Trainer erzählt seine dramatische Lebensgeschichte
12.03.2007 | 23:22 Uhr von
Es ist das erste Mal, dass Thomas Popiesch öffentlich seine bewegte Lebensgeschichte erzählt. Der Trainer der Lausitzer Füchse stand gestern in Weißwasser und Bautzen vor den Fernsehkameras des mdr-Sachsenspiegels Rede und Antwort.
Auf den Rängen der alten Freiluftarena im Eissportkomplex gab Füchse-Trainer Thomas Popiesch dem mdr-Fernsehteam ein Interview. Foto: G. Schulze
Eine sportliche Bilderbuchkarriere schien sich anzubahnen für den gebürtigen Berliner. Bereits als Knirps erlernte Thomas Popiesch das Abc der schnellsten Mannschaftssportart der Welt. Er galt als eines der hoffnungsvollsten Talente des damaligen DDR-Eishockeysports – bis seine sportliche und persönliche Laufbahn durch die versuchte Flucht in den Westen ein jähes Ende fand. Es folgten vier Jahre Gefängnis, bis zum 21. Lebensjahr saß er im Untersuchungsgefängnis in Berlin-Hohenschönhausen. In dieser Zeit absolvierte Thomas Popiesch auch eine Ausbildung zum Werkzeugmacher.
Gelegenheit zur Flucht genutzt
Mit dem Zerfall der damaligen DDR 1989 nutzte Thomas Popiesch die Gelegenheit und flüchtete über Ungarn in die Bundesrepublik. Seine erste Station war Düsseldorf, wo er Unterstützung von Bekannten und weitläufigen Verwandten erhielt. Doch die entscheidende Frage musste sich der jetzige Eishockeytrainer selbst beantworten: Sollte er nach sieben Jahren Abstinenz aus dem Profileistungssport nochmals angreifen? „Diese Frage konnte ich mir anfangs selbst nicht richtig beantworten. Doch mein eingepflanzter Sportgeist bewog mich letzten Endes dazu“, erzählt der heute 41-Jährige. Die gute und solide sportliche Grundausbildung unter den Fittichen von Werner Thomas half Thomas Popiesch dabei, den erneuten Sprung ins Sportgeschäft zu schaffen. Erste Station war für ihn das Team der Düsseldorfer Junioren, die ihren großen Vorbildern in der Düsseldorfer Brehmstraße nacheiferten – denn die Auftritte der ersten Mannschaft auf dem Eis verfolgten bis zu 11000 Zuschauer.
Und es ging weiter für den ehrgeizigen Thomas Popiesch. Duisburg in der Zweiten Bundesliga, Krefeld in der Ersten Bundesliga, Nürnberg und Frankfurt in der DEL waren seine weiteren, sportlichen Stationen. In Grefrath, Duisburg und noch im vergangenen Jahr in Essen schloss sich der Kreis einer runden Eishockeykarriere.
Der Sport hat Thomas Popiesch nicht mehr losgelassen – auch wenn er jetzt an der Bande steht und seine Mannschaft nun für den Abstiegskampf mobilisiert. Zum sechsten Spieltag der laufenden Saison wechselte der mittlerweile verheiratete Familienvater als Trainer nach Weißwasser.
Glaube an eigene Chancen
In den am Freitag beginnenden Play-downs treffen er und seine Mannschaft auf einen schwierigen Gegner: die Dresdner Eislöwen. Doch Popiesch setzt darauf, dass seine Mannschaft auch aus der Position des Außenseiters heraus alle Chancen hat, den Saisonabschluss erfolgreich zu gestalten. Eins ist gewiss – bis zur letzten Spielsekunde wird der Trainer mit seinen Füchsen versuchen, den Klassenerhalt zu schaffen.
Wer mehr über das Leben und die Erfolgsgeschichte von Thomas Popiesch sowie über die sportlichen Ziele der Füchse erfahren will, sollte am Mittwoch ab 21.15 Uhr die Ausstrahlung des gestern gedrehten Beitrags im MDR-Fernsehen verfolgen. (Gunnar Schulze)
Gelegenheit zur Flucht genutzt
Mit dem Zerfall der damaligen DDR 1989 nutzte Thomas Popiesch die Gelegenheit und flüchtete über Ungarn in die Bundesrepublik. Seine erste Station war Düsseldorf, wo er Unterstützung von Bekannten und weitläufigen Verwandten erhielt. Doch die entscheidende Frage musste sich der jetzige Eishockeytrainer selbst beantworten: Sollte er nach sieben Jahren Abstinenz aus dem Profileistungssport nochmals angreifen? „Diese Frage konnte ich mir anfangs selbst nicht richtig beantworten. Doch mein eingepflanzter Sportgeist bewog mich letzten Endes dazu“, erzählt der heute 41-Jährige. Die gute und solide sportliche Grundausbildung unter den Fittichen von Werner Thomas half Thomas Popiesch dabei, den erneuten Sprung ins Sportgeschäft zu schaffen. Erste Station war für ihn das Team der Düsseldorfer Junioren, die ihren großen Vorbildern in der Düsseldorfer Brehmstraße nacheiferten – denn die Auftritte der ersten Mannschaft auf dem Eis verfolgten bis zu 11000 Zuschauer.
Und es ging weiter für den ehrgeizigen Thomas Popiesch. Duisburg in der Zweiten Bundesliga, Krefeld in der Ersten Bundesliga, Nürnberg und Frankfurt in der DEL waren seine weiteren, sportlichen Stationen. In Grefrath, Duisburg und noch im vergangenen Jahr in Essen schloss sich der Kreis einer runden Eishockeykarriere.
Der Sport hat Thomas Popiesch nicht mehr losgelassen – auch wenn er jetzt an der Bande steht und seine Mannschaft nun für den Abstiegskampf mobilisiert. Zum sechsten Spieltag der laufenden Saison wechselte der mittlerweile verheiratete Familienvater als Trainer nach Weißwasser.
Glaube an eigene Chancen
In den am Freitag beginnenden Play-downs treffen er und seine Mannschaft auf einen schwierigen Gegner: die Dresdner Eislöwen. Doch Popiesch setzt darauf, dass seine Mannschaft auch aus der Position des Außenseiters heraus alle Chancen hat, den Saisonabschluss erfolgreich zu gestalten. Eins ist gewiss – bis zur letzten Spielsekunde wird der Trainer mit seinen Füchsen versuchen, den Klassenerhalt zu schaffen.
Wer mehr über das Leben und die Erfolgsgeschichte von Thomas Popiesch sowie über die sportlichen Ziele der Füchse erfahren will, sollte am Mittwoch ab 21.15 Uhr die Ausstrahlung des gestern gedrehten Beitrags im MDR-Fernsehen verfolgen. (Gunnar Schulze)
Quelle: Sächsische Zeitung Lokalteil WSW vom 13.03.2007