Füchse freuen sich auf ihren Lieblingsgegner Außenseiter Weißwasser mit neuem Mut gegen den Deutschen Meister
Es ist ein Spiel zwischen Vergangenheit und Zukunft. Wenn die Lausitzer Füchse heute ab 19.30 Uhr in der zweiten Runde des DEB-Pokals auf den langjährigen Rivalen Eisbären Berlin treffen, dann werden Erinnerungen an die vielen Duelle in der DDR- Oberliga wach. Zudem wollen die Gastgeber gegen den Deutschen Meister weiteres Selbstvertrauen für die 2. Bundesliga sammeln – am liebsten natürlich mit einer handfesten Sensation in dem höchst ungleichen Duell. Das vorerst letzte Pflichtspiel der Dauerkontrahenten fand 1995 statt. Damals siegte Weißwasser zu Hause mit 5:2. Seitdem sind die Wege der beiden Vereine sehr unterschiedlich verlaufen. Weißwasser hatte stets mit chronischer Finanznot zu kämpfen und pendelte zwischen der zweiten und dritten Liga. In Berlin dagegen wurde mit Hilfe eines amerikanischen Investors in der vergangenen Saison der erste gesamtdeutsche Meistertitel bejubelt.
An der Hassliebe zwischen beiden Vereinen hat sich indes nichts geändert. Die Duelle zwischen Dynamo Weißwasser und Dynamo Berlin in der kleinsten Eishockey-Liga der Welt haben stets für Emotionen gesorgt. Diesen Emotionen kann und will sich auch der neue Füchse-Trainer Fred Carroll nicht entziehen. «Ich spüre, dass dieses Spiel für die Menschen hier etwas ganz Besonderes ist» , sagt der 42 Jahre alte Deutsch-Kanadier, der erst seit zwei Wochen in der Lausitz arbeitet.
25 Mal holten Spieler wie Torhüter Klaus Hirche, Manfred Buder und Joachim Franke den DDR-Meistertitel in die Lausitz. Seit 1969 hieß es in jeder Saison Weißwasser gegen Berlin, Berlin gegen Weißwasser. «Das gesamte Eishockey-Potenzial der DDR war in zwei Teams vereint. In jedem Spiel ging es praktisch um die Nominierung für das nächste Länderspiel. Außerdem war es nun auch härter, sich in der eigenen Mannschaft durchzusetzen» , blickt Klaus Hirche zurück. 1990/91 wurden beide Vereine in die gesamtdeutsche Bundesliga eingegliedert. Als Weißwasser später in die 2. Liga absteigen muss, nehmen die unterschiedlichen Entwicklungen ihren Lauf.
Der amtierende Deutsche Meister gegen den Tabellenletzten der 2. Liga – angesichts dieses Leistungsunterschiedes sind die Rollen klar verteilt. «Wir als Außenseiter können ohne Druck aufspielen und wollen den Leuten eine schöne Partie bieten» , betont Trainer Carroll. Dass Berlin heute freiwillig auf einige Profis verzichtet, ändere nichts an der Ausgangsposition: «Auch die jungen Spieler der Eisbären sind sehr gut ausgebildet.»
Die Einstimmung auf den Pokal abend gegen den Lieblingsgegner hätte besser nicht verlaufen können. Mit dem 5:4 in Essen gelang den Füchsen am Sonntag der erste Saisonsieg in der 2. Liga. Dieses Selbstvertrauen soll mit einer guten Leistung gegen die Eisbären ausgebaut werden. Zudem hofft Carroll, dass seine Mannschaft jetzt zu gewohnter Leistungsstärke findet. «Der Sieg in Essen ist eine enorme Befreiung. Ich habe in den Gesichtern der Spieler gesehen, wie erleichtert sie waren.» Diesen neuen Mut können die Füchse dringend gebrauchen. Denn nach der Pokalpartie heute gegen Berlin wartet am Sonntag mit dem Sachsenderby gegen Dresden bereits die nächste reizvolle Aufgabe. (Frank Noack)
Eisbären lassen heute ihre Stars zu Hause Berlins Manager Lee: Die Mannschaft ist müde
Nimmt der amtierende Deutsche Meister die Füchse überhaupt ernst? Die Berliner Eisbären werden heute mit einer stark verjüngten Mannschaft nach Weißwasser reisen. Sämtliche Stars wie Derrick Walser, Stefan Ustorf, Mark Beaufait und Kelly Fairchild bleiben zu Hause.
«Wir haben sehr harte Wochen hinter uns. Die Mannschaft ist müde» , erklärte Manager Peter-John Lee mit Blick auf den vollen Terminkalender. Zuletzt waren die Eisbären fast durchgängig am Sonntag, Dienstag und Freitag im Einsatz. Allein im Oktober standen schon zehn Pflichtspiele auf dem Programm.
Am vergangenen Sonntag kassierten die Hauptstädter, die derzeit auf Platz vier der DEL-Tabelle liegen, eine 3:4-Heimniederlage gegen die Nürnberg Ice Tigers. Zwei Gegentreffer fielen bei eigener Überzahl. «Einige Spieler haben sehr unkonzentriert agiert. Deshalb bekommen sie eine Erholungspause» , so Lee.
Hintergrund für den vollen Terminkalender sind die vielen Spielverlegungen in der höchsten deutschen Spielklasse. Da die modernen Eisarenen am Wochenende auch für andere Veranstaltungen genutzt werden, müssen viele Partien in der Woche stattfinden. Die Eisbären waren davon gleich mehrfach betroffen.
Das Berliner Team wird heute fast ausschließlich aus Förderlizenzspielern bestehen. Als einziger ausländischer Profi soll der kanadische Stürmer Richard Mueller auflaufen. «Trotzdem nehmen wir die Partie ernst und wollen sie gewinnen» , sagte Cheftrainer Pierre Pagé. (Frank Noack)
Michael Bresagk: Man muss Berlin früh stören Der Weißwasseraner über Stärken und Schwächen
In der RUNDSCHAU spricht Bresagk über Stärken und Schwächen der Eisbären. Leistungsstärke: «Berlin hat auf den Ausländerpositionen wichtige Spieler verloren. Die jungen Leute bekommen mehr Einsatzzeit. Deshalb waren die Leistungen sehr schwankend. Inzwischen scheint sich das Team zu stabilisieren.»
Torhüter: «Mit Dshunussow und Ziffzer haben sie zwei junge Keeper. Bis jetzt klappt das Experiment. Aber ich bin gespannt, wie es in der entscheidenden Saisonphase läuft.»
Stärken: «Sie können das Spiel aus der Abwehr sehr kontrolliert aufbauen und sind in der Lage, ein hohes Tempo zu gehen. Auch wir wurden am Freitag förmlich überrannt.»
Schwächen: «Man muss sie früh stören, damit sie nicht zu ihrem Spielaufbau kommen. Und es ist wichtig, die jungen Torhüter mit möglichst vielen Schüssen zu beschäftigen und sie zu Fehlern zu zwingen.»
DEL gibt grünes Licht: Füchse spielen in Dynamo-Trikots
Ein hellblaues Trikot, dazu das weinrote Dynamo-Logo mit zwei gekreuzten Eishockey-Schlägern – das waren viele Jahre die Markenzeichen des Eissports in Weißwasser. Heute kehrt die Tradition für einen Abend zurück.
Denn wie angekündigt laufen die Lausitzer Füchse gegen Berlin in historischen Dynamo-Trikots auf. Inzwischen hat auch die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) als Ausrichter des Pokalwettbewerbs grünes Licht gegeben. «Da die heutigen Trikots nach ganz anderen Kriterien gestaltet werden, war uns diese Zustimmung sehr wichtig» , erklärt Füchse- Sprecher Andreas Friebel.
Vor allem die hellblaue Farbe dürfte unter normalen Umständen wohl nicht genehmigungsfähig sein. Denn es gilt die Regel: Das Heimteam spielt in dunkler Farbe, das Auswärtsteam in heller Farbe. Damit es keine Komplikationen gibt, werden die Eisbären ihre dunkle Heimspielkleidung tragen. Die Dynamo-Trikots der Füchse sind der Saison 1988/89 nachempfunden. Um den historischen Charakter zu unterstreichen wurde ein Schnürkragen eingearbeitet. «Ich finde die Trikots sehr gelungen. Sie sind eine schöne Erinnerung an die lange Eishockey-Tradition in Weißwasser» , sagt Torsten Hanusch als Co-Trainer der Füchse. Beim vorerst letzten Duell gegen Berlin im Jahr 1995 stand er selbst noch auf dem Eis.
Außenseiter Weißwasser mit neuem Mut gegen den Deutschen Meister
Es ist ein Spiel zwischen Vergangenheit und Zukunft. Wenn die Lausitzer Füchse heute ab 19.30 Uhr in der zweiten Runde des DEB-Pokals auf den langjährigen Rivalen Eisbären Berlin treffen, dann werden Erinnerungen an die vielen Duelle in der DDR- Oberliga wach. Zudem wollen die Gastgeber gegen den Deutschen Meister weiteres Selbstvertrauen für die 2. Bundesliga sammeln – am liebsten natürlich mit einer handfesten Sensation in dem höchst ungleichen Duell.
Das vorerst letzte Pflichtspiel der Dauerkontrahenten fand 1995 statt. Damals siegte Weißwasser zu Hause mit 5:2. Seitdem sind die Wege der beiden Vereine sehr unterschiedlich verlaufen. Weißwasser hatte stets mit chronischer Finanznot zu kämpfen und pendelte zwischen der zweiten und dritten Liga. In Berlin dagegen wurde mit Hilfe eines amerikanischen Investors in der vergangenen Saison der erste gesamtdeutsche Meistertitel bejubelt.
An der Hassliebe zwischen beiden Vereinen hat sich indes nichts geändert. Die Duelle zwischen Dynamo Weißwasser und Dynamo Berlin in der kleinsten Eishockey-Liga der Welt haben stets für Emotionen gesorgt. Diesen Emotionen kann und will sich auch der neue Füchse-Trainer Fred Carroll nicht entziehen. «Ich spüre, dass dieses Spiel für die Menschen hier etwas ganz Besonderes ist» , sagt der 42 Jahre alte Deutsch-Kanadier, der erst seit zwei Wochen in der Lausitz arbeitet.
25 Mal holten Spieler wie Torhüter Klaus Hirche, Manfred Buder und Joachim Franke den DDR-Meistertitel in die Lausitz. Seit 1969 hieß es in jeder Saison Weißwasser gegen Berlin, Berlin gegen Weißwasser. «Das gesamte Eishockey-Potenzial der DDR war in zwei Teams vereint. In jedem Spiel ging es praktisch um die Nominierung für das nächste Länderspiel. Außerdem war es nun auch härter, sich in der eigenen Mannschaft durchzusetzen» , blickt Klaus Hirche zurück. 1990/91 wurden beide Vereine in die gesamtdeutsche Bundesliga eingegliedert. Als Weißwasser später in die 2. Liga absteigen muss, nehmen die unterschiedlichen Entwicklungen ihren Lauf.
Der amtierende Deutsche Meister gegen den Tabellenletzten der 2. Liga – angesichts dieses Leistungsunterschiedes sind die Rollen klar verteilt. «Wir als Außenseiter können ohne Druck aufspielen und wollen den Leuten eine schöne Partie bieten» , betont Trainer Carroll. Dass Berlin heute freiwillig auf einige Profis verzichtet, ändere nichts an der Ausgangsposition: «Auch die jungen Spieler der Eisbären sind sehr gut ausgebildet.»
Die Einstimmung auf den Pokal abend gegen den Lieblingsgegner hätte besser nicht verlaufen können. Mit dem 5:4 in Essen gelang den Füchsen am Sonntag der erste Saisonsieg in der 2. Liga. Dieses Selbstvertrauen soll mit einer guten Leistung gegen die Eisbären ausgebaut werden. Zudem hofft Carroll, dass seine Mannschaft jetzt zu gewohnter Leistungsstärke findet. «Der Sieg in Essen ist eine enorme Befreiung. Ich habe in den Gesichtern der Spieler gesehen, wie erleichtert sie waren.» Diesen neuen Mut können die Füchse dringend gebrauchen. Denn nach der Pokalpartie heute gegen Berlin wartet am Sonntag mit dem Sachsenderby gegen Dresden bereits die nächste reizvolle Aufgabe. (Frank Noack)
Eisbären lassen heute ihre Stars zu Hause
Berlins Manager Lee: Die Mannschaft ist müde
Nimmt der amtierende Deutsche Meister die Füchse überhaupt ernst? Die Berliner Eisbären werden heute mit einer stark verjüngten Mannschaft nach Weißwasser reisen. Sämtliche Stars wie Derrick Walser, Stefan Ustorf, Mark Beaufait und Kelly Fairchild bleiben zu Hause.
«Wir haben sehr harte Wochen hinter uns. Die Mannschaft ist müde» , erklärte Manager Peter-John Lee mit Blick auf den vollen Terminkalender. Zuletzt waren die Eisbären fast durchgängig am Sonntag, Dienstag und Freitag im Einsatz. Allein im Oktober standen schon zehn Pflichtspiele auf dem Programm.
Am vergangenen Sonntag kassierten die Hauptstädter, die derzeit auf Platz vier der DEL-Tabelle liegen, eine 3:4-Heimniederlage gegen die Nürnberg Ice Tigers. Zwei Gegentreffer fielen bei eigener Überzahl. «Einige Spieler haben sehr unkonzentriert agiert. Deshalb bekommen sie eine Erholungspause» , so Lee.
Hintergrund für den vollen Terminkalender sind die vielen Spielverlegungen in der höchsten deutschen Spielklasse. Da die modernen Eisarenen am Wochenende auch für andere Veranstaltungen genutzt werden, müssen viele Partien in der Woche stattfinden. Die Eisbären waren davon gleich mehrfach betroffen.
Das Berliner Team wird heute fast ausschließlich aus Förderlizenzspielern bestehen. Als einziger ausländischer Profi soll der kanadische Stürmer Richard Mueller auflaufen. «Trotzdem nehmen wir die Partie ernst und wollen sie gewinnen» , sagte Cheftrainer Pierre Pagé. (Frank Noack)
Michael Bresagk: Man muss Berlin früh stören
Der Weißwasseraner über Stärken und Schwächen
In der RUNDSCHAU spricht Bresagk über Stärken und Schwächen der Eisbären.
Leistungsstärke: «Berlin hat auf den Ausländerpositionen wichtige Spieler verloren. Die jungen Leute bekommen mehr Einsatzzeit. Deshalb waren die Leistungen sehr schwankend. Inzwischen scheint sich das Team zu stabilisieren.»
Torhüter: «Mit Dshunussow und Ziffzer haben sie zwei junge Keeper. Bis jetzt klappt das Experiment. Aber ich bin gespannt, wie es in der entscheidenden Saisonphase läuft.»
Stärken: «Sie können das Spiel aus der Abwehr sehr kontrolliert aufbauen und sind in der Lage, ein hohes Tempo zu gehen. Auch wir wurden am Freitag förmlich überrannt.»
Schwächen: «Man muss sie früh stören, damit sie nicht zu ihrem Spielaufbau kommen. Und es ist wichtig, die jungen Torhüter mit möglichst vielen Schüssen zu beschäftigen und sie zu Fehlern zu zwingen.»
DEL gibt grünes Licht: Füchse spielen in Dynamo-Trikots
Ein hellblaues Trikot, dazu das weinrote Dynamo-Logo mit zwei gekreuzten Eishockey-Schlägern – das waren viele Jahre die Markenzeichen des Eissports in Weißwasser. Heute kehrt die Tradition für einen Abend zurück.
Denn wie angekündigt laufen die Lausitzer Füchse gegen Berlin in historischen Dynamo-Trikots auf. Inzwischen hat auch die Deutsche Eishockey-Liga (DEL) als Ausrichter des Pokalwettbewerbs grünes Licht gegeben. «Da die heutigen Trikots nach ganz anderen Kriterien gestaltet werden, war uns diese Zustimmung sehr wichtig» , erklärt Füchse- Sprecher Andreas Friebel.
Vor allem die hellblaue Farbe dürfte unter normalen Umständen wohl nicht genehmigungsfähig sein. Denn es gilt die Regel: Das Heimteam spielt in dunkler Farbe, das Auswärtsteam in heller Farbe. Damit es keine Komplikationen gibt, werden die Eisbären ihre dunkle Heimspielkleidung tragen. Die Dynamo-Trikots der Füchse sind der Saison 1988/89 nachempfunden. Um den historischen Charakter zu unterstreichen wurde ein Schnürkragen eingearbeitet. «Ich finde die Trikots sehr gelungen. Sie sind eine schöne Erinnerung an die lange Eishockey-Tradition in Weißwasser» , sagt Torsten Hanusch als Co-Trainer der Füchse. Beim vorerst letzten Duell gegen Berlin im Jahr 1995 stand er selbst noch auf dem Eis.
Quelle: Lausitzer Rundschau vom 25.10.2005