Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Im Tor des Klassenfeindes
14.11.2005 | 21:56 Uhr von
Nolan McDonald hielt sich als Schauspieler fit und sammelte dabei ungewohnte Erfahrungen. Am Samstag um 10.10 Uhr landete Nolan McDonald auf dem Flughafen in Dresden. Der 28-jährige Torhüter aus Kanada soll der Abwehr der Lausitzer Füchse mehr Stabilität verleihen und den Tabellenletzten aus dem Keller der 2. Eishockey-Bundesliga führen. Morgen will er bereits das erste Mal in Weißwasser auf dem Eis stehen. Aber die große Frage lautet: Wie fit ist McDonald? Denn hinter dem Keeper liegt die ungewöhnlichste Saisonvorbereitung seiner Karriere. Bis vor gut einem Jahr war der Familienvater ein ganz normaler Eishockey-Torhüter. Er schlug sich mehrere Jahre in kanadischen Ligen durch, unternahm einen kurzen Abstecher nach Schweden und stand zweieinhalb Spielzeiten bei den Landshut Cannibals unter Vertrag. Am 15. November 2004 wurde der Vertrag in Niederbayern aufgelöst. Für die Play-offs erhielt er eine Lizenz bei den Straubing Tigers als Ersatzmann für Stammkeeper Mike Bales, kam aber nicht zum Einsatz. Aus Mangel an Alternativen ging McDonald anschließend kurzerhand zum Film und wurde Schauspieler. Seine Rolle: Er stand im Tor des Klassenfeindes. Denn in dem Streifen über die berühmten Duelle zwischen Kanada und Russland mimte McDonald den russischen Keeper Vladislav Tretiak. Dabei hatte es der Kanadier ursprünglich auf das Trikot mit dem Ahornblatt auf der Brust abgesehen. «Jeder Torwart in Kanada wollte natürlich die Rolle des Ken Dryden spielen – ich auch. Als ich dann zum Casting kam, waren sie aber der Meinung, ich sehe dem russischen Torwart Vladislav Tretiak verblüffend ähnlich» , berichtet McDonald in seinem ersten Interview mit dem Weißwasseraner Stadionmagazin «Füchse-Inside» .
Von 8.30 bis 23 Uhr stand er bei den Drehterminen täglich auf dem Eis. Dabei sammelte der Keeper auch ganz ungewohnte Erfahrungen. «Weil ja die meisten Schauspieler noch nie Eishockey gespielt haben, machten sie gegen mich natürlich keine Tore. Die brauchten wir aber für diesen Film. Und so kam der Regisseur zu mir und sagte, ich muss die Pucks reinlassen, damit das alles echt wirkt» , berichtet der schauspielernde Torhüter und ist noch heute verblüfft: «Das war in meiner Karriere das erste Mal, dass man so etwas zu mir sagte.»
Ab sofort muss McDonald den Schalter umlegen. Denn nun soll er wieder Tore verhindern, auch wenn ihm nach über einem Jahr Pause die Wettkampfpraxis fehlt. 67 Gegentreffer haben die Füchse in der laufenden Saison bereits kassiert – so viel wie kein anderes Team der Liga. Den Kanadier erwartet also alles andere als eine leichte Aufgabe. Nach dem Ende der Dreharbeiten hielt sich der Neu-Weißwasseraner in seiner Heimat New Brunswick fit, wo er auch eine Eishockey-Schule für Torhüter betreibt. Wie fit McDonald wirklich ist, werden die nächsten Wochen zeigen. Immerhin, so berichtet Füchse-Coach Fred Carroll, sei McDonald bei den telefonischen Vertragsverhandlungen erst nach mehreren Anläufen zu erreichen gewesen. «Seine Frau hat mir immer gesagt, er sei zum Training.» Carroll hält diesen Ehrgeiz für ein positives Zeichen. «Ich glaube nicht, dass Nolan und seine Frau mir etwas vorgespielt haben.»(Quelle: Lausitzer Rundschau)
563 mal gelesen
 
1 | Mannstefan | 14.11.2005 @ 22:32
wir werden sehen, überzeugt mich
2 | hokka | 15.11.2005 @ 07:49
Ohjeohje...da wenn das mal gut geht. Wir sollten diesmal die Daumen beosnders fest drücken.
3 | Guerrero | 15.11.2005 @ 15:16
.» Carroll hält diesen Ehrgeiz für ein positives Zeichen. «Ich glaube nicht, dass Nolan und seine Frau mir etwas vorgespielt haben.» Hoffentlich hat Herr Carroll eine gute Menschenkenntnis
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