Ein fiktiver Ausblick auf 2006: Warum es ein gutes Sportjahr für die Lausitz wird
Heute um Mitternacht geht das Sportjahr 2005 mit einem lauten Knall zu Ende. Die Erfolge der vergangenen zwölf Monate sind gefeiert, die Niederlagen gebeichtet, die Bilanzen gezogen. Viel spannender ist die Frage: Was bringt uns 2006? Die RUNDSCHAU blickt voraus und erklärt, warum es erneut ein gutes Sportjahr für die Lausitz wird.
Energie Cottbus kommt auch in der Rückrunde wie gewohnt gut aus den Startlöchern. Es macht sich bezahlt, dass in das Trainingslager im türkischen Antalya ein echtes Kamel aus Dubai als Glücksbringer eingeflogen wird. Die Kosten dafür tragen einheimische Kreditinstitute. Das Kamel wird deshalb auf den Namen „Spari“ getauft. Bereits Mitte März haben die Lausitzer die 40 Punkte für den Klassenerhalt beisammen. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) fragt daraufhin an, ob der Verein weiter am Spielbetrieb der 2. Liga teilnehmen wolle, da das Saisonziel ja bereits erreicht sei. Energie stimmt der Fortsetzung des Spielbetriebes nur unter der Bedingung zu, dass die ab sofort errungenen Punkte bereits für den Klassenerhalt in der nächsten Saison angerechnet werden. Nach dem ersten Spieltag der Saison 2006/2007 führen die Lausitzer deshalb mit 14 Zählern das Klassement an.
Doch auch die laufende Saison bleibt interessant und Energie Cottbus der ungekrönte Meister des langen Balles. Im Heimspiel gegen Dynamo Dresden gelingt Kevin McKenna ein außergewöhnliches Kopfballtor. Der Kanadier verwertet eine Flanke durch Vragel da Silva, die direkt von der eigenen Grundlinie kommt. Dresden reklamiert ein unsportliches Verhalten, weil der Ball mehr als eine Minute lang in der Luft gewesen sein soll. Der Schiri gibt den Treffer trotz der Proteste. Seine Begründung: Es hätte für Dynamo noch schlimmer kommen können. Er erinnert an den Treffer von McKenna gegen Aue. Im Lößnitztal war die Flanke so lange in der Luft, dass der Ball anschließend mit Schnee bedeckt in den Strafraum zurückkam.
La-ola-Welle im Büro
Der Vertrag von Tomislav Piplica wird vorzeitig um zehn Jahre verlängert. Er darf nur dann gekündigt werden, wenn Piplica in einer Saison mindestens 20 verunglückte Ausflüge vor das Tor nachgewiesen werden können. Wegen seiner Verdienste um den Verein wird außerdem in seinem Wohnort Cottbus-Sielow der Schulweg in Tomislav- Piplica-Magistrale umbenannt. Die 133 Anwohner sind begeistert. Um die Freude über den prominenten Einwohner auszudrücken, erhalten alle Grundstücke in Sielow Piplica’s Rückennummer 23 als Hausnummer. Lediglich Ex-Profi Franklin Bitencourt wünscht sich die Hausnummer 21. Die Behörde stellt sich zunächst quer. Als Franklin dann aber mit rudernden Armen alle Mitarbeiter zur La-ola-Welle im Büro auffordert, wird die Ausnahme genehmigt. Nicht ganz so gut läuft es für die Lausitzer Füchse. Weil sie mehr finanzielle Sorgen als Pluspunkte haben, müssen die Profis und auch Cheftrainer Fred Carroll Nebenjobs annehmen. Carroll organisiert Tae-Boe-Lehrgänge für Eishockey- Vereine aus ganz Deutschland. Zum absoluten Renner werden jedoch die Kurse von Sean Gagnon an der Volkshochschule. Er unterrichtet das Fach „Checken für Anfänger“. Dem Vernehmen nach sollen sich dafür auch einige Mitspieler unter falscher Identität angemeldet haben. Am 1. April kann Geschäftsführer René Reinert verkünden, dass die Füchse wirtschaftlich gerettet sind. Das nötige Kleingeld kommt aus der Spendenaktion „Wir sind ein Team – Gemeinsam für den Eissport in Weißwasser“, die jetzt jeden Monat durchgeführt wird.
Kurios verläuft die Bundesliga-Saison für die Turner des SC Cottbus. Gleich mehrere Wettkämpfe fallen aus, da die äußeren Bedingungen in den Hallen nicht stimmen. In Straubenhardt sind die Matten zu kalt, in Stuttgart das Pferd zu bockig und in München der Luftdruck zu gering. Dies ist besonders bitter für die Gästeteams, die unverrichteter Dinge zurückfahren müssen. Deshalb beschließt der Verband ein neues Wertungssystem. Es werden jene Mannschaften mit Bonuspunkten bedacht, welche die meisten sinnlosen Reisekilometer zurückgelegt haben. Am Ende entscheidet der SC Cottbus das Titelrennen durch einen Coup ganz knapp für sich. Denn: Um bei den ausgefallenen Heimwettkämpfen zumindest einige der begehrten Sinnlos-Reisekilometer kassieren zu können, werden die Wettkämpfe des Cottbuser Vereins in das Kolkwitz- Center verlegt.
Klettwitz ist nicht Monaco
Und sonst? Das Lausitzer Radsprint-Talent Maximilian Levy fährt gleich bei seiner ersten Teilnahme an einer Männer-Weltmeisterschaft auf das Podest. Der 18-Jährige revanchiert sich damit für die Bosheit der Konkurrenten, die ihm heimlich eine Packung Pampers in die Sporttasche gesteckt hatten. Der EuroSpeedway Lausitz bringt sich wieder einmal als zukünftige Formel-1- Rennstrecke ins Gespräch. Die Unterzeichnung eines Vorvertrages für die Saison 2033 scheitert jedoch in letzter Sekunde, weil Formel-1-Boss Bernie Ecclestone der Weg von Klettwitz ins Hotel nach Monaco selbst mit dem Hubschrauber zu weit erscheint. Diese Tortur könne er weder Fahrern noch Offiziellen zumuten, begründet Ecclestone die Absage.
Trotzdem wird 2006 ein gutes Sportjahr für die Lausitz. Selbst eine Auszeichnung des Fußball- Weltverbandes Fifa geht an Menschen unserer Region. Familie B. aus Falkenberg/Elster erhält den Ehrenpokal der Fifa, weil sie sich insgesamt 245 Mal erfolglos um WM-Karten beworben hat. Udo B. bekam zwar eine Kartenzusage für die Partie Botswana gegen Burundi – dummerweise konnten sich beide Teams aber nicht für die Endrunde qualifizieren.
Wenn die Situation bei uns nicht so wäre, wie sie ist, könnte man über die Satire herzlich lachen... Nicht, dass in der Spaßvorschau für 2007 dann der Wiederaufstieg in die Oberliga angepeilt wird. ;-(
3 | Fuchs | 31.12.2005 @ 11:40
Jörg hat Recht. wenn es nicht stimmen würde könnte man drüber lachen
4 | Hoywoyfux | 31.12.2005 @ 15:38
köstlich schwarzer Humor und mit Wahrheiten bespickt!
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Heute um Mitternacht geht das Sportjahr 2005 mit einem lauten Knall zu Ende. Die Erfolge der vergangenen zwölf Monate sind gefeiert, die Niederlagen gebeichtet, die Bilanzen gezogen. Viel spannender ist die Frage: Was bringt uns 2006? Die RUNDSCHAU blickt voraus und erklärt, warum es erneut ein gutes Sportjahr für die Lausitz wird.
Energie Cottbus kommt auch in der Rückrunde wie gewohnt gut aus den Startlöchern. Es macht sich bezahlt, dass in das Trainingslager im türkischen Antalya ein echtes Kamel aus Dubai als Glücksbringer eingeflogen wird. Die Kosten dafür tragen einheimische Kreditinstitute. Das Kamel wird deshalb auf den Namen „Spari“ getauft. Bereits Mitte März haben die Lausitzer die 40 Punkte für den Klassenerhalt beisammen. Die Deutsche Fußball-Liga (DFL) fragt daraufhin an, ob der Verein weiter am Spielbetrieb der 2. Liga teilnehmen wolle, da das Saisonziel ja bereits erreicht sei. Energie stimmt der Fortsetzung des Spielbetriebes nur unter der Bedingung zu, dass die ab sofort errungenen Punkte bereits für den Klassenerhalt in der nächsten Saison angerechnet werden. Nach dem ersten Spieltag der Saison 2006/2007 führen die Lausitzer deshalb mit 14 Zählern das Klassement an.
Doch auch die laufende Saison bleibt interessant und Energie Cottbus der ungekrönte Meister des langen Balles. Im Heimspiel gegen Dynamo Dresden gelingt Kevin McKenna ein außergewöhnliches Kopfballtor. Der Kanadier verwertet eine Flanke durch Vragel da Silva, die direkt von der eigenen Grundlinie kommt. Dresden reklamiert ein unsportliches Verhalten, weil der Ball mehr als eine Minute lang in der Luft gewesen sein soll. Der Schiri gibt den Treffer trotz der Proteste. Seine Begründung: Es hätte für Dynamo noch schlimmer kommen können. Er erinnert an den Treffer von McKenna gegen Aue. Im Lößnitztal war die Flanke so lange in der Luft, dass der Ball anschließend mit Schnee bedeckt in den Strafraum zurückkam.
La-ola-Welle im Büro
Der Vertrag von Tomislav Piplica wird vorzeitig um zehn Jahre verlängert. Er darf nur dann gekündigt werden, wenn Piplica in einer Saison mindestens 20 verunglückte Ausflüge vor das Tor nachgewiesen werden können. Wegen seiner Verdienste um den Verein wird außerdem in seinem Wohnort Cottbus-Sielow der Schulweg in Tomislav- Piplica-Magistrale umbenannt. Die 133 Anwohner sind begeistert. Um die Freude über den prominenten Einwohner auszudrücken, erhalten alle Grundstücke in Sielow Piplica’s Rückennummer 23 als Hausnummer. Lediglich Ex-Profi Franklin Bitencourt wünscht sich die Hausnummer 21. Die Behörde stellt sich zunächst quer. Als Franklin dann aber mit rudernden Armen alle Mitarbeiter zur La-ola-Welle im Büro auffordert, wird die Ausnahme genehmigt.
Nicht ganz so gut läuft es für die Lausitzer Füchse. Weil sie mehr finanzielle Sorgen als Pluspunkte haben, müssen die Profis und auch Cheftrainer Fred Carroll Nebenjobs annehmen. Carroll organisiert Tae-Boe-Lehrgänge für Eishockey- Vereine aus ganz Deutschland. Zum absoluten Renner werden jedoch die Kurse von Sean Gagnon an der Volkshochschule. Er unterrichtet das Fach „Checken für Anfänger“. Dem Vernehmen nach sollen sich dafür auch einige Mitspieler unter falscher Identität angemeldet haben. Am 1. April kann Geschäftsführer René Reinert verkünden, dass die Füchse wirtschaftlich gerettet sind. Das nötige Kleingeld kommt aus der Spendenaktion „Wir sind ein Team – Gemeinsam für den Eissport in Weißwasser“, die jetzt jeden Monat durchgeführt wird.
Kurios verläuft die Bundesliga-Saison für die Turner des SC Cottbus. Gleich mehrere Wettkämpfe fallen aus, da die äußeren Bedingungen in den Hallen nicht stimmen. In Straubenhardt sind die Matten zu kalt, in Stuttgart das Pferd zu bockig und in München der Luftdruck zu gering. Dies ist besonders bitter für die Gästeteams, die unverrichteter Dinge zurückfahren müssen. Deshalb beschließt der Verband ein neues Wertungssystem. Es werden jene Mannschaften mit Bonuspunkten bedacht, welche die meisten sinnlosen Reisekilometer zurückgelegt haben. Am Ende entscheidet der SC Cottbus das Titelrennen durch einen Coup ganz knapp für sich. Denn: Um bei den ausgefallenen Heimwettkämpfen zumindest einige der begehrten Sinnlos-Reisekilometer kassieren zu können, werden die Wettkämpfe des Cottbuser Vereins in das Kolkwitz- Center verlegt.
Klettwitz ist nicht Monaco
Und sonst? Das Lausitzer Radsprint-Talent Maximilian Levy fährt gleich bei seiner ersten Teilnahme an einer Männer-Weltmeisterschaft auf das Podest. Der 18-Jährige revanchiert sich damit für die Bosheit der Konkurrenten, die ihm heimlich eine Packung Pampers in die Sporttasche gesteckt hatten. Der EuroSpeedway Lausitz bringt sich wieder einmal als zukünftige Formel-1- Rennstrecke ins Gespräch. Die Unterzeichnung eines Vorvertrages für die Saison 2033 scheitert jedoch in letzter Sekunde, weil Formel-1-Boss Bernie Ecclestone der Weg von Klettwitz ins Hotel nach Monaco selbst mit dem Hubschrauber zu weit erscheint. Diese Tortur könne er weder Fahrern noch Offiziellen zumuten, begründet Ecclestone die Absage.
Trotzdem wird 2006 ein gutes Sportjahr für die Lausitz. Selbst eine Auszeichnung des Fußball- Weltverbandes Fifa geht an Menschen unserer Region. Familie B. aus Falkenberg/Elster erhält den Ehrenpokal der Fifa, weil sie sich insgesamt 245 Mal erfolglos um WM-Karten beworben hat. Udo B. bekam zwar eine Kartenzusage für die Partie Botswana gegen Burundi – dummerweise konnten sich beide Teams aber nicht für die Endrunde qualifizieren.
VON FRANK NOACK
Quelle:
Lausitzer Rundschau vom 30.12.2005