Blaue Flecke als Erinnerung an einen unvergesslich
28.03.2007 | 22:11 Uhr von
David besiegt Goliath, alle im kletterfähigen Alter stürmen das Eis, Tränen kullern über Männerwangen, ein Minister ist leicht verwirrt und überall tönt es: „Wir machen weiter!“
Lange stand das 2:1 unsicher über den Köpfen der Fans geschrieben. Bis es hieß: 3:1. Schon da wurde gejubelt, als ob der Sieg sicher wäre. War er ja auch.
Nach dem Abpfiff: Gezeichnet vom Kampf, aber glücklich, reißen die Füchse ihre Arme hoch. Im Vordergrund der Held der Play downs – Torwart Nolan McDonald. Foto: Gunnar Schulze
Und dieses 3:1 hatte Folgen – einen verwirrten sächsischen Wirtschaftsminister Thomas Jurk. „Unser drittes Tor, wie kam das eigentlich zustande?“, fragte er sich nach dem Spiel. Doch das war erst einmal egal – der Sieg musste gefeiert werden. Die Halle bebte, es gab Getrommel, Pfiffe und Freudenschreie. Mancher Mann vergaß, dass er einer ist, vergaß den hochpriesenen Knigge und ließ eine Freudenträne die Wange hinunterkullern – ohne ein Zeichen sonstiger Schwäche. Küsse tauschten Männlein und Weiblein aus, als der Abpfiff ertönte. „Sieg, Sieg – Bravo“.
Rutschpartie der Fans auf dem Eis
Der Nachbar reichte bald zum Mitteilen der Riesenfreude nicht mehr aus. Scharenweise bevölkerten nach kurzer Zeit alle, die sich noch im kletterfähigen Alter befanden, die Eisfläche. Sie überwanden kurzerhand Absperrungen und Barrieren und landeten auf glattem Untergrund – ganz nah bei ihren Füchsen. Ordner und Polizei waren machtlos und standen bald dem Drang der Fans nach Körperkontakt auf dem Eis nicht mehr im Wege. Ausgelassen wurde sich auf der rutschigen Fläche umarmt, auch auf die Gefahr hin, sich schmerzvoll auf das eigene Hinterteil zu setzen. Schon allein wegen der vielen blauen Flecke wird sich mancher Fan an den Freudentaumel am Dienstagabend erinnern. Einige Weißwasseraner zeigten schauspielerisches Können und stellten mit einem Ganzkörpereinsatz und dem schwungvollen Rutsch ins gegnerische Tor den Sieg der Füchse dar.
Geteiltes Leid ist halbes Leid, dachten sich wohl die Fans der Dresdner Eislöwen und zogen in großen Gruppen ab – meist Händchen haltend und mit gesenkten Köpfen. Sie waren es auch, die den kürzesten Weg zum Stadionausgang hatten, diesen Vorteil nutzten und so schnell wie möglich in den Fanbussen verschwanden. Wie niedergedrückt die Stimmung auf der Heimreise wohl war, mag man sich kaum vorstellen.
Mit dem Füchseschal um den Hals war auch Minister Thomas Jurk nicht weniger Fan als andere: „Es ist unglaublich, was da heute Abend passiert ist“, sagte er. „Das Ganze war ein Kampf zwischen David und Goliath – und wir haben gewonnen. Außenseiter rücken ins Rampenlicht.“ Der Geschäftsführer des EHC Rene Reinert sprudelte zwar nicht ganz so vor Emotionalität wie der Minister, war wohl dennoch um einiges glücklicher: „Dass wir mit dem kleinen Etat den Klassenerhalt schaffen, war nicht zu erwarten“, so Reinert.
„Wir machen weiter“, so tönte es vom Minister, vom Geschäftsführer und von Fans gleichermaßen. Und diese Worte hörte man lautstark und bis spät in die Nacht am Ausgang des Stadions und auch noch viele Kilometer entfernt. (Sandra Tietz)
Lange stand das 2:1 unsicher über den Köpfen der Fans geschrieben. Bis es hieß: 3:1. Schon da wurde gejubelt, als ob der Sieg sicher wäre. War er ja auch.
Rutschpartie der Fans auf dem Eis
Der Nachbar reichte bald zum Mitteilen der Riesenfreude nicht mehr aus. Scharenweise bevölkerten nach kurzer Zeit alle, die sich noch im kletterfähigen Alter befanden, die Eisfläche. Sie überwanden kurzerhand Absperrungen und Barrieren und landeten auf glattem Untergrund – ganz nah bei ihren Füchsen. Ordner und Polizei waren machtlos und standen bald dem Drang der Fans nach Körperkontakt auf dem Eis nicht mehr im Wege. Ausgelassen wurde sich auf der rutschigen Fläche umarmt, auch auf die Gefahr hin, sich schmerzvoll auf das eigene Hinterteil zu setzen. Schon allein wegen der vielen blauen Flecke wird sich mancher Fan an den Freudentaumel am Dienstagabend erinnern. Einige Weißwasseraner zeigten schauspielerisches Können und stellten mit einem Ganzkörpereinsatz und dem schwungvollen Rutsch ins gegnerische Tor den Sieg der Füchse dar.
Geteiltes Leid ist halbes Leid, dachten sich wohl die Fans der Dresdner Eislöwen und zogen in großen Gruppen ab – meist Händchen haltend und mit gesenkten Köpfen. Sie waren es auch, die den kürzesten Weg zum Stadionausgang hatten, diesen Vorteil nutzten und so schnell wie möglich in den Fanbussen verschwanden. Wie niedergedrückt die Stimmung auf der Heimreise wohl war, mag man sich kaum vorstellen.
Mit dem Füchseschal um den Hals war auch Minister Thomas Jurk nicht weniger Fan als andere: „Es ist unglaublich, was da heute Abend passiert ist“, sagte er. „Das Ganze war ein Kampf zwischen David und Goliath – und wir haben gewonnen. Außenseiter rücken ins Rampenlicht.“ Der Geschäftsführer des EHC Rene Reinert sprudelte zwar nicht ganz so vor Emotionalität wie der Minister, war wohl dennoch um einiges glücklicher: „Dass wir mit dem kleinen Etat den Klassenerhalt schaffen, war nicht zu erwarten“, so Reinert.
„Wir machen weiter“, so tönte es vom Minister, vom Geschäftsführer und von Fans gleichermaßen. Und diese Worte hörte man lautstark und bis spät in die Nacht am Ausgang des Stadions und auch noch viele Kilometer entfernt. (Sandra Tietz)
Quelle: Sächsische Zeitung Lokalteil WSW vom 29.03.2007