslage ist und wer auch immer Recht hat, eins ist aber Fakt, Weißwasser ohne Eishockey ist nichts mehr Wert, aber ohne die Hilfe der Stadt geht es auch nicht. Beide müßen zusammen arbeiten und nicht gegeneinander, da ist verletzter Stolz fehl am Platz. Und zu diesem OB fällt mir nichts ein.....aber irgendjemand muß ihn ja gewählt haben.
5 | Stadtfuchs | 25.10.2005 @ 08:49
@goya Was heißt hier einfordern? Der Posten ist ja nicht plötzlich in diesem aktuellen Haushalt aus dem Nix entstanden. 450.000 Euro waren es vorher - also erzähl nicht das Märchen vom gutgläubigen Rauh! ... Daß der noch nicht gefedert und geteert aus der Stadt geworfen wurde ...
6 | drummer | 25.10.2005 @ 09:24
Selbst mit ganz viel gutem Willen kann man beim Herrn Rauh keinerlei Interesse oder Wohlwollen für den Eissport erkennen. Selbst wenn er es manchmal demonstrativ so äußert. Zu oft hat er direkt klargemacht oder zwischen den Zeilen durchblicken lassen, dass es ihm egal ist, was mit dem Eishockey in WSW wird. „Bis dahin muss der Verein durchhalten, sonst tut es mir leid“, so Rauh. Wenn das kein Zynismus ist... Ein Trainer wird gefeuert, wenn er "versagt", geht das auch mit OBs???
7 | Senator | 25.10.2005 @ 09:30
Frage: Der Verein ist nun Betreiber der Halle. Wie kann die Stadt dann die Schankrechte vergeben und dafür auch kassieren (9 weitere jahre)? Oder verstehe ich da etwas falsch ?
8 | Kasatonov | 25.10.2005 @ 09:56
Au, au CDU. Is schon ganz schoen boese wenn ein Mann wie Herr Rauh OB is! Haette man selber gern gehabt den Posten. Kann ich ja verstehen. Das man sauer darueber is, kann ich auch verstehen. Was ich aber nicht verstehen kann, is die Hetzkampange von Seiten der Partei gegen den OB. Ganz ganz miese Sache! Und das Schlimmste: den Untergang des ESW dem OB in die Schuhe schieben wollen...pfui! Mit dem Verbreiten von Halbwahrheiten kann man sicherlich gut im Teich der ESW-Fans auf Sympathiefang...
9 | Kasatonov | 25.10.2005 @ 10:01
...gehen. In der Sache kommt man damit aber nicht weiter! Ich schliesse mich der Meinung von #1 an und verweise hier noch mal auf den Leserbrief von Martin Moeller in der LR im Sommer diesen Jahres. Der Herr Moeller hat damals den Nagel auf den Kopf getroffen:"...parteipolitisches Kesseltreiben gegen den...Oberbuergermeister, der...parteilos ist."
10 | nostra79 | 25.10.2005 @ 10:53
@8 unterschreib
11 | Puck BW1 | 25.10.2005 @ 10:55
Geht den das Sackhüpfen wieder los??????
12 | goya | 25.10.2005 @ 11:10
@Stadtfuchs: Man braucht keine Märchen erzählen über Herrn Rauh. Er hat gesagt, dass es auf Seiten der Stadt nicht darum geht ob man den Eissport unterstützen möchte oder nicht. Es ist wohl einfach finanziell nicht mehr möglich. Es gibt keine neuen Kredite mehr... Nicht umsonst ist wohl auch die Aufsichtsbehörde eingesprungen und hat erstmal die rote Karte gezeigt. Herr Rauh wurde gewählt, weil Politiker von Parteien wie der CDU den Karren so tief in den Dreck gefahren haben.
13 | Stadtfuchs | 25.10.2005 @ 20:35
@Goya Eine Stadt kann konsolidieren aber ist trotzdem im gutem Zwang sinnvoll zu investieren. Sorry - aber beim Eishockey wurde von heute auf morgen der Zuschuß um ca. 80 Prozent gekürzt. in Worten ACHTZIG !!! Die Stadt hat ber diese finanzielle Notlage nicht erst seit gestern und man muß sich die Frage stellen, in Hinblick was auch am Verein auch wirtschaftlich dran hängt, ob man sich nicht sogar nachhaltig ein Eigentor schießt ...
14 | Stadtfuchs | 25.10.2005 @ 20:40
... so dilletantisch mit diesem -einzigen- Aushängeschild der Region umzugehen. Die darübergehende Bedeutung für diese Region brauche ich erst garnicht anzusprechen ... Dieser Zynismus ist schon eine Frechheit ansich. Dieser Mann ist untragbar da er nicht ansatzweise erkennen läßt, daß ihm überhaupt etwas an diesem Verein liegt.
15 | goya | 26.10.2005 @ 03:57
Herrn Rauh's Vorgänger haben es verpasst, den Zuschuss zum Eissport schrittweise zu senken. Es wurde statt dessen immer lieber die Kredite erhöht damit es auch so weiter ging. Wenn man Jahre lang über seinen Verhältnissen lebt, dann ist das klar, dass irgendwann ein radikaler Schnitt kommt... Die Stadt hat keinen einzigen Cent übrig, auch für den diesjährigen Zuschuss, hätte die Stadt Minus machen müssen, da ist aber nun die Aufsichtsbehörde eingeschritten und hat dies gestoppt. Nicht ohne Grund
16 | Kasatonov | 26.10.2005 @ 10:28
@15: goya, lass es! Mit normalem Menschenverstand kommst du bei Leuten wie #13 nicht durch. Fuer die ist der Herr Rauh der Schlimme. Ich zitiere noch mal den Leserbrief von Herrn Moeller:"...klargestellt werden, dass die Stadt Weisswasser dem Eissport nicht einen einzigen Cent gestrichen hat. Von Streichug kann nur die Rede sein, wenn bereits bewilligte Gelder nicht ausgezahlt werden. Einen solchen Bewilligungsbeschluss gibt es jedoch nicht, jedenfalls nicht fuer die kommende Saison...
17 | Kasatonov | 26.10.2005 @ 10:35
...Wenn ich mich recht entsinne, stand Mitte 2003 in der Presse zu lesen, dass Weisswasser am Rande des Bankrotts steht. War damals nicht Frau Orosz Oberbuergermeisterin?..." Mehr muss man zu der Angelegenheit bezueglich CDU-OB nicht mehr sagen. Vor ein paar Wochen war hier zu lesen, wer den Zuschuss zum jetzigen Zeitpunkt gestopt hat. Die Stadt war es jedenfalls nicht, die war von anfang an auf das Wohlwollen der Rechtsauslegung durch uebergeordnete Instanzen angewiesen.
18 | Frank | 26.10.2005 @ 13:12
"...Aber im Konsolidierungskonzept finden sich Zahlen und Erläuterungen, die dem Landratsamt so nicht bekannt waren." Mit "normalem Menschenverstand" macht man daraus ein "der Zuschuss wurde gestoppt" - Nee, dann möchte ich nicht "normal" sein!!!
19 | Kasatonov | 26.10.2005 @ 13:29
dann haette das Landratsamt die Fakten lesen muessen.
20 | Stadtfuchs | 26.10.2005 @ 16:33
@Kasatonov Das ist mir völlig egal wie du das nennst. Ob bewilligt oder nicht, die Stadt kürzt einen Posten i.H.v. 80 Prozent. Darüber kann man duiskutieren und streiten. Hier wird sich aber aus der Verantwortung gestohlen und polemisch Politik gemacht. Soll Herr Rauh doch die Karten auf den Tisch legen und aussprechen nach dessen er handelt. Kein Geld dem Verein - auch wenn zugesagt - auch wenn alles vor die Hunde geht ...
21 | goya | 26.10.2005 @ 17:11
Was hast du für ein Problem? Herr Rauh hat doch die Karten ganz offen auf den Tisch gelegt. Er hat doch gesagt, dass die Stadt solche freiwilligen Leistungen nicht mehr tragen kann, weil kein Geld da ist und neue Kredite gibt es nicht mehr. Es wurden dem Verein auch keine Versprechungen gemacht, es wurde immer darauf hingewiesen, dass die Aufsichtsbehörden dem zustimmen müssen, was eine wohl jetzt nicht macht. Geld was nicht da ist, kann man nicht ausgeben. Ob man will oder nicht...
22 | Frank | 26.10.2005 @ 17:39
...und dass er nicht will, hat er ja mehrfach geäussert . Aber das ist nicht das Thema: Kann man denn irgendwo nachlesen, dass die Ablehnung des Konsolidierungskonzeptes mit den Ausgaben für den Eissport begründet wird?
23 | Stadtfuchs | 26.10.2005 @ 20:27
@Goya Mein Problem? Hier wird der Weg des geringsten Widerstand beschritten. Wenn Herr Rauh meint seinem Haushalt auf Kosten des Sportsponsorings wieder aufstellen zu können, viel Glück dabei. Aus der Verantwortung kann er sich aber genausowenig wie die Stadt ziehen. Sorry aber den Namen Rauh habe ich bislang noch nicht im Einklang sinnvoller Sanierung und Konsoldierung vernommen ... Eichel läßt grüßen
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