Die Eisarena
Der neue Fuchsbau
 
Presseschau: DNN vom 05.01.2006
05.01.2006 | 08:57 Uhr von
Pechvogel Wildgruber lässt sich von den Fans feiern
Einer genoss am Dienstagabend den 6:4-Erfolg der Lausitzer Eishockeyfüchse über die Schwenninger Wild Wings ganz besonders: Benjamin Wildgruber. Der 23- Jährige war vor der laufenden Saison aus dem Schwarzwald in die Lausitz gewechselt. Nach einem Handbruch im Benefizspiel gegen Köln fand der Verteidiger erst spät den Weg in die Weißwasseraner Stammformation, aus der er inzwischen nicht mehr wegzudenken ist. Als alle Akteure nach der nach Siegen obligatorischen Ehrenrunde schon auf dem Weg in die Kabine waren, kehrte "Benni" nochmals auf die Eisfläche zurück und winkte seinen "Ex-Fans"- und seinen aktuellen Anhängern zu.

Beinahe nämlich hätte Wildgruber das Match für seinen alten Verein entschieden. Es war in der 40. Spielminute: Nach einem furiosen Sturmlauf hatten die Weißwasseraner mit dem über die Stationen Kempf und Rohrbach schönsten Angriff des Abends, den Jörg Pohling überlegt abschloss, einen 0:3- Rückstand egalisiert. Die Halle stand Kopf. Da schien auch nicht zu stören, dass Morgan Warren auf die Strafbank musste. In Unterzahl aber lenkte Wildgruber einen scharf vor das Tor gespielten Pass von Dustin Whitecotton ins eigene Gehäuse. 41 Sekunden vor der zweiten Pause gingen die Gäste aus Schwenningen so erneut in Führung.

In einem begeisternden Schlussdrittel sorgten Gagnon, Rohrbach und Lindmark jedoch dafür, dass der Unglücksrabe am Ende jubeln konnte. "Ich hoffe, nach meinem ersten Treffer in dieser Saison ist der Knoten nun geplatzt", scherzte der Abwehrrecke mit der Rückennummer 19. Derweil war für Trainer Fred Carroll die Partie nicht nur des Spielverlaufs wegen problematisch: "Durch die neue Regelauslegung und die kleinlichere Strafenverteilung wusste anfangs niemand, wie viel Körperspiel überhaupt noch erlaubt ist", erklärte der Oberfuchs, "ab sofort ist immer die Mannschaft im Vorteil, die in Scheibenbesitz ist. Denn dann muss der Gegner den Puck erst mal ohne Foul erobern!" Den Schlüssel zur Aufholjagd und damit zum Sieg hatte der EHC-Coach seinem Trainerkollegen Marcel Breil stibitzt. "Als Schwenningen vor 18 Tagen hier 0:3 hinten lag, hat Herr Breil den Torhüter gewechselt. Prompt kam der ERC schnell auf 2:3 heran. Diesen Impuls wollte ich der Mannschaft diesmal auch geben", freute sich Carroll über den gelungenen Schachzug, nach dem ersten Drittel Sebastian Elwing für Nolan McDonald ins Gehäuse zu schicken. Insofern steht der Kanadier vor der Begegnung morgen Abend (18.30 Uhr) beim SC Bietigheim-Bissingen vor der Qual der Torwartwahl.

Den finanziellen Qualen in Eishockey-Weißwasser soll nun ein ganz Prominenter zu Leibe rücken: Der Ex- Präsident des FC Energie Cottbus, Dieter Krein. Der 64-Jährige wohnt in Trebendorf und damit nur einen "Steinwurf" vom Weißwasseraner Fuchsbau entfernt. Ob und in welcher Form der Ruheständler mit den Eishockeyverantwortlichen von Stammverein und Profi-GmbH zusammenarbeiten wird, wird in den in den kommenden Wochen anstehenden Verhandlungen geklärt. Dabei will Dieter Krein nur für die Füchse tätig werden, wenn er vorbehaltlose Rückendeckung von allen Vereinsgremien bekommt. Ob das bei den gegeben Verhältnissenn in Weißwasser zu schaffen ist, bleibt indes fraglich.

Quelle: Dresdner Neueste Nachrichten vom 05.01.2006
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