Sascha Hache – auch Mozart genannt – ist seit Jahren Füchse-Fan und erzählt im SZ-Gespräch übers Spiel und die Feier danach.
Sascha, wie hast du die Nacht nach dem sensationellen Sieg überstanden?
Sascha Hache (rechts) hat einen guten Draht zur Mannschaft, spricht hier mit Stürmer Lanny Gare. Foto: Gunnar Schulze
Es geht so. Wir, das sind einige Bautzener Fans, und die Blue Sons (aktivste Fangemeinschaft der Füchse/d. Red.) waren mit der Mannschaft in der Cy-Bar in Weißwasser und haben dort richtig Party gemacht. Um es kurz zu machen: Wir haben früh um fünf abgebrochen. Der Pegel war erreicht. Die Mannschaft hat allerdings noch weiter gefeiert.
Wann hast du im Spiel gewusst: Jetzt ist es geschafft?
Nach dem 3:1 durch Chris Straube 36 Sekunden vor Schluss. Genauer gesagt, als der Schiedsrichter auf Tor entschieden hatte. Die, die sich auskennen, wussten ja, das er in dieser Situation – Torwart ist aus dem Spiel und der Stürmer wird gefoult – nur so entscheiden kann, aber trotzdem haben alle gebannt auf den Schiedsrichter geschaut. Als dann der Arm des Schiris aufs Tor zeigte, sind wir uns alle nur noch um den Hals gefallen.
Hast du die letzte halbe Minute des Spiels noch mitbekommen?
Nein. Da gab es nur noch Jubel. In meinem Kopf war nur ein Gedanke: Wie komme ich am schnellsten rauf aufs Eis?
Geschafft?
Sicher. Ich bin gemeinsam mit rund 300 anderen Fans aufs Eis gestürmt, bin den verschwitzten Spielern um den Hals gefallen, habe sie gedrückt. Das war einfach nur Freude.
Hattet ihr etwas vorbereitet?
Die Blue Sons haben in der zweiten Drittelpause das Transparent mit ,Danke Jungs‘ gesprüht – eine logistische Meisterleistung. Das haben sie direkt nach dem Spiel der Mannschaft überreicht.
Wo sind deine Gedanken jetzt – nach dem Rausch?
Meine und die Gedanken vieler Fans waren schon ganz schnell nach dem Spiel bei Daniel, der auf der Heimreise von einem Spiel in dieser Saison tödlich verunglückt ist. Noch auf dem Eis habe ich Martin, unseren Trommler, getroffen, der mit ihm im Auto saß. Wir sind uns einfach nur um den Hals gefallen. Der Klassenerhalt ist zwar wichtig, aber in Gedanken waren wir in diesem Moment bei Daniel. Mann, hätte der sich gefreut. Vielleicht sollte man ihm dieses kleine Wunder widmen.
Du hast ja während dieser Saison Woche für Woche Kolumnen für die Sächsische Zeitung geschrieben, meistens nach Niederlagen. Hast du selbst noch geglaubt, dass es die Füchse schaffen?
Zugegeben, da musste man schon positiv bekloppt sein. Aber es gab immer wieder kleine Anzeichen dafür, dass es aufwärts geht, und wir sind dafür, dass wir immer daran geglaubt haben, am Ende unwahrscheinlich belohnt worden.
Egal, was in der Serie passiert – so ein emotionaler Höhepunkt entschädigt für alles?
Erst einmal: Eine solche Serie muss ich nicht nochmal mitmachen. Eigentlich hätte ich bei diesen engen Spielen ständig eine Krankenschwester neben mir gebraucht. Und am Dienstag war ich nur aufgeregt, lange vor dem Spiel. Und dann hoffe ich, dass die Füchse in der neuen Saison von Anfang an mit diesem Feuer spielen, vielleicht viel weiter vorn landen.
Auf Dresden trefft ihr dann nicht mehr…
Eigentlich schade, zumal das Verhalten der Fans in den Abstiegsduellen wirklich beispielhaft war. Die Dresdener haben auf der Ehrenrunde der Füchse sogar sportlich fair Beifall geklatscht – super.
Wir freuen uns auf der anderen Seite schon jetzt auf die Spiele gegen Essen. Da spielt Matt Hubbauer, und der kann sich auf vier heiße Spiele auch von unserer Seite gefasst machen.
Was hast du außer dem sportlichen Erfolg sonst noch für Wünsche für die neue Saison?
Ich glaube, die Weißwasseraner haben bei diesen Abstiegsspielen ihre Liebe für das Eishockey wiederentdeckt, nachdem die Füchse in ihrer Gunst in den letzten Jahren stetig gesunken waren. Ich wünsche mir, dass wir genau das in die neue Saison mitnehmen können. Dann hoffe ich darauf, dass die Füchse mit ihren Leistungen und die Zuschauer mit ihrer Anwesenheit viele Argumente für eine neue Eishalle sammeln und dass die Stadt weiter zu ihrem Aushängeschild steht.
Wann hast du im Spiel gewußt jetzt ist es geschafft? Nach dem 3:1!!! Das ist ne Lüge Mozart. 9 min vor Spielende lief auf dem Liveticker von Crimmse ne Nachricht durch. "Gruß von Mozart. Noch neun Minuten bis zum Klassenerhalt!" ;-) Oda hat der Schmierfink dir etwa die Worte verdreht :-)))
2 | Mozart | 28.03.2007 @ 23:53
Zum zitierten Zeitpunkt habe ich nur gehofft und nicht gewußt... ;-)
3 | Taubentreter | 29.03.2007 @ 01:30
Alles Ausreden....Der zarte Mo hatte Kojotis Wundermurmel inna Tasche...*g*
4 | Staif | 29.03.2007 @ 01:47
Ich persönlich erinner mich an das Zitat Mozart "Bild des Tages" von Spiel 2. Da siehts du einfach aus wie der Prophet schlechthin ;-) In diesem Sinne. Gute Nacht und Gruß aus Sverige
5 | Heidi | 29.03.2007 @ 09:46
Sascha... Danke für eine Kolumnen, stets informativ und manchmal etwas provokotiv. Ein guter Mix aus allen. Ich hoffe diese Kolumnen wird es ab Herbst wieder geben?`
Danke für Deine und deines Teams Arbeit von es-weisswasser.de
6 | Michel | 29.03.2007 @ 11:07
schigger interwiev, tolle show. aber Mozart mach weiter und schreib was die Tasten zulassen. Das waren wirklich gute Artikel!!!
7 | eisloewe62 | 29.03.2007 @ 17:08
Mozart, ganz starkes Statement, insbesondere
Wo sind deine Gedanken jetzt ...
8 | Mozart | 29.03.2007 @ 17:15
@eisloewew62 Thx, aber das lag mir am Herzen... @Heidi So wie die Spieler, werde ich jetzt im Sommer auch in die Vertragsverhandlungen gehen... Vielleicht schreibe ich ja demnächst für die Eislöwen-Journaille. ;-) Nee, war nur ein Scherz... Die Kolumnen haben mir auch sehr viel Spaß bereitet und ich hoffe, dass die Redakteure das auch so sehen und mir fürs nächste Jahr nochmal das Vertrauen schenken.
9 | Hoki | 29.03.2007 @ 17:25
Gut das beim Bild extra erwähnt wird , das Sasche Hache "rechts" im Bild ist, ich hätte ihn glatt für nen neuen "bärenstarken" Verteidiger gehalten LOL
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Sascha, wie hast du die Nacht nach dem sensationellen Sieg überstanden?
Wann hast du im Spiel gewusst: Jetzt ist es geschafft?
Nach dem 3:1 durch Chris Straube 36 Sekunden vor Schluss. Genauer gesagt, als der Schiedsrichter auf Tor entschieden hatte. Die, die sich auskennen, wussten ja, das er in dieser Situation – Torwart ist aus dem Spiel und der Stürmer wird gefoult – nur so entscheiden kann, aber trotzdem haben alle gebannt auf den Schiedsrichter geschaut. Als dann der Arm des Schiris aufs Tor zeigte, sind wir uns alle nur noch um den Hals gefallen.
Hast du die letzte halbe Minute des Spiels noch mitbekommen?
Nein. Da gab es nur noch Jubel. In meinem Kopf war nur ein Gedanke: Wie komme ich am schnellsten rauf aufs Eis?
Geschafft?
Sicher. Ich bin gemeinsam mit rund 300 anderen Fans aufs Eis gestürmt, bin den verschwitzten Spielern um den Hals gefallen, habe sie gedrückt. Das war einfach nur Freude.
Hattet ihr etwas vorbereitet?
Die Blue Sons haben in der zweiten Drittelpause das Transparent mit ,Danke Jungs‘ gesprüht – eine logistische Meisterleistung. Das haben sie direkt nach dem Spiel der Mannschaft überreicht.
Wo sind deine Gedanken jetzt – nach dem Rausch?
Meine und die Gedanken vieler Fans waren schon ganz schnell nach dem Spiel bei Daniel, der auf der Heimreise von einem Spiel in dieser Saison tödlich verunglückt ist. Noch auf dem Eis habe ich Martin, unseren Trommler, getroffen, der mit ihm im Auto saß. Wir sind uns einfach nur um den Hals gefallen. Der Klassenerhalt ist zwar wichtig, aber in Gedanken waren wir in diesem Moment bei Daniel. Mann, hätte der sich gefreut. Vielleicht sollte man ihm dieses kleine Wunder widmen.
Du hast ja während dieser Saison Woche für Woche Kolumnen für die Sächsische Zeitung geschrieben, meistens nach Niederlagen. Hast du selbst noch geglaubt, dass es die Füchse schaffen?
Zugegeben, da musste man schon positiv bekloppt sein. Aber es gab immer wieder kleine Anzeichen dafür, dass es aufwärts geht, und wir sind dafür, dass wir immer daran geglaubt haben, am Ende unwahrscheinlich belohnt worden.
Egal, was in der Serie passiert – so ein emotionaler Höhepunkt entschädigt für alles?
Erst einmal: Eine solche Serie muss ich nicht nochmal mitmachen. Eigentlich hätte ich bei diesen engen Spielen ständig eine Krankenschwester neben mir gebraucht. Und am Dienstag war ich nur aufgeregt, lange vor dem Spiel. Und dann hoffe ich, dass die Füchse in der neuen Saison von Anfang an mit diesem Feuer spielen, vielleicht viel weiter vorn landen.
Auf Dresden trefft ihr dann nicht mehr…
Eigentlich schade, zumal das Verhalten der Fans in den Abstiegsduellen wirklich beispielhaft war. Die Dresdener haben auf der Ehrenrunde der Füchse sogar sportlich fair Beifall geklatscht – super.
Wir freuen uns auf der anderen Seite schon jetzt auf die Spiele gegen Essen. Da spielt Matt Hubbauer, und der kann sich auf vier heiße Spiele auch von unserer Seite gefasst machen.
Was hast du außer dem sportlichen Erfolg sonst noch für Wünsche für die neue Saison?
Ich glaube, die Weißwasseraner haben bei diesen Abstiegsspielen ihre Liebe für das Eishockey wiederentdeckt, nachdem die Füchse in ihrer Gunst in den letzten Jahren stetig gesunken waren. Ich wünsche mir, dass wir genau das in die neue Saison mitnehmen können. Dann hoffe ich darauf, dass die Füchse mit ihren Leistungen und die Zuschauer mit ihrer Anwesenheit viele Argumente für eine neue Eishalle sammeln und dass die Stadt weiter zu ihrem Aushängeschild steht.
Gespräch: Frank Thümmler
Quelle: Sächsische Zeitung Lokalteil WSW vom 29.03.2007