Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
SZ-Interview mit Fred Carroll
10.11.2005 | 01:18 Uhr von
Es geht um viele Jobs

Herr Carroll, Sie sind gerade mitten im Umzug. Bedeutet das, Sie haben das Projekt Weißwasser noch nicht aufgegeben?
Nein, natürlich nicht. Warum sollte ich?

Fünf Punkte aus acht Spielen, in denen Sie an der Bande stehen, sind keine ermutigende Bilanz. Der gewünschte Effekt des Trainerwechsels blieb aus. Hatten Sie mit einem solchem Abschneiden gerechnet?
Ich hatte nicht damit gerechnet, dass der konditionelle Zustand einiger Spieler so schlecht ist. Wir sind in dieser Beziehung auch heute noch nicht so weit, wie wir in der zweiten Liga zu diesem Zeitpunkt sein müssten.

Die Ursachen für das bisher katastrophale Abschneiden liegen also aus Ihrer Sicht zuerst im konditionellen Bereich und nicht im Charakter der Mannschaft?
Im Leistungssport muss man vor allem fit sein, sonst ist man auch im Kopf nicht frei. Im Eishockey betragen die Eiszeiten meist so um die 30 bis 45 Sekunden. Wenn man nur Feuer für 20 Sekunden hast, dann passieren die Fehler.

Ist die Mannschaft zweitligareif, von den Torhütern bis zu den Stürmern?
In der momentanen Verfassung sind nicht alle Spieler zweitligareif. Namen möchte ich aber keine nennen. Fehler bei Gegentoren beginnen immer auf der Eisfläche und enden beim Tormann. Es hilft nichts, gegenseitig aufeinander zu schimpfen.

Vor einem Jahr erreichte Weißwasser mit fast dem gleichen Team die Playoffs. Trainer Horymir Sekera muss die Mannschaft also auch fit bekommen haben. Warum dieses Jahr nicht?
Was da abgegeangen ist, weiß ich nicht. Letztlich ist jeder Profi für seinen Fitnesszustand auch selbst verantwortlich. Wenn man den Fachleuten glauben darf, ist die Liga außerdem stärker geworden.

Was macht Ihnen Mut?
Ich habe in den bisherigen Spielen nicht gesehen, dass die gegnerischen Mannschaften so viel besser sind. Wir sind bisher meist an einigen wenigen schwarzen Minuten gescheitert, in denen wir die Spiele immer wieder verloren haben. Und ich sehe eine Entwicklung in der Mannschaft, seitdem ich da bin. Wir werden von Woche zu Woche fitter, auch wenn es noch drei, vier Wochen dauern wird, bis die Spritzigkeit richtig da ist. Außerdem ist die Stimmung in der Mannschaft gar nicht so schlecht, das Lachen ist zurückgekehrt. Es wird bei allem harten Training auch mal gelacht.

Von Lukas Slavetinsky hat sich der Verein getrennt, ohne Gründe zu nennen. Droht das weiteren Spielern?
Ich bedaure, dass wir im Fall Slavetinsky so handeln mussten – mehr will ich dazu aber nicht sagen. Zu den anderen Spielern: Wenn das so weiterläuft, müssen wir etwas machen. Aber dann geht es um den Job von vielen, um meinen, um den der Spieler, aber auch um den der Leute im Umfeld – bis hin zur Sekretärin. Mein Eindruck ist aber, die Mannschaft hat das jetzt kapiert.

Sind damit auch Neuverpflichtungen gemeint?
Das ist zuallererst eine Geldfrage, Spieler oder Trainer, die nicht mehr für die Füchse aktiv sind, müssen ja auch weiter bezahlt werden. Vertrag ist schließlich Vertrag. Ansonsten müssen wir uns mit den Gesellschaftern zusammensetzen und versuchen, gemeinsam eine Lösung zu finden.

Einige reden schon von noch 36 Testspielen bis zu den Play-Downs der letzten sechs Mannschaften, vor denen ja die Punkte gestrichen werden.
So weit sind wir noch nicht. Um in die Playoffs zu kommen, braucht man so um die 80 Punkte. Für uns wären das 25 Siege aus den noch 36 Spielen. Das wird natürlich eine sehr schwere Aufgabe. Jetzt kommt erst einmal Essen (am kommenden Dienstag, d. Red.) und das wird schwer genug, auch wenn wir gegen die Moskitos unseren bisher einzigen Sieg holen konnten.

Gespräch: Frank Thümmler

Quelle: Sächsische Zeitung vom 10.11.2005
896 mal gelesen
 
1 | Axel Schweiss | 10.11.2005 @ 14:56
25 Siege aus 36 Spielen.Eher Wunschdenken.Playoffs sind durch das ist klar.In WSW stellt man eher Negativserien auf als positive.Ist leider so.Tschau Axel.
2 | Manni | 10.11.2005 @ 21:50
puh...ganz schön optimistisch mit 25 siegen aus 36 spielen....naja vielleicht klappts ja doch irgendwie
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