Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Fred Carroll fordert lautstark "Eier"
25.10.2005 | 00:59 Uhr von
Obwohl eigentlich nicht sonderlich spektakulär, so war jene Szene in der 17. Spielminute der Partie der Lausitzer Eishockeyfüchse gegen die Straubing Tigers doch symbolträchtig: Bei eigener Spielerunterzahl warf sich EHC-Verteidiger Jörg Wartenberg in einen Schlagschuss eines gegnerischen Spielers und verhinderte so zumindest eine Tormöglichkeit. Als der Abwehrmann mit Schmerzen auf der Spielerbank Platz nahm, eilte Coach Fred Carroll zu ihm und klatschte ihm anerkennend auf die Schulter.

"Solchen Einsatz unter Opferung des eigenen Körpers verlange ich von den Cracks. Nur so können wir Erfolg haben. Aber zuletzt haben die Spieler solche Opfer nicht gebracht", erklärte Carroll den Ritterschlag: "Man muss immer bereit sein, alles zu geben. Nach dieser Devise habe ich früher auch um jeden Zentimeter Eis gekämpft", fügte der neue Oberfuchs an und wies lächelnd auf sein Nasenbein, dass deutliche Kampfspuren vergangener Tage trägt.

Dennoch konnten die Lausitzer auch im elften Anlauf nicht den ersten Sieg erringen. Als nach zwei Dritteln des Straubing- Spiels sogar ein 0:2 von der Anzeigetafel leuchtete, da mutierte Fred Carroll zum "Olli Kahn des Eishockeys" und forderte - wie dereinst der Nationalkeeper - von seinen Akteuren lautstark "Eier". Offenbar hatten die Gelb-Blauen dann doch welche dabei. Zumindest legten sie Tigers-Goalie Mike Bales noch zwei davon ins Nest. So wurde wenigstens ein Zähler gerettet, denn nach Penaltyschießen verließen die Gäste mit 3:2 als Sieger das Eis.

"Die Steigerung im letzten Drittel macht mich optimistisch. Nach Essen nehmen wir am besten ein Zwölferpack Eier zusätzlich mit", scherzte Fred Carroll, der insgesamt eine deutlich verbesserte Stimmung im Team ausgemacht haben wollte. Und siehe da: Die "Eiermission" führte ausgerechnet bei den Moskitos, wo es für die Füchse selten etwas zu holen gab, zum längst überfälligen ersten "Dreier". Dabei zeugt es schon von intakter Moral, wenn nach dem Zwei- Tore- Rückstand gegen Straubing auch gegen Essen zweimal ein Rückstand (0:1 schon nach 52 Sekunden) egalisiert werden konnte. Das große Zittern begann erst, als bei eigener 5:2- Führung die Angst vor einer neuerlichen Pleite zurück in die Spielerköpfe kroch und die Essener noch auf 4:5 verkürzen konnten.

Mit Glück, Geschick und einem guten Sebastian Elwing im Tor retteten die Weißwasseraner aber den kostbaren Vorsprung ins Ziel und blicken nun hoffnungsfroh dem Pokalderby heute um 19.30 Uhr gegen die Eisbären Berlin entgegen. "Wir können heute aufs Eis gehen und einfach Spaß haben", frohlockt Coach Fred Carroll, der sich durch den Sieg vom Sonntag einen deutlich Schub verspricht: "Mit dem gestiegenen Selbstvertrauen lässt es sich wieder leichter spielen. Jeder muss mannhaft kämpfen. Dann haben wir auch gegen den Deutschen Meister eine Chance." Und notfalls müssen eben wieder ein paar "Eier" her...

Quelle: Dresdner Neueste Nachrichten vom 25.10.2005
765 mal gelesen
 
1 | Odin | 25.10.2005 @ 08:54
wenn ich solche worte lese, wirds mir ganz warm ums herz und seh doch wieder licht am ende des tunnels. der trainer wird mir immer symphatischer......der macht das eishockey im wsw wieder zum dem, wie ich es gern hätte BEDINGONGSLOSER, HARTER; EHRLICHER KAMPF und das PUR. Weiter so Fred
2 | Fuchs | 25.10.2005 @ 09:25
Eier!!!! wir brauchen EIER!!! :-)
3 | hokka | 25.10.2005 @ 11:49
...wenn da mal nicht die Vogelgrippe zuschlägt ;-)
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