Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
«Wer den Druck nicht verträgt, kann gehen»
17.11.2005 | 23:44 Uhr von
Geschäftsführer René Reinert über die Füchse-Krise
Die Hoffnung der Lausitzer Füchse hat einen Namen: Sean Gagnon. Der Rückkehrer aus Kanada feiert heute im Heimspiel gegen den SC Bietigheim/Bissingen (19.30 Uhr) sein Comeback. «Wir wollen, dass er sein Selbstbewusstsein auf die gesamte Mannschaft überträgt» , sagt Geschäftsführer René Reinert im RUNDSCHAU- Interview. Außerdem spricht er über die sportliche und wirtschaftliche Krise des Tabellenletzten der 2. Bundesliga.

Herr Reinert, Sie haben Sean Gagnon als letzten Joker der Füchse bezeichnet. Welche Erwartungen haben Sie an seine nachträgliche Verpflichtung?
Sean ist ein selbstbewusster Typ, der an sich glaubt. Wir wollen, dass er sein Selbstbewusstsein auf die gesamte Mannschaft überträgt. Den meisten Spielern ist durch die vielen Niederlagen das Selbstbewusstsein verloren gegangen. Auch auf dem Eis ist Sean ein wichtiger Spieler, wenn er an die Form der vergangenen Saison anknüpfen kann.

Können sich die Füchse nach Nolan McDonald eine weitere Neuverpflichtung während der Saison überhaupt leisten?
Sean hat einen sehr leistungsbezogenen Vertrag unterschrieben. Das heißt, wenn wir gewinnen, verdient er gutes Geld. Wenn wir verlieren, ist es erheblich weniger.

Aber der Saisonetat ist noch nicht gedeckt, oder?
Das ist richtig. Diese Verpflichtungen gehen über das geplante Budget hinaus. Trotzdem bin ich überzeugt davon, dass es der richtige Zeitpunkt ist, um zu investieren. Wir müssen unbedingt die 2. Liga halten. Denn nach einem Abstieg wieder zurück zu kommen, ist deutlich schwieriger. Und in der Defensive haben wir nun mal die größten Probleme.

Woher soll das zusätzliche Geld kommen?
Wir müssen zusätzliche Geldgeber finden, um das Budget rund zu bekommen. Und auch wir als Gesellschafter werden sicher wieder einen gewissen Betrag nachschießen, so wie in den vergangenen Jahren auch.

Wurden bei der Zusammenstellung der Mannschaft im Sommer Fehler gemacht?
Die Leute, die wir geholt haben, hatten beste Referenzen. Auch die Torhüter-Frage hat sich zum damaligen Zeitpunkt nicht gestellt. Aber wie schon gesagt, durch die vielen Niederlagen ist das Selbstvertrauen verloren gegangen. Vor allem für die jungen Spieler ist es nicht einfach, mit der komplizierten Situation umzugehen.

Aber es sind auch genügend erfahrene Spieler im Team.
Ja, einige dieser Spieler sind eine große Enttäuschung. Leute, die eigentlich Spiele für uns entscheiden sollen, entscheiden durch ihre Fehler die Spiele gegen uns. Das werden wir nicht dulden. Bei einigen Spielern fehlt mir der letzte Biss, der unbedingte Siegeswille.

Mit Lukas Slavetinsky wurde bereits ein Spieler beurlaubt. Werden weitere solcher Maßnahmen folgen?
Das ist nicht auszuschließen. Unser Kader ist nach den Neuverpflichtungen im Moment überbesetzt. Mitläufer können wir uns nicht leisten. Jeder Spieler muss an seine Grenzen gehen und alles für den Erfolg der Mannschaft tun. Aber ich kann versichern, dass wir keine Schnellschüsse machen werden. Wir schauen uns die nächsten Spiele sehr genau an und werden dann handeln.

Ist die Mannschaft nervlich diesem Druck gewachsen?
Welchem Druck denn? Am Anfang der Saison hatten wir Druck, weil die Mannschaft sehr gut eingeschätzt wurde und jeder Siege erwartet hat. Aber inzwischen ist die Situation grundlegend anders. Wir haben doch nichts mehr zu verlieren. Außerdem gehört Druck zum Profisport dazu. Wer den Druck nicht verträgt, der kann gehen und sollte sich einen neuen Job suchen.

Mit RENE REINERT sprach Frank Noack

Quelle: Lausitzer Rundschau vom 18.11.2005
719 mal gelesen
 
1 | Frank | 18.11.2005 @ 00:30
Die Reihen für heute: 32+18+80+44+3 & 91+9+56+15+22 & 13+11+28+19+83
2 | Hoywoyfux | 18.11.2005 @ 11:19
zur letzten Frage : 100 Punkte für die Antwort. Nur vergißt man dabei, dass auch ein Profi i.d.R. einen rechtssicheren Vertrag hat und nicht einfach gehen wird ("d.h. Urlaub bei fortgeführten Bezügen"). Und hier wäre ich ein wenig vorsichtiger, vorallem, wenn ich schon offen zugeben muß, dass die Finanzen auf der Kippe stehen. Aber nach wie vor, RR ist GF der GmbH und muß so Zahlen und Betriebswirtschaft kennen, deshalb kann ich nur hoffen und wünschen, dass er weiß, was er tut. Das Risiko ist
3 | Hoywoyfux | 18.11.2005 @ 11:23
groß, doch man muß auch viel eingehen, will man der 3.Liga noch entgehen, denn so schnell wie vor kurzem kommen wir da nicht mehr hoch. Am Ende dieses "Experiments" sind wir alle schlauer. RR engagiert sich - mit allem für und wider. Deshalb gebt nun allen die Zeit und zerreißt nicht nun noch die letzten Fetzen. Mein Dank an die, die noch die letzten Sponsorcents rauskratzen. Die Hoffnung stirbt zuletzt und abgerechnet wird in der Schlußrunde.
4 | Her-Bert | 18.11.2005 @ 13:02
@ 2,3 genau, meine meinung- nagel auf dem kopf getroffen!
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