Thomas Popiesch hat vor gut zwei Wochen Fred Carroll als Füchse-Trainer abgelöst. Erst einmal soll die Rote Laterne aus dem Fuchsbau verschwinden.
Sie sind als Trainer zum Tabellenletzten gekommen und hatten bei ihrer Ankunft bestimmte Vorstellungen von der Mannschaft. Haben die sich bestätigt?
Wenn man zum Letzten kommt, weiß man, dass da einiges nicht im Reinen war. Innerhalb der Liga war aber vielen schon vor der Saison klar, dass Weißwasser einen Konsolidierungskurs fährt. Ich wusste eigentlich schon vorher, dass es nicht darum gehen kann, einfach nur einen Schalter umzulegen – und dann läuft alles. Das hat sich in den ersten fünf Spielen bestätigt.
Nach dem ersten Spiel sagten Sie, dass sie froh darüber wären, dass die Moral stimmt und es keine Grüppchen gibt. Nur vier Spiele später kritisierten sie den Einsatzwillen einiger Spieler. War ihre erste Einschätzung falsch?
Vielleicht ist da etwas falsch rübergekommen. Die Moral in der Truppe ist nach wie vor intakt. Was ich zuletzt gemeint habe ist Folgendes: Wenn man weniger talentiert ist als der Gegner, muss man das dadurch ausgleichen, das man die einfachen Sachen intensiver macht - eben über die Schmerzgrenze geht. Nur dann ist man bereit, wenn der Favorit einen schwächeren Tag erwischt, Diese Grundeinstellung muss immer vorhanden sein und die habe ich bei einigen Spielern vermisst. Unter der Woche haben wir viele Einzelgespräche geführt. Die Spieler haben das eingesehen und wollen mehr geben.
Was droht Spielern, die nicht richtig mitziehen?
Profis wissen, dass der erste Schritt weniger Eiszeit ist.
Die Fans nehmen der Mannschaft übel, vor dem Regensburg- Spiel in einem offenen Brief um Unterstützung geworben zu haben, um dann beim 2:6 eine solch schwache Leistung abzuliefern...
Daran sieht man ja, dass das auch ein mentales Problem sein kann. Ich glaube aber, dass alle kapiert haben, dass wir erst einmal an die Basis zurück müssen: Die Sicherheit muss wieder her. Wir dürfen den Gegner nicht mehr mit so vielen Fehlern einladen.
Das hört sich nach einer defensiven Taktik an: Lieber die Scheibe raus aus dem Drittel als kombinieren und einen Fehler zu riskieren. Ist das so?
Man muss mit einer Mannschaft immer das spielen, womit Erfolg möglich ist. Mit einer kompromisslosen Defensivtaktik ist das gerade für die Mannschaften des unteren Drittels am einfachsten. Ich selbst würde viel lieber technisch anspruchsvolles, attraktives Angriffseishockey spielen lassen, aber dafür muss man viel Talent in der Mannschaft haben.
Stimmt die Fitness im Team?
Die Fitness muss schon zu Saisonbeginn stimmen. Wir trainieren das jetzt auch nicht separat, konzentrieren uns eher auf Zweikämpfe, die defensive Zone und das Verhalten an der Bande.
Woraus schöpfen sie den Optimismus, mit dem Team die Wende schaffen zu können?
Die Mannschaft hat eine positive Grundeinstellung, die Bereitschaft, bewusst mitzuarbeiten. Die Fans in Weißwasser sind leicht zu begeistern, wenn sie sehen, dass die Mannschaft alles gibt. Die Zuschauer wieder hinter uns zu bringen, das ist - glaube ich – unsere erste Aufgabe.
Geht jetzt schon die Konzentration auf die Playdowns los? Schließlich scheint der Abstand auf den zehnten Platz mit 17 Punkten zu groß.
Ich denke, das geht nicht. Wir müssen uns stetig verbessern und uns kleine Ziele setzen. Erstmal soll die Rote Laterne weg, dann geht es um das Heimrecht bei den Playdowns, das ja vielleicht entscheidend sein kann - und wer weiß, vielleicht ist ja am Ende doch mehr drin.
Quelle: Sächsische Zeitung Printausgabe Sportteil vom 08.12.2006 - Frank Thümmler
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Sie sind als Trainer zum Tabellenletzten gekommen und hatten bei ihrer Ankunft bestimmte Vorstellungen von der Mannschaft. Haben die sich bestätigt?
Wenn man zum Letzten kommt, weiß man, dass da einiges nicht im Reinen war. Innerhalb der Liga war aber vielen schon vor der Saison klar, dass Weißwasser einen Konsolidierungskurs fährt. Ich wusste eigentlich schon vorher, dass es nicht darum gehen kann, einfach nur einen Schalter umzulegen – und dann läuft alles. Das hat sich in den ersten fünf Spielen bestätigt.
Nach dem ersten Spiel sagten Sie, dass sie froh darüber wären, dass die Moral stimmt und es keine Grüppchen gibt. Nur vier Spiele später kritisierten sie den Einsatzwillen einiger Spieler. War ihre erste Einschätzung falsch?
Vielleicht ist da etwas falsch rübergekommen. Die Moral in der Truppe ist nach wie vor intakt. Was ich zuletzt gemeint habe ist Folgendes: Wenn man weniger talentiert ist als der Gegner, muss man das dadurch ausgleichen, das man die einfachen Sachen intensiver macht - eben über die Schmerzgrenze geht. Nur dann ist man bereit, wenn der Favorit einen schwächeren Tag erwischt, Diese Grundeinstellung muss immer vorhanden sein und die habe ich bei einigen Spielern vermisst. Unter der Woche haben wir viele Einzelgespräche geführt. Die Spieler haben das eingesehen und wollen mehr geben.
Was droht Spielern, die nicht richtig mitziehen?
Profis wissen, dass der erste Schritt weniger Eiszeit ist.
Die Fans nehmen der Mannschaft übel, vor dem Regensburg- Spiel in einem offenen Brief um Unterstützung geworben zu haben, um dann beim 2:6 eine solch schwache Leistung abzuliefern...
Daran sieht man ja, dass das auch ein mentales Problem sein kann. Ich glaube aber, dass alle kapiert haben, dass wir erst einmal an die Basis zurück müssen: Die Sicherheit muss wieder her. Wir dürfen den Gegner nicht mehr mit so vielen Fehlern einladen.
Das hört sich nach einer defensiven Taktik an: Lieber die Scheibe raus aus dem Drittel als kombinieren und einen Fehler zu riskieren. Ist das so?
Man muss mit einer Mannschaft immer das spielen, womit Erfolg möglich ist. Mit einer kompromisslosen Defensivtaktik ist das gerade für die Mannschaften des unteren Drittels am einfachsten. Ich selbst würde viel lieber technisch anspruchsvolles, attraktives Angriffseishockey spielen lassen, aber dafür muss man viel Talent in der Mannschaft haben.
Stimmt die Fitness im Team?
Die Fitness muss schon zu Saisonbeginn stimmen. Wir trainieren das jetzt auch nicht separat, konzentrieren uns eher auf Zweikämpfe, die defensive Zone und das Verhalten an der Bande.
Woraus schöpfen sie den Optimismus, mit dem Team die Wende schaffen zu können?
Die Mannschaft hat eine positive Grundeinstellung, die Bereitschaft, bewusst mitzuarbeiten. Die Fans in Weißwasser sind leicht zu begeistern, wenn sie sehen, dass die Mannschaft alles gibt. Die Zuschauer wieder hinter uns zu bringen, das ist - glaube ich – unsere erste Aufgabe.
Geht jetzt schon die Konzentration auf die Playdowns los? Schließlich scheint der Abstand auf den zehnten Platz mit 17 Punkten zu groß.
Ich denke, das geht nicht. Wir müssen uns stetig verbessern und uns kleine Ziele setzen. Erstmal soll die Rote Laterne weg, dann geht es um das Heimrecht bei den Playdowns, das ja vielleicht entscheidend sein kann - und wer weiß, vielleicht ist ja am Ende doch mehr drin.
Quelle: Sächsische Zeitung Printausgabe Sportteil vom 08.12.2006 - Frank Thümmler