Den Dresdner Eishockey-Fans geht es richtig gut: Nach dem 5:2 (1:0, 3:1, 1:1)-Heimerfolg ihrer Mannschaft gestern Abend vor angeblich exakt 2222 Fans gegen die Löwen aus Bad Tölz können sie sich noch mehr auf das zweite Sachsen-Derby der Saison freuen. Am Sonntag gastieren die Eislöwen beim EHC Lausitzer Füchse, der den leichten Aufwärtstrend der letzten Spiele gestern auswärts nicht fortsetzen konnte. Bei den Schwenninger Wild Wings unterlagen die Ostsachsen trotz großen Kampfes mit 4:6 (1:3, 2:2, 1:1).
Doch anders als ein Großteil der Fans bringt das mit Spannung erwartete Nachbarschaftsduell für Spieler und Betreuer nicht nur Spaß mit sich. "Derbys bedeuten immer besonderen Stress", weiß Eislöwen-Manager Jan Tabor. Und der 42-Jährige fügt lachend an: "Die darfst du eigentlich nicht verlieren. Da sind Fans und Sponsoren besonders sensibel und wollen einen Sieg sehen." Immerhin konnten ja die Elbestädter ihre Anhänger gleich zum Saisonauftakt daheim mit einem Derby-Triumph gegen die Füchse erfreuen. Ein klares und zugleich überraschendes 4:1 stand am 16. September an der Pieschener Allee zu Buche.
Inzwischen haben sich die Vorzeichen ein wenig geändert. Während die gestandene Zweitliga-Truppe aus der Lausitz in den Keller marschierte und inzwischen mit neuem Trainer auf den Aufschwung hofft, zog der Aufsteiger aus der Landeshaupstadt bisher sehr souverän seine Kreise und sammelte Punkt um Punkt. Tabellenplatz drei ist der Lohn und ein gesundes Selbstvertrauen im Team. Und selbst bei der Langzeitstatistik haben die Eislöwen die Nase vor den Füchsen. In den sechs Oberliga-Spielen in der Saison 2003/04 gab es für Dresden vier Erfolge und zwei Niederlagen. Allerdings datiert der letzte Sieg der Löwen im Fuchsbau vom 19. Dezember 2003, da behielten sie erst in der Verlängerung mit 2:1 die Oberhand.
Mit einem knappen Resultat rechnet Eislöwen-Trainer Jiri Kochta auch diesmal: "Die Füchse sind von der Besetzung deutlich besser als ihr letzter Tabellenplatz aussagt. Zwar gehen wir von der Papierform her sicher als Favorit ins Rennen, doch wir werden die Gastgeber keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen. Allerdings fahren wir ohne Druck in die Lausitz, denn wir haben schon viel mehr Punkte auf dem Konto, als wir uns vor Saisonbeginn erträumt hatten." Dabei hofft der "Ober-Löwe" vor allem, dass seine Truppe diszipliniert spielt und nicht unnötig ins offene Messer rennt. Dabei vertraut Kochta seinen eingespielten drei Reihen und im Tor Marek Mastic.
In Weißwasser aber gibt man sich kämpferisch. Trainer Fred Carroll glaubt: "Meine Jungs wissen, dass sie eine Menge gutzumachen haben. Zwar geht es auch bei diesem Spiel um nur drei Punkte. Trotzdem steht auch eine Menge Prestige auf dem Spiel, von dem wir nicht weiter einbüßen wollen." Mit erneut vielen Einzelgesprächen hat der Kanadier die unglückliche Niederlage am Dienstag im Pokalspiel gegen die Eisbären Berlin in den Köpfen seiner Akteure bekämpft: "Dass hier Profis spielen, merkt man viel zu selten. Wo ist der letzte Wille, sich im Wettkampf erfolgreich zu behaupten? Mit dieser Mentalität komme ich nicht klar. Meine Aufgabe ist es, das Team nach oben zu bringen. Dafür werde ich alles tun. Und gerade ein Derby mit der ihm innewohnenden Stimmung und Dramatik ist ein schöner Anlass, sich den Fans so zu präsentieren, wie die es erwarten dürfen." Nach der gestrigen 4:6-Pleite sind deren Erwartungen sicher auch nicht kleiner geworden.
Ein gewichtiges Indiz für die momentane Situation der beiden Vereine ist der Kartenvorverkauf. Während in Dresden inzwischen 700 Tickets weggingen wie warme Semmeln, regiert in Weißwasser (noch) Zurückhaltung. Ein ausverkauftes Haus ist dennoch eingeplant.
"Dass hier Profis spielen, merkt man viel zu selten. Wo ist der letzte Wille, sich im Wettkampf erfolgreich zu behaupten? Mit dieser Mentalität komme ich nicht klar." - Deutliche Worte.
2 | Senator | 29.10.2005 @ 12:08
"Trotzdem steht auch eine Menge Prestige auf dem Spiel, von dem wir nicht weiter einbüßen wollen."....auch da hat er Recht !
3 | kojoti | 29.10.2005 @ 23:06
Wenn das Spiel nich ausverkooft wein sollte wäre das schon eene schande.
4 | Otty (DD) | 29.10.2005 @ 23:40
@kojoti
An uns aus Dresden soll das nicht scheitern
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Doch anders als ein Großteil der Fans bringt das mit Spannung erwartete Nachbarschaftsduell für Spieler und Betreuer nicht nur Spaß mit sich. "Derbys bedeuten immer besonderen Stress", weiß Eislöwen-Manager Jan Tabor. Und der 42-Jährige fügt lachend an: "Die darfst du eigentlich nicht verlieren. Da sind Fans und Sponsoren besonders sensibel und wollen einen Sieg sehen." Immerhin konnten ja die Elbestädter ihre Anhänger gleich zum Saisonauftakt daheim mit einem Derby-Triumph gegen die Füchse erfreuen. Ein klares und zugleich überraschendes 4:1 stand am 16. September an der Pieschener Allee zu Buche.
Inzwischen haben sich die Vorzeichen ein wenig geändert. Während die gestandene Zweitliga-Truppe aus der Lausitz in den Keller marschierte und inzwischen mit neuem Trainer auf den Aufschwung hofft, zog der Aufsteiger aus der Landeshaupstadt bisher sehr souverän seine Kreise und sammelte Punkt um Punkt. Tabellenplatz drei ist der Lohn und ein gesundes Selbstvertrauen im Team. Und selbst bei der Langzeitstatistik haben die Eislöwen die Nase vor den Füchsen. In den sechs Oberliga-Spielen in der Saison 2003/04 gab es für Dresden vier Erfolge und zwei Niederlagen. Allerdings datiert der letzte Sieg der Löwen im Fuchsbau vom 19. Dezember 2003, da behielten sie erst in der Verlängerung mit 2:1 die Oberhand.
Mit einem knappen Resultat rechnet Eislöwen-Trainer Jiri Kochta auch diesmal: "Die Füchse sind von der Besetzung deutlich besser als ihr letzter Tabellenplatz aussagt. Zwar gehen wir von der Papierform her sicher als Favorit ins Rennen, doch wir werden die Gastgeber keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen. Allerdings fahren wir ohne Druck in die Lausitz, denn wir haben schon viel mehr Punkte auf dem Konto, als wir uns vor Saisonbeginn erträumt hatten." Dabei hofft der "Ober-Löwe" vor allem, dass seine Truppe diszipliniert spielt und nicht unnötig ins offene Messer rennt. Dabei vertraut Kochta seinen eingespielten drei Reihen und im Tor Marek Mastic.
In Weißwasser aber gibt man sich kämpferisch. Trainer Fred Carroll glaubt: "Meine Jungs wissen, dass sie eine Menge gutzumachen haben. Zwar geht es auch bei diesem Spiel um nur drei Punkte. Trotzdem steht auch eine Menge Prestige auf dem Spiel, von dem wir nicht weiter einbüßen wollen." Mit erneut vielen Einzelgesprächen hat der Kanadier die unglückliche Niederlage am Dienstag im Pokalspiel gegen die Eisbären Berlin in den Köpfen seiner Akteure bekämpft: "Dass hier Profis spielen, merkt man viel zu selten. Wo ist der letzte Wille, sich im Wettkampf erfolgreich zu behaupten? Mit dieser Mentalität komme ich nicht klar. Meine Aufgabe ist es, das Team nach oben zu bringen. Dafür werde ich alles tun. Und gerade ein Derby mit der ihm innewohnenden Stimmung und Dramatik ist ein schöner Anlass, sich den Fans so zu präsentieren, wie die es erwarten dürfen." Nach der gestrigen 4:6-Pleite sind deren Erwartungen sicher auch nicht kleiner geworden.
Ein gewichtiges Indiz für die momentane Situation der beiden Vereine ist der Kartenvorverkauf. Während in Dresden inzwischen 700 Tickets weggingen wie warme Semmeln, regiert in Weißwasser (noch) Zurückhaltung. Ein ausverkauftes Haus ist dennoch eingeplant.
Quelle: Dresdner Neueste Nachrichten vom 29.10.2005