Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Gags, Checks und Spagetti
22.11.2005 | 08:14 Uhr von
Rückkehrer Sean Gagnon entpuppt sich schnell als Bereicherung für die Lausitzer Füchse – auf und vor allem neben der Eisfläche
Als das einzelne Abendessen serviert wurde, konnte sich Fred Carroll ein Schmunzeln nicht verkneifen. Die Zusammenstellung des Menüs war gewöhnungsbedürftig. Es gab Spagetti mit Bratwurst. Extragroß, versteht sich. Denn: Bestellt hatte die XXL-Portion schließlich Sean Gagnon.
Während der Cheftrainer gemeinsam mit Geschäftsführer René Reinert die Fragen der Anhänger beim Fanstammtisch in Niesky beantwortete, füllte der alte, neue Star der Lausitzer Füchse erstmal seine riesigen Kalorienspeicher auf. Auch die Tankstellen in Weißwasser dürfen ab sofort wieder auf einen verstärkten Absatz von gut gewürztem Knabbergebäck hoffen. «Wir werden Sean nicht mehr ändern. Er soll so bleiben, wie er ist. Denn so wie er ist, kann er der Mannschaft jede Menge geben» , sagt Carroll über den ausgeprägten Hunger des 112 Kilogramm schweren Verteidigers, der sich schnell als Bereicherung für die Füchse entpuppte.
Neben der einheimischen Wirtschaft profitierte auch der Tabellenletzte der 2. Bundesliga bereits am ersten Wochenende von der Rückkehr des Kanadiers in die Lausitz. Am Freitag gab es mit dem 4:3 nach Penaltyschießen endlich den ersten Heimsieg der Saison. Zwei Tage später kam durch das 4:5 nach Verlängerung bei den Wölfen Freiburg ein weiterer Zähler hinzu. «Wir haben einen kleinen Schritt in die richtige Richtung gemacht» , findet Trainer Fred Carroll angesichts der deutlich verbesserten Leistungen seiner Spieler.
Die Verpflichtung Gagnons wurde zum erhofften Weckruf für den Rest des Teams. Auch wenn der Abwehrspieler bei seinem Comeback im Füchse-Trikot bereits nach acht Sekunden (!) zum ersten Mal auf die Strafbank musste, verschaffte er sich mit knallharten Checks schnell Respekt bei den Gegnern und beflügelte damit auch seine Mitspieler, die viel couragierter zu Werke gingen als in den Wochen zuvor. «Sean hat die Mannschaft mitgerissen» , lobt Carroll den Rückkehrer, der sich – zumindest für seine Verhältnisse – in einem überraschend guten Fitnesszustand vorstellte. Zudem sind der gut gelaunte Gagnon und seine Gags in der Kabine offenbar Balsam für die angespannten Nerven der Profis in Blau-Gelb. «Seine positive Ausstrahlung tut der Mannschaft gut» , ist sich der Coach sicher.
Doch auch die Fans der Füchse dürfen sich in Zukunft wieder auf klare Ansagen freuen. «Früher habe ich auf dem Eis gekämpft. Jetzt möchte ich Eishockey spielen» , verkündete Gagnon am Beginn seines ersten Gastspiel hierzulande in der vergangenen Saison. Dass er trotzdem 211 Strafminuten anhäufte, brachte ihm bei der Konkurrenz den Ruf eines Raubeins ein. Entsprechend markig meldete sich der selbstbewusste Kanadier auch diesmal an. «Ich brauche keine Freunde in der Liga, ich spiele für Weißwasser. Wer mir im Weg steht, muss weg» , umschreibt er seine Rolle als «Bad Boy» auf dem Eis. Der böse Bube spielt diese Rolle gern. Sie ist Teil der Inszenierung des Eishockey spielenden Gesamtkunstwerks Sean Gagnon. (Frank Noack)

Quelle: Lausitzer Rundschau vom 22.11.2005
1347 mal gelesen
 
1 | Mozart | 22.11.2005 @ 08:26
Schön, daß die Presse auch öfters mal auf unserer HP vorbeischaut. ;-) Ciao Mozart!
2 | max DD | 22.11.2005 @ 10:23
wobei Spaghetti mit Bratwurst doch schon leicht pervers klingt *würg* ;-)
3 | Jörg | 22.11.2005 @ 11:03
Früher in der Schulspeisung gab's doch nüscht andres:Durchgehächselte Bratwurst mit Spaghettis und tomatenähnlicher Soße...
4 | Brian | 22.11.2005 @ 12:17
HM Die waren lecker. Das waren 2 Portionen immer Pflicht.
5 | Stadtfuchs | 22.11.2005 @ 15:18
Hier in Bayern sind Spaghetti mit Schnitzel fast ein fast-food-Nationalgericht. Der Schritt zur Bratwurst ist dann auch nicht mehr weit. ... Dafür ist das Bier hier ganz gut ;) ... Nach dem Artikel bin ich jetzt noch heißer auf das Regensburg-Spiel am Sonntag! :)
6 | erich28 | 22.11.2005 @ 20:03
der spruch von gags ist bombe, zum an die wand hängen,danke für so viel spass
7 | Odin | 22.11.2005 @ 20:37
Also jetzt muss ich mal ne Lanze für die Bratwurscht brechen. Das was sich Gags da geleistet hat, ist einfach unglaublich. Nun komm ich ja aus dem Bratwurschtland Nr.1 und kann ohne mich selbst loben zu wollen, als Kenner und Experten bezeichnen (zweieinhalb Jahre wehrende, knallharte Ausbildung an Westthüringischen Imbissbuden) was das köstliche lange Heiß inner Semmel betrifft.
8 | Odin | 22.11.2005 @ 20:39
Es grenz eigentlich ja schon an Gotteslästerung, wenn man die Bratwurscht, sofern sie als solche hergestellt und auch so zubereitet ist, mit etwas anderem als NUR Senf zu sich nimmt. Und zu den an Perversion grenzenden Menüzusammenstellungen der Bayern, sag ich besser nichts! Außer, pfui Deiwel.
9 | rene72 | 22.11.2005 @ 20:48
Der letzte Satz ist einfach nur geil: Gesamtkunstwerk
10 | HeavensDJ | 23.11.2005 @ 14:32
hoffentlich kommt jetz nich wieder der große einbruch, weil dann isses janz aus!!! aber wir malen mal nich die bratwurst an die wand wa? ;-)
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